Okus

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Vlorian2009

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Hallo,
ich bin Florian

Brauch man wirklich so viele okulare

oder reichen die drei Plössel die (meistens) dabei liegen?
Weil dann könnte ich mir das teleskop das ich mir holen möchte eine Nummer besser leisten (150/1200).Ich weiß das ich im vorangegangenen thread gesagt habe das ist mir zu groß aber da kommt man bei deepsky nicht herum.
Wo sind die Unterschiede:Barlow,Weitwinkel...

Grüße Flo
 
Hi Flo,

am Anfang ist man eigentlich immer mit dem zufrieden was man hat, nur auf Dauer und sogar recht schnell wenn man bei anderen durchschaut wird man aufrüsten wollen.

Plössl funktionieren an einem 150/1200 schon gut und werden sicher zu Beginn Spass machen.

Wieviele Okulare braucht man wirklich? Auch hier wird sich das im Laufe der Zeit differenzieren und man merkt selber: Ah das ist bissl wenig da bräucht ich mehr oder hier kanns ruhig noch weniger sein zur Übersicht usw..

Barlow verlängert die Brennweite des Teleskops um den angegebenen Faktor (1,5x 2x zsw), dadurch hat man bei einem gegebenen Okular dann die doppelte Vergrösserunge ->

Beispiel:

150/1200 mit 10mm Okular = 120x
150/1200 mit 10mm Okulare + 2x Barlow = 240x

Das Problem ist, dass nur eine wirklich gute (und damit leider auch wieder teure) Barlow keine weiteren Abbildungsfehler einführt, die billigen machen praktisch immer ein mieseres Bild als eine Festbrennweite, ich bin persönlich kein Fan von Barlows...

Weitwinkel bedeuted einfach, dass das Okular ein großes scheinbares Gesichtsfeld hat, Plössl haben ca. 50° Planetaries 60° die ersten Weitwinkel wie Goldkanten, LVWs und Hyperions zwischen 65 und 68° und Ultraweitwinkelwie Speers Waler, Nagler oder Ethos sogar 80-100°

Damit sieht man bei gleicher Vergrösserung einfach ein grösseres Feld, das ist zum einen sehr schön anzuschauen wenn das Auge nicht (so stark) durch den Rand des Okulars eingeengt wird (versuch mal mit verschieden langen Rollen am Auge -> lang = TUnnelblick mit wenig Feld) zum anderen bleibt ein Objekt auch ohne Nachführung sehr viel länger im Feld bevor es hinauswandert.

Viele Grüße Benny
 
Hi Florian

Bin selber noch ein Anfänger, habe aber bereits ein paar Fehlkäufe hinter mir, kann also Tipps geben ;-).

Bei Barlow-Linsen gibt's zwei "Aber":
- es gibt billige und teure. Billige nehmen Dir relativ viel Licht weg, was für Deepsky ziemlich einschränkend ist, weil die Objekte eh nicht hell sind.
- es bringt nichts, auf eine billige BL ein teueres Okular mit grossem Blickwinkel zu stellen: die BL verkleinert den Blickwinkel. Dein Kugelsternhaufen wird zwar 2x mehr vergrössert, aber Du siehst nur noch einen engen Ausschnitt davon.

Mein subjektiver Eindruck ist, am Anfang überschätzt man die Vergrösserung, ab der man Spass hat. Heute würde ich lieber nur ein Okular kaufen, dafür ein gutes. Und die Barlow-Linse vergessen.

Gruss,
Andrei
 
Nochmals hallo Florian,

was du jetzt entwickelst, das nennt man hektische Betriebsamkeit. Und Hektik ist immer ein schlechter Ratgeber, wenn man etwas kaufen will.

Im Gegenzug mache ich einen brutalen Vorschlag:
Der Standard-Dob 8" F6 kostet vielleicht 280.- Euro. Dazu braucht man ein Weitwinkel Okular (70.- Euro). Für den Mond kannst du dir ein beigeliefertes Plössl (oder gebraucht gekauftes 10mm für 10 Euro) reinstöpseln. Das ist rein finanziell gesehen ein grundsolider Vorschlag.

Niemand weiss, ob du einen dunklen Garten beim Eigenheim hast, oder ob du im Mietshaus wohnst und alles mit der U-Bahn transportieren musst. Bei eigenem Garten und dunklem Himmel ist der 8" Dob ideal. Bei Transportschwierigkeiten ist er nur ein Klotz am Bein.

