Okulare für Orion Skyquest XT8 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Okulare für Orion Skyquest XT8

Ytterbium

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe mich gerade hier im Forum angemeldet. Seid gegrüßt!
Astronomie interessiert mich schon seit vielen Jahren und jetzt habe ich mir mein erstes Teleskop gekauft. Das Orion Skyquest XT8, ohne Sonderausstattung. Dort ist ein 25mm Sirius Plössl, 1.25" enthalten. Ich habe viel dazu gelesen, insbesondere darüber, dass man sich extra Okulare besorgen soll, aber ich habe so viele verschiedene Meinungen gelesen, dass ich nicht durchblicke. Deep Sky Objekte und Planeten wären meine bevorzugte Wahl.

Könnt ihr mir helfen?

Wetterbedingt konnte ich das Teleskop noch nicht so viel ausprobieren, zwei Mal komplett ohne Wolken.
Ich bin hier am Stadtrand einer mittelgroßen Großstadt mit durchschnittlicher Lichtverschmutzung.
 

Sperbereule

Mitglied
Hallo!

Für einen Dobson sind i.d.R. Weitwinkelokulare empfehlenswert, insbesondere zur Beobachtung von Deep-Sky-Objekten.

Wenn du auch Planeten beobachten möchtest, halte ich mind. drei Okulare für sinnvoll. Du könntest auch mit 2 Okularen anfangen und dein Plössl weiterbenutzen.

Am wichtigsten wäre ein Übersichtsokular mit großem Sehfeld und ca. 30 mm Brennweite. Des Weiteren ein Okular mit ca. 8 mm Brennweite für Planeten und Details an DSOs.

Wie hoch ist dein Budget? Die Bandbreite ist groß, es kommt darauf an, wie viel du bereit bist, auszugeben, und welche Qualität du erwartest.

Für konkrete Empfehlungen wäre es - neben der Budgetfrage - wichtig, zu wissen, ob du Brillenträger bist und mit Brille beobachten willst bzw. musst (bei Astigmatismus).

Viele Grüße

Claus
 

Ytterbium

Mitglied
Hallo Claus! Danke für deine Antwort!

Zum Budget: Das ist nicht so entscheidend. Es sollte seinen Preis wert sein. Ich gebe lieber 150 Euro aus und bin zufrieden, als 30 Euro und ich bin nicht so zufrieden.
Ich will aber (bislang) keine Fotos machen. Ich hatte beim Suchen den Eindruck, dass bei eher hochpreisigen Okularen vor allem die Fotofunktion angepriesen wird.

Ich bin kein Brillenträger.
 

Sperbereule

Mitglied
Hallo (dein Vorname wäre interessant!),

hier im Forum wird vielfach die 82-Grad-Serie von Explore Scientific empfohlen, wenn Brillentauglichkeit kein Kriterium ist. Die meisten Okulare der Serie liegen preislich in dem von dir genannten Rahmen.

Schau mal hier: https://www.astroshop.de/okulare/15_10/m,Explore-Scientific/a,Zubehoer.Allgemein.Serie=82°

Viele Grüße

Claus
 

Ytterbium

Mitglied
Super, dank dir für den Hinweis! Das sieht gut aus. Ich denke ich werde mich Stück für Stück rantasten und bei der Preisklasse ersteinmal eins kaufen.

Nach den Daten zu urteilen unterscheiden die sich ja vor allem nach der Brennweite. Sind da für einen Einsteiger 4,7 , 6,7 , 8,8 oder 11 am meisten zu empfehlen, wenn man erstmal nur eins kauft?

Viele Grüße
Jens
 

Sperbereule

Mitglied
Hallo Jens,

wenn du das Geld zur Verfügung hast, würde ich als Erstes das 30 mm als Übersichtsokular kaufen. Es fällt etwas aus der Reihe, denn es liegt qualitativ deutlich in der Oberklasse.

Ansonsten kommt es darauf an, was du beobachten willst. Für Planeten würde ich zunächst das 6,7 mm nehmen.

