Okularprojektion-Kein Fokus

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Lucas.d

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Servus,
hoffentlich kann mir hier jemand weiterhelfen, nachdem sämtliche Kundendienste versagten.

Problem: An mein Teleskop (Newton 200/1000) würde ich gerne meine Nikon D7100 anschließen. Jenes gelingt mir auch echt nicht schlecht und abgesehen vom Stadthimmel in der Nähe von Frankfurt schieße ich auch ganz mäßige Bilder. Nun möchte ich natürlich noch eine gewisse Vergrößerung, heißt ich habe mir einen Adapter für Okularprojektion gekauft (BRESSER variabler 1,25" Adapter für Okularprojektion | Bresser), damit ich schön durch meine neuen Okulare fotografieren kann. (Macht bis hier hin Sinn denke ich?)
Nun stellt sich mir das Problem, dass ich kein scharfes Bild bekomme. Ich drehe den Auszug ganz rein und raus-absolut unscharf. Auch wenn ich mit dem Auge durchschau (direkt in das in den Adapter reingeklemmte Okular) sehe ich nichts scharfes, auch bei besonderes hellen Objekten. Gibt es irgendwelche Ideen, woran das liegen könnte? Ist der Adapter ungeeignet? Ist das Teleskop dafür ungeeignet? Es muss doch irgendwo ein kleines Detail geben, an das ich nicht gedacht habe...

Schönen Sonntag und vielen Dank schonmal im Vorraus,

Lucas
 
Hallo Lucas,

hat der Adapter seine eigene Steckhülse und das Okular wird eingelegt ?
Oder wird das Okular so eingelegt, dass seine Steckhülse dann auch in den OAZ gesteckt wird ?

Gruß,
Holger
 
Hiho.

Wenn es der verlinkte Adapter ist, wird das Okular eingelegt und der Adapter hat eine eigene Steckhülse.
Ich vermute hier einfach mal den Klassiker. Nicht erreichbarer Fokus.

Für mich hört sich das so an, als wenn du mit dem Okular über dem Fokuspunkt liegst.
Da der Adapter ja dein Okular quasi noch mal weiter aus dem OAZ herraus stellt.
Ich gehe mal davon aus, das dubei reiner Okularbenutzung mit Dem Oaz schon recht weit herrausgedreht hast.

Du schreibst, du kannst die Nikon direkt anschließen und das geht.
Hast du dann für die Visuelle Beobachtung eine Verlängerungshülse im OAZ ?
Wenn ja, dann nimm die mal raus wenn du den Projektsionsadapter benutzt.


Gruß
Markus
 
Hallo Lucas, Newton-Teleskope sind ja notorisch für ihren knappen Backfokus und das könnte auch hier die Quelle des Übels sein.

Lass erst mal Teil 3 und die Kamera weg und schau, ob Du rein visuell mit Teil 1 und dem darin steckenden Okular ein scharfes Bild bekommst. Schraub dazu den Okularauszug (OAZ) nach und nach soweit es geht zum Fangspiegel rein. Wenn Du nirgendwo ein scharfes Bild bekommst, dann reicht der Backfokus nicht, d.h. der Fokus von Deinem Newton liegt nicht hinreichend weit außerhalb vom OAZ.

Um zu sehen wie viel fehlt, könntest Du Dein Teleskop auf eine Lichtquelle (Mond oder weit entfernte Laterne) richten und mit einer Mattscheibe (zur Not tut's auch ein Stück Pergamentpapier) die Ablage vom Fokus über dem OAZ-Ausgang messen.

Für ein visuell scharfes Bild muss die Fokalebene des Okulars (*) in die Fokalebene vom Teleskop gebracht werden. Im Okularprojektionsmodus kann das Okular auch geringfügig, aber nicht viel, weiter draußen stehen.

Wenn die Okularaufnahme (Teil 1) das Okular zu weit draußen platziert, dann kann man die Chose nicht mehr scharfstellen. Man müsste dann Wege finden, den Backfokus zu vergrößern, etwa mit einem kürzer bauenden OAZ oder durch Verschiebung vom Hauptspiegel in Richtung Fangspiegel.

Ich hoffe das hilft zumindest die Ursache des Problems einzugrenzen.

Gruß, Peter

Bresser.jpg

Credit: Bresser

(*) Die Fokalebene von Okularen mit 1,25" Steckhülse liegt herstellerabhängig typischerweise ca. 6 mm vor dem Okularanschlag.
 
