Orion und Plejaden mit Fernglas

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ToSto64

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Am gestrigen Abend von 8 pm bis ca. 9.30 pm gab es bei mir für knapp 2 Stunden einen relativ klaren Nachthimmel.
Das Teleskop aufzubauen lohnte sich allerdings nicht und so nahm ich mein Steiner Skyhawk 8/42 und begab mich mit einer heissen Tasse Tee auf meine Terasse, mit Blickrichtung O-SO - S. Orion leuchtete in voller Pracht und steil über mir blickten die Plejaden majestätisch auf mich herab.
Meinen Skizzenblock geholt und dann mal meine Beobachtungen festgehalten. Einige Korrekturen waren notwendig, aber am Ende entsprach die Zeichnung dem, was ich durch das Fernglas sehen konnte. Hier beide Zeichnungen:

1 Orion
Orion.1.jpg


2 Plejaden
Plejaden.jpg

BG Thomas
 
Hallo Thomas,

das sind schöne Skizzen, besonders die umfangreiche Beschriftung gefällt!

Bist du dir sicher, dass du die Reflexionsnebel um die Plejaden so im Fernglas gesehen hast? Dann muss der Himmel bei dir wirklich dunkel sein.

Ich hatte schon vergleichbare Seheindrücke, aber letztlich waren die "Nebel" nur der Taubeschlag auf dem Objektiv meines Suchers :rolleyes:

Viele Grüße in die Schweiz

Claus
 
Hallo Claus

Merci.
Du hast natürlich Recht, die Reflexionsnebel waren mehr in meinem Kopf denn im Fernglas zu sehen. Habe diese beim Zeichnen ins obige Format von meiner Beobachtungsskizze intuitiv eingefügt. ;)
Wobei ich anmerken muss, dass der Reflexionsnebel um Merope bei meiner ca. dreissigminütigen Beobachtung für mich zu erahnen war.
Ja, diese knapp zwei Stunden waren wirklich fast perfekt. Ich war selbst überrascht. Jedoch ging es dann ab 22 Uhr sehr schnell und es war knapp eine halbe Stunde später kein Stern mehr zu sehen.
M42 war dagegen als Nebel deutlich erkennbar, allerdings nicht ganz zusammenhängend, deshalb der unterbrochene Nebel.

Gruss Thomas
 
Hallo Thomas,
Ferngläser sind m.E. unterschätzt und eine ausgezeichnete Möglichkeit den Himmel kennen zu lernen!
Helle Sterne neigen schon mal dazu, den Eindruck eines umgebenden Nebels zu erzeugen, auch wenn nachweislich keiner da ist. Diesem Umstand bin ich auch schon das eine oder andere Mal erlegen, hab es am Teleskop notiert und in der Nachbearbeitung und Aufzeichnung des Beobachtungsabends keine Bestätigung dazu finden können.

Dieser Effekt "sehe ich's oder glaube ich es zu sehen, weil ich weiß das es da ist", kennen wahrscheinlich viele Forumsmitglieder :rolleyes:

Grüße Uwe
 
Hallo zusammen,

Dieser Effekt "sehe ich's oder glaube ich es zu sehen, weil ich weiß das es da ist", kennen wahrscheinlich viele Forumsmitglieder :rolleyes:

Grüße Uwe

Ja, das liegt sicher auch daran, dass man durch das Betrachten von Astrofotos vorgeprägt ist.

Es geht aber auch umgekehrt, sodass man über ein gesehenes Detail einfach hinweggeht, weil man es nicht erwartet.

So ging es mir, als ich unter guten Bedingungen erstmals das Staubband in M 82 sehen konnte: "Was ist denn diese Lücke in der Mitte? Ach, wird bloß 'ne Bildstörung sein! ;)"

Nur Erfahrung macht klug - gilt halt auch fürs Visuelle!

