Oh wie schön ist der August

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Udo_S

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Hallo zusammen
Lasst mich ein Loblied auf den Monat August anstimmen, welcher mit milden Temperaturen, schon wieder längeren Nächten und zahlreichen Beobachtungsobjekten doch so einiges zu bieten hat.
Im letztjährigen August noch ziemlich mit dem neuen 10" Schmidt-Newton und Mars beschäftigt konnte es in diesem Jahr so richtig abgehen.
Beteiltigt waren 10" Schmidt-Newton, diee 7,5mm ;10mm ;14mm Speers Waler Weitwinkelokulare und die beiden Neuanschaffungen UHC Filter und OIII Filter.

Am 6.8. ging es los, eigentlich war es da noch nicht so optimal, weil der Mond kurz nach Ende der astronomischen Dämmerung aufgehen würde aber egal ich war spechtelhungrig.
Die Bedingungen waren an allen Abenden ungefähr gleich Grenzgröße 5,1-5,4 mag.
Als erstes blinkerte mich Antares im SW an, diesen angepeilt einen Okulardurchmesser nach Westen (hab mir meine Karten so ausgedruckt das ein Markierungskreis von ungefähr 1°Gesichtsfeld mit drauf ist, das einspricht etwa dem GF des 14mm Speers, welches ich zum aufsuchen benütze) und da müsste M4 sein, tatsächlich taucht da ein äußerst schwacher Lichtfleck auf, M4 stand einfach schon zu tief.
Nächster Kanditat M107, den Stern Zeta im Schlangenträger aufgespürt von da 1 1/2 Okudurchmesser nach West und 2 1/2 nach Süden und ein schwaches Lichtbällchen steht im Oku.
Wo ich schon mal da bin M10 und M12 könnte ich ja auch mal wieder besuchen von Stern Epsilon knapp 10° nach Westen und nach ein bissel suchen steht M10 da wie gemalt schön rund und am Rand schon mit dem 14 mm aufgelöst, nach dem die anderen Okus auch mal dürfen geht es zu M12 von M 10 wieder 2 Okudurchmesser westwärts bis ein 7mag Stern ins Bild kommt dann Richtung Nord bis M12 dieser präsentiert sich nicht so rund und wirkt auch nicht so kompakt.
Jetzt wird es Zeit die neuen Filter zu testen.
M17 will ich mal probieren, eigentlich muss ich nur den Stern Eta im Schlangenträger zentrieren und dann das Fernrohr nach Osten laufen lassen und laufen lassen und laufen lassen aber halt da ist er der Omeganebel eigentlich sieht er aus wie ein Schwan, hell und wunderhübsch. Nach dem die Filter auch mal durften, ging es einen halben Okudurchmesser nach West und dann etwa 2 Durchmesser nach Norden was aussieht wie ein offener Haufen zeigt im UHC einen schwachen Schimmer M16 der Adlerhaufen.
M 8 such ich mir mit dem Sucher direkt, viele Sterne ein nebliger Schimmer mit ein paar dunklen Strukturen M8 steht schon tief und die Horizontaufhellung ist unbarmherzig. Etwas nördlich von M8 steht M20 die dreiteilung des Nebels ist mit den Filtern gerade so erahnbar.
So langsam stört der Mond und so nach einen kurzen Blick auf M31 (die find ich auch so) und einem Schwenk über das Band der Milchstrasse lass ich es gut sein.

7.8. 04
Auch heute würde der Mond kein ewig langes Beobachten zulassen aber egal. Als erstes wollte ich ein paar Piggybackaufnahmen versuchen aber irgentwas stimmte nicht, <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> der Drahtauslöser hat den Geist aufgegeben na toll.
Schau ich mir halt noch mal M17 an, nach dem der Ärger verflogen war folgte eine Herausforderung, der Cirrusnebel von Stern Zeta im Schwan auf einen 5,7mag Stern, welcher entlang des Flügels liegt gehoppt und dann vorsichtig westwärts nach 2 Okudurchmessern liegt eine Dreierkette von Mag 7 Sternen im Blickfeld hier muss es sein den OIII Filter eingeschraubt und wow ein zartes Band durchzieht das Bild, erstmal in aller Ruhe geniessen. Vom südl. Ende des Bandes geht es weiter westwärts und schon bald zieht sich das Band des Schleiernebels durch das Bildfeld ein zweites Mal wow. Aber auch zwischen den hellen Bänder der beiden Nebel war ein zarter Schleier aus zu machen "Pickering`s Triangular Wisp und noch mal wow. Nach soviel Nebel wollte ich mal wieder Galaxien meine Lieblingsobjekte sehen. NGC 6384 wollte ich mal testen, also den Stern Alpha im Schlangenträger ins Visier ungef. 1 Okudurchmesser nach Westen und dann ganz vorsichtig gen Süden nach 7-8 Okudurchmessern sollte es klappen und tatsächlich konnte man einen äußerst schwachen Lichtfleck ausmachen. Nach so viel Mühen noch was zur Entspannung
M2 vom Stern Beta im Wassermann etwas nach Osten (1 Okudurchm.) dann nach Norden irgentwann fliegt M2 durchs Bild und wie. Ein herrlicher Kugelhaufen schön aufgelöst ein echter Genuss.
M72 soll die letzte Herausforderung für diesen Abend sein
Stern Epsilon in die Mitte nun etwa 2 Okudurchmesser nach Osten dann 3-4 Durchmesser nach Süd wo mich ein schwaches Lichtfleckchen erwartete. Da wieder der Mond stänkerte hab ich zusammengepackt.