Hallo,

deswegen meine Nachfrage. Es gibt auch 2" Projektionsadapter, vielleicht ist das da sinnvoller gelöst.
Oder 1,25" bei denen keine seperate Steckhülse verwendet wird, sondern die des Okulars.
Kann man das Okular vielleicht ohne Steckhülse einlegen ?
Dann wäre es ja wieder etwas näher am OAZ.

Gruß,
Holger
 
Aufpassen! Manche Okulare fallen auseinander wenn man die Einsteckhülse abschraubt!!!

CS.Oli
 
Hallo zusammen,

zu klären wäre erst mal was hinter den Projektionsadapter kommt. Ich setze z. B. manchmal noch eine digitale Kompaktkamera hinter dem Okular an, dann muss das Okular so positioniert sein wie bei visueller Beobachtung. Man muss also ein scharfes Bild bekommen wenn man ohne Kamera in den Projektionsadapter rein schaut.
Setzt man eine Kamera ohne Objektiv an, dann muss das Okular ein scharfes Bild in einer endlichen Entfernung erzeugen, also in der Ebene des Kamerasensors. Dazu muss das Okular deutlich weiter aussen sitzen als bei visueller Beobachtung. Dann sieht man auch kein scharfes Bild, wenn man ohne Kamera rein schaut.
Setzt man in diesem, klassischen Modus ein langbrennweitiges Okular ein, dann können die nötigen Abstände schon recht groß werden. Es hängt also auch von der Brennweite des verwendeten Okulars ab.
Die oben schon erwähnte Methode, die Bildebene mit einem Stück Transparentpapier an einem hellen Objekt, z. B. dem Mond, zu suchen wäre hier zur Klärung hilfreich.

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Oben hatte ich geschrieben:
Für ein visuell scharfes Bild muss die Fokalebene des Okulars (*) in die Fokalebene vom Teleskop gebracht werden. Im Okularprojektionsmodus kann das Okular auch geringfügig, aber nicht viel, weiter draußen stehen.
und Reinhard schreibt
Setzt man eine Kamera ohne Objektiv an, dann muss das Okular ein scharfes Bild in einer endlichen Entfernung erzeugen, also in der Ebene des Kamerasensors. Dazu muss das Okular deutlich weiter aussen sitzen als bei visueller Beobachtung.

Hallo allerseits, also was stimmt nun, "geringfügig" oder "deutlich" - das sind beides nur qualitative Beschreibungen. Um das quantitativ einzuordnen, sollte man mal ein paar konkrete Fälle betrachten.

Okularprojektion wird ja typischerweise, alternativ zur Verwendung von Barlowlinsen, eingesetzt, um die effektive Brennweite vom Teleskop etwa zur Fotografie von Planeten wesentlich zu steigern. Da sind dann Faktoren von 3 bis 5-fach durchaus üblich und sinnvoll. Damit der Projektionsaufbau dann nicht unpraktisch lang wird, wird man dazu eher kurzbrennweitige Okulare bevorzugen.

Abbildungsgleichung in der Näherung dünner Linsen:

1/a + 1/b = 1/f

dabei ist

a = Abstand zwischen Okular und dem primären Teleskopfokus
b = Abstand zwischen Okular und dem sekundären Fokus (Kamerasensor)
f = Brennweite vom Projektionsokular

b/a = M = Vergrößerungsfaktor

Daraus folgt mit simpler Arithmetik

a = (1 + 1/M) f
b = (M+1) f
a-f = f/M

Hier mal ein paar konkrete Beispiele

(1) 3-fache Vergrößerung mit 10 mm Okular

a = (1 + 1/M) f = (1 + 1/3) 10 mm = 13,3 mm
b = (M+1) f = (3 + 1) 10 mm = 40 mm
a - f = f/M = 10 mm / 3 = 3,3 mm

(2) 5-fache Vergrößerung mit 10 mm Okular

a = (1 + 1/M) f = (1 + 1/5) 10 mm = 12 mm
b = (M+1) f = (5 + 1) 10 mm = 60 mm
a - f = f/M = 10 mm / 5 = 2 mm

Im ersten Fall muss der Okularauszug gegenüber der visuellen Betriebsart also um 3,3 mm weiter ausgefahren werden, im zweiten Fall um 2 mm. Wenn das Teleskop mit seinem OAZ das nicht schafft, dann wäre etwas oberfaul, denn das sind ja Toleranzen, wie sie bereits bei den Feldblendenpositionen verschiedener Okularhersteller locker überschritten werden.

