kleinermars
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Mit 162 m Sehfeld und 650 g angegebenem Gewicht war es mir für 60 Euro einen Kauf wert. Im Sommer will ich es auf dem Boot benutzen, im Winter am Himmel und auf Wanderungen. Aber kann ein Fernglas für 60 Euro überhaupt was taugen?
Es ist nur ein Porro, ein uralter Entwurf, nicht wasserdicht und es hat keine für Brillenträger optimierten Okulare, die mich sowieso nur stören würden. Die großen Kostenfaktoren in der Produktion scheiden also aus. Made in China sowieso und vermutlich aus derselben Fabrik wie das Nikon Action VII. Aber wegen sparsamerer Gummierung etwas leichter.
Erst einmal die Werte überprüfen: Vergrößerung ist 6,8-6,9 (überprüft mit der Digitalkamera-Methode), Austrittspupille 4,8-4,9 (mit 8-fach-Lupe und Schieblehre gemessen), Sehfeld deutlich größer als beim Deltrintem, könnte also hinkommen, gewogen wurden 670 g. Kollimierung stimmt. Alle Werte sind also halbwegs in Ordnung, kleinere Abweichungen zu meinen Ungunsten habe ich erwartet.
Randschärfe ist nicht gegeben, habe ich auch nicht erhofft. Mittenschärfe ist etwas schlechter als beim Deltrintem. Die Gummierung müffelt ein bisschen, aber nicht störend. Tasche und Trageriemen sind zwar aus minderwertigem Material, aber leicht und die Tasche trägt vor allem nicht auf, was mich bei teureren Produkten oft gestört hat. Vier gut haltende Linsendeckel sind auch dabei.
Die Austrittspupille ist nicht ganz rund, sie wird an einer Seite leicht vignettiert. Die drei anderen Seiten zeigen das Problem fehlender Totalreflexion an den äußeren Enden, wahrscheinlich wegen Prismen aus BK7. Der objektivseitige Tubus ist metallisch glänzend und genau wie die Prismenseiten nicht geschwärzt. Hierin vermutete ich eine Ursache für das ordentliche Störlicht, das den Kontrast bei diesigem Wetter massiv herabsetzt. Ein Blick auf den hellen Mond nebelt das Bild zu 50% ein.
Die Objektive lassen sich abschrauben, allerdings brauchte ich beim ersten Mal einen Dosenöffner dafür. Die Fassungen sind nur aus Plastik und waren wahrscheinlich verklebt, aber die Kollimierung blieb nach dem Zuschrauben dennoch erhalten. Mit Kameralack habe ich alle metallischen Flächen und die erreichbare Seite eines Prismas geschwärzt, gebracht hat es fast nichts. Demnächst werde ich noch einmal okularseitig nachsehen.
Schade, dass es anscheinend kein besseres kompaktes 7x35 mit geringem Gewicht gibt. Nikon EX ist mir mit 800 g schon zu schwer. Steiner liefert noch ein 7x30 mit 500 g, aber mit engem Sehfeld und im Grunde sind 35 mm Öffnung schon knapp bemessen. Über 7-fach will ich wegen der Verwendung auf dem Boot nicht gehen.
Wie soll ich das Olympus bewerten? Absolut gesehen ist es kein Wunderwerk der Technik, gemessen am Preis aber schon. Besseres Glasmaterial und etwas bessere Störlichtunterdrückung und es dürfte meinetwegen 200 Euro kosten.
Gruß
kleinermars
Es ist nur ein Porro, ein uralter Entwurf, nicht wasserdicht und es hat keine für Brillenträger optimierten Okulare, die mich sowieso nur stören würden. Die großen Kostenfaktoren in der Produktion scheiden also aus. Made in China sowieso und vermutlich aus derselben Fabrik wie das Nikon Action VII. Aber wegen sparsamerer Gummierung etwas leichter.
Erst einmal die Werte überprüfen: Vergrößerung ist 6,8-6,9 (überprüft mit der Digitalkamera-Methode), Austrittspupille 4,8-4,9 (mit 8-fach-Lupe und Schieblehre gemessen), Sehfeld deutlich größer als beim Deltrintem, könnte also hinkommen, gewogen wurden 670 g. Kollimierung stimmt. Alle Werte sind also halbwegs in Ordnung, kleinere Abweichungen zu meinen Ungunsten habe ich erwartet.
Randschärfe ist nicht gegeben, habe ich auch nicht erhofft. Mittenschärfe ist etwas schlechter als beim Deltrintem. Die Gummierung müffelt ein bisschen, aber nicht störend. Tasche und Trageriemen sind zwar aus minderwertigem Material, aber leicht und die Tasche trägt vor allem nicht auf, was mich bei teureren Produkten oft gestört hat. Vier gut haltende Linsendeckel sind auch dabei.
Die Austrittspupille ist nicht ganz rund, sie wird an einer Seite leicht vignettiert. Die drei anderen Seiten zeigen das Problem fehlender Totalreflexion an den äußeren Enden, wahrscheinlich wegen Prismen aus BK7. Der objektivseitige Tubus ist metallisch glänzend und genau wie die Prismenseiten nicht geschwärzt. Hierin vermutete ich eine Ursache für das ordentliche Störlicht, das den Kontrast bei diesigem Wetter massiv herabsetzt. Ein Blick auf den hellen Mond nebelt das Bild zu 50% ein.
Die Objektive lassen sich abschrauben, allerdings brauchte ich beim ersten Mal einen Dosenöffner dafür. Die Fassungen sind nur aus Plastik und waren wahrscheinlich verklebt, aber die Kollimierung blieb nach dem Zuschrauben dennoch erhalten. Mit Kameralack habe ich alle metallischen Flächen und die erreichbare Seite eines Prismas geschwärzt, gebracht hat es fast nichts. Demnächst werde ich noch einmal okularseitig nachsehen.
Schade, dass es anscheinend kein besseres kompaktes 7x35 mit geringem Gewicht gibt. Nikon EX ist mir mit 800 g schon zu schwer. Steiner liefert noch ein 7x30 mit 500 g, aber mit engem Sehfeld und im Grunde sind 35 mm Öffnung schon knapp bemessen. Über 7-fach will ich wegen der Verwendung auf dem Boot nicht gehen.
Wie soll ich das Olympus bewerten? Absolut gesehen ist es kein Wunderwerk der Technik, gemessen am Preis aber schon. Besseres Glasmaterial und etwas bessere Störlichtunterdrückung und es dürfte meinetwegen 200 Euro kosten.
Gruß
kleinermars