Okularlinse reinigen

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Soradan

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Hallo Optikexperten,

nach vorsichtiger Reinigung der Augenlinsen meiner Okulare mit Mikrofasertuch und reinem Isopropanol bleiben an den Stellen, an denen das Isopropanol verdunstet ist, bläulich schimmernde Ränder auf der Linsenoberfläche zurück.
Deutet dies auf eine noch nicht genügend gereinigte Oberfläche hin oder ist der Effekt bei Isopropanol normal?

Vielleicht hat jemand eine Erklärung hierfür.

CS
Egbert
 
Hallo Egbert!
Ich hatte letztes Jahr ein ähnliches Erlebnis anlässlich der Reinigung von Hauptspiegel und Barlow-(Korrektor?)-Linse meines in Frankreich befindlichen 80er Jahre Quelle Catadiopters; ganz schlimm war der in Frankreich erworbene Alkohol aus einem Baumarkt, wahrscheinlich mit Zusätzen versetzt: musste nochmals gereinigt werden.

Aber auch eine Säuberungslösung aus dem Fotogeschäft war nicht viel besser... Letztlich habe ich dann nach dem feucht- Reinigen nochmals mit einem Optikputztuch aus Papier vorsichtig nachgewischt, um so alles zu trocknen, das ging...
Insgesamt ist dies aber kein so gutes Verfahren, da die Gefahr der Schäden an der Optik durch mehrfaches "Putzen" (auch wenn noch so vorsichtig) steigt.
Auch Okulare bitte nur "im Notfall" säubern, den schnell ist etwas verschlimmbessert!

Ich nehme an, dass es jeweils an Zusätzen liegt; evtl. auch, wenn noch Schmutzrste dann im Alkohol aufgelöst werden und nachdem Verdunsten natürlich wieder auf der Optik verbleiben.

Hier noch ein älterer, inhaltlich aber Forenthread:
http://forum.astronomie.de/phpapps/.../topics/882841/Reinigung_von_Teleskop_Optiken

Viele Grüße!
Carsten
 
Hallo Egbert

Je nach Mittel ist das leider normal - und nicht weiter schlimmm!

Eigene Erfahrung beim Optik-Reinigen: Die erste Reinigung ist die beste! Dann die Finger weg!
Minimale Fleckchen und kleinste Schlieren sind an sich nichts Schlimmes,
gerade bei Alkohol, aber auch z.B. beim "Baader Optical Wonder" sind Schlieren nur schwer vermeidbar (deshalb Alkohol ggfs. mit etwas dest. Wasser mischen).

Das zehnfache Nach-Putzen mit steigendem Kratz-Risiko (oder durch Kapillarwirkung hinter die Linsen eingesogene Flüssigkeit) stehen dann nicht im Verhältnis.

Zwei Grundsätze würde ich unterscheiden:
- Staubkörnchen: sind kein dringender Grund zum Putzen (stören meist nur äußerlich - aber kaum die Abbildung)
Ausnahme: Staub in der Okular Brenn-Ebene (z.B. Skalenscheibe eines Mess-Okluars)

- Schweiß und Tränenflüssigkeit: die greifen mit der Zeit Vergütung und Glas an und sollten mittelfristig entfernt werden

P.S. ein Tipp ohne Gewährleistung: Wenn keine Kratzgefahr mehr besteht (kein Staub / Quarz), dann mit etwas mehr Kraft die Flüssigkeit EINMAL etwas fester nachwischen - durch die Reibung wird der Film zuerst dünn gerieben und die entstehende Wärme läßt den Rest abdunsten.
Im Zweifelsfall sind Schlieren besser als Kratzer - denn letztere bleiben...

beste Grüße, Jan.
 
Hallo Egbert,

Die Vergütung der Augenlinsen ist in der Regel viel widerstandsfähiger als Du denkst. Ich habe 20 Jahre alte Okulare hier, die ich seit all den Jahren immer einfach mit dem Saum des T-Shirts sauber wische, das ich gerade anhabe. Trocken!

Die Linsen sind vollkommen makellos.

Gut wisch:
Marcus
 
Hallo an alle!

Vielen Dank für die schnellen u. beruhigenden Antworten.
Ich reinige die Okularlinsen sehr selten (z.B. bei Fettrückständen von Augenwimpern) und werde mir in Zukunft wegen ev. zurückbleibender Alkoholschlieren weniger Gedanken machen.