Die Abstände wachsen natürlich bei geringeren Faktoren und längeren Okularbrennweiten, aber das sind kaum typische Situationen für Projektionsanwendungen.

Gruß, Peter
 
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Guten Abend,

erstmal vielen Dank für die ganzen Antworten. Ich versuch das Ganze mal zu sortieren: (Sky-Watcher | Sky-Watcher Global Website Dies ist mein Teleskop, lediglich ein älteres Modell [2008 ca.], Okularauszug, etc. sieht allerdings identisch aus).

-Ja, ich habe es mit sämtlichen Okularen ausprobiert, 40mm, 27mm, 20mm, 10mm, bringt alles nichts. Lässt sich nicht fokussieren und
-dass der Backfokus irgendwie drüber liegt hört sich nach dem Ermessen meines Amateurwissens plausibel an. Ich drehe den OAZ schon normal recht weit raus.
-Ja, das Okular steckt in dem Projektionsadapter drinnen, also nicht direkt im OAZ.
-Nein, Okulare fallen teilweise auseinander und ich traue mir nicht zu diese eigenständig "zusammenzufrimeln", ich denke, dass wäre ohnehin keine langfristige Methode, da mein Okular-Set halbwegs neu ist und einen (für mich als Student) recht hohen Wert besitzt.

Falls das Wetter gut wäre, würde ich auch gerne Euren Tipp mit dem Durchschauen mit Teil 1 des Adapters + Okular umsetzen, allerdings ist für das schöne Süd-Hessen eine Woche Regen angekündigt...


Ginge man nun davon aus, dass es von der Länge nicht hinhaut, lohnt sich die Anschaffung eines neuen Okularauszugs, oder würdet ihr empfehlen sich direkt ein neues Teleskop anzuschaffen? (Ich werde mir voraussichtlich eine parallaktische Montierung mit Nachführung zulegen). Und wenn ja, welche Bauart gibt es zu empfehlen, wenn der Fokus auf Astrofotografie>Beobachtung und Deep-Sky Objekte>Sonnensystem, liegt.

Eine schöne Woche, nochmals vielen vielen Dank und Grüße,

Lucas
 
Hallo Lucas,

meine Vermutung ist ja, dass das Okular zu weit außen sitzt. Also muss der OAZ weiter eingefahren werden um das Okular wieder näher heranzubringen. Das kannst Du ja auch grob ohne Adapter herausfinden. Einfach das Okular mit der Hand vor den OAZ halten und testen wie weit der OAZ eingefahren werden muss und ab wann das dann nicht mehr ausreicht.

Teleskop würde ich deswegen nicht tauschen eher den Adapter.

Gruß,
Holger
 
Ich würde so anfangen: Stecke eine eher langbrennweitiges Oklar hinein, ohne alle Zusatzhülsen. Z.B. ein 25er.
Dann nimm eine Spiegelreflexkamera ohne Objektiv und bewege dich mit dieser vom Okular weg. Irgendwann kommst du in den Fokus.

Das ganze Problem mit dem Backfokus gilt für die Fokalfotografie, nicht für die Projektion. Hier klappt es immer irgendwie, im schlimmsten Fall ist die Vergrößerung viel zu hoch. Aber einen Fokus bekommst du.

Noch einfacher ist es, den recht vollen Mond (passt ja gerade) mit einem Blatt Papier aufzufangen. Da brauchst du nicht mal eine Kamera.

So bekommst du ein Gefühl für die Abstände, die du erzeugen musst, die Vergrößerung und auch davon, wie sich das alles verändert, wenn du das Okular anders einstellst.

Bei der Projektionsmethote steuerst du mit dem Okular"fokus" die Vergrößerung. Die Schärfe wird mit dem Abstand Okular - Bildebene eingestellt. Hier muss irgenwas wie ein Balgengerät dazwischen.
 
