Objektivaubau bei 8x22 Minolta Fernglas

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R_Andreas

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Hallo,

gestern kam mein bei Ebay ersteigertes Minolta 8x22 Fernglas mit 8,2° sGF an. Das ist ein Dachkantglas, ich schätze es auf ca. 20-25 Jahre Alter. Die Aufschriften sind "MK 3832752 Japan" und "passed JTII". Habe selten so ein stabiles Kleinfernglas gesehen, die Knickbrücke ist eine fette Stahlplatte, da ist nichts dejustiert. Kennt jemand das exakte Alter bzw. eine Quelle?

Jetzt zur eigentlichen Frage: Da die Objektive sehr verschmutzt waren (ein gutes Zeichen, sahen aus wie ungeputzt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ), habe ich sie kurzerhand ausgebaut und gereinigt. Die Überraschung dabei war, dass nur eine einzige Linse pro Tubus verbaut wurde. Bisher hatte ich immer angenommen, dass man mindestens ein Doublett verwenden muss, um einigermaßen gute Farbkorrektur erreichen zu können. Das Glas ist nicht gerade reflexfrei, aber doch ziemlich randscharf. Zur Farbtreue kann ich mangels klarem Himmel nichts aussagen, bei Tag ist es unauffällig, was violette oder gelbe Ränder angeht.

Steckt da irgendwo im Tubus noch eine zweite Linse, oder reicht bei kleinen Durchmessern ein einfaches Objektiv aus für durchschnittliche Abbildungsqualität?

Viele Grüße
Andreas
 
Re: 8x22 Minolta Fernglas

Hallo Andreas,

neugierig geworden durch deinen Beitrag, und obschon glücklich mit meinem superkleinen 170g-7,2Grad-8x20, habe ich mir mal so ein Minolta Pocket 8x22 (nicht "Pocket II") besorgt ... vorweg, nein, auseinandergenommen habe ich es nicht, so daß ich deine Frage auch nicht beantworten kann.

Das zusammengefaltet 100mmx65mmx43mm große, vollständig gummierte 275g-Minolta (Ser.Nr.MK41xxxxx, auch dieses trägt den Exportqualitätskontrolle-Aufkleber des Japan Telescope Inspection Institute JTII) ist keine Enttäuschung (MC, fast richtig gute Mittenschärfe für 8x22, und wie neu), aber das erhoffte große Gesichtsfeld von auf dem Glas angegebenen 8.2 Grad bestätigte sich keinesfalls ... schade, so etwas bin ich von Minolta bisher nicht gewohnt - es sind aber immerhin ca. 7,3 bis 7,4 Grad nach Vergleich der scheinbaren Gesichtsfelder.

Das Glas ist wirklich sehr stabil gebaut. Als Brillenträger bin ich mit ca. 60% GF mit umgelegten Augenmuscheln bei hellen Bedingungen nicht ganz unglücklich, nachts sind 100% GF kein Problem.

Bist du sicher, daß die Objektivlinsen keine verkitteten Zweilinser sind? Wirklich randscharf ist das GF natürlich nicht, wird aber auch bei Nachfokussierung dort nicht schärfer, bei auch nicht sehr großer Bildfeldverzeichnung.

Nach einem sehr guten WW-Kleinglas suche ich wohl trotzdem ein bißchen weiter ...

Gruß+cs,
Dietmar
 
Re: 8x22 Minolta Fernglas

Hallo Gabriel,

das Winzlieblingsding ist ein altes Eschenbach Farlux 8x20 mit angegebenen 126m/1000m GF, augenscheinlich identisch mit dem ebenfalls seltenen Zeiss-Ikon Binox 8x20.

