Öffnung oder Brennweite worauf muss man achten?

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Andre88

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Moin Leute,

ich durchstöber gerade einige Astroshops im Netz und habe eine prinzipielle Frage:

Was ist bei einem Teleskop wichtiger, die Größe der Öffnung oder die Brennweite?

Ich hatte mir jetzt 2 Modelle ausgesucht, einmal eins mit 130/920 und eins mit 150/750.

Ich bin selbst Hobbyfotograf, bei Brennweite und Blende in Bezug auf Objektive ,weiß ich so ungefähr worum es geht. Aber es fällt mir schwer diese beiden Begriffe auf das Teleskop anzuwenden.

Bei einem Objektiv weiß ich je höher die Brennweite, desto mehr kann ich "zoomen", außer bei Festbrennweiten. Bei der Blende ist es ja so, je niedriger die Blende ist, umso besser werden Fotos mit geringem Lichteinfall ins Objektiv.

Bei einem Teleskop kann ich mir das nicht so vorstellen, in welchem Verhältnis diese Dinge dort stehen.

Ich hoffe Ihr versteht so im Groben was ich meine und danke schonmal für eure Hilfe.

Gruß,

André
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo André

Schau mal bei Wikipedia nach "Blendenzahl" bzw. "Öffnungsverhältnis". Da wird's genau erklärt.

Was bei einem Teleskop wichtig ist, hängt davon ab was Du damit machen willst.

Falls Du Dir eines kaufen willst, solltest Du Dich erstmal gründlich über die ganzen Grundlagen informieren; im Netz oder Büchereibesuch.


Schöne Grüße
Tilo
 
Hallo André,

grundsätzlich sind die Öffnung und die Brennweite beides wichtige Parameter, die ein Teleskop beschreiben. Anders als in der Fotografie, in der die Brennweite praktisch die Vergrößerung bzw. den Zoom festlegt, wird bei einem Teleskop die Vergrößerung aber aus dem Zusammenspiel der Brennweite eines Teleskops und der Brennweite des eingesetzten Okulars bestimmt. Das bedeutet, dass ein Teleskop mit einer Brennweite mit verschiedenen Okularen verschiedene Vergrößerungen erzeugen kann. Man ist hier also relativ flexibel.

Generell würde ich Teleskope mit Brennweiten unter 800mm als Rich-Field-Teleskope bezeichnen, also Teleskope die besonders gut für niedrige Vergrößerungen von 15x an geeignet sind. Damit kann man sehr schön größe Himmelsfelder beobachten, für hohe Vergrößerungen um 200x ist man in der Okluarwahl aber schon etwas eingeschränkt.
Von 800mm bis 1200mm Brennweite ist man in einem sehr universellen Bereich, ganz niedrige Vergrößerungen sind jedoch nicht mehr möglich, hier gehts oft bei ca. 30x fach los. Große Objekte wie die Andromeda Galaxie können ganz in einem Gesichtsfeld beobachtet werden. Über 1200mm (wie z.b. die Schmidt-Cassegrain Teleskope mit über 2000mm) sind dann bei niedrigen Vergößerungen stark eingeschränkt. Hier gehts oft erst bei 50x oder 60x Vergrößerung los, damit wird das suchen und finden von Objekten schon recht schwierig.

Die Öffnung hingegen ist fest, sie bestimmt wie viel Licht das Teleskop sammelt und damit welche Objekte man damit noch sehen kann, wie viele Details die Objekte zeigen, und wie hoch feine Details an Planeten aufgelöst werden können.

Am Ende kommt es aber ganz darauf an welcher Teleskoptyp es ist (Spiegel oder Linsenteleskop etc.) und ganz wichtig - welche Qualität das Teleskop hat.

Da müsstest du dich dann gesondert nochmals beraten lassen.

Viele Grüße,
Jan
 
Hallo André

Zitat von Andre88:
Bei einem Objektiv weiß ich je höher die Brennweite, desto mehr kann ich "zoomen", außer bei Festbrennweiten.

Und was machst du bei Festbrennweiten? Korrekter Weise bestimmt die Brennweite in Verbindung mit einem Kamerasensor den Bildwinkel. Je höher die Brennweite, desto kleiner der Bildwinkel.

Zitat von Andre88:
Ich bin selbst Hobbyfotograf, bei Brennweite und Blende in Bezug auf Objektive ,weiß ich so ungefähr worum es geht.

Da kennst du vermutlich auch den Unterschied zwischen APS-C und KB und dem Bildwinkel, oder?

Zitat von Andre88:
Bei der Blende ist es ja so, je niedriger die Blende ist, umso besser werden Fotos mit geringem Lichteinfall ins Objektiv

??? Was ist besser???

Öffnung / Brennweite = Öffnungsverhältnis
Brennweite

Bildwinkel(Diagonale) = 2 * arctan ( d/2f ) Wobei f die Brennweite des Teleskops darstellt und d die Sensordiagonale



Um mal ein wenig Ordnung in dein Chaos zu bringen...

Was genau hast du vor?

Was für eine Kamera hast du?

Vorwissen?

Und die dringende Empfehlung lies dir Grundlagenwissen an oder Besuch mal eine Volkssternwarte/Teleskoptreffen/AstroVerein. Wenn du jetzt schon über die 3 grundlegenden Parameter eines Teleskops stolperst, solltest du die Astrofotografie im Primärfokus eines Teleskops erst mal weit nach hinten schieben (zeitlich).
 
