Ortho's made in Germany bei APM

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

MLudes

Sponsor Astronomie.de
Hallo Leute,

nach Diskussionen die sich schon seit 2011 hinziehen und jetzt sehr intensiv auf CN geführt wurden, warum die TMB Monos nicht mehr kommen .....zuwenig Bestellungen, weil zuviele Limits ( Gesichtsfeld, Bildfeldwölbung, etc..) sind wir nun soweit, das wir eine neue Reihe an High End Orthos in der Qualität der nicht mehr hergestellen ABBE II von Zeiss in Angriff nehmen wollen.

In Kürze erhalten wir das Angebot für die ersten 3 Brennweiten die wir Ordern wollen, 10 mm, 25 mm, 34 mm sowie passende Barlow dazu, optimiert für F/7 Refraktoren.

Die Entwicklungszeit wird ca. 8 Wochen in Anspruch nehmen ( Glas, Politur, Vergütung, Mechanik etc. )

Die Preise sollen sich an jenen der Zeiss ABBE Orthos anlehnen.

Nimmt der Weltmarkt diese Okulare an, ergänzen wir die Serie mit weiteren Brennweiten

Dies nur zur Vorabinfo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

super!

Sag bitte Bescheid, wenn es dazu eine (unverbindliche) Warteliste gibt! Gute Orthos kann man gar nicht genug haben :)

Gruß

Frank

Ps.: Das 25 mm sollte eine orange Farbmarkierung erhalten und das 34 mm eine rote ;)
 
Hi Jens

ja Ortho ist Ortho, das ABBE II ist das Vorbild.

Der Schwierigkeitsgrad liegt in der Fertigung und bei der Glasqualität die wir bei Schott/Mainz bestellen müssen

Wir stellen gerne das gesamte optische Layout online
 
Hallo Markus,

ich finde das spannend, frage mich aber, ob dabei nicht am Ende die Problematik dieselbe ist wie bei den Monos. Ich tippe dass da ein Angebotspreis von 288 Euro pro Stück rauskommt und - dann wird das Ding vermutlich nicht laufen.

Natürlich stelle ich mir auch wieder regelmäßig die Frage, warum ich nicht für ca. 140 Euro ein Mono passender Brennweite gekauft habe, als das noch ging... Um mal aufzuzeigen was ich für ein nettes Angebot halten würde.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven

schau mal es gibt genügend Okulare am Martk um nahezu jeden mit allem zu befriedigen, da wirst du mir zustimmen.

Die Monos, die Zeiss, die Pentax haben sich in gewissen Stückzahlen verkauft dann war schluss.

Nun ist ne Zeit vergangen und die Kundschaft aus aller Welt wird wieder fordernt.

Es gibt nun 2 Möglichkeiten darauf zu reagieren

a, Igonieren

oder

b, was machen

Da mich solch ein Projekt selbst interessiert , werde ich es machen, wenns im noch akzeptablen Rahmen liegt.

Wieviel davon letztendlich verkauft werden , wird die Kundschaft bestimmen. Wenns dann nicht mehr Lohnt, wirds eingestampft.

Ich habe mir im Laufe der Jahr angewohnt, wenn ich was Perfektes haben will, nicht mit dem Hersteller um den Herstellungspreis zu Feilschen,sonst liefert er Kompromisse.

Also bitte ich diesen ein Angebot zu Erstellen und ich sage ja oder nein dazu.

Gute, sehr gute Okulare kann ich auch in Taiwan oder Japan fertigen lassen zu deiner Preisvorstellung, aber wir wollen hier kein gutes oder sehr gutes Okular bauen, sondern das Beste das tag heute technologisch möglich ist und die Paar % mehr Leistung, wenn's soviel ist, kostet deutlich mehr Geld.

Das Mono hatte eine Fangemeinde, als diese alle das Mono besasen war Feierabend.

