Orion Starblast 4.5 Umbau

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Hallo zusammen,

da ich im Netz einiges über das Orion Starblast 4.5 und sein Potential bzw. seine Unzulänglichkeiten gelesen habe, ergriff mich die Neugier und ich holte mir eins, um ein bisschen daran rumzubasteln.

Die optische Leistung ist - denke ich- für den Preis absolut in Ordnung und da ich anscheinend kein Montagsmodell erwischt habe, schien es sich zu lohnen ein bisschen Geld zu investieren.

Ich habe keine wirklich großen Teleskope und auch keine jahrzehntelange Erfahrung aber ich habe Spaß daran, vorhandenes zu optimieren und dabei ein paar Dinge verstehen zu lernen.

Da mich (und warscheinlich viele andere China-Billigteleskopbesitzer) die üblichen Probleme wie mangelnde Innenausschwärzung und wackeliger (zu kleiner) OAZ genervt haben, wollte ich Abhilfe schaffen.

Bei meiner Recherche bin ich auf folgendes Projekt gestoßen:
Starblast Supercharge

Weiter hab ich hier im Forum gesehen, dass ein noch kleinerer Skyscanner mit dem allseits beliebten Kineoptics HC-2 aufgemotzt wurde. Ich wollte mir das Gefriemel mit dem Löcherbohren ersparen und fand die Hartpapieralternative sehr verlockend

Also noch ein bisschen gespart alles abgemessen, bei den Herren Neumann und LaCour bestellt, gewaaartet und los gings.

Link zur Grafik: http://www11.pic-upload.de/16.02.15/b3kvj2zxi3go.jpg

Die Löcher im alten Tubus hab ich vermessen und auf den 1,5mm dickeren Tubus übertragen. Dann packte mich die Ungeduld und ich fing um elf Uhr abends im Wohnzimmer an mit einem Handbohrer die Löcher zu Kurbeln, was erstaunlich gut ging. Das große Loch für den OAZ hab ich mit vielen kleinen Löchern ausgebohrt und mit dem Dremel rundgeschliffen. Hartpapier ist echt sehr einfach zu bearbeiten.
Die Starblast HS-Zelle und der vordere Ring für den Deckel passen perfekt in das neue Rohr, an dieser Stelle ein ausgesprochenes Lob an Herrn Neumann.

Velours rein und HC-2 sowie neuen Sucherschuh für den TS RDF installiert.
Link zur Grafik: [URL=http://www.pic-upload.de/view-26153724/hc2small.jpg.html][IMG]http://www11.pic-upload.de/16.02.15/w1w9t9spzkfy.jpg[/URL][/img]

Auch mit dem Service von Kineoptics bin ich sehr zufrieden. Nachdem ein kleiner Radius/Durchmesser-Dreher mir anfangs eine zu große Basis beschert hatte, hab ich nach weniger als einer Woche den passend 3D-gedruckten Ersatz kostenfrei bekommen. Alles passt perfekt und der OAZ läuft präzise und Shiftingfrei.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage nach einem etwas größeren FS. 35mm sind drin und man merkt natürlich die Vignettierung, die ich wiederum als garnicht mal so störend empfinde. Laut MyNewton bekomme ich erst ab 40mm nahezu 100% Ausleuchtung bei 7mm AP. Günther hat mich in einem anderen Thread auch schon zu 40mm ermutigt.

Theorie hin oder her -ich bin mir über das begrenzte Einsatzgebiet einer so kleinen Dose bewusst- hat noch jemand Erfahrungen bezüglich Ausleuchtung vs. Obstruktion bei kleineren Newtons?

Auch wenn hier jetzt mehr gekauft als gebaut wurde, hoffe ich trotzdem einen produktiven Thread eröffnet zu haben und bedanke mich bei allen, die ihre Erfahrungen damit schon vor mir geteilt haben

CS
Alex
 
Das ist aber beeindruckend. Für mich kommt sowas jedoch nicht in Frage. Das Risiko, dass ich irgendwas kaputt mache, wäre mir zu groß. Ich habe gestern erst große Probleme gehabt beim Ausbau des Fangspiegels. Ich wollte den weißen Propfen auf den der Fangspiegel draufgeklebt ist, mit Filzer schwarz färben, um die im Bericht zuvor (hier im Forum) Reflexionen zu verringern. Das erscheint mir durchaus logisch dies zu tun.