Mit 100 Euro zu spekulieren, um Okulare einzusparen, und dafür einen Newton 150/1200 zu kaufen, ist nur ein Taschenspieler-Trick. Die zum Teil diffizilen Deep-Sky-Objekte zu finden ist schon eine Aufgabe. Dann müssen sie im Blickfeld gehalten werden. Minimum sind hier die Planetary-Okus (Preisklasse 60 Euro). Plössls sind für Deep-Sky einfach nicht praxisgerecht, von der Qualität einmal abgesehen. Daher hatte ich den 130/900 ins Spiel gebracht. Manche Leute machen Nebel-Beobachtungen mit 102mm Öffnung. Man sollte von den 130mm Öffnung also nicht so gering denken. Es würde für die nächsten 3 Jahre Beobachtung jedenfalls nicht langweilig.

Über die finanzielle Strategie entscheidest du allein. Wir können nur kommentieren, ob die Kaufobjekte solide sind und was sie leisten können.

Schau dir die Links von Klaus Tietzel an und lasse dir Zeit für deine Kaufentscheidung. Mit Gruss,
Joachim
 
Ich denke mir man muß und kann nicht alles auf einmal angucken des wegen werde ich daß nochmal überdenken

MFG Flo
 
Hi Flo,

Brauch man wirklich so viele okulare

oder reichen die drei Plössel die (meistens) dabei liegen?

Tja, wie so oft: kommt drrauf an.

Ein Teleskop ist ein System aus Montierung, Tubus und Okukaren/Okularauszug, wie eine Kette. Wenn Du für Okus was mäßiges nimmst setzt Du damit die Leistung des Systems herab.



Ein Plössl ist ein Okulartyp, der nicht schlecht sein muss. Die Plössl von Televue z.B. gelten als ganz hervorragende Okulare.
Die Plössl die bei Einsteigerteleskopen dabei sind erreichen diese Qualität nicht. Das heisst nicht, dass die unbedingt schlecht sind, aber halt nicht soo gut.

Ein Okular hat verschiedene Eigenschaften: Transmission, Gesichtsfeld, Brennweite, Einblickverhalten, Korrektur für kleine Öffnungsverhältnisse, Schärfe und so weiter.

Bei Dobsons nimmt man gerne weitwinklige Okualare mit großem Gesichtsfeld, ist bei höheren Vergrößerungen einfach praktisch weil man nicht so oft schubsen muss. Bei Deep Sky nimmt man gerne welche mit hoher Transmisssion um kein Licht zu verschwenden, bei Planeten evtl. eher welche mit weniger Gesichtsfeld dafür maximaler Schärfe.

Jetzt kommts drauf an was Du haben willst.

Man kann natürlich mit einfacheren Okus beobachten und deren Nachteile in Kauf nehmen. In der Regel ist es aber so, dass man sehr schnell auf den Geschmack kommt und sich etwas besseres kauft. An den Okus zu sparen ist also sehr zweifelhaft.

Wieviele man braucht, naja, im Prinzip gibts nen Bereich geringere Vergrößerungen (z.B. für Nebel), mittlere Vergrößerungen (z.B. Galaxien) und die höheren Vergrößerungen. Mit 3 Stück hat man das schon abgedeckt und kann bereits eine Menge sehen. Gerade bei den höheren Vergrößerungen ist es aber so, dass je nach Umweltbedingungen Grenzen da sind: Stichwort Seeing. Dann nimmt man gerne mehrere um sich an die höchstmögliche Vergrößerungg heranzutasten.
Auch bei den anderen Vergrößerungen kann man mit Brennweiten dazwischen mehr aus der Beobachtung heruasholen, weil das Bild z.B. bei der Beobachtung von Nebeln das Bild mit steigender Vergrößerung zwar dunkler wird, dafür man Details bei höherer Vergrößerung aber besser erkennen kann.

Eine Art Faustregel sagt, dass man mit 5-6 Okus gut bedient ist. Variationen gibts dann viele, gestandene Beobachter haben manchmal nen ganzen Koffer dabei ;)

Gerade am Anfang muss man also ganz schön viel Geld für Okulare noch dazurechnen. Für Dich wäre jetzt vermutlich am besten ein bisschen mehr über Okus zu lesen und dann mal ein Gesamtpaket zu kalkulieren

CS

Klaus

 
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