Orion 200/1200

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

WolfgangC

Neues Mitglied
Hallo

Ich möchte mir ein Teleskop kaufen .Das Teleskop soll nur zum Schauen dienen und nicht zum fotografieren.
Anschauen möchte ich mir alles : Mond ,Planeten ,Nebel ,Sternhaufen,Galaxien.

Nach langem Suchen habe ich mich
für eins der folgenden entschieden :

Orion Europa 200/1200mm 888,-incl.Plössl25mm http://www.teleskop-service.de/Orion/europa.htm#Europa200

Orion England 200/1200mm 1278,-
incl. 2" Okular APEX 28 mm
http://www.teleskopservice.de/Orion/luxus.htm#200

Alle Preise gelten für die Optik mit Tubus,Schellen und Sucher , Celestron ADM Montierung mit manueller Feinverstellung und Edelstahl Stativ

Da beide von der Ausstattung und der Größe her identisch sind können die grossen Preisunterschiede ja eigentlich nur
von der Qualität der Spiegel herrühren. Meine Frage wäre nun was bekomme ich bei dem Orion England was ich bei
dem Orion Europa nicht habe ? Kann ich damit tiefer ins All schauen und sehe ich die Objekte klarer ? Lohnen sich die 400 Euro Mehrausgaben ?

Meine zweite Frage betrifft die Okulare . Welche sollte man sich sinnvollerweise hinzukaufen ? (2-3Okulare je max. 100€)

Meine dritte Frage betriftt die Montierung . Ist die Celestron ADM ausreichend oder sollte man lieber zur EQ6 greifen ?(eine spätere Tubusaufrüstung ist nicht angedacht) Ist bei der EQ6 eigentlich die automatische Nachführung standardmäßig integriert ?

Freue mich über jede Antwort

Wolfgang Carls
 
Hallo Wolfgang,

zuerst mal willkommen hier.

Du sprichst ein heikles Thema (Preisunterschied und Qualität) mit großer Gelassenheit an ;-), da kommen sicher noch mehr Antworten ... zuerst mal ein paar von mir.

Einen Newton 200/1200 halte ich für eine gute Wahl. Vor allem die Okularwahl ist da noch relativ unkritisch, zum Thema Okulare für 200/1200 Newtons gibt es aber schon einige sehr gute Threads hier.

Der Preisunterschied rührt tatsächlich von der Spiegelqualität und zwar von der garantierten Qualität, beim Orion England erhälst Du ein Zertifikat des Spiegels, du weißt also was Du für eine Qualität in Händen hältst. Die Europa werden in der Regel nicht viel schlechter sein, in Einzefällen auch gleich oder besser, das hat was mit Serienstreuung und Wahrscheinlichekitsrechnung zu tun ;-). In der Beobachtungspraxis wird sich die bessere Qualität in der Bildschärfe und im Kontrast vor allem bei höheren Vergrößerungen bemerkbar machen. Tiefer ins All kannst Du damit nicht sehen, es geht dann mehr um Erklennbarkeit von "schwachen" Details wie z.B. Spiralarme von Galaxien. Wobei die Qualitätsunterschiede der Spiegel im identischen Tubus, bei identischem Fangspiegel und gleich guter Justierung schon deutlich sein müssen, dass es sich in einer Bildverschlechterung bemerkbar macht. Ich würde mir für den Orion Europa als Qualität "beugungsbegrenzt" garantieren lassen, damit bist Du m.E. auf der sicheren Seite, dass Du keinen wirklich schlechten Spiegel erhälst und die 400 Euro anders investieren - das ist aber nur meine ganz persönlich Meinung, andere Kollegen werden da ggf. was anderes raten.

Zur Montierung, eine EQ6 hat schon Motoren eingebaut, insofern führt sie, wenn die Montierung eingenordet ist nach. Falls du automatische Positionierung gemeint hast, (GoTo) das hat sie nicht.

