Öffnungsverhältnis??

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Zavijah

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Hallo,

ich spiel mit dem gedanken, mir einen SkyWatcher Dobson zu kaufen. Entweder einen 8" oder einen 10 ".

Ich habe schon sehr viele Beiträge im Forum gelesen, aber eines blieb unbeantwortet:

Inwiefern macht sich das Öffnungsverhältnis bemerkbar?
Beim 8" ist dies wohl f6, beim 10er f4,8

Ich hoffe, ihr könnt mir die Unterschiede erklären <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Gruß
Guido
 
Hi

Ein kleineres Öffnungsverhältniss macht, dass man bei Astrofotografie kürzere Belichtungszeiten hat.
Visuell ändert sich abgesehen von der grösseren Genauigkeiten beim justieren nichts, da die Bildhelligkeit in erster Linie von Öffnung und Vergrösserung abhängen.

Viele Grüsse

Thomas Knoblauch
 
Es gibt noch einen wesentlichen Punkt: während f/6 noch halbwegs unkritisch ist, was die Okularwahl angeht, kannst Du mit f/4,8 schon leichte Schwierigkeiten mit der Randabbildung bekommen. Das wäre für mich aber erst hinterher einer Betrachtung wert. Kauf Dir das Gerät, welches Dir besser gefällt (in bezug auf die sichtbaren Objekte, auf Handlichkeit, Bedienbarkeit, ...) und kümmere Dich hinterher um den Rest. Da hast Du unterm Strich mehr von. Auch an einer f/4-Optik kannst Du mit Plössl und Co wunderbare Beobachtungen machen. Für Okulare wirst Du früher oder später eh viel zu viel Geld ausgeben, unabhängig von der Optik... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hi Zavijah,

das meiste wurde ja schon gesagt. Fasse für dich mal zusammenn. Bin zwar nicht der Newton Spezialist, aber versuche es trotzdem mal...

1. f/6 ist einfacher zu justieren/kolliminieren wie f/4,8
2. f/6 ist für die meisten Okulare noch unkritisch. Wobei du bei f/4,8 schon gute, komakoregierte Okulare brauchst. Plössl kannst du praktisch vergessen. Nagler, Nikon, Pentax, Measde UWA Okus sind angesagt, die sind aber recht teuer.
3. Nun die Vorteile: von f/4,8. Fotografisch kürzere Belichtungszeiten.
4. Bei gleichem Okular die hellere Austrittspupille, sprich das Bild im Auge ist heller und damit angenehmer zu betrachten, schwächere Objekte sind besser sichtbar. Dies gilt natürlich nur unter einem dunklen Himmel (ab 5m5, besser 6m). Bei hellen Stadthimmel dürfte f/6 besser sein, da ja nicht nur die Objekte bei f/4,8 heller sind sondern auch der Himmelshintergrund heller erscheint.

Gruß

Lots
 
Hi Zavijah,

siehste einens habe ich noch vergessen. Währen f/6 für Deep Sky und Planeten geeignet ist. Ist f/4,8 eher ein Deep Sky Gerät.

Gruß

Lots
 
das sehe ich etwas anders....

schwächere Objekte sind besser sichtbar.

ich weiß wie du das meinst, man kann das so aber nicht
stehen lassen.

beide geräte haben genau dieselbe grenzgröße und
zeigen auch exakt gleich schwache objekte.
was du meinst ist, daß mit dem schnelleren gerät
die ganz großflächigen objekte mit zusätzlich
geringer flächenhelligkeit (zb. NGC 7000) aufgrund
der größeren maximalen austrittspupille leichter
wahrnehmbar sind.

das f4.8 gerät liefert also nicht mehr licht,
sondern zeigt große objekte mit schwächerer
vergrößerung, wodurch diese besser zum vorschein
kommen. bei allen objekten etwa unter 1° durchmesser
(und das ist die bei weitem überwiegende mehrheit!)
kann man davon ausgehen, daß beide geräte genau dasselbe
zeigen. eher das gegenteil ist dann sogar der fall.

das f6-gerät begnügt sich mit okularen die weniger
linsen, also mehr transmission haben und kann
einfacher genau kollimiert werden. wahrscheinlich hat
es auch die bessere optik, weil die f6-parabel
einfacher herzustellen ist. auch der fangspiegel
ist kleiner. insgesamt sollte deshalb bei den
meisten deepsky-objekten das f6-gerät sogar leicht
vorne liegen, weil es den besseren kontrast hat.

das nur mal deshalb etwas richtiggestellt,
weil ich so langsam den eindruck bekomme, hier im
forum setzt sich die meinung durch, man könne
nur mit f5 oder lieber überhaupt nur mit
f4 bei deepsky was anfangen. das stimmt nämlich
überhaupt nicht.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: das sehe ich etwas anders....

