Okular Selbstbau Stufe 1: mit Teilen aus Ferngläsern

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FrankFu

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Hallo Sternenfreunde,

Das Thema Okukare selbst zu bauen, also aus vorhandenen Linsen - das Schleifen von Linsen wollte ich mir nicht antun - beschäftigt mich schon eine ganze Weile…schlichtweg fehlt mir die Zeit dazu, um da mal konzentriert einzusteigen.

Daher nun erstmal Stufe 1, nachdem ich in einem anderen Forum über dieses YouTube Video gestolpert bin, in welchem der Bau eines Double Symmetrical auf Basis von Fernglas Objektiven erläutert wird: Making an RDP (Red's Double Plossl) Telescope Eyepiece

Naja, aufgrund eines ebenfalls noch in Bearbeitung befindlichen Fernglasprojektes habe ich an Fernglasobjektiven keinen Mangel, also habe ich mir mal zwei 10x25 Ferngläser geschnappt (einmal Tasco und einmal Revue) und losgelegt.

Während beim Tasco die Objektive inkl. Fassung gut demontiert werden konnten, war das Revue schon billger gefertigt und es gab keine Objektivfassung … der Achromat war einfach von vorne in das Fernglasgehäuse eingelegt und dann mit einem Schraubring von vorne gesichert.

Habe dann einfach mit einer Handsäge kurz hinter dem Objektiv das Gehäuse abgesägt… Würde ich so nicht mehr machen, wird ziemlich schief und muss dann wieder an einem Stück zumindest gerade geschliffen werden, damit das Double einigermaßen ordentlich zusammengesetzt werden kann.

Anders als im Video habe ich nicht mit Klebstoff gearbeitet, sondern mit einem Faserklebeband, da ich mir die Möglichkeit der Demontage vorbehalten will.

Als Steckhülse dient ein Teil einer Filmdose, die ich immer vorher teste, ob sie auch in den Baader ClickLock passt…das leider nicht für alle Filmdosen… und Augenseitig dient einer der Objektivschutzgummis als hervorragend geeigneter Schutzüberzug.

Im Ergebnis ein sehr leichtes und mit 6cm kompaktes Okular.

Ein erster Blick zeigte ein grosses Feld mit guter Schärfe bis zum Rand in einem 60mm f/15 Refraktor. Der erst gerade aufgebaut und hat für eine kurze Lücke gereicht. Bei Gelegenheit werde ich mal f/5 testen und auch mal versuchen Brennweite und Gesichtsfeld zu ermitteln.

Aber im Moment erstmal sehr zufrieden, das überhaupt ein scharfes Bild möglich war :cool:

Einige Bilder anbei und der nächste Versuch wird mit 50mm Objektiven stattfinden und vielleicht auch mal wegen abseits des Double Symmetrical gehen… auch dazu hatte ich an anderer Stelle schon mal was gelesen.

Freue mich über Anregungen, Hinweise und Tipps, was man hier noch machen oder verbessern kann. Ziel ist allerdings mit Hausmitteln zu arbeiten und ja, eine Drehbank wäre natürlich der Hit, aber es soll eben ohne gehen.

Beste Grüße und klar Nächte
Frank
 

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Das ist ein interessantes Thema, dem sich wenige Amateure widmen. Natürlich wäre eine Drehbank schön, aber ein einfacher 3D Drucker kann Dir Hülsen und Gewinde nach Wunsch herstellen. Damit kannst Du z.B. eine Linse in T2-Verlängerungshülsen montieren, so dass Du zu einer Art Baukasten kommst. Alternativ druckst Du gleich T2-Gewinde, was mit ein wenig Probieren brauchbar gelingt.

Soweit ich weiss, sollten sich die konvexen Seiten der Linsen beim Plössl sehr nahe sein. In Deinem Beispiel sieht es nach sehr viel Abstand aus. Es heisst aber auch, dass es schwer ist, ein schlechtes Plössl zu bauen.

Michael
 
Hallo Michael,

Ja, das stimmt, ein 3D Drucker kann da viel machen, aber fällt bei mir derzeit auch noch unter „nicht haushaltsüblich“ ;)

Leider habe ich mich erst nach Abschluss des Projektes, als ich den Eindruck hatte, dass man dadurch auch den Himmel sehen kann, zu einer Dokumentation entschlossen.

