Off axis guider in Newton fest einbauen

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MarkoHoepken

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Hi,

bin am Anfang der Astrofotographie.

Habe ein 8" Skywatcher Newton auf einer Celstron Advanced GT.

Da nun Standalone autoguieder immer günstiger werden wird das ein Thema für mich.

Wenn ich meine Eos auf direkt drauf schraube habe ich nur ~10mm den Okularschlitten draussen.

Den Spiegel must ich schon beim einbau eines Präzisionsoklarauszug um 16mm verschieben um überhaupt eine Fokus zu bekommen...

Problem: Die bezahlbaren Offaxisguider zum zwischenschrauben würden meine Optischen weg zu stark vergrößern... geht also nicht...

Es gibt für die Eos einen extrem falchen Adapter der aber so bei 200€ liegt... zu teuer.

Meine Idee: Kann ich nicht den Offaxis Guider (handwerklich von mir möglich) DIREKT in den Tubus fest einbauen.

Da der Tubus ef ca. 20mm größeren Durchmesser als der Spiegel hat, würde am Rand kaum den optische weg für die Hauptoptik gestört werden.

Meine Vorstellung ist eine gebrauchten 1"25 Zoll Off Axis guider zu kaufen, zu ersägen und an der richtigen Stelle (Entferung Spiegel zum Fokus) direkt in den Tubus bohren/schrauben.


Hat sowas schon mal jemand geamcht?

Habe im Internet & Foren noch nichts passendes gefunden.

Gruss Marko

 
Hi Marko,

ich glaube, Du hast da einen Denkfehler...

Da der Tubus ef ca. 20mm größeren Durchmesser als der Spiegel hat, würde am Rand kaum den optische weg für die Hauptoptik gestört werden.

Du kannst dort natürlich ein Prisma einsetzen, über welches Du etwas Licht nach außen bringst. Dieses Licht stammt aber aus dem parallel einfallenden Licht und nicht vom Hauptspiegel. Natürlich könntest Du dieses parallele Licht mit irgendeiner Optik nutzbar machen - da fehlt mir dann aber der Vorteil gegenüber einem Leitrohr.

Außerdem bist Du damit auf eine einzige Stelle festgenagelt und die Wahrscheinlichkeit, dort einen Leitstern zu finden, ist verschwindend gering.


Mir gehen auch ständig solche Ideen durch den Kopf. Ich habe mir angewöhnt, immer erst zu überlegen, warum das noch niemand gemacht hat. Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass sich seit Jahrhunderten so viele helle Köpfe mit der Astronomie und Optik befassen, dass man kaum etwas findet, was noch keiner versucht hat. Schade eigentlich :/

Gruß
Klaus
 
Hallo Marko,

man kann im Prinzip beim Newton einen zweiten Okularauszug und einen zweiten kleinen Fangspiegel unterhalb des normalen OAZ anbringen, und dort den Guider dran hängen.

Es wird dann wie beim Off-Axis Ansatz mit dem kleinen FS ein Teil des Lichts vor dem normalen FS seitlich rausgelenkt. Nur eben bereits innerhalb des Tubus, und nicht erst nach dem OAZ.

Hat aber den Nachteil dass die Verformungen am Kamera-OAZ nicht kompensiert werden.

Ist natürlich auch eine ganz schöne Bastelei... ;)

cs
Martin
 
Hallo Martin,

man kann im Prinzip beim Newton einen zweiten Okularauszug und einen zweiten kleinen Fangspiegel unterhalb des normalen OAZ anbringen, und dort den Guider dran hängen.

Sorry - aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktioniert. Jeder außermittig angebrachte Fangspiegel würde eine deutliche Abschattung und somit Beugungseffekte im Hauptbild erzeugen. Außerdem würde er sich vor allem selbst abschatten.

Link zur Grafik: http://www.watchgear.de/PictureLink/SNewt.jpg

Ich kann mir nicht vorstellen, wie man einen zweiten Fangspiegel oder -Prisma in den Strahlenkegel bringen will, der vom HS zurückkommt, ohne das einfallende Licht massiv und unsymetrisch abzuschatten. Symetrisch - und somit halbwegs schadlos - geht das nur in der Mitte und da ist schon was...

Und - wie gesagt - ein OAG, der in einer einzigen Position festgenagelt ist, macht die Leitsternsuche nicht gerade einfacher.

Gruß
Klaus
 
Hallo Klaus,

der Hilfs-FS kann mittig sitzen, wenn er im Durchmesser so dimensioniert ist dass er minimal größer ist als das "Loch" im Strahlenbündel, das der normale FS an dieser Stelle verursacht. Dann sieht der Foto-Fokus eine etwas vergrößerte Obstruktion, was ja für Fotografie ziemlich egal ist.

So meine ich das:

Link zur Grafik: http://www.maksunaut.bplaced.net/guidefocus2.jpg


Der Guiding-Fokus sieht also nur einen schmalen Ring aus dem Strahlenbündel. Er fängt das Licht auf, das unmittelbar um den FS herum in die Apertur einfällt. Dieses Licht geht dem Foto-Fokus verloren.


Zur Leitsternsuche kann man die Guidingkamera radial beliebig verschieben, und hat somit viel mehr Feld zur LS-Suche als mit einem OAG.