Im Nachhinein bin ich jedoch schlauer. Es ist mir zwar gelungen, den Aufsatz des Fangspiegels abzudunkeln (der Großteil ist schon schwarz, aber dieser weiße Quarz auf den der Spiegel geklebt ist, ist eben weiß), es ist jedoch eine sehr schlechte Idee den Fangspiegel von der Spinne abzumachen und die Spinne drin zu lassen. Man kann nicht ordentlich durch die Spinne greifen. Den gesamten Fangspiegel mit Aufsatz, kriegt man nie wieder ordentlich dran. Unter dem Aufsatz soll zudem noch eine Feder dran, es ist also unmöglich.

Daher habe ich zuerst den schwarzen Verstärkerring vorn vom Tubus weggeschraubt (3 kleine schwarze Schrauben), dann die 4 Rändelschrauben, die die Spinne halten. Danach ging alles viel leichter. Mein Problem ist nun, dass ich die Kollimation nicht mehr zu 100% hinkriege. Die 3 kleinen Justierschrauben in der Mitte der Spinne drücken lediglich den Fangspiegelaufsatz nach vorne. So richtig nach vorne gehts, nach hinten nicht mehr. Ich mach das Ding heute wieder auf und schau mir die Feder nochmal an. Vielleicht ist die nicht richtig drin. Wie dem auch sei, wenn ich bei sowas schon an meine Grenzen komme, dann werde ich das vom Threadstartet erst recht nicht hinkriegen. Aber dennoch feiner Thread!
 
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Hallo Picardo,

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Innenausschwärzung wirklich sichtbar den Kontrast steigert, ich hab auch den Originaltubus und den Fangspiegelhalter und -rand schon vor dem Umbau geschschwärzt.

Ich hab auch nicht wirklich viel handwerkliche Erfahrung, geschweige denn passendes Werkzeug aber ich finde gerade bei solch preiswerten Teleskopen kann man sich durch Selbstversuche einiges an Wissen aneignen ohne ein allzugroßes Risiko einzugehen.

Solange du den Spiegel nicht verkratzt, kann beim Aus- und Einbau der FS-Halterung nicht viel kaputt gehen. Vll sind die Schrauben schon auf Anschlag gedreht?
Ich würde ruhig mal alles auseinanderschrauben, dann siehst du wie die Sache funktioniert und du weißt, was bei der Kollimation eigentlich geschieht. Dejustiert ist es jetzt ja sowieso schon.

Die Kollimation ist bei f/4 natürlich nicht so einfach aber mit etwas Geduld kommt man schon zu einem visuell befriedigenden Ergebnis. Früher oder später muss das sowieso gemacht werden, also würde ich das alles nicht ins Reich der Sagen und Mythen verbannen.


Grüße aus dem nebelverhangenen München

Alex
 
Hallo Alex,

saubere Arbeit! Ich finde diese HP-Tuben sogar so schön, dass ich keinen farbigen Lack nehme. Ganz nebenbei ist der HP-Tubus mit Velours innen schon locker ausreichend gedämmt für so kleine Spiegelchen. :super:
Jawohl, diese Teile haben ihre Grenzen und sind zickig bei der Justage und bei den Okularen.
Wenn man sie aber im Griff hat und weiß, was man damit vorzugsweise macht, z.B. immer dabei, schneller Einsatz an Allem (auch mal Mond/Planeten, Kometen pp) und Weitfeld im Besonderen, dann ist das trotz Umbau auch bezüglich Preis/Leistung schon extrem gut.

Viel Spass mit dem Teil :applaus:
Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

Lackierst du die dann nur mit Klarlack oder überhaupt nicht? Laut der Neumann-homepage sind die ja auch in Natura wasserfest...

Ich hab noch die Schraube der Azimuthplatten mit Teflonband umwickelt, die sitzt jetzt spielfrei und macht das Nachführen angenehmer. Vorallem durch den Butterweichen Hc-2 macht der kleine auch an Planeten mehr Spass.