Hi,

Abgesehen davon dass für ordentliche Fotografie die Okularprojektion überhaupt keinen Sinn macht, kauf dir ein Baader Hyperion Zoom wenn du das unbedingt so machen möchtest, dann sparst du dir das alles und kannst es auch direkt an deine DSLR anschrauben.
Zu deiner Frage welche Bauart für DS Fotografie - das ist zweitrangig, dein Newton ist doch perfekt dafür.
Aber lass dann das mit der Okularprojektion, einfach DSLR direkt ran und los gehts! Warum willst du durchs Okular fotografieren versteh ich nicht?
LG Steve
 
Ja, ich habe es mit sämtlichen Okularen ausprobiert, 40mm, 27mm, 20mm, 10mm, bringt alles nichts. Lässt sich nicht fokussieren und dass der Backfokus irgendwie drüber liegt hört sich nach dem Ermessen meines Amateurwissens plausibel an. Ich drehe den OAZ schon normal recht weit raus.
Hallo Lucas, das hört sich jetzt aber so an, als wenn Du das mit dem fehlenden Backfokus missverstanden hast. Fehlender Backfokus bedeutet, dass Du den OAZ bis zum Anschlag in Richtung zum Fangspiegel einfährst. Der Fokus wird dann zwar immer besser, aber es reicht nicht ganz, um ein scharfes Bild zu bekommen.
Das ganze Problem mit dem Backfokus gilt für die Fokalfotografie, nicht für die Projektion. Hier klappt es immer irgendwie, im schlimmsten Fall ist die Vergrößerung viel zu hoch. Aber einen Fokus bekommst du.
Uwe, es geht hier aber um den ganz konkreten Projektionsadapter von Bresser, der die Okulare anscheinend zu weit außerhalb vom Primärfokus des Newton platziert. Mit langbrennweitigen Okularen bekommst Du dann vielleicht noch einen Fokus, die Chose wird dann aber ausladend und unpraktisch, jedenfalls bei hohem Vergrößerungsfaktor, was ja der eigentliche Sinn und Zweck der Projektionsmethode ist.
Warum willst du durchs Okular fotografieren versteh ich nicht?
Hallo Steve, schon mal was von Planetenfotografie mit Okularprojektion gehört? Wird heutzutage eher mit Barlows gemacht, weil es kompakter ist, funktioniert aber ganz ähnlich.

Gruß, Peter
 
> Uwe, es geht hier aber um den ganz konkreten Projektionsadapter von Bresser, d

Habe ich schon verstanden. Dennoch ist es sinnvoll zu wissen, welche Abstände man erreichen muss. Der Adapter ist ja auch nur eine Hülse.
Man weiß dann wenigstens mit Sicherheit, dass man mit diesem Adapter nicht zum Ziel kommt.
 
Klar habe ich davon gehört und zu meinen Anfangszeiten auch selbst probiert aber ich halte nicht viel davon. Dann doch lieber eine ordentliche Planetenkamera... Egal ich meine es nur als Tipp da man es wenn man Gefallen daran gefunden hat eh irgendwann richtig machen will und dann wieder investiert. Wenn er aber unbedingt durch ein Okular fotografieren will was aber trotzdem wenig Sinn macht weil du deine Belichtungszeit damit auch um ein x faches erhöhst dann probier doch wirklich das Hyperion. Du brauchst keine Okulare mehr auszutauschen und kannst es wie ein Objektiv anschrauben und auch visuell nutzen
Aber er schrieb ja er möchte DeepSky fotografieren? Dann bitte nicht durchs Okular!
 

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Ich habe jetzt extra gekramt und mein ALLERERSTES Foto rausgekramt das war der erste Versuch vor vielen Jahren eben auch mit einer DSLR war irgendeine EOS und dem Hyperion. Mit dieser Kombi wurde es aber dann auch nicht viel besser und dann bin ich doch recht schnell auf ein ordentliches Equipment umgestiegen. Nur mal als Beispiel ich denke das Bild spricht für sich.
 

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Hallo Steve,

an Deinen Einwand hatte ich gar nicht gedacht, gebe Dir aber recht. Ich bin von DeepSky Fotografie ausgegangen, nur da macht Okularprojektion eigentlich keinen Sinn. Da würde ich die Kamera im Primärfokus betreiben.
Für Planetenfotografie ist eine richtige Planetenkamera doch deutlich praktischer. Hier kommt es auf viele Einzelframes an und diese werden am besten mit einer hohen Framerate erzielt. Dennoch reicht für Planeten eine kleine Astrokamera, da man um den kleinen Planeten eine ROI (Roi of interest) ziehen kann und so eigentlich nur die Belichtungszeit die max. Framerate bestimmt.
Meine zahlreichen Bilder hier im Forum sind mit der Asi120mc und / oder Asi120mm und der recht günstigen Baader Q-Turret Barlow entstanden.

Lucas: Welche Objekte sind denn Dein primäres Ziel ?