Für einen 200/1200 halte ich eine ADM an der Grenze der Belastbarkeit, ich würde eine stabilere Montierung nehmen. ALternativ könntest Du auch einen Dobson nehmen, dann bist du das ganze Montierungsthema los und sparst eine Menge Geld, ich schreibe das jetzt nur weil du Fotografie oben ausgeschlossen hast.

viele Grüße Aebby
 
Hallo Wolfgang,

die Orion Newtons sind schon gute Teleskope, aber ein GSO würde es meiner Meinung nach für den Anfang auch tun. Die ADM würde visuell wahrscheinlich noch gerade so reichen (aber sicher nicht mehr zitterfrei), die EQ-6 ist da sicher die sinnvollere Lösung.

Das von dir genannte 8" f/6 Teleskop ist sicher ein guter Allrounder. Schon genug Licht für deep Sky, aber auch ein unkritisches Öffnungsverhältniss.

ABER: Wenn du nur schauen willst, warum holst du dir nicht einen Dobson? Da du hierbei eine teure Montierung sparst (man schubst das Teleskop selbst per Hand nach), wird die ganze Sache viel günstiger. Wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, ist das ganz leicht. Da kannst du sogar noch eine Nummer größer nehmen und bessere Okulare und hast immer noch Geld übrig.

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo

wenn du Fotografie von vorne herein ausschließt spricht, finde ich, wirklich einiges für einen Dobson. Ich empfinde die fehlende parallaktische Montierung nicht als Nachteil sondern als vorteil. Du mußt nich einnorden sondern baust den Dobson auf und es kann sofort losgehen.

Mein Vorschlag: z.B. Meade Lightbridge 12", gibts für ~1000€, du bekommst einiges mehr an Licht als beim 8" und bist noch 200€ billiger dran als bei dem teureren Orion, das Geld kannst du für 1-2 gute Okulare ausgeben. Wenn du handwerklich begabt bist baust du dir eine äquatoriale Plattform, dann kannst du den Dobson auch nachführen, was für Planeten m.E. echt sinnvoll ist. Info's zum Lightbridge:

http://www.astronomie.de/technik/berichte/lightbridge/index.htm

Gruß Andi
 
Hallo Wolfgang,

also Du hast Dir da durchaus ein interessantes Gerät ausgesucht. Auf die ADM kann man es noch packen, weil es so leicht gebaut ist. Wenn ich mich recht erinnere sind 4,5 Kilo Tubusgewicht die Händlerangabe. Hinzu kommt aber trotzdem der lange Hebel. Damit ist die Tragkraft einer ADM ganz gut ausgenutzt, normal packt man ja 5 bis 7 Kilo auf so eine Montierung.
Die HEQ-5 soll ja eine Ecke stabiler sein, wäre also der nächste Schritt bevor man zur schweren EQ-6 greift. Die EQ-6 trägt nämlich den 200/1200 Newton auch in der schweren Dobson-Variante (um 10 Kilo Tubusgewicht) gut.

Was Dobson vs. parallaktische Montierung betrifft: Den Grund, dass man eine parallaktische Montierung einnorden muss kann ich nicht gelten lassen. Für visuelle Beobachtung reicht es aus, die Montierung über den Daumen gepeilt nach Norden auszurichten. Ich mache das Seit Jahren so und Objekte bleiben meist eine Halbe Stunde lang im Bild, an Tagen mit schlechtem Augenmaß halt mal 10 Minuten. Ein Komfortgewinn steckt darin also schon, aber bei 1200mm Brennweite muss man auch bedenken, dass man oft im Stehen beobachten wird. Wer ein höheres Stativ hat, oder deutlich unter dem "1m80 Schnitt" bleibt, wird wohl einen kleinen Tritt benötigen, wenn Objekte ungünstig hoch in Zenitnähe stehen. Der Dobson sitzt niedriger, so dass man mit einem einstellbaren Bügelstuhl alles im Sitzen machen kann. Allerdings, ein Dobson steht nur auf einigermaßen ebenen Untergrund gut, während die parallaktische Montierung durch die ausziehbaren Stativbeine an ganz verrückten Orten stehenbleibt (da fällt dann eher der Sternfreund um).

Trotzdem hat als rein visuelles Gerät der Dobson wirklich auch was für sich, man kann ja auch einen leichten Newton als Dobson herrichten lassen (ist natürlich eine teurere Lösung) und mit Übung kann man das Nachschubsen leicht beherrschen. Ich habe selbst keinen Dobson, beobachte aber oft und gerne mit diversen Dobsons und komme damit klar.