Heute ist es mit den Monos wie mit den Zeiss Orthos, es werden für gute Gebrauchte oft der doppelte VK verlangt, das alleine zeigt, der Markt für ein Neues ist zwar nicht riesig aber noch immer vorhanden.

Mit dem Gesichtsfeld eines Orthos und der Korrektur eines Orthos dürfte der Markt deutlich größer sein als für ein spezialisiertes Mono.

Ich kennen die Herstellungskosten nicht, aber ich weiss, jeder Hersteller will was verdiehnen,ebenso will der Vertrieb was verdiehnen, sonst muss man nichts Herstellen.

Von damals weiss ich von Berliner Glas das in der Qualitätskontrolle vom 1. Schritt bis zum letzten Schritt Ausschuss in Höhe von ca. 50% entstand.

Ich weiss bei hohen Stückzahlen ist der Preis deutlich geringer als bei kleinen Stückzahlen, aber wer legt schon 1000 oder 10000 Okulare auf Verdacht auf , nur um einen günstigen Preis zu bekommen ?

Wenn das erwartete Angebot den max. VK von 350 Euro nicht überschreitet , tun wir es , wenns doch teurer würde,lassen wir es.

Wir könnten auch einfach gar nichts tun, und das verkaufen was am Markt erhältlich ist, aber wo bleibt dann die Entwicklung ????

Also lass es uns tun und wenn du magst schicke ich dir gerne auch mal einen Prototypen zu, dann kannste dir eine Meinung bilden, ob es sinnvoll war was der Ludes da wieder anstellt,oder nicht :-)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

ich seh's nicht so negativ wie Du vielleicht (bei meiner Nase) denken magst. Nur sehe ich auch zwischen Ortho und Mono nicht so sehr den Unterschied.

Ich denke gerade so an den Vergleich XO 5 gegen Mono 5 und da war für Karsten 30° gegen 45° schon relevant (spricht für Dich), für mich hingegen war die Abbildung wesentlich (es sind beides kleine Felder) und beim XO war die nette Gummi-Auflage ("Augenfrostschutz") ein nettes Detail.
Ich denke wenn solche Details eine gewisse Beachtung finden ("Brille auflegen"), rechtfertigt sich ein hoher Verkaufspreis (relativ hoch, im Gegensatz zu teuer) immer mehr.

Und es stimmt, ich sehe auch, dass eine aktuelle Produktion eines "top notch" Planetenokulars fehlt. Und... um noch einen Zaunpfahl winken zu lassen: Eine dazu passend gerechnete Barlow für schnelle Newtons, so... "mit ohne Koma" scheint mir auch interessant, weil das nunmal auch Teleskope sind, die man findet. Fragt sich natürlich wie die Schnittmenge mit den Kunden ist - vielleicht kaufen eher High-End-Apo-Nutzer (was ich nicht negativ sehe) so ein Okular.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Markus,

ich finde, man muss Dir wirklich für Dein Engagement in Sachen Entwicklung Respekt zollen - v.a. wegen der heimischen Fertigung.
Denn wer macht das noch?

Es macht wirklich Spaß zu sehen, wie sich am Markt was tut und die potentiellen Käufer einbezogen werden, bevor es erhältlich ist.

Danke Markus! :respekt2:

Was ist der Grund für die Optimierung auf f/7? Sind damit die Okulare gemeint oder nur die Barlow?

Soll vorwiegend die Omegon-Refraktor-Gemeinde bedient werden?

Schöne Grüße,
Norman




 
Hallo Kollegen,
auch wenn mir persönlich dir Motivation (das Gerät) fehlt ein solches High End Okular zu kaufen, denke ich das es durchaus seine Berechtigung hat.
Svens Vorschlag zu einer passenden Barlow rundet solche Produkte ab und erhält gerade dadurch den "haben wollen" Faktor.
Etwas was funktioniert verliert eben niemals seinen Reiz ;)
 
Hallo Markus,

weißt du schon die genauen Augenabstände der Okulare?
Ich denke für Brillenträger wird es wohl eng oder?