Nochmals herzlichen Dank für die Tipp's

Egbert
 
Hallo Marcus,

in Worten: WAAAAAHHHH!!!!!

Es ist mir völlig wurscht, was Du mit Deinen Okularen anstellen kannst, aber ich habe das Bild eines kaputtgeputzten 14mm Meade UWA Serie 4000 vor Augen. Ein Freund hat es günstig auf dem ATT gekauft - und erst in der Sonne zeigte sich, dass der Besizter dem Okular Myriaden kleiner Putzkringel verpasst hat. Nicht alle Okulare sind gleich widerstandsfähig und nicht jeder billige Putzfeudel (T-Shirt) ist frei von kratzenden Sand- oder Staubkörnern. Zudem solltest Du doch auch wissen, dass die Oberflächenqualität Lambda/5 eine Strukturgröße von 110nm (bei 550nm als Referenz) bedeutet. Feine Kratzer von 0,1 Mikrometern siehst Du nicht freiäugig.

Durch gemachte Erfahrungen warne ich also davor, Sorglosigkeit zu propagieren. Ich teile sie nicht!

Clear Skies
Sven
 
Hallo Egbert,

wie im älteren Link bereits beschrieben benötigt man den Alkohol meist nicht. Fett von Augenwimpern bekommt man damit sowieso nicht schlierenfrei weg. Dies verteilt sich lediglich auf der optischen Fläche. Verwende einfach einen winzig kleinen Tropfen Spüli, nachdem die Oberfläche staubfrei ist. Das reicht schon. Anschließend vorsichtig mit wenig dest. Wasser + Wattebausch schlieren- und kratzerfrei klarspülen. Okularlinse dabei gegen den Boden richten! Fertig!

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Sven,

Also ich hab gerade mal schnell mein 4,6mm Meade 4000er UWA mit dem T-Shirt geputzt und mir dann die Linse mit meiner 20x-Uhrmacherlupe angeschaut: glatt wie ein Babypopo. Vergütung 1A in Ordnung. :super:

Aber prinzipiell hast Du natürlich recht. Man sollte schon ein gewisses Maß an Vorsicht walten lassen. Spätestens wenn man beim Reinigen anfängt kleine Sandkörner auf der Linse zu verreiben bekommt man ein Problem. Und auch mit der unterschiedlichen Qualität der Vergütungen gebe ich Dir recht. Ich hatte hier mal einen Williams Typ2 Flattener/Reducer. Da war die Vergütung so schlecht, dass man sie tatsächlich einfach wegwischen konnte. Allerdings ist das nicht die Regel.

Aber es muss nicht immer ein Mikrofasertuch sein. Ein Stück oft gewaschener Baumwollstoff (besagtes T-Shirt) ist genauso weich und sanft zur Linse wie ein Mikrofasertuch. Unter Umständen sogar weicher. Ich arbeite beruflich viel mit frisch auf Hochglanz poliertem Gold (Armbanduhren). Um diese zu Reinigen und von Fingerabdrücken zu befreien ziehe ich Baumwolle Mikrofaser vor. Und 750er Gelbgold ist um einiges weicher als jedes Glas und jede Vergütung.

Also:
Man sollte beim Reinigen der Okularlinsen schon ein gesundes Maß an Vorsicht walten lassen und auf Krümelfreiheit sowie ein sauberes, weiches Tuch achten. Aber dann tut es auch Anhauchen und ein schönes altes T-Shirt. :)

Bis dann:
Marcus
 
Die besten Erfahrungen habe ich mit Küchenpapier und warmem, mit ein ganz klein wenig Spülmittel versetztem Wasser gemacht. Einmal feucht wischen udn einmal trocken nachwischen. Küchenpapier ist fusselfrei und entält auch keine Körnchen. Wasser/Spülmittel hinterlässt keine Schleiren, zumindest nicht, wenn man noch mal trocken "drübergeht".

Beschlagene Okulare im Dunkeln habe ich auch schon behelfsmäßig abgewischt. Die modernen Vergütungen sind hart - ich habe keine Kratzer aufgebracht.
 
Hallo Zusammen,

ich benutze für Linsen einen Lenspen derart, dass ich zunächst penibelst alles unter leichtem (spuckefreien) pusten abpinsle, was nach Staub aussieht. Danach kommt der Lenspen zum Einsatz, je nach Schmutzart mit leichtem anhauchen und ggf. nachwischen, wenn Aktivkohle zurückbleibt.