8.8. 04
Den Anfang machte M11, Schildwolke mit blossen Auge gesucht, Nordrand der Wolke mit dem Sucher beäugt da isser ja. Herrlich dieser Haufen ein heller Stern in der Mitte und viele schwächere Sterne aussenrum.
Nun folgen erstmal die Highlights der letzten Nächte.
Dann geht es zu M9 der Stern Eta im Schlangenträger ist wieder der Ausgangspunkt ungefähr 3,5 Okudurchmesser nach Süden und dann 2 nach Osten und wieder steht in Kugelhaufen im Blickfeld auch M9 ist ziemlich schwach aber schon mal heller als M107 den ich vorher im Visir hatte.
Ein schöner KH ist auch NGC 6934 im Delfin einfach vom Stern Epsilon nach Süden und nach etwa 4 Okudurchmessern ist er im Blick klein aber fein.
Nun war mir wieder nach Galaxie
Mit viel Suchen und Sternkarte vergleichen wurden
NGC 7457 erscheint länglich von NW nach SO zu verlaufen.
NGC 7217 wirkt rundlich mit hellen Kern
NGC 7177 kleiner schwacher Fleck
NGC 7331 wirkt im Vergleich groß mit hellem Kern scheint nach N/S zu verlaufen
soweit Orginalauszug aus dem Beobachtungsbuch.
Die Aufsucherklärung würde hier alle Rahmen sprengen.
Nach den Funzeln nach was herzhaftes
M15 den finde ich indem ich vom Stern Epsilon im Pegasus in Nordwestliche Richtung auf die Jagd gehe.
M15 ist ähnlich wie M2 eine Schau, hell aufgelöst einfach schön.
Zum Schluss noch ne' Nuss, der Saturnebel, wieder suche ich mir M72 2 Okudurchmesser nach Osten und ein Durchmesser nach Norden und ich sehe erstmal nix besonderes aber halt der eine Stern sieht irgentwie diffus aus. Der OIII Filter bringt es ans Licht, während alle anderen Sterne fast verschwinden bleibt der eine diffuse Stern gleich hell, hab ich dich. Leider macht das Seeing, sichtungen von Detail unmöglich. Mit dem Erfolgserlebnis Saturnebel packe ich zusammen.

Nachdem ein neuer Drahtauslöser mein Eigen, hab ich die ganze Nacht vom 15.8. 04 zum 16. 8. 04 mit Piggyback Aufnahmen gemacht. Als der Film endlich voll war, hatte ich noch Lust auf ein paar Galaxien.
NGC 772 recht einfach zu finden von Stern Gamma im Widder ostwärts ziemlich bald läuft die GX ins Bild ein schwacher Lichtfleck der von SO nach NW ausgerichtet scheint.
M74 von Stern Eta etwa 1/2 Okulardurchmesser nach Norden und 1 1/2 Durchmesser nach Osten und relativ großer aber wenig ausgeprägter Fleck ist zu entdecken.
Zwischen den Fotos hab ich versucht den Helixnebel aufzustöbern war ganz schön knifflig und ich weiss auch nicht ob ich den jemals wieder finde. Extrem schwach aber groß hat fast ein Drittel des Bildfeldes des 14mm ausgemacht mit UHC Filter zeigt sich nach und nach das der Rand dieses Fleckens heller scheint.
Das war mein Loblied auf den August, wer denkt das Finden der Objekte war leicht der irrt. Insgesamt 15 Stunden anstrengenden Suchens.
Viel Spass beim selberbeobachten
wünscht Udo S
 
Hi,

da hast Du ganz schön was an Objekten durchgearbeitet, und dabei noch fotografiert. Respekt!
Ja, die Speers Waler sind feine Weitwinkelokulare, ich hab das 7,5er und das 10er und ich bin an meinem f/4,5er 10" Meade-Newton (Starfinder 10" EQ - quasi das Vorgängermodell, das dann durch die SNs abgelöst wurde) mit den Okularen sehr sehr zufrieden.

Viele Grüße

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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Markus A. R. Langlotz
Vilsweg 2b
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