Optik für Anfänger

DerSattler

Mitglied
Hallo,
Ich bin ein absoluter Neueinsteiger in der Astronomie. Ich habe letztes Jahr ein Bresser 130/650 Reflector von meinem Vater geschenkt bekommen, da er sowas gern kauft, aber nicht nutzt.
In den ersten guten Nächten habe ich es erfolgreich geschafft das Teleskop aufzubauen und aus zu tarieren etc, aus- und einzurichten des Suchers, Einnorden hat auch geklappt, auch das mitgelieferte Material an Plössln habe ich getestet. Es ist mir damit gelungen den Mond (ist denke ich nicht besonders schwer) zu finden und zu betrachten, sowie Jupiter und ein paar seiner Monde sowie Saturn mit seinen Ringen war auch sichtbar.

Nun meine brennende Frage:
Die mitgelieferten Plössl und die Barlowlinse.... diese sind sicherlich keine Top Qualität. Kann ich hier mit anderen Okularen/Plössln eine bessere Qualität erzielen? Also in der Schärfe des Bildes und auch in der Vergrößerung? Wo ist eigentlich der genaue Unterschied zwischen Plössl und Okular? Im Moment möchte ich Mond und Planeten beobachten und später mit besserem Material oder einem besseren Teleskop auch Nebel etc. da ich schätze das dieses kleine Einsteiger Teleskop nicht für Nebel etc geeignet ist oder?

- Kann ich alle Hersteller nutzen solange es 1.25`ist?
- Sind evtl einige Anbieter eher zu empfehlen oder andere zu meiden?
- Welche Vergrößerungen sollte man über die zeit ansammeln?
- Wieviel Geld sollte man den in die Hand nehmen damit es evtl auch für spätere Teleskope nutzbar ist?
- Sind Filter, wie Mondfilter wichtig? Vollmond blended teilweise schon ganz gut im Auge.
- kann ich hierfür einen Sonnenfilter bauen/kaufen ?

Da ich mir zur Zeit kein neues teuerers Teleskop kaufen möchte aber trozdem im Hobby weitermachen möchte, würde ich nun zu erst in bessere Okulare investieren und damit weiter schauen was mir das kleine Einsteiger-Teleskop bietet. Später möchte ich natürlich auch ein größeres und qualitativ hochwertigers kaufen, aber als absoluter neuling möchte ich so viel wie möglich mit dem günstigeren Material üben.

Ich denke das sind klassische Anfänger Probleme/Anfragen, trozdem würde ich mich freuen wenn mir jemand einen oder auch zwei kleine Tipps geben möchte.

Vielen Dank im voraus

Jan
 
Hi Jan,

Ein Plössl Okular ist ein bestimmter Typ von Okular (innerer Linsenaufbau).
Es gibt unterschiedliche Typen.
Wenn deine Okularaufnahme 1.25" ist, kannst du alle 1.25" Okulare nutzen wenn die resultierende Vergrößerung für dein Teleskop sinnvoll ist.

Ich würde an deiner Stelle jetzt erst mal nicht soo viel investieren.
Erst wenn du sicher bist, dass es langfristig Spaß macht.
Ein Übersichtsokular mit 25-30mm Brennweite und großem Gesichtsfeld könnte interessant sein.
Aber auch nicht unbedingt günstig.

Du kannst dich auch mal mit dem Thema "Justage" beschäftigen.
Und interessante Literatur besorgen oder im Netz suchen (Grundlagen, Beobachtungsobjekte, Sternkarten, ...)

Interessante Objekte sind auch Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen, Doppelsterne.

Gruß Martin
 
Moin,

ich wäre bei Martin, erstmal nicht so tief in die Monetenkiste greifen, lieber langsam und beständig vollaufen lassen, wenn Du dabei bleibst wirst Du es brauchen. Zu Deinen Fragen:

- Kann ich alle Hersteller nutzen solange es 1.25`ist?

:> JA

- Sind evtl einige Anbieter eher zu empfehlen oder andere zu meiden?

:> Bresser ist - leider - ne Billigbude. Es gibt viele Anbieter, ich hab mal einen Shop aufgemacht
:> -> Pössl | Standardokular für Teleskope | ASTROSHOP
:> Das zeigt was es da gibt.

- Welche Vergrößerungen sollte man über die Zeit ansammeln?

