Hallöle,
ist kein Problem. Kommt natürlich ein bißchen darauf an, wieviel Komfort Du haben möchtest. Eine regelrechte Okular-Aufnahme mit Klemmschraube ist eine gewisse Bastelei - Tuben mit 1,25 Zoll Durchmesser sind im Baumarkt erhältlich in der Sanitär-Abteilung.
Ich habe ein Beroflex 8/500 (die Wundertüte) gelegentlich als Refraktor im Einsatz. Ich habe einfach einen Zwischenring aufgesetzt (ausprobieren, welcher in der Länge paßt), auf die Streulichblende des Zwischenringes einen Okular-Ring mit Heißkleber aufgebracht. Statt zu stecken muß ich die Okulare nun schrauben, dafür hielt sich die Bastelei bisher in Grenzen. Die Bildqualität ist gut.
Zenitnahes Beobachten ist nicht so das reine Vergnügen - dafür und als Spektiv möchte ich noch ein Amiciprisma mit 45-Grad-Einblick in den Strahlengang integrieren. Das müßte dann allerdings innerhalb des Objektiv-Tubus' angebracht werden. Bei der Wundertüte kann man den hinteren Teil abnehmen, hier werde ich einen Fassungsring eines alten Telekonverters drübersetzen, in diesen dann wieder die Okularaufnahme einbauen. Dabei entfällt der (ohnehin wackelige) Stativring. Als Stativanschluß habe ich an eine Platte aus Sperrholz gedacht, die mit zwei Dreiecksleisten das Objektiv aufnimmt. Gesichert werden soll dies dann mit zwei bis drei Schlauchschellen. Die Länge dieses Stativringes wird so angepaßt, daß sie vor den Überwurf mit der Okularaufnahme paßt. Auf diese Weise kann der neue Stativring dauerhaft am Objektiv bleiben und auch bei fotografischem Einsatz mit dem ursprünglichen Hinterteil verwendet werden.
Unter die Sperrholzplatte (ist noch über von zwei Basteleien aus angeknacksten Ikea-Kinderstühlen vom Sperrmüll) kommt ein Metall- oder Holzrest in Form einer Manfrotto-Schnellwechselplatte. So kann ich das Objektiv jederzeit bequem auf mein Fotostativ bringen. Eine Manfrotto-Aufnahme werde ich auf meine EQ-2-Montierung basteln. Diese Kombination wird dann in Personalunion Reiseteleskop, Getriebeneiger, Spektiv, Leitrohr und Teleobjektiv.
Die Teile soll'n was tun für ihr Geld ;-)
Was für ein Objektiv hast Du denn im Einsatz? Hast Du die Möglichkeit, den optischen Platz für Zenitspiegel oder Prosma zu gewinnen? Bei der Wundertüte sitzen die hinteren Linsen ziemlich weit vorn, und der Tubus ist gut zerlegbar. Das eröffnet einige Möglichkeiten.
Wozu willst Du erst einen M42-Adapter anschließen? Und wozu den Telekonverter? Durch zusätzliche Linsen wird das Bild ja nicht besser. Mit einem 4 mm-Okular kommst Du am 40mm-Onjektiv auf 100fache Vergrößerung. Das wäre wohl etwa das Maximum, was mit dem Objektiv bei dem gegebenen Durchmesser bei guten Wetter- und Sichtbedingungen sinnvoll wäre. Zeigt auch schon schönen Saturnring und Jupiterbänder.
Naja, viel Spaß beim Basteln und Spechteln.
Wenn Du am Basteln bist: Die Bildumkehrung kannst Du vielleicht auch mit dem Pentaprisma aus einer geschlachteten Spiegelreflexkamera hinbekommen. Und ein schöner oberflächenbeschichteter Planspiegel wäre da auch drin.
Ein bißchen schwierig wird dauerhaft die Scharfstellung bleiben, weil das Teleskop-Objektiv durch die objektivtypische Drehbewegung seitlich angestoßen wird. Bei hohen Vergrößerungen wird die Zitterpartie dann störend und zeitaufwendig, weil der Aufbau immer wieder erst ausschwingen muß, bevor man die Schärfe beurteilen kann.
Gruß
Ralf C.