optimale Vergrößerung?

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Sondermann66

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Hallo zusammen,
wie kann ich ermitteln, welche die optimale Vergrößerung am meinem Teleskop ist?
Sicherlich kommt zuerst die Frage auf, was ich beobachten will. Sagen wir mal Planeten. Gestern Abend z.B. bin ich raus, um mir Mars und Saturn anzuschauen. Ich habe einen kleinen Refraktor, 80x600. Als Okulare stehen mir ein 4mm Vixen Okular und ein 21 mm ED Okular zur Verfügung, sowie eine 2 fach Apo Barlow-Linse.
Mit dem 21´ger hatte ich eine recht schöne Übersicht, mit dem 4mm wurde es schon schwierig, den Mars einzufangen, mit Barlow und 4mm wurde es ein Geduldsspiel, welches ich zwar geschafft habe, aber der Mars war doch sehr klein. Auch der Saturn schoß anfangs immer wieder durch mein Gesichtsfeld, wurde schließlich eingefangen, war aber auch sehr klein, von der Sichtbarkeit der Ringe will ich nicht reden. ( mit 4mm + Barlow )
Deshalb die grundsätzliche Frage: Wie ermittel ich die max. Vergrößerung, die möglich ist, wie die Optimale, und mit welchem Okular erreiche ich was?

Herzlichen Dank für die Antworten
Sven
 
Hallo Sven! Als Faustregel gilt Öffnung mal zwei als Maximum. bei die währen das 160fach.
Kommt natürlich auch aufs seeing an. Mit dem 4 mm Okular dürftes du schon fast am Maximum sein.
Gruß Deadlock
 
Hi Sven,

Verg. = Objekt.Brennweite/Okularbrennweite.

Maximal sinvoll Vergrößerung ist bei einer AP= 0,7mm (114x). Maximal möglich bei 2x Objektivdurchnmesser = AP= 0,5mm (160x)

Okulare: 5mm (für Maximal sinvoll Vergrößerung) und 4mm (für Maximal mögliche Verg.)

Gruß
Lots
 
Vielen Dank für die Antworten.
Aber:
so ganz verstehe es noch nicht.
Mal an Hand von Zahlen:
80 mm Öffnung * 2 = 160. Heißt, die max. Vergrößerung würde das 160 fache betragen. Soweit ok. Aber wie sieht es jetzt mit dem Okular aus? Wie bringe ich das ( die Okularbrennweite ) in die Rechnung mit ein?
@ Lots
Und was ist ein AP?
Weiterhin: Ich verstehe das mit der max. sinnvollen Vergrößerung noch nicht so ganz. AP= 0,7mm (114 x). Wie berechne ich das?
Und Vergrößerung = Objektivbrennweite/Okularbrennweite. Heißt, es wären bei 80 mm Öffnung und 4mm Okular eine Vergrößerung von 20-fach?
Wie komme ich denn auf eine AP = 0,7mm?

Ist der Unterschied zwischen einem 4mm und einem 5mm Okular so groß?

Außerdem, wie wirkt sich die Barlow aus? Ok. sie vergrößert um den zweifachen Wert die Brennweite ( hoffe, das ist richtig...)

An seinem Verständnis zweifelnd,
Grüße
Sven
 
Hi Sven,

AP ist die Austrittspupille.

Vergrößerung: Objektivbrennweite/Okularbrennweite oder auch
Vergrößerung: Eintrittspupille (Öffnung)/Austrittspupille

Wie komme ich denn auf eine AP = 0,7mm? Das is physikalisch so, das ab dieser AP kein Gewinn mehr möglich ist. Da die Sterne dann als Beugungsscheibchen abgebildet werden.


Ist der Unterschied zwischen einem 4mm und einem 5mm Okular so groß? Bei deiner 600mm nicht so groß, aber bei 1500mm Brennweite schon!

Grüße

Lots
 
Moin Sven!

Wenn hier mit Fachausdrücken rumgeworfen wird, dann kann ich verstehen, wenn ein absoluter Anfänger wie Du "leicht" irritiert ist... ;)

Klabüsern wir das mal auf:
- Du besitzt einen Refraktor (Linsentel.) mit 80 mm Objektivöffnung (EP, siehe unten!) und 600 mm Brennweite. So weit, so gut.