Zitat von VoidPointer:
Brennweite ist bei der Teleskopen nicht ganz so entscheidend wie bei der Fotografie. Beim Fotografieren ergibt sich der Blickwinkel (oder der Bildausschnitt) aus Brennweite und Sensor (Film) Format.

Wenn du "nur" visuell beobachten willst, stimmt das, aber sobald eine Kamera ins Spiel kommt spielt auch die Brennweite wieder eine gehörige Rolle!
 
Zitat von Sodiac:
Zitat von VoidPointer:
Brennweite ist bei der Teleskopen nicht ganz so entscheidend wie bei der Fotografie. Beim Fotografieren ergibt sich der Blickwinkel (oder der Bildausschnitt) aus Brennweite und Sensor (Film) Format.

Wenn du "nur" visuell beobachten willst, stimmt das, aber sobald eine Kamera ins Spiel kommt spielt auch die Brennweite wieder eine gehörige Rolle!

Sorry, ich hab beim Korrigieren meine Beitrag gelöscht. Hier noch mal kopiert...

Ich hab zwar von Astronomischer Praxis noch kaum Ahnung, schau mich aber auch grade viel um und komm auch aus der Fotografie. Von daher hatte ich grade ganz ähnliche Fragestellungen im Kopf und erzähl einfach mal...

Brennweite ist bei der Teleskopen nicht ganz so entscheidend wie bei der Fotografie. Beim Fotografieren ergibt sich der Blickwinkel (oder der Bildausschnitt) aus Brennweite und Sensor (Film) Format. Letzteres ändert sich eher selten also weiss man welchen Bildausschnitt welche Brennweite an seiner Kamera hat. "Wenn ich einen Vogel Fotografieren will brauch ich 300 oder besser 500mm"

Bei einem Teleskop kommt nun aber noch ein Okular ins Spiel, welches sozusagen das vom Teleskop eingefangene Licht ins Auge projiziert. Der Vergrösserungsfaktor ist dann einfach Teleskopbrennweite/Okularbrennweite. Die Größe der Teleskopöffnung begrenzt dabei die Maximal sinnvolle Vergrößerung. Irgendwann werden einfach keine weiteren Details mehr aufgelöst. Du hast aber trotzdem einen gewissen Spielraum was den Blickwinkel angeht. Allerdings sind Okulare mit extrem kurzen oder extrem langen Brennweiten teuer. Sprich, wenn du an sehr starker Vergrösserung interessiert bist (Planetenbeobachtung) ist mehr Brennweite am Teleskop sinnvoll. Allerdings nur was die Okularauswahl betrifft. Die maximale sinnvolle Vergrößerung hängt wie gesagt von der Öffungsgröße ab.

Wenn du an Galaxien, Nebeln usw, die zwar eine recht grosse Ausdehnung haben aber nicht hell genug sind um sie mit blossem Auge zu sehen, ist die grosse Öffnung wichtiger und um mit einem bezahlbaren Okular den entsprechenden Blickwinkel zu haben ist eine kürzere (z.B. 750mm) Brennweite sinnvoller.

Mit diesem "Okularrechner" kann man das ganz eindrucksvoll simulieren: http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php
 
Zitat von Sodiac:
Zitat von VoidPointer:
Brennweite ist bei der Teleskopen nicht ganz so entscheidend wie bei der Fotografie. Beim Fotografieren ergibt sich der Blickwinkel (oder der Bildausschnitt) aus Brennweite und Sensor (Film) Format.

Wenn du "nur" visuell beobachten willst, stimmt das, aber sobald eine Kamera ins Spiel kommt spielt auch die Brennweite wieder eine gehörige Rolle!

Das ist natürlich eine Sinnvolle Ergänzung, insb. wenn direkt (ich glaub man sagt "im Primärfokus") fotografiert wird. Dann ist die Teleskop Brennweite natürlich wie eine Objektivbrennweite und bestimmt den Bildausschnitt. Dann kann man sicher ausrechnen, welche Öffnungsgöße notwendig ist um die Auflösung des Kamerachips auszunutzen...

LG
Lars
 
Hallo Lars,

Zitat von VoidPointer:
Dann kann man sicher ausrechnen, welche Öffnungsgöße notwendig ist um die Auflösung des Kamerachips auszunutzen...

... kann man, indem man statt der Diagonalen eine Kante zur Berechnung des Bildwinkels nimmt und diesen Winkel dann in Bezug zur Anzahl der Pixel auf der Sensorkante setzt. Daraus ergibt sich die Auflösung in Bogensekunden pro Pixel. In der Literatur wird das auch als Sampling bezeichnet. Um dann aber wirklich hilfreiche Erkenntnisse daraus zu erhalten muss aber neben dem Auflösungsvermögen des Teleskops auch das lokale Seeing betrachtet werden.
 
Hi Leute,

danke erst mal für eure Infos, ich denke das in dem Astronomie Anfänger Kurs, diese Themen auch angesprochen werden.

An die Astrofotografie denke ich noch gar nicht, ich wollte lediglich anmerken das ich Hobbyfotograf und mit diesen Begriffen etwas anfangen kann.

Ich werde meine Teleskop primär als Beobachtungsmittel benutzen.

Gruß,

André
 
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