:> Ich bin kein visueller, aber wenn man sich erstmal auf preiswerte Okulare fokussiert und nicht gleich in höhere Sphären kraxelt halte ich ein Plössl-Set
:> wie es sie am Markt gibt + vllt. ein 30er, wenns denn nicht dabei ist für eine Idee.

- Wieviel Geld sollte man den in die Hand nehmen damit es evtl auch für spätere Teleskope nutzbar ist?

:> Für ein eher einfaches Okular wie das Plössl würde ich max. 70€ bei einer dann schon besseren Marke ansetzen.

- Sind Filter, wie Mondfilter wichtig? Vollmond blended teilweise schon ganz gut im Auge.

:> Die Frage mit dem Mond hast Du Dir selbst beantwortet. Ein einfaches Farbfilterset zum Ausprobieren ist auch kein Fehler. Lernen tut man durch tun.

- kann ich hierfür einen Sonnenfilter bauen/kaufen ?

:> SONNE IST BRANDGEFÄHRLICH - da würde ich als Anfänger von Allem, aber auch wirklich ALLEM, was basteln heißt Abstand nehmen.
:> Du kannst nicht so schnell blinzeln wie die Augen hin sind.
:> Man kann relativ preiswert Foliensollenfilter in der passenden Größe für sein Teleskop kaufen. Sowie ein Neutraldichtefilter fur's Okular,
:> am besten regelbar, damit es angenehm bleibt. Das erreicht man durch zwei gegeneinander zu verdrehende Polfilter - gibt's fertig.
:> OKULARSONNENFILTER taugen nur für eins, die Mülltonne!


CS
Jörg
 
Hallo Jan,

mit etwas Geduld wäre hier im Gebrauchtmarkt was möglich.
Planetary oder Goldkante / Blaukante in 6mm und 15mm.
Ich habe z.B. ein 15mm Blaukante (TSSW 15mm) auch hier im Forum gebraucht erworben und bin damit sehr zufrieden.
Habe gerade mal spontan im Biete-Forum nach Blaukante gesucht und ein günstiges Angebot vom 9. August gefunden, vielleicht ist das ja noch zu haben.

Gruß,
Holger
 
Hallo Martin und Jörg.

Das ist sehr hilfreich für mich was Ihr geschrieben habt. Sonne finde ich halt auch spannend, aber ich hab da echt respekt vor. Für die Netzhaut ist das ja extrem schädlich wenn ich was falsch mache. Da werde ich dann wohl noch mit warten.

Das mit : Bresser ist - leider - ne Billigbude. glaube ich gern. Aber für mich zum ersten testen und schauen ob man es wirklich gern weiter machen möchte ist es dann doch besser als viel Geld zu investieren und sich dann zu ärgern. Und mein Vater ist 82 Jahre... der kauft sich selber nix mehr im hochpreisigen Bereich.
Ich selber kenne nur über Internet, Youtube etc Meade und Celstron und Skywatcher. Mit mehr habe ich mich noch nicht beschäftigt.
Und bei dem Angebot an Okularen bin ich auch noch überfordert, weil ich noch nicht raus habe was zu meinem kleinen 130/650 passt. Die Brennweite ist ja nicht so groß etc. und ich weiss auch noch nicht was zu was passt. Daher die Frage, bevor ich mir teures Material kaufe was ich dann nicht nutzen kann.

Auf der Bresser Page:
  • Okulare: 10 mm und 25 mm (1,25-Zoll-Steckhülsen)
  • Barlow-Linse 3x (1,25-Zoll-Steckhülse)
  • Universell einsetzbar für Mond, Planeten und Deep-Sky-Objekte
Sollte ich bei so einem Teleskop als Beispiel ein Okular 5mm-9mm haben?
Aber das mit dem Deep-Sky wage ich zu bezweifeln. Kann ein so günstiges Einsteiger Teleskop sowas leisten? Und ist dann überhaupt für mich sichtbar mit der Nachführung per Hand? Aber mit ein wenig mehr Übung fallen sicherlich die Dinge leichter :)
 
Hallo Jan,

mit etwas Geduld wäre hier im Gebrauchtmarkt was möglich.
Planetary oder Goldkante / Blaukante in 6mm und 15mm.
Ich habe z.B. ein 15mm Blaukante (TSSW 15mm) auch hier im Forum gebraucht erworben und bin damit sehr zufrieden.
Habe gerade mal spontan im Biete-Forum nach Blaukante gesucht und ein günstiges Angebot vom 9. August gefunden, vielleicht ist das ja noch zu haben.