- Faustregel *** für die Max.-Vergrößerung bei so einem Instrument: EP * 2 /// Das hatten wir ja schon: 160x /// Diese Vergrößerung erreichst Du mit einem Okular von (600 mm / 160x = ) ca. 4 mm, genau wären das in Deinem Fall also 150x bei 4 mm Okularbrennweite.
*** "Faustregel" bedeutet "Richtwert" - das ist also keine statische Grenze! Es schadet also nichts, wenn man etwas über oder unter diesem Richtwert bleibt. Das ist abhängig von Teleskoptyp, opt. Qualität der Komponenten und äußeren Bedingungen (bspw. Seeing ). Beobachtungserfahrung spielt hier ebenfalls eine Rolle.

- Die Vergrößerung, die ein Teleskop liefert, errechnet sich immer aus Teleskop-Brennweite geteilt durch Okular-Brennweite.

- Eine Barlowlinse erhöht die Vergrößerung um den (aufgedruckten) Faktor. Beispiel mit Deinem 21 mm-Oku: 600 mm / 21 mm = ca. 29fache Vergrößerung /// Mit eingesetzter Barlow bist Du also bei 58fach. Man sieht so auch, daß es Blödsinn ist, das 4-mm-Okular nochmal mit Barlow zu versehen. Die Vergrößerung wäre damit 300fach, was kein brauchbares Bild mehr liefert bei dieser Teleskopöffnung. Vom Nachführen dabei reden wir jetzt mal nicht...

- Für Teleskope existitiert ein physikalisches Auflösungslimit, was bei der sogenannten "AP" von 0,7 mm erreicht wird. Die Austrittspupille (AP) ist das, was Du als kleinen Lichtpunkt siehst, wenn Du bei Tageslicht mit eingesetztem Okular mit einigem Abstand von hinten auf das Teleskop schaust. Anders ausgedrückt: "Als AP wird der Durchmesser des Strahlenbündels bezeichnet, der das Okular verlässt." (wikipedia) - Im Gegensatz dazu steht die Eintrittspupille (EP), das ist nichts weiteres als der Durchmesser des Objektivs des Teleskops (der Frontlinse oder des Hauptspiegels also).
EP / AP ergibt die (hier: max. sinnvolle) Vergrößerung: 80 mm / 0,7 mm = 114fach. Höhere Vergrößerungen liefern zwar ein größeres Abbild des Objekts, es wird aber nur dunkler und zeigt nicht mehr Details.
Eine AP von bspw. 3 mm (gut für Deep-Sky-Objekte) wird also mit (80 mm / 3 mm =) 27facher Vergrößerung erreicht - das entspricht bei Deinem Teleskop einem Okular mit (600 mm / 27 =) ca. 22 mm Brennweite.

> Ist der Unterschied zwischen einem 4mm und einem 5mm Okular so groß?

Das kannst Du Dir ausrechnen: das 4er Oku bringt Dich auf 150fach, das 5er liefert 120fach. Das Bild des Objekts ist bei geringerer Vergrößerung also etwas kleiner, dafür heller und schärfer. Außerdem wird sich die kleinere Vergrößerung leichter nachführen lassen und ist nicht so anfällig für äußere Störungen (hauptsächlich: Seeing). Es ist eben die Kunst, in jeder Beobachtungsnacht bei wechselnden Bedingungen die optimale Vergrößerung für die verschiedenen Objekte zu finden - reine Erfahrungssache also. (Erfahrungen zu sammeln nimmt einem niemand ab - wir können hier nur Richtwerte liefern!)
 
Hi, Sven...

...und wenn der Taschenrechner mal klemmt gibt´s bei Benny einen wunderschönen Okularrechner. :)
Ein paar hübsche Artikel zum Verständnis hat er auch geschrieben.
Auch bei Sven Wienstein oder Astroinfos kann man etwas weiterlesen....


Gruß und klaren Himmel

Der Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
da sag ich doch mal vielen herzlichen Dank für diese Antwort(en) !!!
Und was will ich sagen: ich hab´s verstanden.
Noch mal vielen Dank
Sven
 
Hallo Sven,

am Wochenende hatte ich die Gelegenheit den 80/600 ED mit einem 4mm Okular (UWAN) am Saturn zu testen. Das war das Limit, weiter würde ich nicht gehen wollen. Aus der Rechnung 600/4 ergibt das 150fache Vergrößerung. Danach wird das Bild flau und nicht mehr scharf.

CS,
Stefan
 
ich rechne noch, welche Vergrößerung ich hatte, aber der Effekt war bei mir der selbe...
Grüße
Sven
 
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