Cereso
Aktives Mitglied
Hallo,
ich möchte heute einmal wieder ein kleines Streitforum eröffnen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> . Mir geht es um die Dimensionierung des Tubusinnendurchmessers bei Newton-Teleskopen.
Die Meinungen gehen etwas bis stark auseinander und liegen so generell gesagt bei etwa 25 bis 60mm zusätzlichem Durchmesser zum Spiegeldurchmesser, manchmal auch noch mehr. Dabei ist der Tenor allerdings meist „größer ist besser“. Da es auch Argumente für einen möglichst kleinen Tubus gibt, möchte ich alles wesentliche hier einmal listen und dann mit den entsprechenden Rückmeldungen werten. Mal sehen, ob wir etwas Licht in das Dunkel bringen können. Sollte ich Argumente vergessen haben,dann her damit.
Argumente für möglichst großen Innendurchmesser:
- Vignettierung an der Tubusöffnung. Ist der Tubusdurchmesser zu klein, so wird bei außeraxialen Strahlen der Hauptspiegel teilweise abgeschattet.
- Turbulenzen an der Tubusinnenseite. Warme, aufsteigende Luft bildet Wirbel, die unser Bild verschlechtern. Ist der Tubus groß genug, dann schauen wir nur noch durch die ruhigen Luftschichten, mit entsprechend verbessertem Bild.
Argumente für einen möglichst kleinen Tubusdurchmesser:
- Der Fangspiegel kann um so kleiner dimensioniert werden, je näher der Brennpunkt der optischen Achse liegt.
- Gewicht, Handling, Windanfälligkeit, Kosten: fasse ich mal zusammen als weiche Argumente für kleinen Tubusbau.
Es gibt also für und wider und damit ein Optimum (das nicht für jeden gleich sein muss).
Meine Wertung sieht so aus:
Die Vignettierung wird, wenn ich da nicht schwer was übersehen habe, oft übertrieben. Der Effekt ist gering und selbst bei sehr knapp bemessener Luft im Bereich weniger Prozent Verluste. Deutlich dominierend für die Vignettierung ist eigentlich immer der Fangspiegel. Habe ich hierdurch mit Übersichtsokular am Rand noch 75% Licht, dann ist das gut. Wenn das durch den Tubus auf 72% gedrückt wird – who cares? Der Effekt ist übrigens bei „langen“ Newtons (F/8, F/10) stärker als bei F/5.
Die Luftunruhe ist ganz schwer zu fassen. Ist das System völlig austemperiert, dann gibt es diesen Effekt nicht. Leider gibt es immer Temperaturdifferenzen, das System kann wechselnden Temperaturen in der Nacht ja nur träge folgen. In diesem Fall auch noch zu betrachten: Lüfter oder nicht? Ein Lüfter wird die Luftbewegung im Tubus erheblich beeinflussen. Reicht daher bei einem saugenden Betrieb ein kleinerer Tubus aus?
Ein kleinerer Fangspiegel ist natürlich ein Vorteil. Kleinere Obstruktion – besseres Bild, gleiches 100%-Bildfeld vorausgesetzt. 10mm weniger Tubusradius ersparen uns bei einem F/5 Newton runde 2mm Fangspiegeldurchmesser.
Das letzte Argument muss jeder selbst gewichten. Ist die Montierung schon nahe ihrem Ende, dann wird ein größerer Tubus weh tun.
Zusammenfassend sehe ich mich derzeit als einen Vertreter der „30mm-Durchmesser-zusätzlich-reichen-Fraktion“, wobei ich einen für die Abkühlung eh empfehlenswerten Lüfter mal als Argument gegen die Luftwirbel anführe.
Nun kanns aber losgehen.
Grüße,
Carsten
ich möchte heute einmal wieder ein kleines Streitforum eröffnen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> . Mir geht es um die Dimensionierung des Tubusinnendurchmessers bei Newton-Teleskopen.
Die Meinungen gehen etwas bis stark auseinander und liegen so generell gesagt bei etwa 25 bis 60mm zusätzlichem Durchmesser zum Spiegeldurchmesser, manchmal auch noch mehr. Dabei ist der Tenor allerdings meist „größer ist besser“. Da es auch Argumente für einen möglichst kleinen Tubus gibt, möchte ich alles wesentliche hier einmal listen und dann mit den entsprechenden Rückmeldungen werten. Mal sehen, ob wir etwas Licht in das Dunkel bringen können. Sollte ich Argumente vergessen haben,dann her damit.
Argumente für möglichst großen Innendurchmesser:
- Vignettierung an der Tubusöffnung. Ist der Tubusdurchmesser zu klein, so wird bei außeraxialen Strahlen der Hauptspiegel teilweise abgeschattet.
- Turbulenzen an der Tubusinnenseite. Warme, aufsteigende Luft bildet Wirbel, die unser Bild verschlechtern. Ist der Tubus groß genug, dann schauen wir nur noch durch die ruhigen Luftschichten, mit entsprechend verbessertem Bild.
Argumente für einen möglichst kleinen Tubusdurchmesser:
- Der Fangspiegel kann um so kleiner dimensioniert werden, je näher der Brennpunkt der optischen Achse liegt.
- Gewicht, Handling, Windanfälligkeit, Kosten: fasse ich mal zusammen als weiche Argumente für kleinen Tubusbau.
Es gibt also für und wider und damit ein Optimum (das nicht für jeden gleich sein muss).
Meine Wertung sieht so aus:
Die Vignettierung wird, wenn ich da nicht schwer was übersehen habe, oft übertrieben. Der Effekt ist gering und selbst bei sehr knapp bemessener Luft im Bereich weniger Prozent Verluste. Deutlich dominierend für die Vignettierung ist eigentlich immer der Fangspiegel. Habe ich hierdurch mit Übersichtsokular am Rand noch 75% Licht, dann ist das gut. Wenn das durch den Tubus auf 72% gedrückt wird – who cares? Der Effekt ist übrigens bei „langen“ Newtons (F/8, F/10) stärker als bei F/5.
Die Luftunruhe ist ganz schwer zu fassen. Ist das System völlig austemperiert, dann gibt es diesen Effekt nicht. Leider gibt es immer Temperaturdifferenzen, das System kann wechselnden Temperaturen in der Nacht ja nur träge folgen. In diesem Fall auch noch zu betrachten: Lüfter oder nicht? Ein Lüfter wird die Luftbewegung im Tubus erheblich beeinflussen. Reicht daher bei einem saugenden Betrieb ein kleinerer Tubus aus?
Ein kleinerer Fangspiegel ist natürlich ein Vorteil. Kleinere Obstruktion – besseres Bild, gleiches 100%-Bildfeld vorausgesetzt. 10mm weniger Tubusradius ersparen uns bei einem F/5 Newton runde 2mm Fangspiegeldurchmesser.
Das letzte Argument muss jeder selbst gewichten. Ist die Montierung schon nahe ihrem Ende, dann wird ein größerer Tubus weh tun.
Zusammenfassend sehe ich mich derzeit als einen Vertreter der „30mm-Durchmesser-zusätzlich-reichen-Fraktion“, wobei ich einen für die Abkühlung eh empfehlenswerten Lüfter mal als Argument gegen die Luftwirbel anführe.
Nun kanns aber losgehen.
Grüße,
Carsten