Gruß,
Holger
 
So ist es Holger.
Also Lucas wenn dein Primärziel wie du schreibst Fotografie von DeepSky Objekten ist dass hast du bereits fast alles was du brauchst. Deine Dslr und deinen Newton. Dann solltest du dir lieber Gedanken um eine Guidingcam machen denn da kommst du nicht drum rum. Mach doch einfach mal den Anfang mit der Fotografie oder teile uns mit wieso du durchs Okular fotografieren möchtest. Wenn du es noch gar nicht probiert hast und zb meinst du könntest damit mehr Details im Deepsky Bereich für Fotos "heranzoomen" - ganz falsch.
Am besten schreibst du uns was du genau vor hast denn Planeten oder Deepsky fotografieren sind zwei grundlegend unterschiedliche Sachen. Ich denke das Problem dass du jetzt nicht in den Fokus kommst rückt dann ganz nach hinten weil ich jetzt ganz frech behaupte dass du bald einsehen wirst dass du das Zeug für Astrofotografie nicht benötigst.
 
Also sorry wenn ich jetzt nochmal schreibe aber ich habe mir deine Frage nochmal durchgelesen und für mich klingt es so als ob du in die Astrofotografie einsteigen möchtest und hier noch keine Erfahrung mitbringst.
Durch Okulare zu Fotografieren macht in der Deepsky Fotografie absolut keinen Sinn!
Verabschiede dich von dem Teil und beschäftige dich erst mal mit den Grundlagen ich denke wir alle helfen dir hier dabei gerne!
Falls du aber deine Nachbarin im Badezimmer fotografieren möchtest heb dir dieses Okularteil mal auf ?
 
Hi,

also: Ja, ich würde mich gerne auf Astrofotografie fokussieren, da ich schon eine längere Zeit beobachte und den Adapter würde ich natürlich gerne für Planetenfotos benutzen (hat immerhin 70€ gekostet :( ).


Also: Deepsky fotografieren inkl. schwächere Nebel und schwache Galaxien detailliert auf Bildern sehen ist natürlich der Traum. Ich weiß auch, dass es nie so aussehen wird wie von Hubble, etc. Ich habs schon ausprobiert ohne Nachführung wie gesagt mit der NikonD7100 und hab dann für mich entschieden: Ich versuchs nochmal mit dem Adapter und dann leg ich mir ein Stativ mit Nachführung (aber ohne GoTo) zu. Kostet halt einiges, aber nachdem ich versucht habe die 3s belichteten Bilder zu stacken, war mir klar: Ich brauch ne Nachführung. Der Fokus sollte auf Deep-Sky liegen. Definitiv.

Ich vergess also den Adapter erstmal. Man muss ja auch nicht alles haben (für die Nachbarin heb ich hin mir mal auf ? ).

Gibts Stative zu empfehlen für mein Skywatcher 200/1000, ich denk mal höchstens 12-15kg (mit Nachführung). Oder meint ihr ich soll erstmal so weiter fotografieren?

Vielen Dank für die Antworten,

Lucas
 
Hi Lucas, ich misch mich gleich mal wieder ein, da ich mich auch noch ganz gut an die Anfänge erinnern kann. Ich hatte mir damals auch alles mögliche besorgt und dann immer wieder festgestellt ach ich benötige ja noch dies und das und damit ich das machen kann noch das und was ist Guiding und warum muss man Planeten filmen und und und.... Das Thema ist soooo komplex, dass es wirklich Jahre dauert und auch heute tauchen immer noch Fragen auf.
Das ich behaupte jetzt mal "einfachste" zum Anfangen wäre doch die Planetenfotografie.
In der Regel filmt man aber Planeten mit einer Planetencam oder du kannst um einfach mal damit zu beginnen auch deine Nikon als Webcam benutzen...
Man muss sich wirklich in jedes einzelne Thema einlesen.
Man liest aber schon raus, dass es DeepSky Fotografie werden soll.
Du brauchst keine Angst haben dass deine Kamera und dein Teleskop dazu nicht ausreichend sind, denn bei ein paar 3 Sekunden Belichtungen sieht man bei den meisten Objekten - GAR NICHTS!
Einzelbelichtungen gehen meistens über Minuten und Gesamt mehrere Stunden.
Am besten suchst du dir einfache Objekte zum Anfang aus, wie Andromeda, Orion-Nebel, oder irgendeinen Sternhaufen, da sieht man auch schon recht schnell gute Ergebnisse. Deine Kamera und dein Newton reichen völlig aus du kannst damit wirklich alles fotografieren!
Wie du aber selbst schon schreibst, du kommst um eine Nachführung nicht drum rum, das ist das A und O für die Fotografie.
Ich empfehle dir die NEQ 6 für deinen Newton. Mit der NEQ 5 habe ich selbst keine Erfahrungen ob die nicht zu wackelig für deinen Newton ist. So eine wird hier glaub ich nämlich aktuell im Marktplatz verkauft.
Des weiteren benötigst du noch etwas fürs Guiding. Hier kannst du im Grunde eine preisgünstige Planetenkamera kaufen oder ersteigern bei eBay, um die kommst du nicht drum rum, der Vorteil ist, dass du dann zugleich auch dich an Planetenaufnahmen üben kannst, hier bietet sich ja Saturn aktuell noch gut an. Als Leitrohr reicht zum Anfang in der Regel dein Sucherrohr.
Das Gute ist, dass die ganze Software kostenlos ist die du benötigst.
Ich würde sagen du besorgst dir erstmal eine ordentliche Montierung mit Nachführung und dann kannst du auch schon starten.
Bei Fragen melde dich einfach, das Thema ist einfach wahnsinnig komplex und mir hat das Forum hier auch immer wieder super geholfen!
 
