Objektiv zum Teleskop umbauen

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cyrill

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Hallo zusammen,
kann man ein normales Teleobjektiv zu Teleskop umbauen? Es handelt sich dabei um ein 5,6/400 mit NIKON Bajonett. Also z.B.M42 Adapter dran, evtl noch einen Telekonverter und dann irgendwie ein Okular dran. Ist es dann möglich das ganze zum beobachten zu gebrauchen (Sterne fotografieren kann man ja sowieso damit. Ein Refraktor ist ja im Prinzip das gleiche und Lichtstärke 5,6 ist ja mal nicht so schlecht.

Neugierige Grüße

Cyrill
 
Hallo Cyrill,

im Prinzip ja :-))

Bei Fotoobjektiven kann man aber nicht unbedingt von der Eignung für höhere Vergrösserungen ausgehen, da der Spotdurchmesser auch in der Nähe der Achse häufig grösser ist als die Beugungsfigur. Bei KB-Objektiven versucht man über einen möglichst grossen Bereich den Spotdurchmesser unter 25um zu halten, perfekte Schärfe auf der Achse wie bei Teleskopen ist nicht gefragt. Ausprobieren.

Ein Problem wird der Okularanschluss werden, wenn ein Zenitspiegel rein soll. Dann reicht der Fokussierbereich nicht aus um ein scharfes Bild zu bekommen. KB-Objektive haben ihre Bildebene ca. 45-55mm hinter dem T2/Kameraanschluss, bei Nikon ist es soweit ich weiss noch etwas weniger. Mit Zenitspiegel braucht man wohl so ca. 80mm. Geradsichtig ist das kein Problem.

Viel Spass beim Testen
Martin
 
Hallöle,

ist kein Problem. Kommt natürlich ein bißchen darauf an, wieviel Komfort Du haben möchtest. Eine regelrechte Okular-Aufnahme mit Klemmschraube ist eine gewisse Bastelei - Tuben mit 1,25 Zoll Durchmesser sind im Baumarkt erhältlich in der Sanitär-Abteilung.

Ich habe ein Beroflex 8/500 (die Wundertüte) gelegentlich als Refraktor im Einsatz. Ich habe einfach einen Zwischenring aufgesetzt (ausprobieren, welcher in der Länge paßt), auf die Streulichblende des Zwischenringes einen Okular-Ring mit Heißkleber aufgebracht. Statt zu stecken muß ich die Okulare nun schrauben, dafür hielt sich die Bastelei bisher in Grenzen. Die Bildqualität ist gut.

Zenitnahes Beobachten ist nicht so das reine Vergnügen - dafür und als Spektiv möchte ich noch ein Amiciprisma mit 45-Grad-Einblick in den Strahlengang integrieren. Das müßte dann allerdings innerhalb des Objektiv-Tubus' angebracht werden. Bei der Wundertüte kann man den hinteren Teil abnehmen, hier werde ich einen Fassungsring eines alten Telekonverters drübersetzen, in diesen dann wieder die Okularaufnahme einbauen. Dabei entfällt der (ohnehin wackelige) Stativring. Als Stativanschluß habe ich an eine Platte aus Sperrholz gedacht, die mit zwei Dreiecksleisten das Objektiv aufnimmt. Gesichert werden soll dies dann mit zwei bis drei Schlauchschellen. Die Länge dieses Stativringes wird so angepaßt, daß sie vor den Überwurf mit der Okularaufnahme paßt. Auf diese Weise kann der neue Stativring dauerhaft am Objektiv bleiben und auch bei fotografischem Einsatz mit dem ursprünglichen Hinterteil verwendet werden.

Unter die Sperrholzplatte (ist noch über von zwei Basteleien aus angeknacksten Ikea-Kinderstühlen vom Sperrmüll) kommt ein Metall- oder Holzrest in Form einer Manfrotto-Schnellwechselplatte. So kann ich das Objektiv jederzeit bequem auf mein Fotostativ bringen. Eine Manfrotto-Aufnahme werde ich auf meine EQ-2-Montierung basteln. Diese Kombination wird dann in Personalunion Reiseteleskop, Getriebeneiger, Spektiv, Leitrohr und Teleobjektiv.

Die Teile soll'n was tun für ihr Geld ;-)

Was für ein Objektiv hast Du denn im Einsatz? Hast Du die Möglichkeit, den optischen Platz für Zenitspiegel oder Prosma zu gewinnen? Bei der Wundertüte sitzen die hinteren Linsen ziemlich weit vorn, und der Tubus ist gut zerlegbar. Das eröffnet einige Möglichkeiten.

Wozu willst Du erst einen M42-Adapter anschließen? Und wozu den Telekonverter? Durch zusätzliche Linsen wird das Bild ja nicht besser. Mit einem 4 mm-Okular kommst Du am 40mm-Onjektiv auf 100fache Vergrößerung. Das wäre wohl etwa das Maximum, was mit dem Objektiv bei dem gegebenen Durchmesser bei guten Wetter- und Sichtbedingungen sinnvoll wäre. Zeigt auch schon schönen Saturnring und Jupiterbänder.

Naja, viel Spaß beim Basteln und Spechteln.

Wenn Du am Basteln bist: Die Bildumkehrung kannst Du vielleicht auch mit dem Pentaprisma aus einer geschlachteten Spiegelreflexkamera hinbekommen. Und ein schöner oberflächenbeschichteter Planspiegel wäre da auch drin.