Beste Grüße+cs,
Dietmar
 
Re: 8x22 Minolta Fernglas

Hallo Dietmar,
ich habe gedacht dass Dein Winzling auch "Minolta" heisst deshalb meine Frage nach dem UC 8x18;
Apropos Eschenbach Farlux:
Ich war sehr am Überlegen, ob ich dieses Fernglas nicht kaufen sollte; ich war schon mit dem Verkäufer in Kontakt getreten.
Wegen eher mäßiger Begeisterung im Fernglas-Forum von Werner Jülich insbesondere was das Modell Farlux 8x24B betrifft (neues Modell: wasserdicht und Brillenträger-Tauglich) und wegen den Bildern die nicht viel aussagen habe ich gestern mich dann doch zurückgehalten und nicht zugeschlagen.
Die Daten sind auf jeden Fall interessant:
Eschenbach Farlux 8x24 WW mit 152m Gesichtsfeld
Das Winzling hat mehr Gesichtsfeld als das Zeiss 7x42, das Fernglas, das unter allen Dachkantgläsern die heute produziert werden das größte absolute Gesichtsfeld hat.

Kennst Du oder kennt jemand dieses Glas?

Schöne Grüße,
Gabriel
 
Re: 8x22 Minolta Fernglas

Hallo Gabriel,

das von dir angeführte Farlux 8x24 scheint äußerlich aus der alten Produktion (Eschenbach/Enuro hatte selber nie eigene Produktion, soweit ich weiß) wie mein 8x20 zu stammen.
Ich hatte es trotz des nach den Bildern evtl. stark gebraucht scheinenden Zustands in meine Beobachtungsliste gestellt, zumal ich davon ausgehe, daß die aufgedruckten Daten wie bei meinem stimmen. Höchstwahrscheinlich ist es aber auch schwerer/größer.
Offensichtlich haben auch mindestens zwei weitere hiesige Forumsteilnehmer rein verdachtshalber auf das alte Schätzchen mitgeboten, obwohl Eschenbachs Ruf als "Nürnberger Japanchinese" in den letzten Jahren nicht gerade besser geworden ist.
Zu dem Preis hätte ich es neugierhalber trotz hiesigem Regalstand schlußendlich auch gekauft - aber am Versteigerungsabend war mal wieder anderes wichtiger, es gibt Leben außerhalb von ebay, 3-2-1, nicht nur meins <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /><img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /><img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ... da verpasse ich lieber Fernglas-Gelegenheiten ...
Hoffentlich findet das 8x24 ggf. Wertschätzung zwischen NVA-Helmen, Kettensägen, Uhren und Weingläsern, und nicht nur einen Wiederverkäufer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />.

Beste Grüße+cs,
Dietmar
 
Eschenbach Farlux 8x24

Hallo Dietmar,
am Versteigerungsabend war mal wieder anderes wichtiger, es gibt Leben außerhalb von ebay, 3-2-1, nicht nur meins
Du sprichst mir aus der Seele! Genau das war zusätzlich der Grund, warum ich nicht mitgeboten habe: ich war nämlich auf einem Geburtstag eingeladen und ich biete ungern Stunden vor dem Auktionsende.
CS,
Gabriel
 
Re: 8x22 Minolta Fernglas

Hallo Dietmar!

Bist du sicher, daß die Objektivlinsen keine verkitteten Zweilinser sind?

Nach Deinem Hinweis habe ich mir das Objektiv nochmals angeschaut. Am Linsenrand ist rundum eine Nut vorhanden, die die Linsendicke in zwei Hälften teilt, und zwar ein Drittel zu zwei Drittel. Anfangs hatte ich gedacht, diese Nut sei zur Führung der Linse im Gehäuse da. Jetzt erscheint es mir doch wahrscheinlich, dass sie die Grenzlinie von zwei verkitteten Linsen darstellt. Die Ränder der beiden Hälften sind auch nicht gleich strukturiert, es gibt leichte Unterschiede in der "Mattigkeit". Danke für die Skepsis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Andreas
 
Re: verkitteter Achromat in der Praxis

Hallo Andreas,

willkommen im Club! Bevor Du das Ding wieder zusammenbaust, schwärze doch gleich mal die Linsenkanten
mit Filzstift - bringt meist etwas Streulichtreduktion!

Gruß
 
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