Objektivgitter

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Es gab vor einiger Zeit einen Artikel in SuW über das Thema, der sehr positiv klang. Daraufhin hatten einige Teilnehmer hier im Board Meinungen ausgetauscht. Vermutlich ist das alles in den Forencrashs untergegangen. Soweit ich mich erinnern kann, waren da Leute an der Diskussion beteiligt, die (leider) nicht mehr hier posten. Der Tenor war aber -glaube ich- nicht so uneingeschränkt enthusiastisch. Vielleicht postest Du deine Frage nochmal beim astrotreff. Das Ergebnis würde mich auch interessieren.
 
Ok, für die ganz doofen zum mitschreiben - was ist ein Objektivgitter? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Grüße, Henning
 
Ein Objektivgitter besteht aus einem in der Mitte freien und nach aussen hin immer dichter werdenden Gitterchen, das man vors Objektiv legt. Die Idee ist meines Wissens, dass man damit die harte Beugungserscheinung am Bildfeldrand zerbröselt wird, ähnlich wie etwa durch spiralige Fangspiegelstreben. Machen tut man das praktisch mit Fliegengitter. Wenn man zB einen 20cmm Regfraktor hätte, dann würde man vielleicht drei Lagen Gitter nehmen, das erste mit einem Loch von sagen wir 10cm Durchmesser, das zweite mit einem von 15 cm Durchmesser und das dritte mit einem von 18cm Durchmesser (Massangaben fiktiv. das muss man sich halt richtig ausrechnen). Das ganze wird dann konzentrisch übereinandergelegt und wie ein Objektivsonnenfilter angebracht. Sollte dann zu besseren Planetenbildern führen.
 
> Massangaben fiktiv. das muss man sich halt richtig ausrechnen

Wie rechne ich mir das richtig aus? Teilt man da einfach den Durchmesser durch 3, oder liegt da eine kompliziertere Formel zugrunde?

Gruss
Steve
 
Den Objektivfilter habe ich nach den Vorgaben aus SuW für einen Refraktor testweise gebaut. Das Ergebnis hat den Aufwand (den mußt du betreiben, da die Winkel der Gitter zueinander stimmen müssen und auch die Durchmesser der jeweiligen Löcher auf die Öffnung abgestimmt sein müssen) hat das Ergebnis nicht sonderlich gerechtfertigt. Der Kontrast war nach meinem Dafürhalten nur soviel besser, wie es eine Verbesserung des normalen Seeings bspw. auch bringt.
 
Hallo Mainzelmann,
Ja, der Kurt hatte damals seinen 12er mit zwei Lochblenden bestueckt
und eine davon mit so einen Apodisationsfilter versehen, die andere
offen gelassen, um direkt beide vergleichen zu koennen.
Spaeter habe ich dann mit ihm etwas ueber Spiralblenden
herumphiliosophiert die auch ganz gut gehen. Auch das ist von ihm
am Himmel experimentell ausprobiert worden. Obwohl das Prinzip
ganz interessant ist, funktioniert es am besten an Objekten mit
starkem Kontrast (Mond, Doppelsterne) und weniger gut am Planeten.
Das ganze ist ein Tradeoff: Etwas weniger helle Beugungsringe, dafuer
etwas breiteres Airyscheibchen.
Und der gute Kurt hat seit damals auch noch mal nachgelegt:
In einem anderen Versuchsaufbau hat er mit so einem Filter
auch mal direkt die PSF abfotografiert (mit und ohne Filter).
Damit haelt man dann auch die Modulation Transfer Function (MTF) in der Hand,
die einem genau verraet, wie der Kontrast sich aendert.
Die Bilder habe ich hier noch herumfliegen. Ich werde ihn mal
fragen, ob er im Astrotreff Lust hat etwas darueber zu schreiben (sind ja seine Daten),
den ein oder anderen scheint es ja doch noch zu interessieren.

Aber gleich vorweg: Das ganze ist ganz lustig, aber Wunderdinge
finden da nicht statt.
Mario
 
Hi Mainzelmann,
die Frage nach "was ist ein Objektiv-Gitter" ist schon berechtigt, denn ein Objektivgitter ist ein Gitter vor dem Objektiv mit parallelen Drähten (oder Strichen auf Glas), die in der Bildebene z.B. von einem Stern ein Spektrum abbbilden, also ein einfachster Spektrograph.
Gebeugte Grüße und
cs
Jorgos
 
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