achja und natürlich kannst du zum rumprobieren deinen Adapter verwenden, ich wollte das natürlich nicht kaputt reden, aber es macht halt einfach keinen großen Sinn. DeepSky kannst du das auf jeden Fall vergessen. Wie hier ja schon geschrieben liegt der Fokuspunkt einfach außerhalb, das sollte schon genug für dich sein das Ding wirklich zu vergessen.

DeepSky - deine DSLR direkt an den Newton: Du wirst sehen dass du mit deiner Brennweite von 1000 sehr viele Objekte gar nicht ganz aufs Bild bekommst, dass also die Vergrößerung teilweise schon "zu groß" ist. Andromeda, und ganz viele Nebel bekommst du hier gar nicht ganz aufs Bild.
Mein Problem war dass ich mir zum Beispiel einen kleinen Apo kaufen musste weil mir der Newton schon viel zu groß "vergrößert" hat, also genau das Gegenteil über was dir du gerade Gedanken machst!
Du benötigst nie ein Okular - nur zum Beobachten.

Planeten - hier benötigst du nicht mal zwingend eine Nachführung da du in kürzester Zeit schon so viele Frames in einem Video aufnimmst.

Hört sich jetzt vielleicht doof an, aber hast du schon mal ordentliche Mondfotos gemacht? Wenn nicht empfehle ich dir hier mal mit deinem jetzigen Equipment rumzutesten

LG Steve
 
Alles gut, kein Problem. Ich bin froh endlich ne Seite gefunden zu haben, die mir weiterhelfen kann :)
Das mit dem Mond werd ich mir merken, wenns endlich mal wieder gutes Wetter wäre...

Ich meld mich wieder, wenn ich das Ganze mal ausprobiert habe.
Schöne Woche euch noch

Lucas
 
Sooooo,

habs gestern nun endlich alles nach euren Tipps ausprobieren können.

1. Der Adapter funktioniert nicht und ich hab auch alles versucht, was ihr mir gesagt habt :(
-Hab mich dafür entschieden das aufs Eis zu legen, weg von Planeten und hin zu Deep-Sky-Fotografie.

2. Hab ich gestern an M31 rumgespielt (mit der Kamera) und möchte mir nun auf jeden Fall alles zulegen um ordentlich Bilder zu knipsen.

Nachdem mir zurückgemeldet wurde, dass ich bereits mit meiner/m Kamera (Nikon D7100) und Teleskop (200/1000 Newton) ausreichende Stücke besitze, brauche ich ja (nur) noch ne elektrische Nachführung + Guiding, richtig?
Die EQ-6 Pro für 1.309€ soll ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben, lohnt sich die in meinem Falle, oder gibt es andere, die besser geeignet sind?
Fürs Guiding: Lohnt sich ein fertiges Leitfernrohr und Guiding-Kamera oder was empfiehlt ihr?


Wäre klasse, wenn einer seinen Senf dazu geben kann und teilt mir auch gerne mit, wenn ich irgendwo komplett daneben liege und mir Schwachsinn vorstelle :)


Schönes Wochende euch allen,
Lucas
 
Hi Lucas,

ich gebe gerne meinen Senf dazu und möchte natürlich gleich klarstellen, dass es "mein Senf" ist, aber ich denke doch, dass die meisten den Senf teilen werden.