Ausprobiert habe ich das jedoch noch nicht.


cs
Martin
 
Hallo,

Sorry - aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktioniert.

... im Prinzip schon, das wirkt sich dann so aus, wie beim Lowrider mit gefaltenem Strahlengang sich eben der Tertiärspiegel auswirken würde, nur eben daß der Sekundärspiegel (anders als beim Lowrider) eben auch ein 45° schräg eingebauter Ovalspiegel wie beim normalen Newton ist und nochmals anders als beim Lowrider, der Tertiärspiegel nicht das Strahlenbündel des Sekundärspiegels auslenkt sondern eben auch einen Teil des Bündels vom HS.

Einfach 2 Fangspiegel eben, welche hintereinander geschalten sind - ebensogut könnte man den FS eines Newtons zentral durchbohren und einen Teil des Strahlenbündels durchgehen lassen und dieses dann zum Guiden verwenden, entweder direkt oder eben auch an die Tubuswand auslenken.

Johann
 
Mmmhh, tja...

Ich weiß ja nicht, ob ich das jetzt richtig verstanden habe.

Falls ja bedeutet es, dass die Guidingkamera exakt soviel Licht bekommt, wie man der Aufnahmekamera klaut. Das ist nicht das Prinzip des Off-Axis-Guiders, der sein Licht daher bezieht, wo es ohnehin am Aufnahmechip vorbei ginge.
Ich glaube, das könnte man als On-Axis-Guiding bezeichnen und viel einfacher mit einem Strahlteiler mit teildurchlässigem Spiegel erreichen.

Was die Leitsternsuche durch radiale Verschiebung angeht - irre ich mich, oder würde das die Stabilität des Tubus merklich schwächen? :biggrin:

Gruß
Klaus
 
Hallo Klaus,

Das ist nicht das Prinzip des Off-Axis-Guiders, der sein Licht daher bezieht, wo es ohnehin am Aufnahmechip vorbei ginge.

Das ist natürlich richtig... Aber ist es denn ein Vorteil, irgendwo neben dem Aufnahmefeld nach einem komatösen Leitsternchen zu fahnden? Dann doch lieber für den Guider die gleichen Sterne, die auch der Aufnahmechip sieht.

Und wenn der Guiding-Fokus 5 oder 10% Licht wegnimmt... was soll's.

Ich glaube, das könnte man als On-Axis-Guiding bezeichnen und viel einfacher mit einem Strahlteiler mit teildurchlässigem Spiegel erreichen.

Ein Strahlteiler oder teildurchlässiger Spiegel kurz vor dem Brennpunkt hat natürlich wieder das Problem Bauraum zu brauchen. Außerdem dürfte sich die Suche nach einem solchen Teil in der erforderlichen Qualität als schwierig herausstellen. Dabei geht auch mit Sicherheit mehr Licht für den Foto-Fokus verloren als mit der Doppel-FS-Methode.

Wozu auch den Strahlengang des Foto-Fokus mit irgendwelchen Glasblöcken trüben, wenn die Sache unter Zuhilfenahme eines kleinen Billig-Fangspiegels ohne jegliche Qualitätseinbuße im Foto-Fokus machbar ist?


Was die Leitsternsuche durch radiale Verschiebung angeht - irre ich mich, oder würde das die Stabilität des Tubus merklich schwächen?

Verstehe nicht wie du das meinst... ?)
Wieso stört es den Tubus wenn ich die Guiding-Kamera radial verschiebe?

cs
Martin
 
Hallo Martin,

ja - ist schon klar, dass der Strahlteiler nicht so einfach zu realisieren ist. Andererseits frage ich mich, ob 5-10% Licht genug zum Guiden wäre.

Wieso stört es den Tubus wenn ich die Guiding-Kamera radial verschiebe?

Wenn ich dich richtig verstanden habe und radial das Gegenteil von axial ist, würde das wohl auf ein umlaufendes Langloch im Tubus hinauslaufen?

Gruß
Klaus
 
Hallo Klaus,

10% entspricht bei einem 8" Newton etwa einem 60mm Rohr zum Guiden. Könnte also durchaus reichen, da man ja den Leitstern über einen relativ großen Bereich suchen kann. Und da man keinen Farbfehler hat sind sicher schwächere Leitsterne verwendbar als bei einem Fraunhofer-Leitrohr.

Ach so, kleines Missverständnis, ich meinte radial zur optischen Achse in der Bildebene, nicht tangential zum Tubus. Radial zum Tubus bewegt sich der OAZ.

( Radial ist das was senkrecht zu axial und senkrecht zu tangential ist. Oder so. ;) )


cs
Martin
 
Hi,

schöne Diskussion.

Was mir noch so einfällt: Meine Zielobjekte sind ehr deep sky statt Sterne.

Da gibts ja echt dunkel Ecken, wo kaum ein Lichtstarker Stern im Sichtfeld ist... Also würde ggf. das Lich vom Tubus nicht ausreichen.

Ich habe noch ein 80mm Lidl Teleskop. Ich denke ich sollte erst mal mit einem Leitrohr anfangen... ist erst mal Kostenneutral.

Das Ding ist recht leicht und hat 800mm Brennweite...

Werde das mal provisorisch montieren um ein Gefühl für das Gesammtgewicht und Handhabbarkeit zu bekommen.


Gruss Marko
 
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