Rein finanziell hat die Dobson-Variante sicherlich einen Vorteil: Man kann mehr Geld in Okulare stecken, denn zwei bis drei Okulare sind zwar ein Anfang, aber man schränkt sich durchaus ein, sowohl in der Auswahl der Okulare als auch in der Anzahl. Außerdem wäre Geld für weiteres Zubehör da. Für Deepsky-Beobachtungen könnte das ein OIII-Filter sein, der Emissionsnebel (PNs und die meisten diffusen Nebel) besser sichtbar macht.
Achso, noch eines: Ohne Motoren macht eine parallaktische Montierung eigentlich weniger Spaß als ein Dobson, weil man immer nach den biegsamen Wellen tastet. Die hängen dann oft auch gerade mal ungünstig... Daher sind EQ-6 und HEQ-5 ziemlich interessant, weil sie die Motoren von Anfang an eingebaut haben.

Was den konkreten Unterschied zwischen "Luxus" und "Europa" angeht, kann ich nicht weiterhelfen, weil ich die aktuellen ausführungen nicht kenne. Die Mindestqualität von 1/6 Lambda Wave beim Luxus-Newton wäre mir aber schon wichtig, ohne diese Mindestzusage würde ich ein Gerät mit diesem Preisunterschied zum "300 Euro Dobson" nicht anschaffen.
Zur Luxus-Version aber noch zwei Hinweise: Wenn die 9-Punkt-Zelle so ausgeliefert wird wie abgebildet, ist sie erstens unnötig schwer wegen der massiven Aluplatten (die gehören mit großen Löchern geschickt durchbrochen, als Annäherung an eine genauso tragfähige Wabenstruktur) und zweitens ist der Lüfter (optional) viel zu klein und bläst warscheinlich auf den Hauptspiegel, was verkehrt herum ist. Das Gerät sollte einen 120mm Lüfter bekommen, der die Luft von vorne durch die Teleskopöffnung ansaugt, am Spiegel vorbeizieht und nach hinten/unten ausbläst. Der 120mm Lüfter schafft wesentlich mehr Luft bei ruhigen, vibrationsarmen Drehzahlen als ein 50mm Lüfter, der für die nötige Luftmenge eigentlich eine doppelstufige Turbine mit geschätzter Drehzahl von 17000upm sein müsste. ( <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> ) Also den Aufpreis für dieses Detail sparen und selber bauen, falls gewünscht. Ein teurer 120mm Lüfter, doppelt kugelgelagert, mit von Hand einstellbarer Drehzahl kostet bei Apotheke Conrad noch deutlich unter 20 Euro und als 08/15 Ausführung ist so ein Teil wahrscheinlich für 5 Euro zu bekommen.
Übrigens, die Problematik ist beim Lüfter für einen Dobson praktisch dieselbe, außer dass da wenigstens ein 80mm Lüfter, vielleicht sogar gleich ein 120er dabei ist. Trotzdem pustet der verkehrtrum und ist dabei so dicht am Spiegel montiert, dass der Die Luft nur hintenrum im Kreise quirlt. Alles Alibi, obwohl nachweislich (unwesentlich) besser als gar nichts.

Was Okulare angeht, muss man eigentlich erstmal einen Stapel Gegenfragen stellen:
1. Welche Beobachtungsschwerpunkte? (Klar, alles, aber was am liebsten?) Ergibt die Brennweiten.
2. Anforderungen an die Okulare:
- Augenabstand / Brillenträger (bekannt, wann eine Brille getragen werden sollte, und wann nicht?)
- Weitwinkel? http://www.svenwienstein.de/HTML/weitwinkel.html
- 2" Übersichtsokular gefragt? (Bei Deepsky-Interesse, sonst 1,25" Aufsuchokular.)
http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare1.html#Gesichtsfelder
3. "Endgültigkeit"
Lieber Okulare für die ersten Jahre zum nach und nach ersetzen, oder möglichst endgültige Lösungen und dafür eventuell anfangs gewisse Einschränkungen, weil nicht alle Wunschbrennweiten sofort gekauft werden können?
4. Hinweis: Okulare sind eine sehr individuelle Sache und ggf. ziemlich teuer, sehr oft steckt nach einiger Zeit mehr Kohle in Okularen als im Teleskop! Daher ist ein "Probesehen" um den eigenen Geschmack kennenzulernen gar nicht verkehrt. Es kann aber auch passieren, dass man anfangs andere Anforderungen an ein Okular hat, so dass man nach ein paar Jahren doch wieder alles umstellt und verkauft.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Aebby , Carsten ,Andy und Sven
Vielen Dank erstmal für die vielen ausführlichen Antworten.
Aber jetzt bin ich doch wieder ins grübeln gekommen ob ich mir nicht doch einen Dobson kaufe .