Erstmal Gratulation, du klingst ja schon richtig motiviert, das ist schon mal das Aller Wichtigste!

Wie du schon richtig schreibst hast du mit deiner Nikon D7100 und deinem Newton schon mal eine gute Ausstattung mit der du sogar dein Leben lang Astrofotografie betreiben kannst, das heißt es ist jetzt kein Einsteiger-Setup, sondern es passt!
Wichtig ist, dass dein Newton sauber kollimiert ist, aber das weißt du ja bestimmt eh selbst....

Du erwähnst die NEQ6, ich verwende Sie selbst und es ist meiner Meinung nach DIE Standard Montierung, zumindest besitzen diese die meisten die ich kenne, die mit einem Newton deiner Größe arbeiten. Ich spreche hier immer nur für mich, aber ich kann sie dir absolut empfehlen und ich würde nicht lange rumspielen wenn das Budget vorhanden ist und sie mir besorgen. Du schreibtest erstmal kein GoTo... Ich würde dir das Gegenteil raten, nur mit GoTo! Es wird dir sooooooo vieles erleichtern und Zeit abnehmen, du kannst die Montierung über Stellarium mit dem PC betreiben und somit sämtliche Objekte die für dich fotografisch interessant sein werden auffinden. Du musst immerhin sagen, fotografieren ist nicht beobachten. Beim beobachten bist du live dabei - es ist spannend, beim fotografieren soll einfach alles klappen und es ist eher langweilig Stundenlang nur daneben zu stehen, hier ist dann der nächste Tag spannend was dabei raus gekommen ist!

Also Nikon und Newton und EQ6 - perfekt!

Im Übrigen muss deine Kamera für den Anfang nicht modifiziert sein, ich habe auch erst ewig mit einer unmodifizierten fotografiert und bin dann den nächsten Schritt gegangen. Es gibt ja so unglaublich viele Objekte und da das Wetter und die Zeit auch nicht immer mitspielt bist du die nächsten Jahre erstmal beschäftigt.

Guiding:
Ja du benötigst eine Guidingcam. Sie macht nichts anderes als den Leitstern im Auge zu behalten. Ich empfehle dir trotzdem hier zumindest ein klein wenig Geld in die Hand zu nehmen, ich habe zum Beispiel die QHY ALCCD 5m, und schon bist du auch hervorragend für Planetenaufnahmen gerüstet! Glaube mir und auch anderen, man nimmt hier bei dem Hobby sonst immer zweimal Geld in die Hand und es gibt ja schließlich auch einen Gebrauchtmarkt! Meine EQ6 z.B. hatte ich damals auch gebraucht erworben.

Leitrohr fürs Guiding:
Hier gibt es genügend günstige Exemplare auf dem Markt, wenn du es rein als Leitrohr verwendest reicht hier wirklich was günstiges und selbst mit deinem Sucher kannst du Guiding betreiben.

Ums Guiding kommst du aber nicht rum, denn deine Nachführung wird nie so exakt funktionieren für längere Belichtungen.

Ansonsten lade dir das Programm PHD2 Guiding herunter und lies dich schon mal ein.

Ich bin zwar kein Nikon Nutzer sondern ein Canon Nutzer aber was du in jedem Fall noch benötigst ist entweder eine Software mit welcher du deine DSLR ansteuern kannst oder ein ganz einfacher programmierbarer Hand-Fernauslöser.

Ich kann mich noch gut erinnern wie kompliziert das alles klingt und dass viele nur immer mit Fachausdrücken antworten und man gar nicht checkt was sie meinen... daher frage bitte wenn du irgendwas nicht verstehst und lass dich nicht verwirren, da jeder natürlich mit anderem Equipment arbeitet - aber das Prinzip bleibt bei jedem gleich!

Dinge wie eine Flatbox , Dithering usw... lass dich davon nicht verwirren. Auch ich habe z.B. jetzt kürzlich erst mit Dithering angefangen und viele Jahre zuvor ohne fotografiert. Immer wenn du an deine Grenzen stößt oder merkst es klappt alles super- aber mich stört dies oder das... erst dann solltest du wieder einen Schritt weitergehen.