Deswegen sieht man auf den Fotos dann nur noch die beiden „Packchen“ , die an sich schon zwei Achromaten nach mit jeweils zugewandter konvexer Linse zeigen. Hier ist der Abstand gar nicht so groß. Der Abstand zwischen den beiden Päckchen, die dann zusammen das Double Symmetrical ergeben… es ist am Ende ja ein 2-2-2-2 Design…ist in der Tat etwas größer und kann sicher auch noch professioneller gestaltet und Änderungen dran dann mal getestet werden.

Da in dem von mir verlinkten Video das Prinzip anschaulich erklärt wird, habe ich auf die Zerlegung der beiden Basispäckchen verzichtet.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Ich kann Dir nur dazu raten, den Haushalt zu erweitern. :) Ich habe mir schon viele Adapter für optische Zwecke gedruckt und möchte es nicht mehr missen. Man spart sich extrem viel Zeit, irgendwelches Material zu bearbeiten, und muss nicht Berge von Recyclingmaterial aufheben. Wenn es etwas stabiler sein soll, benutze ich gerne Sets von verschieden langen T2-Verlängerungen, in die ich 3D-gedruckte Teile einstecke oder einklebe. Die T2-Ringe schraubt man dann zusammen, so dass alles zentrisch und stabil ist, aber auch noch zerlegbar. Das könnte für Okulare ideal sein, weil man die Abstände der Optiken leicht verändern kann oder auch mit verschiedenen Designs spielen.

Michael
 
Ist zwar etwas off-topic, aber ich hab überlegt, ob man nicht einfach ein Fernglasobjektiv an ein Kunststoffrohr montieren kann und so z.B. ein leichtes guidescope oder nen leichten Sucher bekommt.
Weiß nur nicht wie Rum man dann in der Bildausrichtung landet und ein guider mit einem evtl. gespiegelten/ungespiegeltem Bild zurecht kommt.

Und ein Tip on-topic.
Für 1 1/4" gehen auch gut die PVC Steckadapter aus dem Elektrobereich (Kabelrohre).
Passen super in den OAZ und kosten nicht viel.

Müssen dann halt nur geschwärzt werden.

Gruß Markus
 
Hallo Markus,

Ist zwar etwas off-topic, aber ich hab überlegt, ob man nicht einfach ein Fernglasobjektiv an ein Kunststoffrohr montieren kann und so z.B. ein leichtes guidescope oder nen leichten Sucher bekommt.
Weiß nur nicht wie Rum man dann in der Bildausrichtung landet und ein guider mit einem evtl. gespiegelten/ungespiegeltem Bild zurecht kommt.
Warum sollte das nicht gehen? Das Fernglasobjektiv ist ja auch ein Achromat, so wie in den Suchern und auch im Sucher ist ja kein Prisma oder Spiegel. Wir hatten auch mal eine ganze Weile ein 50mm Copitar Refraktörchen mit dem MGen3 verwendet und das hat gut funktioniert. Man muss nur die Brennweite des Fernglasobjektives ermitteln, damit die Kamera in den Fokus gebracht werden kann.

Habe auch schon Bilder gesehen, da wurde ein Fernglas geteilt und eine Hälfte, sozusagen ein Monokular, als Sucher am Teleskop benutzt… Ist ja dann schon komplett mit Objektiv und Okular mit aufrechtem und seitenrichtigem Bild.

Und herzlichen Dank für den Tip mit dem PVC Steckadapter, das schaue ich mir mal an.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
@SkyBob Man kann das definitiv machen. Ich habe lange Zeit einen Sucher mit einem 70 mm Objektiv aus einem Fernglas und einem 25 mm Okular verwendet, dem ich mit Litze ein Fadenkreuz verpasste. Die Abbildung ist tagsüber ok, aber am Stern nicht großartig, weil die Objektive wohl für den Glasweg des Prismas gemacht sind. Ich sah auch schon einen Sucher mit einem 60 mm Objektiv eines günstigen Fernglases, der war auch in Ordnung.

Michael
 
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