Okulare für 60/800 Achromat

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Hefty

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Hallo zusammen,

habe mir vor 15 Jahren das Kosmos-Selbstbaufernrohr zugelegt und es auf ein Fotostativ geschraubt.
Es ist meiner Einschätzung nach besser als gleich große (kleine) Kaufhausfernrohre.
Damit spechtele ich des öfteren spontan und kann es auch mit in Urlaub nehmen.
Die Okulare, die ich bisher besitze sind (1 1/4"):
Kellner 25mm (gut)
Kellner 12mm (geht so)
Kellner 6mm (unbrauchbar)

diese möchte ich ausrangieren.

Nun meine Frage:
Ich möchte mir nun 2 neue Okulare zulegen (bei Teleskop-Service):
TSWA 20mm (für 40 fach) und ein HR-Planetenokular 8 oder 9mm (für 90 oder 100 fach).

Bringt das an diesem Fernrohr was oder kann ich mir das sparen ?
Mir ist klar das so eine Kombination wohl kaum einer besitzt, aber vieleicht könnt ihr mir theoretisch zu etwas raten.

Viele Grüsse
Willi


 
Hallo Willi,

willkommen im Forum!

Nein, ein 20mm für 40-fach würde ich mir für dieses Teleskop nicht zulegen. Bei 40-fach bekommst du nur eine Austrittspupille von 1,5mm. Das Bild ist zu dunkel.

Mehr Sinn macht ein Plössl 32mm oder 40mm. Dann kommst du auch über 2 Grad Blickwinkel. Und das Bild wird heller.

Du hast ein Öffnungsverhältnis von 1/13. Da wird dein Fraunhofer schon 90-fach schaffen. Also Planetary sind o.k.

Mit Gruss, Joachim
 
Hallo Willi,

ich würde Dir zusätzlich zum 20er TSWA und 9er Planetary auch ein 32mm oder 40mm empfehlen.
Evtl. wäre auch das 7-21mm Zoom überlegenswert oder das 8-24mm von Seben.

Viele Grüße
Chris
 
Hallo Willi,

ich habe mit einem 60/900mm-Refraktor begonnen und es bis heute nicht bereut. Ok, es ist kein optimales Einsteiger-Teleskop, da es eine kleine Öffnung mit einem langsamen Öffnungsverhältnis kombiniert.

Aber für schnelle Sonnen-, Mond- und Planetenbeobachtungen ist es sehr gut: Schnell aufgebaut, sehr kurze Auskühlzeit und sehr wenig Farbfehler.

Ich würde zu einem 40mm-Okular raten, um ein großes Gesichtsfeld zum Aufsuchen und für offene Sternhaufen.

Für die förderliche Vergrößerung empfehle ich ein Okular um die 12mm. Damit erreichst du bereits das volle Auflösungsvermögen des Geräts.

Kleine Mond- und Planetendetails erkennt man am besten bei einer Vergrößerung um den 1,5-fachen Objektivdurchmesser. Hierfür würde ich zu einem Okular mit etwa 8mm Brennweite raten.

Eine zwischenbrennweite um 20mm wäre auch günstig.

f/13 ist nicht sehr okularkritisch, so dass bereits Plössls sehr gute Ergebnisse liefern.

Du wirst sehen, mit den richtigen Okularen wirst du an dem Teleskop sehr lange Freude haben, wenn du es im Rahmen seiner Möglichkeiten einsetzt.

CS und VG Christian

 
Hallo Willi,

das TSWA20 habe ich selbst und das bringt in jedem Fall etwas, wenn das Teleskop ansonsten optisch in Ordnung ist. Der okularauszug muss natürlich 1.25" haben ...
Wenn du einen Zenitspiegel hast und dieser vielleicht in einem Plastikgehäuse steckt, dann rate ich, nochmals 25€ für einen 1.25" Zenitspiegel beim gleichen Händler einzukaufen.

Das TSWA20 hat einen schönen Weitwinkelblick und ist an f/13 in Ordnung hinsichtlich der Randschärfe. Auf jeden Fall eine Bereicherung und der Preis ist aktuell top für das gebotene.

Bei hoher Vergrößerung würde ich in diesem Fall nicht über 1.5*Objektivdurchmesser (in mm) gehen. Also ein 9mm Okular sollte reichen. Das Scharfstellen sollte mit Montierung und Okularauszug aber noch klappen - wenn dir beides irgendwie wacklig vorkommt, dann machen 90fach keinen Spaß.