Werde das Projekt aber mit Interesse verfolgen.

Gruß Nils

 
Hallo Nils,

tja... es gab da mal den Herrn König und der hat da was am Abbe verbessert - aber... den kennen die Amis vermutlich nicht, wegen des Ö oder so. Warum soll man was besseres vermarkten, wenn für das alte Zeug verrückte Sammlerwerte bezahlt werden?
Wer spaß dran hat, schaue sich mal hier um:
http://www.brayebrookobservatory.org/BrayObsWebSite/BOOKS/EVOLUTIONofEYEPIECES.pdf
http://www.brayebrookobservatory.or.../PageMill_Resources/PUBLICATIONS/treediag.jpg

Eigentlich müsste man sich doch fragen: Was wäre denn mit heutigem Stand von Wissen und Technik ein modernes Okular welches die Abbe hinter sich lässt?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Markus,

also ich finde, das ist ein sehr spannendes und höchst interessantes Projekt, was du hier vorhast!! Ich würde ein solches Okular als Planetenbeobachter auch an meinen schnellen Newtons gerne einsetzen wollen. Noch habe ich ein Mono und weiß um die sehr guten Abbildungseigenschaften dieses Okulars. ;) Wenn man das (v.a. bezüglich Gesichtsfeld) toppen kann, umso besser.

Da hier die Frage bereits aufkam...als Brillenträger wird's wahrscheinlich sehr eng werden. Könnte man sich hier evtl. eine Art "Aufsatz" wie Dioptrix von TV vorstellen? Dann werden für Brillenträger auch die größeren Brennweiten sehr interessant, da ja doch viele (wie ich auch) bisher mit Brille beobachten müssen und die Verwendung von solchen Okularen bei größeren AP eher ablehnen.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Leute,

danke für die vielen Antworten, die mir auch helfen über das eine oder andere nachzudenken und mit zu integrieren.

Sven , Gummiauflage, gute Idee, werde ich weiterleiten

Spezielle Barlow : Ist das Notwendig ? Wer hat mal Lust ne Intensivbeobachtung zu machen mit einem Ortho und einer normalen guten Barlow. Ne Barlow verbessert ja eh schon die Randabbildung durch Ihre Brennweitenverlängerung, ist da eine spezielle Barlow notwendig ?????

Augenabstand für Brillenträger : Bei Orthos ist der Augenabstand ca. 0.85 x Brennweite, bei 25 mm also 20 mm , beim 34 mm noch mehr.
Beim 10 mm wirds schon nichts mehr. Das sind Kompromisse die man hinnehmen muss, es sei denn man baut ein Okular ala Radian , dann in verbeserter Perfektion , hier gibt es aber eben schon die Radian, die Pentax XW und einige andere von sehr guter Qualität.

Bei möglichen weiteren Modellen spiele ich mit dem Gedanken was ala XO oder Tak Hi-Or also mit integrierter Barlow ( besserer Augenabstand, einfacher die Feldlinse zu reinigen ) in die Wege zu Leiten.

Gerd hat ebenso eine Idee an mich weiter geleitet > Für die Augenlinse einen YAG Kristall zu nehmen.

- Extreme Härte >> keine Kratzer möglich.

- Säurefest

- Geniale optische Eigenschaften.

- Als Eiskristall minimalste Reflektionen was optimalen Kontrast verspricht.

Klaro währe ein Okular wie das XW oder Delos in perfektion ohne deren negative Eigenschaften das Nonplus Ultra, aber ich glaube da geraten die Preise bei deutscher Fertigung so sehr aus den Fugen das es unverkäuflich teuer wird.

Ich würde sagen wir fangen mal an und arbeiten uns dann mit weiteren Brennweiten vorran, die ja durchaus ein anderes Design haben dürfen, die euren Wünschen möglichst nahe kommen.

Leider habe ich keinen guten Optikrechner zur Hand der uns umsonst verschiedene Möglichkeiten durchrechnet, die auch realisierbar sind.

