optimaler Abstand Tubusschellen

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dordoom

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Hallo an die Selbstbauer,

wie sind eure Erfahrungen bzgl. dem Abstand der Tubusschellen zueinander. Aktuell hab ich für meine 8 " f5 Fotonewton die Schellen selber aus Multiplex gebaut. Der Abstand zwischen den Schellen beträgt rund 30 cm. Als Prismenschiene verwende ich eine in 2". Nun musste ich aber feststellen, das sich diese unter Belastung verdreht (Teleskop wiegt knapp 12 kg und mit Fotozubehör verbdreht sich die Schiene spürbar). Würde ein kürzerer Schiene dies verhindern?
Evtl. würde auch eine höherwertige und somit wahrscheinlich auch stabilere Schiene dies beheben. Bevor ich hier aber 70-100€ ausgeb, würde ich gern eure Erfahrungen dazu hören.


 
Hallo Thomas,

da du die Schellen selbst gebaut hast wäre mein Tip dazu, eine dritte Schelle zu bauen und zwischen die beiden anderen zu setzen. Dadurch wird der freie Weg an der Prismenschiene kürzer und somit das Ganze stabiler.
Du brauchst keine neue Schiene ...

Grüsse,
Matthias
 
Hallo Thomas,

es gibt in der Tat einen steifigkeitsoptimalen Abstand. Dort gehen aber soviele Größen ein dass die Rechnung richtig kompliziert wird.


Bei der Prismenschiene kommt es auf folgendes an:

- die reine Verdrehung der Schiene (Torsion) ist eigentlich vernachlässigbar. Hier spielt nämlich die Vergrößerung/Aufnahmebrennweite keine Rolle, da nur eine Drehung um die optische Achse erfolgt. Der Torsionswinkel führt zu einer genauso großen Bildrotation um das Zentrum.

- kritisch ist die Biegung der Schiene, und zwar in beide Richtungen (in DEK und senkrecht dazu).
Da meist die Schienen wesentlich breiter als dick sind, bleibt meist die Biegung senkrecht zu DEK als größter Einfuß.

Meines Erachtens sollte der Querschnitt der Prismenschiene in Richtung quadratisch gehen. Auf keinen Fall irgendwas Flaches nehmen. Eine Höhe von >= 0.7x die Breite scheint mir sinnvoll.


Als Schellenabstand würde ich gefühlsmäßig ungefähr den Tubusdurchmesser nehmen, bei kleinen Öffnungen (Refraktor) vielleicht 1.5x Tubusdurchmesser.

Im Prinzip kann man sagen:
- steiferer Tubus (auch gegen seitliches Eindrücken!!) --> kürzerer Abstand möglich. Filz o.ä. verschlechtert die Sache!
- steifere Schiene --> längerer Abstand möglich

Eigentlich bleibt nur Ausprobieren. 300mm für 8" sind sicher nicht grob falsch.

cs
Martin
 
Hallo Martin,

ich würde die Torsion nicht unterschätzen! Schlanke Profile (und die Prismenschiene gehört leider dazu) sind ziemlich weich auf Torsion. In Deklinationsrichtung greift die Kraft angenähert etwa 15cm von der Schiene entfernt in Mitte Rohrschelle an. Und damit dreht sich eine Rohrschelle nach oben, die andere nach unten. Damit wirkt sich die Torsion wie eine Verbiegung der Prismenschiene in DEK aus.

Dagegen kann man nur die Schiene ausreichend torsionssteif (Kastenprofil) machen, oder die Schiene ausreichend drehsteif mit dem Tubus verbinden, damit der Tubus die Torsion hält. Als Rohr ist er ja um vieles torsionssteifer. Aber Schellen mit eingelegtem Filz oder dergleichen dürften die Torsion nur eingeschränkt übertragen und leichte Verdrehung zulassen.

CS
Arnold
 
Hallo Arnold,

da die Schellen reibschlüssig auf dem torsionssteifen Tubus sitzen, dürfte es nicht zu einer gegenseitigen Verdrehung der Schellen kommen. Aber du hast natürlich Recht dass der Filz da mitspielt.

Ich wundere mich seit Jahren, wieso die Schienen immer so flach ausgeführt werden. Das Mehrgewicht wäre an dieser Stelle gut investiert. Beim Kastenprofil hat man halt das Problem überproportionaler lokaler Verformung an den Stellen der Krafteinleitung. Am steifsten ist natürlich immer Vollmaterial in gescheiter Dicke. Dann hat man Biegung und Torsion im Griff.

Die Tubuswand selbst taugt übrigens nicht als Versteifung, da deren Beulsteifigkeit wegen der kleinen Wandstärke sehr klein ist. Nur bei Krafteinleitung über umlaufende Ringe oder Abschlußdeckel ist der Tubus steif.


cs
Martin
 
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