Viel Spaß,
Stefan



 
Hallo,

schon mal vielen Dank für die Tips, es ist toll wie einem hier geholfen wird, auch wenn man keinen 12" Dobson hat.

Also das 9mm Planetary ist für mich jetzt klar.
Bei den Zoom-Okularen habe ich mich im Forum durchgelesen und lese immer wieder Tunnelblick !?
Mein Zenitspiegel hat damals 99,-DM bei Baader gekostet, der ist genau wie der Okularauszug in Ordnung - soweit hatte ich damals wenigstens gedacht :)

Nun geht es noch ums Übersichtsokular:
Ich hatte das TSWA 20mm ausgewählt weil es 70 Grad Gesichtsfeld hat und ich dann auch zwischen 40 und 90 fach kein weiteres Okular benötigen würde.

Das mit der Austrittspupille habe ich allerdings nicht bedacht.
Also, mit welchem sehe ich die lichtschwachen Objekte eher:

20mm TSWA (70 Grad) 40 fache Vergr. - 1,5 AP oder
32mm S-Plössl (52 Grad) 25 fache Vergr. - 2,4 AP

Ich beobachte zuhause bei einem nicht sehr dunklen Vorstadthimmel.

Ich hoffe ihr ratet mir zum TSWA da mir 25 fache V. etwas wenig vorkommen, zudem ich noch ein Optolyth 10x50 Fernglas immer dabei habe.

Gruß Willi
 
Moin Willi!

Ich habe vorgesternnacht ebenfalls mit meinem FH 60/800 mm Japan-Refaktor ein wenig beobachtet. Das Gerät ist Baujahr Anfang der 60er Jahre - die Okulare, die ich einsetze, sind durchweg aus der Zeit und haben das alte 24,5-mm-Steckmaß.

So - unter anderem konnte ich die Galaxienkerne von M51 und NGC 5195 auseinanderhalten, auch das Pärchen M81/82 war gut zu erkennen, NGC 3077 ansatzweise indirekt, und das noch bei Mondlicht. :cool: Ich hab' in dem Fall ein 20er Oku eingesetzt, das IMO für ein derartiges Instrument durchaus sehr brauchbar ist. Aus diesem Grund würde ich Dir auch eher das 20er und mehr Vergrößerung empfehlen.

Ideal wären natürlich beide Brennweiten, und wenn man ein bißchen den Gebrauchtmarkt im Auge behält, dann laufen einem ein WA-20 bzw. PL-32 für wenig Geld recht häufig über den Weg.
 
Hallo Willi,

ich bringe hier mal ein paar ganz eigene Ansichten und Ideen ein.

Zunächst mal - steht da schon - ist das Gerät nicht gerade kritisch mit Okularen. f/13 bedeutet auch, dass man mit 6mm die Optik überzieht, das ist mehr was für Doppelsterne. Mit einem 9mm sollte alles erreichbare sichtbar werden, gute Optik vorausgesetzt. Dadurch bedingt muss man nicht unbedingt auf Okulare mit besonders guten Augenabstand setzen.

Gute Allround-Okulare sind tatsächlich die Plössl. Ein 32mm ist eine sehr attraktive Lösung als Übersichts-Okular. Ein 40mm Plössl hat nochmals ein helleres Bild aber entweder es erreicht nominell 50° nur durch Verzeichnung (Kissen-Effekt), oder es hat ein kleineres scheinbares Feld, z.B. 45°. Die Objekte, die man damit anschauen würde, sprechen eher für die Ästhetik eines größeren Feldes.
Ein 20mm mit richtigen Weitwinkel-Eigenschaften mag auch noch attraktiv sein, ersetzt aber kein gutes Aufsuchokular. Es hat grob 1,5mm AP und ist damit für die helleren Deepsky-Objekte interessant. Es gibt da auch einige, aber mit 60mm Öffnung darf man nicht zuviel erwarten.
Das Maximum bei der Planetenbeobachtung wird man wohl eher mit Orthos herausholen. Fragt sich, ob man das Geld für ein Genuine Ortho ausgeben mag. Es hat dann auch ein nochmal kleineres scheinbares Gesichtsfeld.
Das einzig attraktive am 9mm Planetary HR wäre sein recht komfortabler Augenabstand. Hier fragt es sich, ob man den bei 9mm braucht und ob man dafür die Linsenzahl usw. akzeptiert. Gleiches gilt für günstige Alternativen, sei es ein TS-WA oder auch andere günstige Okulare mit um die 6 Linsen. Es fragt sich also, wie Du den Einblick bewertest. Wenn Du diesbezüglich mit dem 6mm klargekommen bist, wäre es meiner Meinung nach unnötig, beim 9mm auf Leistung zu verzichten - auch wenn das nur marginal ist.