Ein bißchen schwierig wird dauerhaft die Scharfstellung bleiben, weil das Teleskop-Objektiv durch die objektivtypische Drehbewegung seitlich angestoßen wird. Bei hohen Vergrößerungen wird die Zitterpartie dann störend und zeitaufwendig, weil der Aufbau immer wieder erst ausschwingen muß, bevor man die Schärfe beurteilen kann.

Gruß
Ralf C.
 
Hi Cyrill,
wie die andern ja schon sagten, sind Photo-Objektive nicht für Teleskope gedacht/Konstruiert. Ich habe ein Danubia f=500mm F:6?, dem ich ein Okular für Sonnenprojektion verpasst habe (mit Phot-Stativ). DAmit schaue ich routinemäßig nach Sonnenflecken, ob es sich lohnt´, das "richtige Teleskop" rauszuholen. Dafür langts gerade. Doll scharf st das aer nicht.
Scharfe GRüße
Jorgos
 
Ich habe mir einen Adapter von Canon-FD-Bajonett auf 1.25 Zoll drehen lassen. Jetzt passt die Toucam an alle meine Fotoobjektive und ich kann mit meinen Teleskopokularen auch visuell beobachten. Visuell konnte ich das schon einmal (schxxxx Wolken seit 3 Monaten) am Mond testen, sieht gut aus. Mit 200mm Brennweite passt der Mond gut vollständig ins Gesichtsfeld der Webcam. Visuell ist das ein schönes 8x50 (oder 16x50 oder yyx50) "Fernglas". Brilliantes Bild (beim Mond). Als nächstes stehen dann erstmal weitere Tests und der Webcamumbau für Langzeitbelichtung an.
 
Danubia 8/500, da wette ich das Klebfett aus all meinem Mechaniken ;-)

Wenn da das Bild nicht so toll wird liegt das allerdings nicht an "den Fotoobjektiven" sondern möglicherweise an "dem Danubia". Bei dieser 8/500-Baureihe sind das Tolleranzen in der Fertigung, außerdem gab es verschiedene Serien. Was für ein Filtergewinde hast Du denn?

Echt Original ist sowieso nur die Beroflex Wundertüte mit 72mm Filtergewinde. WES weiß mehr darüber ;-)

Gruß
Ralf C.
 
Von Pentax gab es noch vor ca. 5 Jahren ein Okular mit Anschluss ans K-Bajonett zu kaufen. Allerdings war das Teil nicht gerade billig und man konnte nur dieses eine Okular verwenden (Vergrößerung = Brennweite des Objektivs / 10) und bot einen sagenhaften Tunnelblick (geschätzte 45 Grad). Von Canon gab es meines Wissens auch so ein Teil - habe es einmal auf ebay gesehen.

Abgesehen vom Hersteller glaube ich, dass du folgendes Problem haben wirst:

Man kann ein Fernglas bei ruhiger Hand ungefähr bis 10x ohne Stativ benutzen. Ein Objektiv ist unhandlicher - da ist wahrscheinlich schon früher Schluss. Das heisst: Deine Objektive bräuchten alle eine Stativschelle. Hat das dein 400er? Abgesehen davon hat dein Objektiv 71mm Öffnung. Sooo teuer ist ein Refraktor in dieser Größe auch nicht...
 
Hi,

ginge schon. Rein mechanisch...

Das Problem bei Kameraobjektiven ist, daß sie ganz anders gerechnet werden als Teleskope. Während man bei Teleskopen ja in Richtung beugungsbegrenzt optimiert, sind die Objektive auf einen gleichmässigen Spotdurchmesser von 0.03mm bei KB-Optiken (bzw. 0.05mm bei Mittelformat) gerechnet.

Das visuelle Ergebnis wird dich wohl eher enttäuschen.

Eine Ausnahme bilden da die Zeiss-Objektive. Alle die ich hatte (und habe) waren erstaunlich gut.

Da ich alles M42 kaufe, kann ich leicht mal schnell ein Okular dranschrauben. Auch solche Brummer wie das Super-Takumar haben da jämmerlichst enttäuscht. Der absolute Hammer war aber ein 1300er Tele von Varioplan. Trotz daß es nur f/8 war, war es absolut nicht zu gebrauchen... (nebenbei: auch nicht fotografisch...)
 
Hallo Zusammen

Habe etwas ähnliches vor mit einem 400mm f5.6 von sigma.

Ich werde mir ein Bajonet Kameraseitig für dieses Objektiv Kaufen, kostet ca. 30 CHF. Danach wird das Bajonett auf ein speziellzugeschnittenes und entsprechend verarbeitetes Alurohr geschraubt. Am hinteren Ausgang des Alurohres könnte dann ein 2" Anschluss stehen. mit einem Adapter 2" -> 1 1/4" kann man danach die kleineren Okulare verwenden. Bei richtiger Abmessung kann danach mit den Okularen grob scharf gestellt werden. Für die feine Fokusierung wird dann der Ring am objektiv selbst verwendet.
Einzig eine Zunge zur Blendenöffnung muss noch an der richtigen Position angebracht werden, da das Objektiv nicht angeschlossen voll abblendet. Doch dies ist eigentlich auch nur ein Kinderspiel, sofern ich bald einmal dafür Zeit habe.

Viel Erfolg beim Nachbauen

Thomas Knoblauch
 
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