Okulare und Justierung

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Kreuch

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Moin Leute!

Ich bin ein Neuling und habe zwei Fragen:

1. Gibt es irgendwo eine Seite, wo alle Okulartypen und ihre Vor- und Nachteile beschrieben sind? Falls nicht: Ich habe ein Vixen Sirius 114M, das ist ein (Newton?)-Reflektor und zwei Okulare: Ein 12.5 mm Ortho 1 ¼'' und ein 25mm Kellner 1.25. Kann mir einer erklären, was das im einzelnen heißt? (Also die mm-Angabe ist die Brennweite, so weit bin ich schon. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> 1 ¼'' heißt wohl 1 ¼ Zoll, richtig?! Heißt die 1.25 beim zweiten Okular soviel wir 1 ¼''?) Was ist Kellner und Ortho. So weit ich weiß, habe ich zumindest ein Plössl-Okular, was heißt das? Kann man grundsätzlich alle Okulare, die ins Loch passen, benutzen? Oder ist das vom Teleskop-Typ anhängig?
2. Ich habe gehört, daß man bei einem Reflektor den Hauptspiegel justieren kann/soll/muß. Was bringst das und ist es wirklich nötig, wenn ja: wie geht das?

Vielen Dank schon mal im Voraus,
Jan Kreuch
 
Hi,

ich bin zwar auch Neuling, aber ich versuch's mal. Eine Homepage mit den gesammelten Infos kenne ich nicht. Vielleicht hilft es Dir weiter, wenn Du mal nach den Konstruktionsbezeichnungen googelst: Huygen (Zweilinser), Ramsden (2Linser, eher auf englischsprachigen Homepages vertreten) Modified Ramsden (Augenlinse als Achromat ausgebildet) SR (Standard Ramsden, gar nix besonderes), Kellner (Dreilinser, Augenlinse verkittet), Plössl (Vierlinser, 2 verkittete Achromate) Ortho (Vierlinser. Nach Abbe ein verkittetes Dreifachglied und einzelne Augenlinse, gelegentlich werden auch Plössls als Orthos beworben), Superplössl (Zwischen den beiden Plössl-Achromaten sitzt eine weitere Linse, manchmal auch ein verkittetes Doppelglied), Mittenzweiy (auch ein Zweilinser, IIRC, Erfle (Fünflinser), Nagler (relativ neue Konstruktion, groß, schwer, teuer, großes Bildfeld, viele Linsen.

Die Zweilinser sind Konstruktionen aus der Zeit ungefähr 1700, die Dreilinser gehen so noch als billige Einstiegsokuklare durch, ab Vierlinser sind sie ok (mal so als Faustregel). Achte auf Vergütung. Nicht alle sind überhaupt vergütet, viele nur einschichtig und das auch nicht immer auf allen Linsen-Luftflächen (Stichwort Vollvergütet). Mehrschichtvergütet, Multicoated, MC bedeutet alles das selbe und ist das beste. In der Fotografie längst Standard wird in der Astronomie dem Amateur diebezüglich noch reichlich Hausmannskost zugemutet.

Hauptspiegel kann man justieren, muß man aber nur, wenn er dejustiert ist ;-) Ist er das denn? Wenn Du kein Problem hast, mußt Du es auch nicht lösen. Nur so würde ich da nicht rumschrauben.

Such hier mal nach dem Stichwort Justieranleitung, dazu haben andere schon reichlich geschrieben.

HTH
Gruß
Ralf C.

 
Hallo Jan,
Zunächst einmal gehört die Frage in die Rubrik Okulare, der Boardmaster schiebt das wenn er schnell genug ist, meistens auch dorthin.
Ortho, Plössl, Kellner und noch viele andere Namen bezeichnen die optische Bauart der Okulare, und zwar, wie viele Linsten darin enthalten sind und welche Krümmungen diese haben. Je mehr Linsen, desto mehr Oberflächen, die das Licht umlenken und die auch möglichst gut vergütet werden sollten; andererseits erreicht man mit mehr Linsen einerseits größere Gesichtsfelder und andererseits besseres Einblickverhalten. Das heisst, man muss nicht "in die Okulare mit dem Auge hineinkriechen" um die Sterne zu erblicken. Über die Okulartypen findest du bei Dr. Strickling eine Beschreibung mit Bildern (nicht alle Bauarten), auch auf der Homepage von AOK findest du eine sehr gute Beschreibung der verschiedenen Okulartypen. Allgemein für Einsteiger ist sehr empfehlenswert Christian's Astro-Seite . Viel Spaß und sternenklare Nächte,
Spechtelengel
 
Moin Leute!

Danke erstmal für die umfangreichen Antworten!!!

Eine Nachfrage habe ich aber noch: Kann ich also jeden Okulartyp in mein Teleskop stecken, solange es paßt?

Vielen Dank,
Jan Kreuch
 
Hallo Jan,

jepp, kannst Du!
Zwei Einschränkungen:
1. Es gibt (seltene) Okulare bei denen man den Fokus so verdrehen muß, daß bei manchen Teleskopen vorher der Anschlag kommt
2. Die Vergrößerung sollte schon sinnvoll sein, also nicht zuuu gewaltig (Faustregel Öffnung in mm mal 2) und nicht zuuu klein (Faustregel Öffnung in mm durch 7 oder maximal durch 8).