Demgegenüber wieder die Frage, ob Du so viel Leistung wirklich willst. Wenn man das Maximum herauskitzeln wollte, würde man womöglich nicht beim 60/800 bleiben. Will man das nicht, kann man recht bedenkenlos ein Planetary HR (oder dessen soweit bekannt baugleiche Labels TMB/Burgess bzw. APM New UWA) wählen. Aber auch ein Blick auf die ED-Okulare ist empfehlenswert. Sie haben mit 55° etwas weniger Feld, sind aber nach meinen Beobachtungen günstiger zu haben.

Deine Beobachtung zu den Kellner-Okularen kann ich vom 114/900 her bestätigen. Das 25mm macht keine Probleme, beim 12mm kann im direkten Vergleich etwas auffallen und beim 6mm wird es dann deutlich, dass die Okulare für noch langsamere Öffnungsverhältnisse ideal sind. Beim 6mm kommt natürlich hinzu, dass Deine Optik überzogen wird - wobei es schwer ist, das wirklich zu merken.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Willi,

jupp richtige Entscheidung das 9mm Planetary HR habe ich auch, das ist ein super Okular.
Als Übersichtsokular würde ich dir das 32mm S-Plössl (52 Grad) 25 fache Vergr. - 2,4 AP empfehlen.

Gruß
Lots
 
Hallo Sven und alle anderen,

deine Antworten auf meine Fragen haben mich etwas nachdenklich gemacht:

Du deutest an, das mehr Linsen (wie beim Erfle-Design) auch einen Verlust an Licht gegenüber 4-linsigen S-Plössel's bedeuten, habe ich das so richtig verstanden ?

Desweiteren stellt sich mir nun auch die Frage ob ein Weitwinkliges Okular (60-70 Grad) den Blick nicht auch noch zusätzlich gegenüber meinen Kellner-Okularen (ca. 45 Grad) verdunkeln, da das vorhandene Licht sich ja auf eine grössere Fläche verteilt ?

Mein Ziel ist es, im Rahmen meiner bescheidenen Öffnung, das möglichste an Deep-Sky Objekten zu finden. Auch wenn es nur ein verwaschener Lichtfleck ist - den Rest macht meine Fantasie - da ich ja weiss wie diese wirklich aussehen :)
Kommt es hierbei nur auf die Austrittspupille an oder doch auch auf eine leicht höhere Vergrösserung ?

Das mit dem Einblickverhalten bei kurzbrennweitigen Okularen wie z.B. meinem 6mm ist grausig, obwohl ich die Saturnringe damit deutlich sehen konnte. Ich möchte aber auch anderen schon mal was zeigen können und denke das sich das mit einem Planetary (9mm) und grösserem Augenabstand einfacher gestalten lässt.

Soweit meine Überlegungen und meine Vorfreude auf weitere Antworten.

Gruß Willi

 
Nochmals hallo Willi,

es ist doch alles eine Kostenfrage. Im Augenblick bist du dabei, ca. 100 Euro an Okularen für dein Scope auszugeben. Das ist für dieses Scope völlig o.k. Viel Geld auszugeben wird aber unwirtschaftlich. Bedenke, was ein 130/900 Spiegel kostet, und der wäre immer noch leicht zu transportieren.

Auch ein Plössl 40mm (20-fach) wäre lohnend. Es würde sich gut mit deinem 10x50 FG ergänzen. Du hättest ein Gesichtsfeld von satt 2 Grad. Die Austrittspupille wäre erst 3mm, das ist nicht viel. Ich bezweifle, ob man mit dem 20mm Weitwinkel irgendwas an DeepSky sieht, was man mit dem 40mm Plössl nicht auch sieht.

Mit Gruss, Joachim
 
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