Für Linsen, das möchte ich dazu schreiben! Spiegel sind im allgemeinen viel empfindlicher. Jedenfalls die Verspiegelung darauf.

Flüssigkeiten müssen immer an ein Tuch oder ähnliches gebunden sein, sonst kriechen sie(kopfüber ist egal) in feinste Spalte und also auch in die Linsenfassung und zwischen die Linsen. Wenn sie da dann beim Abtrocknen Dreckränder hinterlassen, war alles für die Katz oder sogar für die Tonne.

@Marcus: Wie so oft macht es das Detail. Für Dich mag es klar gewesen sein, wie Du reinigst. Deine Ausführliche Beschreibung ist aber besser. Doch was Gold angeht: Wie trennst Du denn da reinigen von nachpolieren? Bei Schmuck ist es ja egal, wenn ein paar Nanometer abgetragen werden. Zum Beispiel mit dem Silbertuch vom Tafelsilber...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Uwe,

das hört sich gut an. Ich werde ausprobieren, ob ich auf diese Weise die bläulichen Schlieren vom Isopropanol wegbekomme.
Benutzt Du eigentlich dest. Wasser oder ist das in Verbindung mit Spülmittel egal?

Gruß
Egbert
 
Hey Egbert,

von mir auch noch ein Tip: Statt des Lenspens, wie Sven das beschreibt, kannst du auch Wattestäbchen nehmen und nach leichtem anhauchen die restlichen Schlieren sozusagen auspolieren (heißt aber nicht dass da ewig auf der Linse herum gerieben werden soll ;) Vorteil ist aus meiner Sicht, dass man hier immer wieder ein frisches und wirklich sauberes Wattestäbchen nehmen kann.

Grüße
Dominik
 
Hallo zusammen,

meine Vorgehensweise:
Zunächst den groben Staub wegblasen/pusten.
Dann ein Microfasertuch mit OpticalWonder befeuchten und die Linse vorsichtig abwischen. Oft bleiben, je nach Vergütung, immer mal leichte Schlieren übrig, die ich dann umgehend mit einem neuen, trockenen Microfasertuch mit nur minimalem Druck entferne.
Wie Dominik gerade geschrieben hat, ist zum Schluß anhauchen und dann vorsichtig abwischen ebenso effektiv.

Danach sind die Linsen immmer perfekt sauber.
 
Hallo zusammen,

Ich reinige nach der Methode hier: http://www.televue.com/engine/TV3b_page.asp?id=103

Wattestäbchen mit Optical Wonder einsprühen und die Linse des Okulars in Kreisbewegungen damit reinigen. Nicht zu viel Druck und vor allem langsam(!). Dann entstehen nämlich viel weniger dieser Schlieren. Ich vermute, dass dann Kapillareffekte am Werk sind, so dass das Wattestäbchen/Microfasertuch die Schlieren "mitnimmt".

VG
Hermann
 
Hallo leute...

Anhauchen und den HAMA "lenspen" http://www.weltbild.de/media/sb/1/052507431-hama-lenspen-digiklear.jpg verwenden, eine seite hat einen weichen pinsel und die andre seite wie auf dem foto/link eine weiche filzartige seite wo man die flecken auf linsen (fernglas, okulare) mit anhauchen und dem LENS-PEN alles wieder weg bekommt, in jedem guten foto geschäft zu bekommen!!

Schöne grüße, Marius
 
Hallo Marius,

wie wird ein Lenspen gereinigt? Kann man das überhaupt, oder muss er nach einer Zeit ausgetauscht werden?

Die Microfasertücher kann man waschen...
 
Hi,

der Lenspen nutzt Aktivkohle und hat einen Vorrat in der Kappe, der eine gewisse Zeit lang reicht. Meiner Erfahrung nach ist zuvor das Leder verschlissen.
Bei Microfasertüchern würde ich auch davon ausgehen, dass mit jeder Wäsche etwas Kalk drin bleibt: Nichts ist für die Ewigkeit.