Riccardi ist seit 1. Januar nicht mehr umsonst zu befragen da er nun fest bei Sator in Italien angestellt wurde und er auch Geld für Berechnungen fordern muss, wenn ein Projekt nicht durchgeführt wird.

Auf die Nut möchten wir ebenfalls verzichten, das wollen die meisten aus gutem grund nicht mehr, ok ?

Warum habe ich Refraktor F/7 gewählt als Optimierungsgerät ?

Nochmals dazu ein paar Worte

Bei exestierenden Okularen hat sich gezeigt, das Okulare wie das Abbe Ortho, das auch für solch ein Öffnungsverhältniss optimiert ist, dieses wunderbar an allen SC und Maks , wie auch Refraktoren funktioniert. Also an 3 der 4 Hauptteleskopen.

Newton die für Planetenbeobachtungen benutzt werden, sind meistens,nicht immer, aber eben doch meistens etwas Langbrennweitiger und dort gehen solche Okulare ebenfalls sehr gut.

Nur an den ganz schnellen Newtons wirds probleme geben, aber da benutzen die Leute eh Komakorrektoren

Danke für weitere realistische Tips
 
Nabend Markus,

danke für die Infos.

Da ich noch ein Okular um 20-25mm brauche würde ein Ortho mit 20mm genau in mein Beuteschema passen.^^
Bin sehr gespannt... :)

Nils
 
Hallo Markus,

...nur mal so:
Vorsicht mit der Aussage "...keine Kratzer möglich..."

YAG = Yttrium-Aluminium-Granat, Mohshärte = 8,5

Da gibt's aber noch Partikel, welche z.B. kleinste Korundkristalle (Mohshärte = 9,0) enthalten können. Diese würden das schöne YAG Kristall sehr unschön zerkratzen wenn man darüber wischt und versehentlich noch ein sehr kleines Korund-Teilchen auf dem YAG Kristall (Linse) läge.

Aber...und da hast du recht, YAG ist härter als Quarz und damit natürlich wesentlich resistenter als manch anderes Glas.

Viele Grüße
Werner

 
Hallo Markus,

schön, wenn das Thema "Gummi Augenseitig" noch rechtzeitig Eingang findet.

Thema Barlow:
Eine passende Barlow die auf die Verwendung am (1200mm Brennweite) Newton optimiert ist, würde folgende Vorteile bieten:

1. Das beugungsbegrenzte Feld vergrößert sich besonders bei großer Öffnung enorm, wenn die Barlow Koma kompensiert.

2. Durch die Barlow kann das Abbe-Ortho selbst bei f/4 oder gar f/3,5 mit eher unkritischen Strahlenbündeln versorgt werden, also beispielsweise f/8 bis f/7 bei einer 2x. Dadurch lässt der Okularastigmatismus nach und vor allem überzieht man das Abbe-Design nicht auf der Achse.

3. Eine gute Barlow "die es schon gibt" verbessert zwar das Verhalten des Okulars bezüglich Okularasti und der Spotabbildung in der Mitte, bezüglich Koma aber bleibt das Bildfeld sehr klein. Ein brauchbarer Komakorrektor wäre mindestens als Dreilinser ausgeführt (ansonsten sphärische Aberration also wieder vergrößerte Spots auf der Achse). Komakorrektoren sind meist auch nah am Primärfokus also kritisch was ein dunkles Bildfeld angeht - sowas wird ja auch mal Staub tragen.

4. Bedenkt man bei der Okularkonstruktion den Einsatz einer Barlow mit bekannten Werten, so kann man das Blendensystem im Okular ebenfalls darauf auslegen, so dass man nicht durch Vignettierungen etc. einen unruhigen Einblick bekommt. Wenn ich das richtig sehe, dürften sich einige Linsendurchmesser vergrößern - was ohne Barlow wiederum bewirkt, dass die Linsenränder weit abseits des Strahlengangs liegen. Das ist ja auch nach Deiner Meinung (die ich unterstütze) noch besser als geschwärzte Linsenkanten (die man aber trotzdem in der Preisklasse machen lassen sollte).