Gruß,
Holger
Danke Dir. Ich werde da mal reinschauen was ich da so finden kann. Brache ja nicht den Ferrari unter den Okularen, aber es sollte mehr als ein Trabi sein
 
Ich würde hier nochmal die TS Flatfield ED (N-ED) mit 60° empfehlen.
da macht man mit der ganzen Reihe nix verkehrt, außer dem 15er, das fällt von der Abstufung her aus der Reihe.
Die haben ein sehr gutmütiges Einblickverhalten, großzügig einstellbarer Augenabstand, gute Schärfe und Transmission, sind klein und leicht (keine Balance-Probleme) und haben mit 60° auch definitiv keinen Tunnelblick mehr. Für mein Gefühl das Beste, was die Einsteigerklasse zu bieten hat, hab sie immer noch, obwohl ich mittlerweile andere Kaliber hab, mag uch sie irgendwie nicht weggeben.
Die sind an deinem Teleskop uneingeschränkt verwendbar. Das 25mm bringt nahezu das maximal mögliche Bildfeld von 1,25" ans Auge, das 3,2mm bringt eine sehr sinnvolle Maximalvergrößerung von 200x.
Auch die Abstufung ist (ohne das 15er) sehr gleichmäßig: 25-18-12-8-5-3,2

25÷18=1,4
18÷12=1,5
12÷8=1,5
8÷5=1,6
5÷3,2=1,56

6 Okulare klingen für den Anfang recht viel, aber glaub mir, wenn du dabei bleibst wirst du schnell bei 6-7 Okularen landen um die komplette Bandbreite eines Teleskops gut und halbwegs lückenlos auszunutzen.
Vllt mit 3 Okularen zum durchstarten anfangen, 25-12-5 zum Beispiel.

LG
Olli
 
Okulare: 10 mm und 25 mm (1,25-Zoll-Steckhülsen)
Zumindest sinnvolle Brennweiten, das ist bei manchen Kaufhausteleskopen leider nicht so.

Die Beilagenbarlow wird das Bild wahrscheinlich eher verschlechtern. Würde ich mal mit dem 25mm Okular testen. Mit dem 10er macht das keinen Sinn.
Die vorhandenen Brennweiten würde ich erst einmal weiter nutzen.

Für Planeten & Mond würde ich noch ein Okular um die 5-6mm zulegen. Verwendbar bei guten Bedingungen um die kleinen Planeten auch noch größer zu sehen.
Mit der 15mm Blaukante beobachte ich gerne. Wenn du die für 25 Euro bekommen kannst ist das kein Fehlkauf.

Eine Goldkante gibt es mit 6mm, Planetary bietet mehr Brennweiten, ich habe z.B. 8mm. Liegt aber sehr dicht am 10er. Da würden 5 oder 6mm bei dir gut passen.
Vielleicht wirst du auch da gebraucht fündig.

Gruß,
Holger
 
Hallo Jan

Ein schlechtes Bild kann viele Ursachen haben, die üblichen Verdächtigen sind mangelhafte Justage, Optik nicht ausgekühlt, schlechte optische und mechanische Qualität.
Da hilft was neues kaufen dann auch nicht unbedingt was.

Ein weiterer Aspekt ist Vorstellung vs. Realität, bzw. was überhaupt zu sehen ist mit Teleskop XY.

Dann gibt es sowas wie den optimalen Beobachtungszeitpunt von astronomischen Objekten.
Meist dann wenn die Objekte hoch am Himmel stehen bzw. wenn sie durch den Meridian laufen und nicht unbedingt dann wenn man gerade Zeit und Lust hat.

Gruß
CS
 
Hallo Jan,

auch ich würde dir erst mal vom zügig weiter Geld ausgeben abraten. Durch die Verwendung der beiden zugegebenen Okulare machst du nicht kaputt - weder bei dir noch am Fernrohr. Die 3fach Barlow Linse kannst du sicherlich vergessen. Ich selbst verwende gerne Barlow Linsen, um die maximal nutzbaren Vergrößerungen zu erreichen. Da handelt es sich aber um gute aus Russland oder von Zeiss. Es gibt aber auch viele, die Barlows ganz schrecklich finden.

Wie mein Vorredner schon ausführt, muss das Fernrohr ordentlich justiert sein. Bei seinem Verhältnis Öffnung zu Brennweite 1/5 führt schlechte Justierung sofort zu schlechten Bildern. Justieranleitungen finden sich allerorten im Netz und Justage ist kein Hexenwerk.

