Okularschlitten

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Micha__

Mitglied
Hallo Liste,
ich plane den Bau eines 8" F/7 Dobsons. Leichtbau, da meistens Radfahrer und nur Autoleiher.

Kann mir jmd. was schreiben zu Vor/Nachteilen von Okularschlitten und , wenn nicht Schlitten , zu drei oder vierarmigen Spinnen ??
Herzlichen Dank im Voraus

Sprottengrüße
Micha__

 
Hallo Liste,
danke für die vielen Antworten, die guten Links.
Eventuelle Vor oder Nachteile erschliessen sich mir dann vielleicht beim Bau oder der Benutzung selbst.Ich hab heute im Bauhaus ein Fallrohr (Regenrinne) gefunden mit der Bezeichnung DN 53, das hat innen exakt 50,8 mm, also 2".
Hat jmd. grad ne Schieblehre zur Hand und ein 2" Okular und kann mal nachmessen, ob so'n Oku genau 2" ist. Dann würde es ja nur als Presspassung ins Rohr passen !?
Herzlichen Dank erstmal.

Sprottengrüße
MIcha
 
Hallo Micha,

hab grad die Schieblehre zur Hand genommen, meine 2"-Okularhülsen haben einen Durchmesser von 58,7 - könnte also passen.

Als Alternative zum Okularschlitten könnte ich dir noch folgendes vorschlagen: Einen niedrigen Schraubfokussierer und statt einer Spinne mit vier oder drei Beinen eine halbrund gebogene (im Bild sieht man dann die Spinnenbeine nicht, vielleicht hast du davon schon mal gehört?). Das möchte ich irgendwann auch auf meine Website stellen. Vorerst habe ich aber keine Zeit, da ich erst mal mit dem "Obstruktionssimulator" und der "optischen Bank" beschäftigt bin... und eigene Selbstbauprojekte warten auch noch auf Vollendung... Astronomie - ein wirklich tolles Hobby!

Freundliche Grüße, Herbert Zellhuber
http://zellix.bei.t-online.de (Nirostas Teleskopbauseite)
http://www.vds-astro.de/fg-selbstbau (Fachgruppe Selbstbau)
http://www.vds-astro.de/fg-amateurteleskope (Fachgruppe Amateurteleskope)
http://www.vds-astro.de (Vereinigung der Sternfreunde)
 
Hallo Nirosta,
du hast sicher 50,7 gemessen nicht 58,7 ??
Ich hab einen Selbstbauschraubfok. schon gesehen. Das problem ist, ich hab zwar vor viiiiiieeeelen Jahren mal Drehen gelernt, hab aber schon lange keinen Zugang mehr zu Werkzeugmaschinen. Und so denke ich über alle Varianten nach und schau zu, wie ich die mit zweckentfremdeten Materialien/Dingen hinbasteln kann. Ich hab da einen gewissen Spaß dran mittlerweile, durch die Welt zu laufen und überall Dinge für meinen Dobson zu finden. Es gibt wunderbare verchromte Messingrohre, Syphon-Verlängerungen, die haben 32 mm innen, passt doch prima, da brauch ich nur noch ne Reduzierung auf mein 2" Fallrohr( das kann ich ja vielleicht thermisch etwas aufweiten, falls mein späteres 2" Super Duper Oku nicht reinpassen sollte).

Aber sag mal, warum sieht man gerade Spinnenbeine, gebogene aber nicht ??

Gute Nacht
Micha
 
Hallo Micha,

na klar, es sind 50,7mm und keine 58,7

Zitat:
Und so denke ich über alle Varianten nach und schau zu, wie ich die mit zweckentfremdeten Materialien/Dingen hinbasteln kann. Ich hab da einen gewissen Spaß dran mittlerweile, durch die Welt zu laufen und überall Dinge für meinen Dobson zu finden.