5. Es beobachten heute schon eine ganze Reihe Sternfreunde regelmässig mit 12" Newtons oder auch noch größeren Geräten. Hier findest Du quasi ab f/5 abwärts vor, f/5,6 ist schon wieder exotisch (wenn auch von Orion UK von der Stange zu haben).
Warum sollte man immer ignorieren, dass Sternfreunde mit diesen verbreiteten Geräten auch gerne ein designiertes Planetenokular einsetzen wollen? Um die Barlow kommen sie dann aber nicht herum, denn sonst wird der Augenabstand buchstäblich zum Heulen und wie gesagt, was man als Abbe-Design kennt, will bei f/4 keine sauberen Spots mehr zaubern. Was da mit modernen Glaspaarungen geht - weiß ich nicht.
Der Komakorrektor ist jedenfalls nicht die wirkliche Problemlösung weil die kurze Brennweite, damit der Augenabstand und der Okularastigmatismus als Probleme bestehen bleiben.

Wer sich mit der Materie aktuell aueinandersetzt, stellt fest, dass die Klee-Barlow nicht mehr hergestellt wird und dass deren 2,2x Variante auch durch unpolierte, matte Randzonen konkaver Linsen im Strahlengang eingebaute "Streulichtwerfer" hat - diese Klee 2,2x ist also völlig fehlkonstruiert, der Verantwortliche gehört wieder auf die Schulbank. Daher gibt es also keine adäquate Barlow, auf die man als verlässliche Lösung zurückgreifen könnte. Eine Telezentrik (Powermate) ohne Komakorrektur bedingt immer noch beim großen, schnellen Newton das sehr kleine beugungsbegrenzte Feld - tödlich für Dobsons.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Werner,

...nur mal so:
Vorsicht mit der Aussage "...keine Kratzer möglich..."

YAG = Yttrium-Aluminium-Granat, Mohshärte = 8,5

Da gibt's aber noch Partikel, welche z.B. kleinste Korundkristalle (Mohshärte = 9,0) enthalten können. Diese würden das schöne YAG Kristall sehr unschön zerkratzen wenn man darüber wischt und versehentlich noch ein sehr kleines Korund-Teilchen auf dem YAG Kristall (Linse) läge.

na ja das „keine Kratzer möglich“ ist natürlich relativ
Selbst Diamanten müssen geschliffen werden.
Es ist schon so das lediglich Korund bzw. Saphir sowie Diamant dem YAG Kristall was anhaben können.

Grüße Gerd
 
Re: Ortho's made in Germany

Hallo Sven,

da sieht man wie gut es ist wenn man sich gutes Zubehör aus
vergangenen Zeiten sichert und nicht mehr her gibt.

Teile wie die echten Zeiss Orthos, Pentax SMC Orthos, Pentax XO,
Zeiss 2x Barlow, 2,8x Klee Barlow, Pretoria Okular, das sind Dinge
die es nicht nun mehr gibt, die aber in ihrem jeweiligen Bereich
jeweils Spitze waren.

Aktuell findet man vor allem Ultra-Weitwinkel-Okulare
und billig-Okulare, in mannigfaltiger Ausführung.