Der Newton braucht auch Zeit, die Außentemperatur anzunehmen. Meinen 150/750 stelle ich immer mindestens 1 Stunde vor Beobachtungsbeginn ins freie.

Natürlich "kann" so ein 130/650 auch Deep Sky. Andromeda Nebel, h und chi im Perseus, M27 und..... liegen alle locker im Bereich des möglichen.

Lerne das Gerät mit seinen Eigenheiten kennen und arbeite dich ein. Nach 1 bis 2 Jahren intensiver Beschäftigung kannst du dir dann überlegen, ob dir das für den Rest deines Sternguckerlebens reicht oder ob du mehr Gerät benötigst.

CS Gerhard
 
Vielen Dank an alle die so nett geantwortet haben.
Ich werde mir wenn die Zeit da ist mal wieder alles aufbauen und weiter üben. Ich muss immer ein wenig raus hier aus dem Ort, weil es hier echt hell ist nachts. Auch den Tipp mit der Lektüre werde ich mal in Angriff nehmen. ?
 
Hallo Jan,
wie oben schon mal kurz erwähnt, ist die Leistungsfähigkeit eines Teleskops bei Dejustage der optischen Elemente manchmal verheerend eingeschränkt. Meine Empfehlung ist, daß Du Dich auch mit der Kollimierung beschäftigst, da wirken kleine Korrekturen manchmal Wunder.
CS
Peter
 
Hallo Jan,
wie oben schon mal kurz erwähnt, ist die Leistungsfähigkeit eines Teleskops bei Dejustage der optischen Elemente manchmal verheerend eingeschränkt. Meine Empfehlung ist, daß Du Dich auch mit der Kollimierung beschäftigst, da wirken kleine Korrekturen manchmal Wunder.
CS
Peter
Danke für den Tipp. Ich werde mal versuchen aus dem kleinen Einsteiger den ich da habe alles raus zu holen was mir möglich ist.
 
Nochmal wegen der Barlow Linse. Taugt die eher nix weil die 3x sein soll? Wäre 2x besser? Also zb Jupiter mit meinem 10mm + 2x barlow?
 
Es wird nicht so sein, dass man die 3x garnicht verwenden kann.
Die Qualität dieser günstigen Teile kann (muss nicht) evtl. eher bescheiden sein.
Das addiert sich dann vielleicht ungünstig zusammen mit einfachen Okularen.
Mit der 3x Barlow zusammen mit dem 10mm Okular bist du meiner Meinung nach auch schon jenseits der zuträglichen Vergrößerung.
Bei dem günstigen Gerät und f/5 würde ich 5mm Okularbrennweite als kleinste sinnvolle sehen.
Wenn du später vielleicht mal ein gutes 15mm und ein gutes 5mm Okular hast, kannst ja mal das 15er mit 3x Barlow gegen das 5mm vergleichen.
Kann auch sein, dass der Vergleich besser ausgeht als erwartet.
Oder schlechter, das ist schwer zu sagen ohne selbst durch zu schauen ...
 
Also ist das insgesamt wie bei vielen anderen Sachen auch: testen ?
Und zur Zeit sind es ja nur die im set enthaltenen Linsen. Bei denen gehe ich halt von sehr günstigen Bauteilen aus. Aber ich schaue dann mal in Ruhe
 
Hallo Jan,

über Barlow Linsen gibt es auch immer wieder heftige Diskussionen. Natürlich gibt es bessere und schlechtere. Ich benutze meine 2x recht gerne. So komme ich bei meinen kurzbrennweitigen Geräten mit einfachen Okularen auf größere Vergrößerungen. Plössl und Kellner Okulare machen bei Brennweiten unter 10mm nämlich überhaupt keinen Spaß.
Auch als Freund guter Barlows muss ich aber sagen, dass sich nicht jede Barlow mit jedem Okular und jedem Instrument gut verträgt. Was gut zusammenpasst, lässt sich aber aus der Ferne vorher auch nicht immer sagen.

CS Gerhard
 
geht es denn darum, dass ein Hobby immer leicht sein muss? ist es nicht gerade die Herausforderung und die Komplexität, die uns fesselt?
 
