Optimieren für die Beobachtung

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watcher_68

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Hallo Freunde der Nacht,

in den Forenbeiträgen wird sehr viel über das Optimieren der Teleskope berichtet. Es gibt aber noch die andere "Hardware" hinter dem Okular, welches man sicherlich oftmals optimieren kann, die eigenen Augen zum Beispiel. Ich halte es mindestens für genauso wichtig, die eigene "Hardware" optimal zu nutzen, wie die Teleskopausrüstung.
So ist allgemein bekannt, dass für die Leistungsfähigkeit der Augen eine ausreichende vitaminreiche Ernährung etc. erforderlich ist. Wie ist es machbar, möglichst ausgeruht in die Beobachtungsnacht zu starten (was häufig nach einem langen Tag sicher schwierig ist)? Wie kann man seinen persönlichen "Strehlfaktor" optimieren?
Gibt hierüber bereits Berichte?

Herzliche Grüße, Ralf
 
Hallo Ralf,

ich erinnere mich an einen Interstellarum-Artikel, der den Einfluss von Heidelbeeren (glaube ich) auf die Empflindlichkeit der Sehzellen untersucht. Ich muss den Artikel erst mal wieder raussuchen und kann dir dann genaueres sagen.

Viele Gruesse,

Martin
 
Hi,

im Interstellarum 42 (Okt/Nov 2005) wird berichtet, dass sich Heidelbeerkompont bzw Konfituere positiv auf das Erkennen lichtschwacher Einzelheiten auswirkt. Allerdings waren Wirkungen unter realen Bedingungen am Teleskop nicht sonderlich stark ausgepraegt und evtl. durch eine subjektive Komponente "verfaerbt". Es sollten noch mehr Studien durchgefuehrt werden, um klarere Aussagen zu treffen.

Also ran ans Kompott.

Viele Gruesse,

Martin
 
Hallo Ralf,

ein Nickerchen vor dem Rausfahren oder nach dem Aufbauen kann's bringen. Keine Zeitverschwendung, sondern ein echter Gewinn. Sammeln, "Runterkommen" und dann Starten.

Was mir sehr hilft: gute Vorbereitung der Beobachtungen (Objektauswahl). Das wirkt sich zwar nicht direkt auf die Leistungsfähigkeit der Augen aus, aber wenn Du wenig Rotlicht brauchst um in Karten oder Programmen zu suchen schont das die Adaption. Es spart auch Zeit, die man ja besser am Okular oder (mache ich gerne) für das Spazierensehen mit freien Augen am Himmel zur Freude und Augenentspannung nutzen kann. Mit Eye&Telescope und Guide 8 auf dem Notebook habe ich alle benötigten Infos und Karten ruckzuck parat. Es geht auch mit Papier, aber das erfordert deutlich mehr heimische Vorbereitungszeit (die ich unter der Woche vor dem Rausfahren nicht verbraten will, wenn's endlich mal wieder klar ist).

Sehr wohltuend wirkt sich da auch mein Sky Commander (digitale Teilkreise am Dobson) aus, push to statt Suchen spart wieder Zeit und gibt Kraft für die Auseinandersetzung mit dem Objekt. Ein wirklich guter Finder(nicht Sucher!) trägt natürlich auch dazu bei, das Auffinden der Ziele erheblich abzukürzen. Die Sucherei strengt die Augen an und kann ja zeitlich deutlich runtergedrückt werden.

Im Winter auf gute, warme Kleidung achten. Wer friert sieht auch weniger (Kältegefühl -> Stress und Anspannung).

Quintessenz: effiziente Vorbereitung und Unterstützung der Beobachtungen, damit das eigentliche Spechteln ganz relaxed stattfinden kann.

Clear skies (wann endlich wieder??),
Tom
 
Hallo Leute,

mir scheint es sehr wichtig, den Stress zu Hause zu lassen.
Wenn ich das nicht schaffe, ist die Nacht für die Füße.
Schon der unbedingte Wille, die Beobachtungsliste "abzuarbeiten" ist
kontraproduktiv.
Ich bin dazu über gegangen, die Listen der verfügbaren Zeit anzupassen und nicht so wichtig zu nehmen.
Zu der verfügbaren Zeit gehört, je nach Tagesablauf, auch das halbstündige Nickerchen auf dem Sofa,
um erst Mal den Augen eine Pause von langer Bildschirmarbeit zu gönnen,
und auch das Ankommen am Beobachtungsplatz mit ruhigem Aufbau, Rundblick und Dunkeladaption,
Einschätzen der Bedingungen, ein kurzer Test der Justierung.
Kaffee, Tee, Kekse, ein Apfel, je nach Belieben, warme Klamotten und micht zuletzt ein
Beobachtungskumpel sind sehr wünschenswerte "Zutaten".
Dann geht es mit mein paar bekannten "Genussobjekten" los, ich "sehe mich quasi ein" und weiß dann schon
ungefähr, was geht.
Dann kommen die neuen Objekte an die Reihe, Liste, Karte, Starhobbing, ups...verfranst, neuer Ansatz.
Zwischendurch immer wieder weg vom Okular, das Auge nicht überreizen. Das ist für mich besonders
im höher vergrosserten Bereich, bei der Detailsuche wichtig. Wenn ich ~5 Minuten ein
Planetenscheibchen angestarrt habe, geht die Detailerkennung zurück.

Leider bin ich immer noch Raucher, eine sehr schädliche Angewohnheit, die auch der nächtlichen
Detailerkennung abträglich ist, ebenso wie der Genuß von Akohol.
Die Blaubeeren werde ich allerding auch Mal versuchen, der Nutzen scheint nicht unerheblich.

CS
*entfernt*
 
Hallo nochmal,

eigentlich habe ich da eben nur einen Teil der Möglichkeiten erzählt, dazu
gehört dann auch noch der schnelle Blick auf Winni´s Kometenseiten,
die Seeing- und Wolkenvorschau auf den "Wetterseiten" und was man zur Vorbereitung noch so braucht.

Es geht aber auch ganz anders. Kaputt von der Arbeit kommst Du heim, ein Blick zum Himmel und
Du siehst, das könnte akzeptabel werden. Oder die Frau sagt dazu noch, Fred hat angerufen. Das bedeutet
unter solchen Umständen immer nur Eines. Der Kerl will raus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Und dann merkst Du, ja das wäre genau das Richtige. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Keine Vorbereitung, höchstens noch was Essen und das kurze Nickerchen, Dobson und FG in die Karre,
Stojan und/oder Karkoschka untern Arm und ab dafür.
Die richtige Vorbereitung fängt dann erst am Platz an. Was guck ich denn heute überhaupt? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />
Solche Abende sind selten schlechter als detailverliebt vorbereitete Beobachtungsnächte. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
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