Wer will kann sich die verschiedenen Aberrationen von Pretoria,
Nagler 1 und Nagler 2 im Vergleich ansehen:

www.brayebrookobservatory.org/BrayObsWebSite/HOMEPAGE/forum/Smyth-Barlow%20lenses.html

Abbe Orthos:
Was für eine Monomkultur. Als wenn es nichts anderes gäbe.
Uwe Laux schlug schon vor vielen Jahren in seinem Buch vor
die Augenseitige Linse durch eine aus YAG zu ersetzen.
Die Feldgruppe des Okulares konnte er dadurch auf 2 Linsen
reduzieren (ähnlich wie beim König I Okular) ohne dabei gegenüber
dem vierlinsigen Abbe Ortho an Performance zu verlieren.
Ob das sinnvoll ist steht auf einem andern Blatt.
YAG ist nämlich unverschämt teuer.
Wenn ein Sternfreund die bei 34mm Brennweite recht große Augenlinse
aus YAG bezahlen ("Glas"preis, Verarbeitung, multipliziert mit
dem Gewinn für den Hersteller, dem Gewinn für den Großhändler,
dem Gewinn für Händler) sollte gleich eine Tränenschale mitordern.

Statt eines Abbe Orthos mit seinem mickerigen 40°, 42°
oder auch
45° Gesichtsfeldes könnte man ein 4-linsiges König II Okular machen.
Das hätte mit etwa 55° mehr
Eigengesichtsfeld und einen etwas größeren Augenabstand.

Setzt man eine Barlow vor Konig, Abbe Ortho, König oder Kellner
dann umgeht man die Probleme die diese an lichtstarken Optiken
sowohl auf der Achse als auch Abseits der Achse bekommen.

Nimmt man anstatt einer normalen Barlow am Newton eine 2,8x Klee Barlow
dann kann man gleichzeitig auch noch die Koma des Spiegels loswerden.

Ich vermisse plausible Gesamtkonzepte für den visuellen Bereich.

Gruß, Karsten
 
Re: Ortho's made in Germany

Hallo Leute,

Leider habe ich keinen guten Optikrechner zur Hand der uns umsonst verschiedene Möglichkeiten durchrechnet, ...

daß heutzutage niemand mehr umsonst arbeiten will ... :D

Spezielle Barlow : Ist das Notwendig ? Wer hat mal Lust ne Intensivbeobachtung zu machen mit einem Ortho und einer normalen guten Barlow. Ne Barlow verbessert ja eh schon die Randabbildung durch Ihre Brennweitenverlängerung, ist da eine spezielle Barlow notwendig ?????

nein, es muß lediglich eine gute Barlow sein.
Am Newton sollte es eine spezielle Newton-Barlow sein.

Bei möglichen weiteren Modellen spiele ich mit dem Gedanken was ala XO oder Tak Hi-Or also mit integrierter Barlow ( besserer Augenabstand, einfacher die Feldlinse zu reinigen ) in die Wege zu Leiten.
kann man machen, ist aber nicht nötig wenn man eine gute Barlow
zur Verfügung hat.

Gerd hat ebenso eine Idee an mich weiter geleitet > Für die Augenlinse einen YAG Kristall zu nehmen.

Eine Idee die Uwe Laux vor einigen Jahren in seinem Buch Astrooptik
erwähnt hat. Siehe dazu das Buch:

http://www.astrogarten.de/Astrooptik_Laux.htm


Ein König II Okular anstatt immer nur Orthos.

CS,Karsten
 
Re: Ortho's made in Germany

Hallo Karsten, Hallo Markus,

um es mal ganz kurz zu bringen:

Ich glaube es wäre sehr wünschenswert wenn eine Reihe Okulare auf den Markt käme, die das heute für Amateure machbare bezüglich eines Planetenokulars mit wenig Linsen und hoher Leistung (u.A. durch hohe Verarbeitungsqualität) umsetzt. Diese Okularserie sollte für schnelle Newtons durch eine darauf abgestimmte Barlow mit Komakorrektur und einem Faktor von ca. 3x kombiniert werden können.

Dies erfordert, bei der Blendenrechnung der Existenz einer solchen Barlow Rechnung zu tragen und erspart wiederum Okulare mit fest eingebauter Barlow, die dann für Linsenzähler nicht in Frage kämen.