Hi Jan,
willkommen beim Sternschauen.
Neben der Justage des Newtons ist das Auskühlen extrem wichtig, das Gerät mindestens eine Stunde vor der Beobachtung ins Freie stellen.
Der Mond braucht hohe Vergrößerungen, ein ca 5mm Okular oder die vorhandene Barlow mit dem vorhandenen 20- oder 25mm Okular.
Den Orion-Nebel siehst du damit auch ganz gut, aber nur abseits der Stadt, mit nicht zu hoher Vergrößerung und dunkelgewohnten Augen.
Das Justieren ist keine Hexerei, eine Mittenmarkierung am Hauptspiegel aber unbedingt nötig. Wenn nicht vorhanden, Spiegel ausbauen und draufkleben. Das stört nicht, weil die Spiegelmitte beim Newton sowieso nicht zur Bildentstehung beiträgt. Dann z.B. eine Filmdose mit mittigem 3mm-Loch statt Okular einstecken, durchschauen und gegen hellen Hintergrund (z.B. Tageshimmel !!!abseits der Sonne!!! oder Zimmerdecke) durch verkippen des Hauptspiegels die Reflexion des Lochs mit der Mittenmarkierung des Hauptspiegels zur Deckung bringen. Der Fangspiegel sollte so ausgerichtet sein, dass sich der ganze Hauptspiegel drin spiegelt.
Viel Spaß, Nik
 
Hi Jan,
willkommen beim Sternschauen.
Neben der Justage des Newtons ist das Auskühlen extrem wichtig, das Gerät mindestens eine Stunde vor der Beobachtung ins Freie stellen.
Der Mond braucht hohe Vergrößerungen, ein ca 5mm Okular oder die vorhandene Barlow mit dem vorhandenen 20- oder 25mm Okular.
Den Orion-Nebel siehst du damit auch ganz gut, aber nur abseits der Stadt, mit nicht zu hoher Vergrößerung und dunkelgewohnten Augen.
Das Justieren ist keine Hexerei, eine Mittenmarkierung am Hauptspiegel aber unbedingt nötig. Wenn nicht vorhanden, Spiegel ausbauen und draufkleben. Das stört nicht, weil die Spiegelmitte beim Newton sowieso nicht zur Bildentstehung beiträgt. Dann z.B. eine Filmdose mit mittigem 3mm-Loch statt Okular einstecken, durchschauen und gegen hellen Hintergrund (z.B. Tageshimmel !!!abseits der Sonne!!! oder Zimmerdecke) durch verkippen des Hauptspiegels die Reflexion des Lochs mit der Mittenmarkierung des Hauptspiegels zur Deckung bringen. Der Fangspiegel sollte so ausgerichtet sein, dass sich der ganze Hauptspiegel drin spiegelt.
Viel Spaß, Nik
Das klingt spannend! Das werde ich heute oder morgen mal in Augenschein nehmen. Brauche ich auch zwingend diesen Laser?
 
Das mit dem Laser variiert je nach Beobachter. Ich brauch den Laser für kleine Geräte wie deines nicht. Filmdosen gibt's ja eigentlich nicht mehr, aber wichtig ist nur, dass das Loch genau in der Mitte ist.

Und möglich, dass der Spiegel ohnehin justiert ist, dann spar dir das erst mal: Nur wenn scharfgestellte Sterne in der Mitte des Gesichtsfeldes ein v-förmiges Kometenschwänzchen ("Koma") zeigen, dann ist die Justage nicht ok und das wirkt sich auf die Detailerkennung bei höheren Vergrößerungen aus. Wenn in der Bildmitte keine Kometenschwänzchen da sind, sondern die Sterne wie ganz kleine, gleichmäßig runde, brodelnde Licht-Igel aussehen, würde ich nix angreifen und einfach mal beobachten.

Noch was: jeder Stern hat 4 oder 6 Strahlen ("Spikes") von der Fangspiegelhalterung, meist 4 oder 3 dünne Streben. Das ist hier nicht gemeint, ist ein Kennzeichen jedes Newton-Teleskops und hat nichts mit der Justage zu tun.

PS, am Bildrand ist Koma bei deinem F5-Newton nie ganz vermeidbar ohne Komakorrektor, aber das ist ein nächster Schritt, schön l a n g s a m ... und viel Spass,
:)
Grüße, Nik
 
Zuletzt bearbeitet:
Das mit dem Laser variiert je nach Beobachter. Ich brauch den Laser für kleine Geräte wie deines nicht. Filmdosen gibt's ja eigentlich nicht mehr, aber wichtig ist nur, dass das Loch genau in der Mitte ist.

