Orionnebel - nur ohne Nebel ?

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Caine

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Hallo zusammen,
evtl. ist diese Anfängerfrage schon mal beantwortet worden (Suche hat bei mir nix ergeben), dann bitte ich um Nachsicht:

Ich habe gestern mit meinem 8" Newton f/6 mal einen Blick auf den Orionnebel geworfen. Finden war kein Problem, der Anblick war auch eindrucksvoll. Aber von den Nebelstrukturen war nichts zu erkennen. Jetzt war gestern natürlich der Mond hell und die Lichtverschmutzung durch Straßenlaternen ist bei mir im Garten leider auch ziemlich hoch. Auch ist mir klar, das Nebel sehr filigran sind. War das der Grund, warum ich keine Nebelstrukturen erkennen konnte? Wie dunkel sollte es sein, damit man Nebel erkennen kann? Wahrscheinlich sollte ich das nächste mal auf die Felder rausfahren, weg von der Straßenbeleuchtung. Aber gestern war ich zu faul, alles ins Auto zu laden...

Danke und viele Grüße
Christian
 
Hallo Christian,

das Hauptproblem war der doch sehr nahe stehende Mond. Den Kernbereich wirst Du wohl dennoch gesehen haben aber die schwächeren Strukturen sind im Licht abgesoffen.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

Wie dunkel sollte es sein, damit man Nebel erkennen kann?

So dunkel wie nur möglich. Ein dunkler Standort mit mit möglichst geringer Aufhellung vom künstlichen Licht ist essenziell für die Beobachtung von Nebeln.

Bei solchen Bedingungen...

Jetzt war gestern natürlich der Mond hell und die Lichtverschmutzung durch Straßenlaternen ist bei mir im Garten leider auch ziemlich hoch.

...sind die schwachen Ausläufer und Strukturen von diesem (und auch anderen Objekten) nicht zu sehen. Das Licht vom Mond und auch das Licht der künstlichen Beleuchtung überstrahlen die schwachen Anteile im Nebel so das nur noch die helle Huygens Region zu sehen ist.
Bei der Beobachtung vom Orionnebel hat mir auch ein UHC Filter geholfen um mehr Kontrast zum Hintergrund zu haben.

Mein Fazit ist: Für die Beobachtung schwacher Nebel einen dunklen Standort ohne Mondlicht aufsuchen.

Meine Beobachtung mit 6"/f5:

Der Nebel ist bei 42x ein phantastischer Anblick. Die einzelnen Strukturen, helle und dunkle Zonen sind zu viele um sie einzeln aufzuzählen. Das Trapez ist aufgelöst (4 Sterne). Die Trapezsterne sind bläulich– weiß. In der nördlichen Richtung vom Trapez kann ich eine auffällige Einbuchtung erkennen. Daran schließt sich der Nebel NGC 1982, der von NGC 1976 durch eine dunkle Linie getrennt ist an. Diesen Nebel kann ich als eine schwache Aufhellung um einen Stern sehen. Bei 54x kann ich den Nebel NGC 1982 besser sehen. Bei NGC 1976 sehe jetzt auch lichtschwachen Außenbereiche vom Nebel. Mit dem [OIII] Filter erkenne ich die äußeren Bereiche noch besser.

Mit 12"/f4:

Der gesamte Orionnebel ist schon bei niedriger Vergrößerung überwältigend in Form und Struktur.
Mit dem UHC Filter kommt er besser zur Geltung, der Kontrast zum Hintergrund steigt deutlich.
Huygens Region: Vergrößerungen 343 und 400x. UHC Filter.
In dieser Region sind viele Verwirbelungen und dunkle Einschlüsse. Die Vielfalt an kleinräumigen Strukturen ist enorm.
Pons Schröteri kann ich als einen strukturierten Steg in der Sinus Magnus erkennen. Die Kante der Frons ist deutlich heller als die Huygens Region. Auch diese ist von dunklen Strukturen durchzogen. Die Südkante der Frons ist scharf begrenzt und deutlich zur Regio Subnebulosa abgesetzt.
Die Kante vom Occiput ist sehr strukturiert. Die Kante grenzt an die Dunkelwolke Sinus Gentilii. Die Dunkelwolke ist sehr strukturiert. Ich kann sie bei mittlerer Vergrößerung gut erkennen. Über die Hälfte der Wolke zieht sich in die Regio Subnebulosa hinein.
Bei 38x und dem UHC Filter kommt der große Bogen im Süden gut zur Geltung. Auch er hat unterschiedliche Helligkeiten und strukturierte Ränder.
Messier 43 ist deutlich abgegrenzt zu Messier 42. Unregelmäßige Form. Im Nebel sind verschiedene Helligkeiten.

Viele Grüße
*entfernt*
 
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