Ich schau auch gern in diversen Schrottcontainern nach und finde gelegentlich passende Sachen. Macht immer wieder Spaß, irgendwas aus Schrott und Müll zu basteln.

Zitat:
Aber sag mal, warum sieht man gerade Spinnenbeine, gebogene aber nicht

Warum man die gebogenen nicht sieht, kann ich dir leider auch nicht erklären. Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert; unterhielt mich nur mit Leuten auf Teleskoptreffen, die das gemacht haben.


Gruß, Herbert
 
Re: Gewölbte Spinnenstreben

Hallo Micha,

das Thema „gewölbte Spinnenstreben" war hier schon mehrfach diskutiert worden. Am 10.07.2003 hatte ich eine ausführliche Erklärung dazu abgegeben. Du findest sie, wenn Du als Suchwort "Beugungs-Spikes" eingibst und dann von den angezeigten Beiträgen den letzten (mit meinem Namen gezeichneten) wählst. Falls mein Beitrag nicht gleich im Fenster zu sehen ist, mußt Du nach unten oder oben scrollen, bis Du unter den chronologisch angeordneten Beiträgen meinen vom 10.07.2003 um 23:00 Uhr findest. Wenn Du auch die vorhergehenden und nachfolgenden Diskussionsbeiträge liest, erfährst Du noch mehr darüber.

MfG Walter E. Schön

 
hallo,

ich habe bei meinem 6" Dob auch einen Okularschlitten und eine "curved spider vane" verwendet:

Link zur Grafik: http://www.salzgeber.at/articles/images/6inch/secondary_s.jpg Link zur Grafik: http://www.salzgeber.at/articles/images/6inch/focusing_s.jpg

mehr Bilder unter: http://www.salzgeber.at/articles/6inch.htm

Der Schiebefokussierer war für mich leichter zu bauen als ein anderer, die gebogene Sekundärspiegelhalterung ist der von Gary Seronik (Sky&Telescope: Telescope Techniques – Building a Curved-Vane Secondary-Mirror Holder By Gary Seronik | April 2002, p. 108-110) nachempfunden...

lg

Philipp
 
Re: Okularschlitten - gewöbte Spinnenspeichen

Hallo Micha,

da ich gerade die Fotos von Philipp sah, wollte ich meinem vorherigen Beitrag noch hinzufügen, daß es zur Erzielung „unsichtbarer“ Beugungsstrahlen wichtig ist, auch bei einem Okularschlitten die gewölbten Spinnenspeichen so zu formen, daß sie innerhalb des Tubusquerschitts einen Halbkreis (also volle 180°) bilden. Philipp hat es also richtig gemacht, während man sonst bei Okularschlitten meistens fast parallel stehende gerade Speichen (macht doppelt intensive oder breite Strahlen in nur einer Richtung, nicht als Kreuz) oder falsch gewöbte Speichen sieht. Wenn die beiden Bögen links und rechts des Fangspiegels nicht so geformt sind, daß sie zusammen genau den 180°-Bogen liefern, verpufft zumindest ein Teil der positiven Wirkung. Besonders ungünstig ist es, wenn Teile des einen Bogens parallel zu Teilen des anderen Bogens laufen, weil sich an diesen parallel verlaufenden Stellen die Intensität des zum Speichenverlauf rechtwinkligen Beugungsstrahls verdoppelt.

Man sollte also entweder den Schlitten recht breit gestalten und/oder den Schlitten links und rechts mit "Auslegern" versehen, so daß die Speichen vom Fangspiegel aus weit auseinanderlaufen können. Die Fotos von Philipp sind dafür ein sehr gutes Beispiel.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Gewölbte Spinnenstreben

Hallo Walter,
ich erschaudere vor Ehrfurcht vor so viel Fachkenntnis gepaart mit angenehm ruhiger didaktischer Kompetenz.

Danke für diese tollen Erklärungen. Ich hab wieder was gelernt !