Ich denke es mir immer wieder mit der heutigen Technik ist so viel möglich dass man sich über Kleinigkeiten zerschlägt die fast lächerlich sind. In all meinen Astronomiebüchern aus meiner Jugend waren nirgends so gute und detailreiche Bilder wie wir sie heute alle selbst vom Garten aus machen abgebildet.
Es geht schon nicht mehr darum, die eigentliche Faszination zu leben und zu genießen, sondern nur noch um jeden Pixel und irgendwelche Berechnungen und Bildbesprechungen um so winzige Details....
Du kannst mit den Fotos Dinge sichtbar machen die du mit deinem bloßen Auge nicht siehst und das sollte immer noch das faszinierendste sein und mit erwähntem Equipment bist du auf dem besten Weg dazu das nun selbst machen zu können!
 
Morgen Steve,

danke für die echt verständliche Antwort.

Ich nehm mal an, dass du die Montierung hier meinst : Skywatcher Montierung EQ-6 Pro SynScan GoTo

Da zu kommt dann noch, dass mein Sucher eben aus 2008/9 stammt, also schon am Teleskop montiert war, welches ich damals zum Geburtstag bekommen habe, also wahrscheinlich hat dieser nicht die beste Qualität. Man kann ihn z.B. nicht "scharf stellen" und er wird auch höchstens 50mm Öffnung bieten. Da wird es bestimmt qualitative Unterschiede beim Guiding im Vergleich zu neueren geben, oder?

700€ sind mir leider etwas zu viel allein für die Kamera. Ich möchte schon was ordentliches haben, allerdings wäre ich dann schon bei über 2000€ für alles :/

Was muss ich denn beim Kauf einer Guidingkamera beachten? Ich hab gelesen, dass sie fürs guiden S/W sein sollte, macht das Sinn (für die Planetenfotografie soll sie eigentlich erstmal nicht gedacht sein. Das wird mir sonst zu teuer)?

wie sieht’s mit Verkabelung und Strom aus? Von zuhause einfach alles in die Steckdose stecken? Kabel sind dann wahrscheinlich nicht dabei, muss ich mir dann abhängig von der Kamera raussuchen, oder?

Grüße,
Lucas
 
Hi, ja wir reden von der selben Montierung. Vorteil natürlich dass sie auch noch mehr trägt es kommt ja ggf noch ein Leitrohr und Kamera usw hinzu was auch wieder Gewicht ist und eine stabile Montierung ist gerade bei Fotografie das Wichtigste wie das Fundament fürs Haus.
50mm Sucher reicht im Prinzip schon aus und wie alt der Sucher ist spielt keine Rolle. Du kannst normal die vordere "Kappe" beim Sucher schrauben und somit den Fokus durch die Schraubbewegung verstellen. Wenn du diesen fürs Guiding verwendest hast du natürlich nix mehr wo du optisch durchschauen kannst. Für mich ist das egal weil ich alles fest installiert habe und mein Teleskop nur über Stellarium steuere aber für dich evtl nicht.
Wie kommst du auf 700 Euro, die von mir genannte wirklich sehr gute Kamera Alccd5 kostet neu 249 Euro?
Zur Stromfrage wenn du zuhause bist ganz klar Kabeltrommel und fertig.
Strom benötigt ja nur die Montierung. Ob du deine Kamera mit Strom aus der Dose oder Akku betreibst kannst du ja selbst entscheiden, selbiges mit Laptop.

VG Steve
 
Sorry, hab ein anderes Modell gesehen. 250€ wäre okay, allerdings stellt sich nun die Frage, ob die Software mit meinem Mac kompatibel ist. Auf Teleskop-Express stand lediglich Windows als unterstütztes Betriebssystem :(.
Wie siehts mit Rohrschellen aus?
Zurzeit steht mein gutes Stück in der RocketBox oder wie das heißt. Also hängts mit Hilfe von Federn drinnen und für eine parallaktische Montierung brauch ich ja dann Rohrschellen, die selbstverständlich nicht mitgeliefert werden, oder? Muss ich da auf irgendwas achten und gibt es günstige Alternativen zu den Dingern die man für mein 8 Zoll Öffnung Teleskop in 3-stelligen Beträgen sieht?
VG
Lucas
 
Ich stand mal vor dem selben Problem und hab gesehen dass die meiste Astronomiesoftware von der du noch viel benötigen wirst nicht für mein macbook war, dann bin ich auf windows umgestiegen.
Das mit den Rohrschellen kann ich dir leider nicht beantworten aber bei der Montierung sind die natürlich nicht dabei da du ja für jedes rohr eine andere größe brauchst.
 
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