Also entweder werde ich es so machen wie Aebby(mit automatische Nachführung meinte ich übrigens ,daß das Objekt das man einmal im Fokus hat auch immer dort bleibt) geschrieben hat und den günstigeren Orion nehmen und die 400€ in eine EQ6 Montierung investieren oder ich werde mir den von Andi vorgeschlagenen Meade Lightbridge 10" o. 12" Dobson zulegen . Nicht weit von mir gibt es einen Laden der diese Dobsons führt , da werde ich als erstes mal vorbeischauen .
Ein f/6 wäre mir aber eigentlich lieber weil hier im Forum an vielen Stellen geschrieben steht das die Okulare dann nicht so teuer sein müssen und man den Spiegel nicht so häufig justieren muss . Das mit der Justierung macht mir eh ein bißchen Sorge . Kann das jeder Laie auf anhieb oder braucht mann dafür lange Erfahrung ?
Die Okulare werde ich doch erstmal solange hintenan stellen bis ich mich für ein Teleskop entschieden habe sonst komme ich noch ganz durcheinander.

Nochmal Danke für eure Mühe und wenn ich mich entschieden habe werde ich mich nochmal melden .

Grüße
Wolfgang
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
HallO Wolfgang,

wenn du Zeit hast, komm doch mal zum ITV nach Gedern. Offizieller Beginn (manche kommen auch eher) ist nächsten Donnerstag (Vatertag), geht bis zum Sonntag. Da kannst du dir mal verschiedene Geräte an- und bei klarem Wetter auch mal durchschauen. Ist sicher die beste Kaufhilfe.

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo Wolfgang,

justieren braucht etwas Erfahrung, das kann aber jeder lernen, keine Bange. Die Justierhäufigkeit hängt eher von den mechanischen Details des Teleskops ab. F/6 hat hier den Vorteil, dass eine etwas ungenaue Justage weniger stark ins Gewicht faellt. Leier gibts nicht jede Öffnung in F/6. Zur Justage gibts übrigens gute Werkzeuge, die auch auf dem Feld eine schnelle Justage ermöglichen.

Vielleicht noch ein Hinweis, der für Deine Entscheidung wichtig sein könnte: achte mal auf das Gewicht der Teleskope und der Montierung. Eine Eq6 ist ganz schön schwer - ein 12" Lightbridge allerdings auch ...

CS

Klaus
 
Hallo

der Unterschied zwischen der Europa und der Luxus Version ist neben dem noch geringeren Gewicht der Luxus Version auch die Verspiegelung des Hauptspiegels mit 96% Reflexivität. Ein 25mm Plössel nimmt man sicherlich im Paket mit, angemessen oder gar sinnvoll finde ich ein Plössl hier nicht mehr. Schöne Weitwinkelokulare sehe ich hier eher

Viele Grüße

Jürgen
 
hallo Wolfgang, fall Du dich für den Orion entscheiden solltest lass dir dem OAZ 2" bestätigen
(Foto & Beschreibung 2" im Datenbaltt-Angabe mit 1 1/4")
und hohl dir gleich einen besseren Sucher als 6*30
mindestens Winkelsucher 8*50
 
Hallo Wolfgang,

von meiner Seite kommt der dringende Rat die Version mit werksseitig erstelltem
Interferogrammzu wählen. Dies garantiert dir in Verbindung mit dem garantierten
Strehlwert von 0,95 (die Angabe rms von 0,95 ist ein Fehler auf der TS Webseite)
eine gute Optik. Seriennummer findet sich dann auf dem I.Gramm und eingeätzt
am Spiegel.

Gruß,Karsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben