Okular verändern zum Marsmonde sehen

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Kalle_Wu

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Hallo Tüftlers,
ich will es wissen .....
kann ich mit meinem *entfernt* die Marsmode sehen?
Dazu stelle ich mir die Modifikation eines 10 mm Plössl- Okulars dahingehend vor, dass ich in der Abbildungsmitte ein kleines Scheibchen montiere (minimal rein- rausschiebbar) das ich dann mittels Fädeldraht so vor die Marsscheibe setze, dass ich die Überstrahlung der Monde vermeide.
Hat schon mal jemand so etwas gemacht (wäre ja auch für die Fotografie der Jupitermonde interessant). Bin für jeden Tip dankbar.

Ein Gruß aus der Eifel von
Karl Heinz
 
Hallo Heinz,

Grüße aus Oberhausen... dein Vorhaben erscheint generell machbar. Die günstigen Plössl haben meint eine sehr langes Gewindestück zum klemmen der unteren Linse. Du kannst es herausschrauben und in zwei Teile trennen. Mit einem klemmst du nun wieder die Linse, auf das andere montierst du die kleine Scheibe. Der Vorteil dabei: Du kannst das Gewindestück nun einzeln drehen und somit die Scheibe scharfstellen. Scharf ist, wenn die Scheibe in der Fokalebene (oder wie hieß es noch gleich?) liegt. Diese ist beim Plössl knapp unterhalb der unteren Linse.

Das einzige Problem dürfte die Anfertigung einer solchen Scheibe sein, da die Schibe sehr klein sein muss. Eines meiner Haare war seinerzeit viel zu dick für mein selbstgebautes Fadenkreuzokular...

Gruß
Torsten

 
Hallöchen

An so eine ähnliche Aparatur denke ich auch. Mit der von dir vorgeschlagenen Fadenkonstruktion (muss im Brennpunkt sein, sonst wird's nicht scharf abgebildet) kannst du durchaus den Mars loswerden - das ganze Streulicht bleibt aber erhalten. :confused:
Da kannst du genausogut den Mars knapp auserhalb des Gesichtsfeldes stellen - der Effekt ist der gleiche.

Evtl. lässt sich das noch etwas verbessern, wenn du dir (sofern du nicht eh ein Gerät mit Spikes hast) vorne vors Objektiv eine 4- oder 6-Eck-Blende draufbastelst und so drehst, dass die Spikes nicht Richtung Mond zeigen. Mit Hilfe der Spikes verlagerst du Licht vom 0ten Maximum in Maxima höherer Ordnung - normalerweise ist das nicht so toll wenn das passiert, aber in diesem Fall klaust du damit dem 0ten Maximum Licht und kommst somit dichter heran. Dieser Trick mit der Blende ist sehr beliebt für sehr enge Doppelsterne, oder Doppelsterne mit großem Helligkeitsunterschied (z.B. Sirius B) - inwieweit er auch für Planeten (=flächige Objekte) funktioniert weiß ich nicht, ich könnte mir sogar vorstellen, dass es hier kontraproduktiv ist.

Gasplaneten sind im Methanband recht hell - mit einem entsprechenden Filter kann man den Planeten so schwächen, ohne den Monden allzuviel Helligkeit zu klauen (hilft natürlich nicht für Mars).

Die beste (und natürlich aufwendigste) Methode ist, nicht nur das helle störende Objekt, sondern möglichst auch dessen Streulicht loszuwerden. Für so etwas benötigst du dann einen Koronographen (oder das vereinfachte und meines Erachtens ebenso geniale System eines "Unigraphen"). Das sind eigentlich Spezialteile zur Sonnenrandbeobachtung, lassen sich prinzipiell aber genausogut nachts (natürlich mit anderer Kegelblende und ohne H-Alpha-Filter) einsetzen.

Gruß
Andy

P.S.: Um deine Frage, ob man mit deinem *entfernt* die Marsmonde sehen kann, wäre es hilfreich zu wissen, was für ein *entfernt* du hast.
 
Hallo Karl Heinz,

es gab vor schätzungsweise ein bis drei Jahren in einer der großen Astrozeitschriften (SuW?) einen sehr ausführlichen Bericht über so einen Umbau mit Beobachtungsbericht. Vielleicht kann sich jemand genauer daran erinnern und kann ihn Dir schicken. ODer Du suchst mal in den Archiven der Zeitschriften.

Vieel Grüße
Andreas
 
Vielen Dank für Eure Tips und Hinweise. Dank Astrobaecker habe ich nun den Artikel und werde den mal in Ruhe sichten.

Das Problem wird halt sein die Überstrahlung durch Mars zu minimieren, was bei den geringen Abständen von Phobos und Daimos wohl nicht einfach ist.

Ich werde das mal angehen und über meine Versuche - zuerst mal an Jupiter - berichten.

Ein Gruß aus der Eifel an Bruce, AstroTigger, R_Andreas und last not least Astrobaecker

von
Karl Heinz
 
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