Viele Grüße

Claus
 

Thundersnook

Mitglied
Sollten Planeten und planetarische Nebel auf deiner Liste stehen, hätte ich auch die 6,7 vorgeschlagen. (Und ebenfalls, falls noch Mittel vorhanden, ein schönes Übersichtsokular mit großem Gesichtsfeld um die 30mm). Behalte hier aber im Hinterkopf, dass der Dobson ja nachgeschubst weden muss, man also gerade bei den kurzen Brennweiten (=hohe Vergrößerung) nicht am Gesichtsfeld sparen sollte.

Sind eher Kugelsternhaufen oder kleine Galaxien dein Ding, wären die 8,8 bzw. 11mm Brennweite u.U. sinnvoller.

Ist also weniger vom "Anfängerstatus" als von den persönlichen Vorlieben abhängig.
 

Sperbereule

Mitglied
Hallo Jens,

noch ein Hinweis: Falls du dich wirklich dazu entscheidest, das ES 30mm zu kaufen, brauchst du für deinen Dobson vermutlich Gegengewichte, denn das Okular wiegt rund 1 kg, was den Tubus herunterzieht.

Evtl. würde auch ein günstigeres Aufsuchokular reichen, z.B. das um einiges leichtere Baader Hyperion Asph. 31 mm.

Es ginge sicher auch ein anderes, aber diese beiden Okulare kenne ich aus eigener Erfahrung.

Viele Grüße

Claus
 

Antares

Mitglied
Hi
Oklare kauft bzw staffelt man am besten via der Austrittspupille. Diese ergibt sich aus der Okularbrennweite x dem Öffnungsverhältnis.
Der Skyquest ist, wenn ich nicht irre ein 8 " f /6 Newton. Oder? Also Okularbrennweite /6
Zu dem Thema gibt es viele Threads hier, wobei es für Dich hilfreich wäre, wenn Du weitere Okulare kennen würdest und daraus gezielte Anforderungen der sonstigen Daten benennen könntest.
Grundsätzliches zu Okularen und der jeweiligen Nutzung für bestimmte Objekte findest Du in den Beiträgen meiner HP - Einseigerecke
im Bereich Okulare und Praxis Deepskybeobachtung.
cS
 

Ytterbium

Mitglied
Danke euch dreien für die hilfreiche Antworten!

Ich werde die Ostertage nutzen mich mehr hier im Forum einzulesen.
 

Ytterbium

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe mich in den letzten Wochen weiter intensiv eingelesen, dabei sind mir noch ein paar Fragen gekommen.

1) Ich lese im Forum immer wieder von f/6 und f/5. Also in ganzen Zahlen. Für mein Teleskop gilt f/5,9.
Wenn ich das richtig verstehe bedeutet das: Mein Teleskop hat 203mm Durchmesser/Öffnung mit 1200mm Brennweite und wenn ich Brennweite durch Durchmesser teile erhalte ich somit ein Öffnungsverhältnis von f/5,9. Kann ich mich bei meinen f/5,9 an f/6 orientieren oder macht das einen größeren Unterschied?

2) Es wird immer die Anschaffung eines Aufsuchokulars empfohlen. Mein mitgeliefertes Okular hat 25mm, Aufsuchokulare häufig 30mm oder 31mm. Würdet ihr mir trotzdem empfehlen zuerst ein Aufsuchokular zu kaufen? Für mich als Laien klingt 25mm nicht so weit weg von 30mm, wenn ich das mit 6,7mm oder 8,8mm (für die von euch oben genannten Beobachtungen) vergleiche. Kann man also mein 25mm Sirius Plössl, 1.25" auch schon ein wenig als Aufsuchokular werten?

3) Ich habe mir die Apps Stellarium und skysafari (kostenfrei) runtergeladen. Bei Stellarium gibt es die Proversion einen Monat kostenfrei (habe ich jetzt gerade). Lohnt es sich die 17 Euro für die dauerhafte Proversion auszugeben? Finde das Kartenmaterial faszinierend, weiß aber nicht, ob ich das wirklich brauche.

Danke für eure Hilfe!