Hallo Lots, Bino!


Wieso hat man mit einem f/4,8 eine größere AP als mit f/6?
Wenn man ein 42mm Oku verwendet, dann hat man auch mit dem f/6 eine AP von 7mm.

Auch kann man bei einem 42mm Oku ein GF von 65° haben, so daß auch hier ein 34mm am f/4.8 nicht deutlich mehr GF zeigen kann.

Mein Fazit:
Ein f/6 ist für visuelle Beobachtung IMMER das bessere Gerät, was die optischen Eigenschaften angeht.


Gruß Harald
 
Re: das sehe ich etwas anders....

ja, da hast du vollkommen recht.
in dem fall ist der unterschied der öffnungsverhältnisse
so gering, daß mit beiden geräte noch eine AP von
7mm erreichbar ist. sogar 8mm AP ist noch
mit beiden geräten drin.

in dem speziellen fall ist natürlich der 10"er
das bessere deepsky-gerät, aber nur wegen der
größeren öffnung. das ist eben der einzige grund.
durch die öffnungsverhältnisse entstehen in
dem fall visuell keine vorteile, sondern eigentlich
nur nachteile. abgesehen davon, daß der 10er mit
f4.8 kompakter ist als mit f6.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: das sehe ich etwas anders....

Hi Harald,

hier die Rechnung dazu.

Telesko a) 203mm Öffnung, 1200mm Brennweite (=f/6), 30mm Okular ergibt: V=40x AP=5mm

Teleskop b) 254mm Öffnung, 1220mm Brennweite (=f/4.8), 30mm Okular erigbt: V=41x und AP=6,2

Ergo die größere AP. Die Voraussetzung war mit dem gleichen Okular. Klar kann ich dieselbe AP bei beiden Gerätenerreichen, wenn ich unterschiedliche Okulare nehme.

Gruß

Lots
 
Re: Okulare für f5, Gesichtsfelder

schlechte Randschärfe mit "normalen" Okularen:

also für meinen Skywatcher Newton f5 (200/1000) ist das nur bei langbrennweitigen Okularen der Fall!!!
(ich kann also meinem 25er Kellner keine Freude mehr abgewinnen und das 32er Superplössl wirkt insgesamt
ziemlich kontrastarm (obwohl es noch geht). Die kürzeren (10mm eudiaskopisch, 7,5mm Superplössl, 6mm
Kellner und 5mm Vixen ortho sowie 5mm Celestron Ultima (das alte ohne Barlow) gehen alle ohne Probleme!!
Und für die "große Übersicht" ist das TAL 24mm mit 90° und am f5/1000 ca 2,3° realem Gesichtsfeld bei Pupille 5
einfach unschlagbar - bei f6 wäre mir da die Pupille mit 4 eigentlich schon wieder zu klein und das Gesichtsfeld
ist dann auch schon unter 2° real. Ansonsten ist mein Lieblings-langbrennweitiges Oku für 1 1/4" am f5 das
nun wirklich stockbillige und saugute "Bertele 17mm" mit 60°, das man immer wieder gebraucht für unter 30€ bekommt!!!

f6 wäre genau so gut, wenn nicht der 2" Auszug das Gesichtsfeld begrenzen würde! Bei 40mm sind nur noch starke
60° drin (die 65° vom Pentax sind schon "geschönt"), bei mehr noch weniger. Aber bei 24mm gehen 90° noch
völlig ohne Probleme in 2" und bei 30-35mm auch noch über 70° (Grenze ist das Filtergewinde). Und da liegt
halt der Nachteil beim f6, daß man schon gleich 20% längere Oku-Brennweiten für die hellen Austrittspupillen
von 5 und größer braucht.

Aber insgesamt sehe ich f5 nicht als sooo kritisch, wie es hier oft dargestellt wird. Für mich wäre eher f10-15
ein Problem, wo man nur noch mit hoher Vergrößerung und kleinem realem Gesichtsfeld gucken (und suchen!!!)
kann. Ich habe die Galaxien im Virgo Haufen jedenfalls erst mit den 2,3° real meines 24mm TAL zu finden
angefangen, vorher habe ich mich nur verirrt (ist natürlich Erfahrungssache und wenn man mal das Umfeld kennt
findet man sie immer ohne Probleme: von Vindemiatrix zum U, dann zum Y und in Richtung Basis des Y ....)

Und am Planeten begrenzt mich normalerweise nicht die Optik, sondern ganz eindeutig das seeing.

Gruß
 
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