Viele Grüße

Claus
 
Hallo Claus

Merci.
Du hast natürlich Recht, die Reflexionsnebel waren mehr in meinem Kopf denn im Fernglas zu sehen. Habe diese beim Zeichnen ins obige Format von meiner Beobachtungsskizze intuitiv eingefügt. ;)
Wobei ich anmerken muss, dass der Reflexionsnebel um Merope bei meiner ca. dreissigminütigen Beobachtung für mich zu erahnen war.
Ja, diese knapp zwei Stunden waren wirklich fast perfekt. Ich war selbst überrascht. Jedoch ging es dann ab 22 Uhr sehr schnell und es war knapp eine halbe Stunde später kein Stern mehr zu sehen.
M42 war dagegen als Nebel deutlich erkennbar, allerdings nicht ganz zusammenhängend, deshalb der unterbrochene Nebel.

Gruss Thomas
Schön, dass man auch mit FG zeichnet, das ist m.E. für Visuelle rine Wohltat. Aber mal unabhängig von der 'Nebel-Sichtbarkeit' um Merope: hat es das 8x nicht geschafft, den 'Doppelstern' BU536 in der Mitte der Plejaden zu trennen; also jetzt die Komponenten A und C (39")?

cs Manfred
 
Es geht aber auch umgekehrt, sodass man über ein gesehenes Detail einfach hinweggeht, weil man es nicht erwartet...
oder es als Anfänger nicht weiss.

Schön, dass man auch mit FG zeichnet, das ist m.E. für Visuelle eine Wohltat. Aber mal unabhängig von der 'Nebel-Sichtbarkeit' um Merope: hat es das 8x nicht geschafft, den 'Doppelstern' BU536 in der Mitte der Plejaden zu trennen; also jetzt die Komponenten A und C (39")?
Ich zeichne bei jeder Beobachtung, was zum einen Spass macht und viel wichtiger, ich lerne dadurch die einzelnen Konstellationen und die Bilder bleiben nachhaltiger im Kopf. Ausserdem ist es sicher später einmal sehr spannend, wenn man diese ersten Zeichnungen rückwirkend betrachtet. Viele Details passen vielleicht nicht ganz, weil eben die Augen eines Newbies vieles nicht sehen, aber auch unvoreingenommener das Hobby betrachten. ;)

Mit Doppelsternen habe ich mich bis jetzt noch nicht weiter beschäftigt. Ist für mich/uns auch nicht so einfach. Wenn ich mir diverse Zeichnungen von Doppelsternen anschaue, so würde ich diese wohl nicht als solche wahrnehmen, da tlw. doch weiter auseinander, als ich mir diese vorstelle.
Kommende Nacht (Mittwoch zu Donnerstag) ist im Luzerner Mittelland gutes Seeing vorhergesagt. Da werde ich mal probieren ob ich vielleicht STF 747 oder STFA16 (43 Ori) erkennen kann.

BG Thomas
 
Hallo Thomas,

so würde ich diese wohl nicht als solche wahrnehmen, da tlw. doch weiter auseinander, als ich mir diese vorstelle.

Das stimmt, manchmal werden Sterne als Doppelstern bezeichnet, obwohl sie sehr weit auseinander sind. Kommt drauf an, was der Entdecker sich für Grenzen gesetzt hat. Es gibt aber natürlich alle denkbaren Abstände. Manche springen mir sofort ins Auge mit dem Fernglas. Z.b. Alcyone (STFA 8 ) AB in den Plejaden.

STF 747 und STFA 16 habe ich schon mit meinem 8x42 getrennt. STF 747 allerdings nur mit Stativ. Die C Komponente von STFA 16 konnte ich nur im 10x50 mit Stativ sehen.

Wünsche jedenfalls viel Erfolg ;).

CS, Sebastian
 
Mizan Batil II (43 Ori) konnte ich gerade von meiner Terrasse aus als Doppelstern ausmachen. Fairerweise muss ich jedoch sagen, dass es mit dem FG, wenn man es nicht weiss, schon schwierig ist. Mit dem Teleskop habe ich am vergangenen Samstag diesen Doppelstern sehr gut gesehen, nur habe ich nicht weiter darüber nachstudiert. :rolleyes:

BG, Thomas
 
Mittwoch Wecker auf kurz vor 3 Uhr gestellt, einen doppelten Espresso :coffee: gemacht und mich auf der Südterrasse platziert. Der zunehmende Mond war nicht mehr zu sehen und weiteres störendes Licht in diese Richtung gibt es nicht. Somit konnte ich in Ruhe den Nachthimmel mit dem FG beobachten.
Schon mit dem blossen Auge erkannte ich M44, der ja durch vier markante Sterne umrahmt wird.
Hier das daraus resultierende zeichnerische Resultat:
M44.jpg
Nach intensiven Schauen, konnte ich einen Stern im Zentrum als Doppelstern ausmachen. Wie ich später herausfand, handelt es sich um CHR 156.
Die vier grossen Sterne, Borealis, Australis, 33Cnc und 31Cnc sind ja auch Doppelsterne. Konnte allerdings diese nicht als solche erkennen.
Allerdings nehme ich an, dass mit dem 8" Hofheim und dem 13mm Ethos ich diese sicher trennen kann. (Oder?)

Eigentlich hatte ich keinen weiteren Plan. Also suchte ich beim Sternbild Ursa Major nach M81, konnte da allerdings nichts Sichtbares finden.
Zufällig fiel mir dann ein kleines sternenreiches Gebiet auf. Nach geraumer Zeit der Beobachtung hatten sich die Eckpunkte in meinem Gedächtnis verankert und ich begann zu zeichnen. Die Neugier war gross, was ich da wohl 'entdeckt' habe. Also doch das Smartphone geholt und Sky Safari (kann man sehr schön auf Monochrome stellen) gestartet. Und siehe da... der Coma Berenices Cluster. Davon hatte ich noch nie etwas gehört. Das ist diese Freude und Faszination als Anfänger, wenn einem das meiste noch unbekannt ist. :)

Coma Berenecies Cluster_sw.jpg
Nach intensiveren Beobachten glaubte ich am linken Rand (in Beobachtungsrichtung also gen Osten) das dieser helle Stern (17Com) von einem zweiten begleitet wird. Zum Beobachtungszeitpunkt wusste ich noch nicht, dass dies ein Doppelstern ist.
Sky Safari zeigte mir dann noch an, dass etwas oberhalb von 17Com gen Osten NGC 4494 sein muss. Konnte diese aber nicht finden. Mit einer Flächenhelligkeit von ca. 11mag wahrscheinlich auch mit dem FG nicht realistisch, vielleicht in einem absolut dunklen Gebiet.

Mittlerweile war es kurz vor fünf Uhr. So walkte ich ziellos durch die frühmorgendliche Sternennacht. Dabei lenkten einige Sterne westlich von Spica meine Aufmerksamkeit auf sich.
Habe ich zeichnerisch auch noch festgehalten. Kurz nach halb Sechs und beim Balkon über mir ging das Licht an. Nachbar geniesst seine morgendliche Zigarette.
Spica_y Hya.jpg

Beste Grüsse an alle
Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Thomas,

tolle Skizzen! Und Respekt, dass du die Motivation aufbringst, mitten in der Nacht aufzustehen :y:. M44 ist definitiv einer meiner Favoriten im FG, darin kann man sich echt verlieren.

Laut StelleDoppie hat CHR 156 einen Abstand von 0,5". Das wird mit dem FG schwierig :D. CHR 156 ist aber Da/Db von BU 584. Von diesem sind A, C und D mit dem FG zu erkennen.

Ansonsten ist mit dem FG im Beehive Cluster auch STF1254 AC ganz schön.

Die vier grossen Sterne, Borealis, Australis, 33Cnc und 31Cnc sind ja auch Doppelsterne. Konnte allerdings diese nicht als solche erkennen.
Allerdings nehme ich an, dass mit dem 8" Hofheim und dem 13mm Ethos ich diese sicher trennen kann. (Oder?)
Borealis geht bestimmt, Australis und ϑ(31) sind schwieriger, könnten auch klappen, wenn es dunkel ist. η(33) geht nicht, da ist B mag 20.


CS, Sebastian
 
Hallo Sebastian

Vielen Dank für die Infos.
Am Samstag ab 4 Uhr früh ist für FL gutes Seeing gemeldet und der Mond schon hinter den 2000er Gipfeln verschwunden.
Da will ich mal Borealis genauer anschauen, mit Teleskop.
Vielleicht ist auch NGC 4494 zu sehen?!

BG Thomas
 
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