Viele Grüße
Jens
 

Sperbereule

Mitglied
Hallo Jens,

1) Ich lese im Forum immer wieder von f/6 und f/5. Also in ganzen Zahlen. Für mein Teleskop gilt f/5,9.
Wenn ich das richtig verstehe bedeutet das: Mein Teleskop hat 203mm Durchmesser/Öffnung mit 1200mm Brennweite und wenn ich Brennweite durch Durchmesser teile erhalte ich somit ein Öffnungsverhältnis von f/5,9. Kann ich mich bei meinen f/5,9 an f/6 orientieren oder macht das einen größeren Unterschied?

Öffnungsverhältnis = Öffnung : Brennweite, und dann der Kehrwert = Öffnungszahl. Der von dir genannte geringe Differenzbetrag macht in der Praxis kaum einen Unterschied.

2) Es wird immer die Anschaffung eines Aufsuchokulars empfohlen. Mein mitgeliefertes Okular hat 25mm, Aufsuchokulare häufig 30mm oder 31mm. Würdet ihr mir trotzdem empfehlen zuerst ein Aufsuchokular zu kaufen? Für mich als Laien klingt 25mm nicht so weit weg von 30mm, wenn ich das mit 6,7mm oder 8,8mm (für die von euch oben genannten Beobachtungen) vergleiche. Kann man also mein 25mm Sirius Plössl, 1.25" auch schon ein wenig als Aufsuchokular werten?

Das Plössl ist wegen des engen Sehfelds nicht so gut als Aufsuchokular geeignet. Daher solltest du besser ein Weitwinkelokular mit einem größeren Sehfeld verwenden, das erleichtert das Aufsuchen von Objekten. Es geht also nicht nur um die Brennweite.

3) Ich habe mir die Apps Stellarium und skysafari (kostenfrei) runtergeladen. Bei Stellarium gibt es die Proversion einen Monat kostenfrei (habe ich jetzt gerade). Lohnt es sich die 17 Euro für die dauerhafte Proversion auszugeben? Finde das Kartenmaterial faszinierend, weiß aber nicht, ob ich das wirklich brauche.

Ich habe die kostenpflichtige Version der Stellarium-App und bin sehr zufrieden. Meine andere App Star Walk 2 nutze ich kaum noch.

Die nicht digitale Alternative ist die drehbare Sternkarte von Kosmos oder Oculum und am besten noch ein Sternatlas.

Viele Grüße

Claus
 
Zuletzt bearbeitet:

Antares

Mitglied
Hi Jens,
Deine Rechnung ist mathematisch richtig. Ob der Spiegel tatsächlich 203 mm wirksame Fläche hat, steht auf einem anderen Blatt.
Die Herleitung der Öffnung über Zoll ist nicht zwingend mathematisch korrekt, sondern oft eine gerundete Angabe.
So gesehen rechne ruhig mit f/6. Es würde zu 5,9 ohnehin keinen relevanten Unterschied machen.

Aufsuchokular - ein Begriff, der diesen Okularen m.E. nicht gerecht wird. Faktisch wird - insbesondere mit steigender Erfahrung - gar nicht so viel damit gesucht, aber viel mehr damit beobachtet. Ich mag eher Großfeld- oder Übersichtsokulare als Bezeichnung, denn mit dieser Okularklasse erreichst Du, die größte Austrittspupille (AP), das größte wahre Feld am Himmel und die kleinste Vergrößerung. Einige Objekte wirst Du nur damit sehen können.
Daher ist dies eine Objektklasse, die höchste Priorität, weil Praxisnutzen für Deepsky hat.
Ein 25mm Plössl ist ein leidliches Aufsuchokular, allerdings bei einem Gerät das einen 2"Okularauszug hat, zeigt es weit weniger wahres Feld am Himmel als es ein 2" Okular mit Weitwinkel kann. Im Stellarium kannst Du Okulare definieren, damit kannst Du am Himmel den erreichbaren Ausschnitt simulieren. Ohne das kann man auch mathematisch da ran gehen, wenn man die Größe der Feldblende hat ( da muss das Licht durch ins Okular ). Ein Plössl hat grob ein paar mm weniger Feldblendendurchmesser als es Brennweite hat. Ohne nachzusehen wird das 25mm vllt 20 mm haben. Ein gutes passendes Großfeldokular kann leicht das doppelte an Durchmesser haben, sprich 40mm , was über die Fläche also das Himmelsareal am Himmel heißt, dass es das 4 fache Areal zeigt. Spätestens jetzt dürfte auch ohne Simulation klar sein, wie viel Luft es da noch gibt gegenüber dem 25mm Plössl.