Clear Skies
Sven
 
Hi Jan,

reinstecken schon <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Es gibt nur ein paar kleine Einschränkungen:
  • Bei kurzbrennweitigen Fernrohren und weitwinkligen Okularen kann es am Rand zu Schwächen in der Abbildungsleistung kommen. Das ist dann die sog. Koma oder vielleicht eine unglückliche Kombination von Gesichtsfeldwölbungen oder vielleicht auch ganz einfach mindere Qualität. Was jeweils der Fall ist, kann man nicht so ganz einfach entscheiden.
  • Der Focus des Okulars muss die Fokalebene des Objektivs erreichen. Das kann ein ernsthaftes Problem sein, je nach Konstruktion von Teleskop und/oder Okularauszug. Und zwar nicht nur bei Billigteilen, sondern auch und gerade bei teuren Fernrohren und Okularen. Weil auch och bauartbedingte Schwankungen herrschen, hilft im Zweifelsfall nur ausprobieren. Die meisten Okulare passen aber an die meisten Fernrohre, wobei ich mit "die meisten" irgendwas jenseits 90% meine.
  • Wenn Du einen Refraktor hättest, würdest Du einen Zenitspiegel oder ein Zenitprisma brauchen. Beim Einschieben von Okularen muss man darauf ansten, das Glas im Inneren des Gehäuses nicht zu berühren. Bei ungünstiger Bauart des Okulars kann das schon mal passieren und ein kleiner Kratzer an dieser Stelle sorgt dann lange Zeit für Freude.
  • Sei D die Öffnung Deines Teleskops, f die Brennweite. Für die Brennweite fO des Okulars sollte dann D * f0 / f (das ist die Austrittspupille <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />) zwichen 0,7 und 4 liegen. Die Zahlen kann man jetzt diskutieren, aber ich denke mal, dass die kleinere nicht noch kleiner werden sollte, ohne dass man ganz absichtsvoll eine spezielle Anwendung im Auge hat und die grössere sollte nicht grösser werden, weil sonst der Himmelshintergrund zu stark aufgehellt wird und die Ästhetik des Anblicks nachlässt.
Jeder von den 4 Punkten könnte einen langen Thread erzeugen, wenn Du genauer nachfragst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> In der Regel wird man aber bei Okularen mit dem Händler eine Testzeit vereinbaren!
Viele Grüße vom
 
kleines aber...

Hi,

um eben keinen langen Thread zu erzeugen: Unter bestem Himmel oder mit einem Nebelfilter (UHC, etc) machen AP bis 7mm durchaus Sinn. Nebelfilter kommen ja immer mehr "in Mode".

Clear Skies
Sven
 
Hi, die Seite ist sehr interessant, aber online nur etwas für wirklich schnelle Verbindungen. Die Gegenstelle kappt die Leitungen schon nach kurzen Übertragungspausen.

Besser für Normalverbraucher ist es, über http://www.brayebrookobservatory.org/ reinzugehen und sich die Veröffentlichungen anzusehen. Dort kann man die Okularseite herunterladen und lokal speichern. Das hat bei mir zwar auch ein knappes Dutzend Versuche gebraucht, weil weiterhin nach kurzen Übertragungspausen gekappt wird, aber letztlich zum Erfolg geführt.

Abweichend von der Beschreibung auf der Seite mußte ich (W98SE/IE6) nicht klicken und halten sondern rechts klicken und loslassen, um das Speichermenü angezeigt zu bekommen.

HTH
Gruß
Ralf C.
 
Re: kleines aber...

kleiner Einwand: wie willst Du denn mit einem 114/900er 7mm AP erreichen? Das wäre ja ein ca. 60er Okular und Du würdest nur noch ein winziges Gesichtsfeld haben von vielleicht 25° bei den üblichen 1 1/4" Okularen!
Mainzelmann ist da mit seinen 4mm AP schon realistisch (für den Anfänger: das entspricht etwa dem 32mm Okular und
damit hat man dann auch noch fast 50° Gesichtsfeld und keinen "Modellbahntunnelblick")
Gruß
 
Übersicht über die Okulartypen

Hallo Ralf,
Hier noch eine sehr schöne und übersichtliche Seite über die gängigsten Okulartypen: Edmund Optics
Sternenklare Nächte wünscht dir
Spechtelengel
 
Re: Übersicht über die Okulartypen

Danke für den Hinweis,

die Übersichtlichkeit dieser Seite scheint mir aber wesentlich auch darauf zu beruhen, daß viele Okulartypen gar nicht erst erwähnt werden ;-)

Gruß
Ralf C.
 
Re: Übersicht über die Okulartypen

Du hast natürlich Recht; es ist eine schöne aber etwas dürftige Seite. Die Beste Dokumentation über alle Okulartypen bleibt der Artikel "Evolution of the Astronomical Eyepiece" von C. J. R. Lord auf der Homepage der Brayebrook Observatory, auf das bereits hingewiesen wurde (61 Seiten, 3 MB zum Downloaden) mit 81 unterschiedlichen Okulartypen, Konstruktionsbilder, und historische Betrachtung dazu. Sieht aus wie eine sehr gut dokumentierte Doktorarbeit. Hier noch einmal die Adresse. Bei mir hat der Download zum zweiten Mal geklappt; ein bisschen Geduld und Hartnäckigkeit muss man zum Downloaden mitbringen.

CS,

Spechtelengel
 
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