Und möglich, dass der Spiegel ohnehin justiert ist, dann spar dir das erst mal: Nur wenn scharfgestellte Sterne in der Mitte des Gesichtsfeldes ein v-förmiges Kometenschwänzchen ("Koma") zeigen, dann ist die Justage nicht ok und das wirkt sich auf die Detailerkennung bei höheren Vergrößerungen aus. Wenn in der Bildmitte keine Kometenschwänzchen da sind, sondern die Sterne wie ganz kleine, gleichmäßig runde, brodelnde Licht-Igel aussehen, würde ich nix angreifen und einfach mal beobachten.

Noch was: jeder Stern hat 4 oder 6 Strahlen ("Spikes") von der Fangspiegelhalterung, meist 4 oder 3 dünne Streben. Das ist hier nicht gemeint, ist ein Kennzeichen jedes Newton-Teleskops und hat nichts mit der Justage zu tun.

PS, am Bildrand ist Koma bei deinem F5-Newton nie ganz vermeidbar ohne Komakorrektor, aber das ist ein nächster Schritt, schön l a n g s a m ... und viel Spass,
:)
Grüße, Nik
Vielen Dank für den Tipp. Ich schaue ob ich „Bildfehler“ finde und schaue dann wegen dem Justieren weiter
 
Hi,

na ja, beim Newton gehört ja das Justieren zur normalen Wartung.
Das sollte man später oder besser früher sowieso machen.

Ich würde definitiv einen Laser benutzen. Ist ja nicht super teuer. Und bis auf die Justage des Lasers selber ein sehr genaues Messinstrument.
Und einfach zu handhaben, auch bei Dunkelheit im Feld. Deswegen und auch wegen dem exakteren Punkt bei niedriger Stärke am besten einen regelbaren.

Gruß
Peter
 
Wobei das Meßinstrument Auge noch besser ist! Und kostenlos! Habe hier oft den Eindruck, das unserer schönes Hobby in eine Verkaufsschlacht umgemünzt wird! Im wahrsten Sinne des Wortes.
VG Frank
 
na ja, beim Newton gehört ja das Justieren zur normalen Wartung.
Das sollte man später oder besser früher sowieso machen.
Absolut. Und stimmt, auf dem Acker bei Nacht will ein Riesendobson beim Beobachten gerne mal justiert werden:eek:, da ist ein Laser das Mittel der Wahl. :y:
An einem kleinen Newton wie beschrieben sollte sich aber nicht dauernd die Notwendigkeit ergeben. Einmal richtig justiert, genügt eine Kontrolle im Wohnzimmer zwischen den Beobachtungen, dafür braucht man den Laser nicht wirklich. Wenn die Justage aber so instabil sein sollte, dass sich dauernd was verstellt, sollte man dem nachgehen und z.B. die Fangspiegelhalterung dahingehend verbessern, die oft ein Schwachpunkt ist: vom Werk her extrem fest angezogen, Schrauben graben sich in Kunststoff oder Alu, fehlende oder falsch plazierte Federn etc. Das läßt sich beheben und vorher macht eine Justage nur bedingt Sinn. Auch die Hauptspiegellagerung kann man hinterfragen und "in Ordnung bringen", falls nötig und wenn man das ohnehin öffnen muss, um die Mittenmarkierung anzubringen, ansonsten und wenn der Hauptspiegel justierbar ist, diesen erst mal nicht aufmachen.

Daher mein Ansatz, erst mal zu beobachten. Wenn man dann Lust hat, sich an nebeligen Winterabend eingehend mit dem Zerlegen des Teleskops und z.B. mit der sehr guten Newton-Justieranleitung von Tommy zu beschäftigen, ist das genau richtig. Auch eine Auslegung des Tubus an bestimmten Stellen mit Velours wär im Zuge des Öffnens möglich, aber auch nicht der erste Schritt.
CS Nik
 
Hallo Jan
Wenn Du die Möglichkeit hast, geh mit anderen Sternfreunden gemeinsam beobachten, bzw. schau Dich um ob es einen Astro-Verein bei Dir in der Nähe gibt. Die Jungs und Mädels haben meist gutes bis sehr gutes Equipment, wissen wie man damit umgeht (meistens :-)) und sind bereit Dir zu helfen, bzw. Dich durch ihre Instrumente durchschauen zu lassen.
Ich habe erst so gemerkt wo sich für mich eine Investition lohnt, bzw. wo es zwar cool wäre das Okular oder das Teleskop zu haben aber der optische und "will-haben" Gewinn so gering ist, dass ich die Euros dann doch lieber woanders investiere.
lg
Mathias
 
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