Weiterhin höchste Prioriät im Sinne von Nutzen haben
- Okulare die eine AP von 2 - 2,5 mm ergeben , d.h f/6 also 1/6 x 2 bzw. 2,5 = Okularbrennweite - das ist für Deepsky das meistverwendete Oku
- Okulare die AP =1 bzw Vergrößerung von 200 fach ergeben - ist bei Dir das gleiche - Kehrwert des Öffnungsverhältnisses als f/6 -> 6. Dies resultiert aus einmal aus dem Hauptspiegel 200mm und dem größten Winkel aus dem Licht mit dem Gerät -also unter Berücksichtigung der Brennweite - gebündelt werden kann. Und der 2. Aspekt ist das Seeing. Viele Sternfreunde erleben im Bereich 200 fach eine Barriere dank der Atmosphäre und Ihrer Unruhe, die in vielen Nächten nicht überschritten werden kann. Insofern ist die 200fach eben auch praktisch begründet.
Es nutzt ja nichts gleich zu Beginn ein 3 mm Okular zu haben, das in der Praxis manchmal ein Jahr lang nicht gewinnbringend genutzt werden kann. Daher der Fokus zu Beginn auf Nutzbarkeit statt V max.

CS
 

Ytterbium

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe noch weiter recherchiert und denke, dass ich nach euren Empfehlungen und was ich sonst noch gelesen habe zuerst die beiden Okulare für den Einstieg kaufen werde:
Baader Okular Hyperion Aspheric 31mm
Explore Scientific Okular 82° N2 6,7mm

Dazu noch eine Frage:
Ist es egal, wo man bestellt? Sind die Okulare identisch? Ich habe Teleskop Spezialisten und Astroshop verglichen, beim Baader wirken bei einem Shop Teile des Okulars grau, beim anderen schwarz und beim Explore Scientific ist auf einem Bild eines Anbieters ein grüner Punkt zu sehen auf dem Ar steht und beim anderen ein grüner Punkt mit N2.
Das verwirrt mich ein wenig.
Hier die Links dazu:


Ich habe außerdem die Austrittspupille für alle möglichen Okulargrößen berechnet und mich an Antares 2 - 2,5 mm orientiert.
Austrittspupille 2,39mm bekomme ich bei 14mm Brennweite. Das wäre dann also eine gute Wahl für ein eventuelles drittes neues Okular für Deep Sky?
Bei 8,8mm Brennweite habe ich eine Austrittspupille von 1,49mm und bei 11mm Brennweite eine Austrittspupille von 1,86mm.

Und eine letzte Frage: Habt ihr noch einen Tipp für einen passenden Mondfilter? Schon bei meinem aktuellen Okular ist der Mond häufig so hell, dass ich kaum länger ins Teleskop gucken kann.

Danke euch für die Hilfe!

Viele Grüße
Jens
 

Ytterbium

Mitglied
Hallo zusammen,

ich würde mich über Antworten über meine letzten Fragen freuen. Muss auch nicht lang sein. Ich wollte in den nächsten Tagen bestellen und würde mich über Ratschläge freuen.
 

Horst66

Mitglied
Hinsichtlich der Mondfilter gibt es Neutralfilter oder (Doppel-) Polarisationsfilter. Bei letzterem werden 2 Polarisationsfilter gegeneinander verdreht und ermöglichen so eine Stufenlose Einstellung der Abdunklung. Nachteil: Sie bringen mehr Glas ins Spiel. Ich mag sie trotzdem, zumal ich einem ans Okular schraube, den anderen im Filterschieber und so nur am Okular drehen muß.

Gruß Horst
 

Sperbereule

Mitglied
Für die Mondbeobachtung verwende ich Baader ND-Filter 0,9 und kann sie empfehlen.

Evtl. müsstest du später noch andere Stärken der ND-Filter hinzunehmen.

Viele Grüße

Claus
 
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