Eins muß ich noch mal nachfragen. Du schreibst

"Was heiß ideal? Ideal gebogen sind sie, wenn die drei Bögen einer 3er-Spinne aneinandergesetzt genau einen Halbkreis bilden "

Also besteht das ideale 3er Spinnenbein aus einem 1/6 meines Tubuskreises? Dann würden die 3 Beine einen Tubushalbkreis bilden. ??

Wie tief die Spinnenbeine (als Blechstreifen) in den Tubus hineinragen, ist doch in Grenzen unerheblich, oder. Dann müßte man das doch locker mit 1 oder 1,5 mm Blech fest genug
kriegen !?

Wie wirkt sich die Ungleichheit der Obstruktion bei einer Schlittenkonstruktion (siehe Phillip) theoretisch aus ? Würde sich da eine Art vierfach-Fächer bilden ?

Nochmals schönen Dank und
gute Nacht allerseits

Micha
 
Hallo Phillip,

JJJJJJAAAAAA, so etwa soll mein Teil auch werden. Glückwunsch !!
Natürlich wird meiner mit 8" F7 etwas größer, aber ich hätte ihn gerne ähnlich minimalistisch.
Ich werde wohl den Kopf etwas geschlossener machen, da ich Atemluft auf dem FS befürchte und weil ich auch eine Abschattung gegenüber dem Okular will.

Du hast die Höhenräder (oder wie heißen die) später größer gemacht. Ich plane sie auch schon recht groß, weil ich mir Gleitvorteile einbilde bei größerem Radius. Kannst du das
bestätigen?
Allerdings werden sie dadurch auch etwas unhandlich. Ich denke grad über eine klappbare Halbbogenkonstruktion nach oder eine Art Flitzebogen für Dobs (Winnetou-Lösung).

Wie ist denn deine Erfahrung mit dem verschwommenen Spikes Brei im Bild ??


Gute Nacht und herzlichen Dank für die Anregungen

Micha
 
Hallo,

>Ich werde wohl den Kopf etwas geschlossener machen, da ich Atemluft auf dem FS >befürchte und weil ich auch eine Abschattung gegenüber dem Okular will.

ich habe zwei verschiedene Ideen für die Blende gegenüber dem OAZ das Material dazu habe ich auch schon herumliegen, ich konnte mich aber noch nicht entschließen wie ich es machen soll...

>Du hast die Höhenräder (oder wie heißen die) später größer gemacht. Ich plane >sie auch schon recht groß, weil ich mir Gleitvorteile einbilde bei größerem >Radius. Kannst du das bestätigen?

Die Höhenräder sind bei mir so groß, da der "Untertubus" sehr leicht ist. Zu leichtängig soll das ganze nicht werden, da man sonst Probleme mit unterschiedlich schweren Okularen kriegt (5mm Ortho vs. 12mm LV in meinem Falle..)

>Allerdings werden sie dadurch auch etwas unhandlich. Ich denke grad über eine >klappbare Halbbogenkonstruktion nach oder eine Art Flitzebogen für Dobs
>(Winnetou-Lösung).

klappbar wäre denkbar, da ist es dann allerdings schwierig den Anschluß der beiden Hälften so genau zu machen, dass es keinen "Holperer" gibt. Ein Flitzbogen ist aber doch nicht kreisförmig? Allein durch Verspannen der Enden wirst Du keinen Halbkreis hinkriegen.

>Wie ist denn deine Erfahrung mit dem verschwommenen Spikes Brei im Bild ??

Beugungsstrahlen gibt es tatsächlich keine, für hochvergrößernde Planetenbeobachtungen ist allerdings die Brennweite etwas kurz und mit dem Gesichtsfeld des 5mm Orthos ist das Dobson-Schubsen bereits etwas mühsam... außerdem habe ich keine Erfahrungen mit 4-Arm Spinnen und habe deshalb keinen Vergleich...

lg

philipp
 
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