Würde es eigentlich Sinn machen, anstatt der Halteklammern, die ja etwas in die Spiegelfläche reinragen den HS mit Silikon anzukleben um damit ein paar Prozent Obstruktion zu sparen oder ist das Schwachsinn?

Ich hab noch nichtmal angemessene Okulare aber der Komplette Oriongürtel im Blickfeld bei 27mm ist auf jeden Fall keine schlechte Sache.

Ich hab bei astro-okulare.de bisher die einzigen für mich preislich sinnvollen 40mm Fangspiegel gefunden, kann man da zugreifen?


Gruss
Alex
 
Hallo Alex,

bislang haben meine beiden HP-Tuben (leider) noch keinen Lack gesehen, es ist aber auch nach jahrelanger Nutzung noch keine Schädigung erkennbar.

Mein 114/660er Spiegelchen hat keine Halteklammern, ich habe ihm einfach mit einem zentralen Blob eine Buchse verpast, mit der ich ihn auf die Spiegelzelle schrauben kann.
Ich sehe keine negativen Auswirkungen der Klebung. Ob sich nun das Fehlen der Klammern irgendwie, erkennbar positiv auf die Abbildung bermerkbar macht, weiß ich nicht. Mir gefällt was ich sehe und gut ist das.
Wenn wären es ohnehin eher Störungen durch Beugungserscheinungen an den Klammern als Lichtverlust durch die Abschattung.

Zur Quelle und Qualität der Fangspiegel kann ich, mangels Erfahrung damit, nichts sagen.

Gruß
*entfernt*
 
Nächsten Monat werd ich mir mal so eine Scherbe holen und berichten, wie sich das visuell auswirkt.

Viele erfahrerene (oder mitteilungsbedürftige) Hobbyastronomen scheinen ja solche Systeme wie das hier vorliegende 114/450 gerne mit zahlreichen Theorien in Grund und Boden zu argumentieren. Ich (als Anfänger) kann nur sagen, dass Spaziergänge am Himmel damit eine wahre Freude sind, man schon ordentlich viele DS- Flecke damit findet und auch das Sonnensystem durchaus schöne Momente damit ermöglicht. Ich beobachte meistens mit dem Baader Hyperion Zoom.

Das Rohr passt in einen Rucksack (alt-az a lá giro mit fotostativ funktioniert wunderbar), mit Rockerbox ists mit einer Hand aus dem Haus getragen.

Meine Erfahrung, die ich vielleicht an andere Einsteiger weitergeben kann, ist dass der Schweinehund einen oft daran hindert, seinen ganzen Kram ins Auto zu packen (vorrausgesetzt man besitzt eins- ich nicht) oder mühevoll irgendwo hinzuschleppen. Mit so einem Ding hat der fiese Schweinehund kaum eine Chance.

Des weiteren motiviert mich die etwas heikle Justage, besser darin zu werden und mich wirklich mit der Optik und Verbesserungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen.

Ich hab zwar keinen Vergleich zu einem 80er Apo, der oft als vergleichbar und versierter beworben wird, weiss aber, dass ich mir für das Geld mindestens drei kleine richfield Newtons kaufen und meine Liebsten damit beschenken könnte.

Viele Grüsse

alex

 
1) Welches Stativ benutzt du genau? Portabel und günstig wäre Klasse. Hab auch kein Auto. Rockerbox ist doch sehr schwer und passt nicht in den Rucksack.

2) Bringt es was den Teil OAZ der in den Tubus hineinragt abzudunkeln? Da ist ja sogar Silberfolie drumherum.

3) Wieso ist am Tubus beim Hauptspiegel hinten eigentlich so ein Tuch in der Mitte? Ist das eine Aussparung für Lüfter die man optional draufsetzen möchte?
 
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Hallo Picardo mit dem seltenen Namen, der immer noch nicht genannt werden darf,

1) Ich hab noch ein altes Velbon Stativ aus den 70ern, das ist nicht ideal aber besser als andere billig- Alustäbchen. Um die 150 wird man wohl mindestens für ein ausreichend stabiles Stativ hinlegen müssen.