Clear Skies
Sven
 
Hallo leute,

Also der HAMA-Lenspen kostet mit 10€ nicht die welt, und für die DSLR oder zum reinigen für okulare / fernglas ist dieser auch sehr praktisch. Was ich nicht wusste, aber wie Sven oben erwähnt hat, dass auf der anderen seite des pinsel ein rundes (13mm im durchmesser) wo man gut in die ecken mit dem runden lederstück kommt (ich dachte es wäre ein filz) und mit dem kann man eingetrocknete gröbere speichelflecken oder fettrückstände reinigen, wie gesagt...10 € das kostet nicht die welt und bekommt man bei jedem optiker oder fotogeschäft.

@Nightsky...nein den LENSPEN habe ich noch nie gereinigt.

Schöne grüße und für heute ein spannendes champions league finAL-ABA ;-) Marius
 
Hallo Marius,

wozu extra einen "Lenspen", wenn es genauso gut und sauber ohne Rückstände mit weniger geht.

Tröpfchen Spüli + Watte bzw. Wattestäbchen (wer möchte auch ein feines Tuch) + dest. Wasser + Blasebalg reicht völlig. Selbst den Alkohol o.ä. kann man sich sparen.

Nun denn, jeder hat seine eigenen Methoden und muss damit glücklich werden...

Viele Grüße
Werner
 
....das Glück ist ein Vogerl ;-))

Ja, wenn man eine großangelegte reinigung seiner optiken nach ein paar jahren macht, dann sind die flüssigkeiten sehr hilfreich, keine frage aber für eine schnelle reinigung würde ich ANHAUCHEN und das 13mm runde lederstück von den "Lenspen" vorziehen.

Schöne grüße und für heute ein spannendes champions league finAL-ABA ;-) Marius
 
Hallo

Re "würde ich ANHAUCHEN und das 13mm runde lederstück von den "Lenspen" vorziehen"

Also mit dem "Anhauchen" habe ich so meine Bedenken.
Denn unter Umständen kommen damit auch ungewollt "tiefer gelegene" Bestandteile aus Speiseröhre/Magen dazu.
Im Extremfall die "Bierfahne" (ich will hier niemanden zu nahe treten - einfach nur Extrem-Szenario).
Wie hat Helge Schneider gesagt?: "Was man riechen kann, das sind ja -> Atome!" :biggrin:

Als provisorische Zwischenlösung "im Feld" während der Beobachtung sicherlich kein Problem, aber - meiner persönlichen Ansicht nach - kein Idealvorgang.

Den Lenspen hatte ich auch schon probiert (wegen der angepriesenen trocken/kratzfreien Reinigung), aber die notwendige Andruck-Kraft hat mir bei älteren Entspiegelungen Bauchschmerzen bereitet.

Das am wenigsten aggressive Mittel ist nach vielen Experimenten destiliiertes Wasser mit etwas(!) Spülmittel (ohne Zusätze!). Dann ein holzfreies Taschentuch/Kosmetiktuch (Kleenex) oder Augenwatte (fusselt aber gern..) und für jeden Versuch konsequent neue Tücher nehmen.


Viele grüße, Jan.
 
Es ist eigentlich wie Kaffeesatz-Lesen in diesem Thread! Ist doch erstaunlich, wie man händeringend Lösungen abzulehnen sucht, die eigens für den Zweck entwickelt wurden. Egal ob das nun der Lenspen ist oder das nebelfeuchte Optical Wonder...
Vor dem Anräuspern des Objektivs bitte das Microfasertuch in einer Dreckspfütze auswaschen... Sonst kommen Atome rein!
 
Hallo Carsten,

Zitat von Uranotopia_CM:
ganz schlimm war der in Frankreich erworbene Alkohol aus einem Baumarkt, wahrscheinlich mit Zusätzen versetzt: musste nochmals gereinigt werden.

Och, da brauchste nicht nach Frankreich gehen, das ist hier genauso ;) Man würde sich zwar (in unserem Falle nun) wünschen, dass eine Vergällung einfach nur aus Methanol besteht, die Gefahr der ungewollten Verwechslung wäre aber zu hoch. Also wird dem techn. Ethanol (so auch Spiritus) Denatoniumbenzoat als Vergällungsmittel beigegeben. Denatoniumbenzoat ist in reiner Form ein Feststoff und wird daher als Lösung dem Ethanol beigemischt. Wenn Ethanol nun auf der Optikoberfläche verdunstet, kannste Dir ja denken, was zurück bleibt.

Wenn Du also z.B. mit Ethanol reinigen willst, wäre es wahrscheinlich besser, wenn Du Dich im Labor umschaust nach Ethanol p.A.
 
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