Anette_Aslan
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Liebe Sterndl-Gucker,
letzten Freitag hatten wir so einen schönen Südwest-Föhn über´s Wiener Becken sausen, der schluckte noch den Rest Feuchtigkeit, der ohnehin mittlerweile ausgedörrten Frühlingslandschaft, denn das Monsterhoch der letzten Wochen bescherte den Wirten zwar viel Freude aber fragt nicht die Bauern, hier in der Atacama Österreichs müssen schon zwei Tiefdrucksysteme sich vereinen, wie gestern das Italientief mit dem des atlantischen, das auch Deutschland viel Niederschlag brachte, sonst läuft hier nix. So hab ich nichts gegen Regen, der aber trotzdem zu wenig war!
Es geht um den Freitag aber. Ein strammer Föhn sorgt ja für Turbulenzen, aber nicht in großen Höhen, der Himmel war schon gegen 19h erschreckend transparent, eine Luftfeuchte von nur 49% und das gegen Abend versprach Wahnsinnsmagnituden, der noch nicht aufgegangene Mond verstärkte diesen Zustand und ich glaub, wir kamen auf leicht über 5mag hier kurz vor Wien, die konnte ich am kleinen Wagen nicht mehr abmessen, der tummelt sich derzeit zu weit in der Lichtglocke Wiens nordöstlich von mir aber ein Blick auf Süd- Südwest in Föhnrichtung bescherte mir einen Orion und Plejaden, wie ich sie noch niemals zuvor klarer gesehen habe. Ich rollte um 21h den 16ner Dobson raus und schaute mir den M42 mit dem 26er Pano im schon recht tief stehenden Orion an. Ich war überwältigt! Das Gesichtsfeld war so voll mit Strukturen ausgefüllt, M42 sprengte den Rahmen, denn bei Mondlicht bekomme ich den als niedliches Nestchen schön mittig ins Okular, doch am Freitag musste ich das Ding in seiner Gesamtpräsentation gesehen haben!
Unbedarften hätte ich das Objekt auch als Erzengel verkaufen können, in mächtigen Schwingen höchst kontrastreich zeigte sich der Nebel. Wie muss er sich auf Mount Paranal in einem 60 Zöller zeigen?!!! Nicht auszudenken ...
Der einzige Nachteil bei Föhn: das Teleskop ist ein bissel wie ein nervöses Pferd, man muss es gut an den Zügeln halten.
Sternfreundliche Grüsse von Anette
letzten Freitag hatten wir so einen schönen Südwest-Föhn über´s Wiener Becken sausen, der schluckte noch den Rest Feuchtigkeit, der ohnehin mittlerweile ausgedörrten Frühlingslandschaft, denn das Monsterhoch der letzten Wochen bescherte den Wirten zwar viel Freude aber fragt nicht die Bauern, hier in der Atacama Österreichs müssen schon zwei Tiefdrucksysteme sich vereinen, wie gestern das Italientief mit dem des atlantischen, das auch Deutschland viel Niederschlag brachte, sonst läuft hier nix. So hab ich nichts gegen Regen, der aber trotzdem zu wenig war!
Es geht um den Freitag aber. Ein strammer Föhn sorgt ja für Turbulenzen, aber nicht in großen Höhen, der Himmel war schon gegen 19h erschreckend transparent, eine Luftfeuchte von nur 49% und das gegen Abend versprach Wahnsinnsmagnituden, der noch nicht aufgegangene Mond verstärkte diesen Zustand und ich glaub, wir kamen auf leicht über 5mag hier kurz vor Wien, die konnte ich am kleinen Wagen nicht mehr abmessen, der tummelt sich derzeit zu weit in der Lichtglocke Wiens nordöstlich von mir aber ein Blick auf Süd- Südwest in Föhnrichtung bescherte mir einen Orion und Plejaden, wie ich sie noch niemals zuvor klarer gesehen habe. Ich rollte um 21h den 16ner Dobson raus und schaute mir den M42 mit dem 26er Pano im schon recht tief stehenden Orion an. Ich war überwältigt! Das Gesichtsfeld war so voll mit Strukturen ausgefüllt, M42 sprengte den Rahmen, denn bei Mondlicht bekomme ich den als niedliches Nestchen schön mittig ins Okular, doch am Freitag musste ich das Ding in seiner Gesamtpräsentation gesehen haben!
Unbedarften hätte ich das Objekt auch als Erzengel verkaufen können, in mächtigen Schwingen höchst kontrastreich zeigte sich der Nebel. Wie muss er sich auf Mount Paranal in einem 60 Zöller zeigen?!!! Nicht auszudenken ...
Der einzige Nachteil bei Föhn: das Teleskop ist ein bissel wie ein nervöses Pferd, man muss es gut an den Zügeln halten.
Sternfreundliche Grüsse von Anette