2) Ich hab versucht, alle Streulichtquellen im Tubus zu eliminieren. Der Oaz glänzt natürlich fürchterlich; wieviel das schwärzen letztenendes sichtbar verbessert, musst du wohl selber ausprobieren. Ich weiss nur, dass es ein gutes Gefühl ist, zu wissen dass innendrin rein garnichts mehr glänzt und die paar wenigen Photonen, die eingesammelt werden ungehindert mein Auge erreichen :)

3) Ich nehme an dein "Tuch" ist in Wirklichkeit ein "Loch"? Das ist jedenfalls dazu da, damit die Luft besser durch den Tubus kann und der Spiegel schneller auskühlt.

Gruss
Alex

 
Mal angenommen ich würde mir zusätzlich einen Maksutov kaufen (ohne ein teures Stativ). Wäre es möglich bei gleichem Tubusdurchmesser, es am Dobson des Omegon zu montieren? Es müsste ein 4,5" sein, also 114mm. Gibt es überhaupt so einen Maksutov und wenn ja, wäre das überhaupt zu empfehlen? Ich möchte höhere Vergrößungen bei Planeten erreichen als beim Newton und das Maksutov erscheint mir dafür aufgrund der "künstlichen Brennweiten-vervielfachung" dafür am besten geeignet. Mir ist der "Tunnelblick" beim Maksutov durchaus bewußt...das Öffnungsverhältnis ist wesentlich ungünstiger als beim Newton.
 
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Den Hartfasertubus könnte man anrauen und mit dünnem Glasfasergewebe und Epoxydhartz laminieren. Dann schön glatt schleifen und lackieren. Dann dürfte der allen Wettersituationen trotzen, sofern kein Wasser hineinläuft.

Tom
 
Hallo Tom,

wenn ich die Produktbeschreibung auf Gerd Neumanns Seite lese, dann
erübrigen sich die hier von Dir vorgeschlagenen Maßnahmen wohl.
Grüße,
Gerrit
 
Hallo Picardo,

es gibt von Vixen das "Vixen Maksutov Cassegrain" VMC 110L mit F/9,4. Es ist aber kein echter Maksutov mit geschlossenem Tubus, sondern bei dieser Variante liegt der 4,5"/112mm Spiegel offen ohne Meniskuslinse, so daß die Fangspiegelkorrektor-Einheit von Streben in Position gehalten werden muß. Vorteil dieses von Y. Klevtsov entwickelten Designs ist, neben der guten optischen Korrekturmöglichkeit und der einfacher mit sehr hoher Genauigkeit gefertigten sphärischen Spiegel, das raschere Auskühlen.

Das Gerät hat einen eingebauten Klappspiegel, praktisch zum Fotografieren, hat viel Backfokus z.B. für ein Bino, das sich an Planeten ja immer sehr gut macht, und ist solide gebaut, ca. 2kg Vixen-Qualität zum China-Preis. Oberhalb von ca. 40x ist Tunnelblick trotz der rel. langen Brennweite kein Thema mehr, mit Tricks (Shapley-Linse) gehen 60° SSW auch schon ab 25x. Die Justage ist sehr stabil und kaum nötig, aber wenn, dann knifflig. (Manche - besonders die ersten Exemplare - waren ab Werk nicht optimal voreingestellt, wohl auch, weil es urspünglich nur als Leitrohr konzipiert war.) Es kann aber mehr, besonders wenn man für optimalen Kontrast das Blendrohr mit Velours ausgekleidet. Dann sind scharfe Vergrößerungen bis ca 140-160fach möglich.

Mehr gibt die relativ hohe Obstruktion aber nicht her, der äquivalente Kontrastdurchmesser des Systems liegt nur bei 70mm. D.h. jenseits von 160x bleibt das Bild zwar scharf, wird aber schnell zunehmend flau und dunkel. Weshalb im direkten Vergleich mein kurzer 80er F/5 Achromat bei 140x trotz seiner Farbschwäche ein (in dem was an Farben noch bleibt), kontrastreicheres und damit etwas detailreicheres Planetenbild liefert.

Gruß,
Mathias
 
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