Dazu folgender Hinweis: Meines Wissens möchte University die Klee Barlow aus "eher persönlichen Gründen" nicht neu auflegen. Es wäre zu prüfen, ob das Design ggf. günstig zu haben wäre und natürlich ob es mit den Okularen harmoniert. Karstens Hinweis auf das König II ist übrigens interessant, weil dies eines der wenigen Designs ist, welches aus wenigen Linsen mehr Augenabstand herausholt. Man würde also mit einem 5mm einen Augenabstand haben, wie man ihn eher vom 7mm gewohnt ist.

Und selbst wenn es beim Abbe bleibt: Ein Abbe welches so ausgelegt ist, dass es mit einer Barlow mit Komakorrektor harmoniert, wäre auch etwas sinnvoll neues.

Clear Skies
Sven
 
Re: Ortho's made in Germany

Hi Karsten

auch dir ein Dankeschön, werde die idee König II weiter geben , um auch hier ein Angebot zu bekommen
 
Re: Ortho's made in Germany

Hallo Karsten

Zitat von Dir :
Ich vermisse plausible Gesamtkonzepte für den visuellen Bereich.

Ich finde da du anscheinend sehr gute Ideen in diese Richtung hast, könntest du doch solche Ideen auch umsetzen.
Würde sich bestimmt lohen und sich als eine Alternative zu bestehenden Produkten durchsetzen. Qualität überzeugt immer.

Schenna Gruass
da Tom
 
Re: Ortho's made in Germany

Was haltet Ihr eigentlich davon wenn ich Berliner Glas mal anfrage ob diese nicht gar eine komakorregiernde Zoom Barlowlinse rechnen lasse ?
Als normale hochwertige Barlow haben wir ja bereits die TMB 1.8 x Barlowlinse, die wir wieder auflegen.

Welcher Zoomfaktor währe denn gewünscht ? 2-3 fach ?

Euer Kommentar ist erwünscht
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Ortho's made in Germany

Hi Markus,

na klar, komakorrigierend --> super! Würde ich auf jeden Fall nachfragen! Wenn das Gesamtkonzept passt hättest du in mir sofort einen heißen Interessenten.

Wenn komakorrigierend und gut auf die neuen Okulare abgestimmt, dann würde wohl 2x reichen und wäre sehr wahrscheinlich universeller einsetzbar. Aber das hängt natürlich auch davon ab, was für Brennweiten für die neuen Okus "down the way" verfügbar wären. Wenn als kürzeste Brennweite nur 10 mm, dann könnte man auch an 3x denken.

Gruß
Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Ortho's made in Germany

Hallo Sven,

Ich glaube es wäre sehr wünschenswert wenn eine Reihe Okulare auf den Markt käme, die das heute für Amateure machbare bezüglich eines Planetenokulars mit wenig Linsen und hoher Leistung (u.A. durch hohe Verarbeitungsqualität) umsetzt.

hier müsste man eben auch schauen was an jetzt verfügbaren Gläsern das bestmögliche zu einigermaßen akzeptablen Preisen ergibt.
Mein Vorschlag mit der YAG Augenlinse wird wohl eher den Preisrahmen sprengen das war mir schon klar.
Aber wenn das absolut bestmögliche gefragt ist sollte man dann doch mal schauen ob es nicht eventuell doch noch bezahlbar wäre.
Bei entsprechend kleiner Augenlinse im unteren Brennweitenbereich wäre das nicht von vorn herein kategorisch auszuschießen.

Fragen kostet ja nichts.
Eventuell mal hier.

http://www.bjpcrystal.de/6-yag-crystal-1.html

Natürlich ist die Idee mit dem YAG genau wie der Vorschlag von Karsten mit dem 4 Linsigem König der Literatur entnommen.
Es ist ja ein König II und kein Karsten II.

Auch diese Idee finde ich gut das ist sicher ne Überlegung wert.
Leider sind mir außer dem prinzipiellen Aufbau vom König II keine näheren Daten bekannt.
Ein Vergleich der Aberrationen König II und Abbe II wäre sicher mal interessant.
Eventuell hat da ja Jemand was.

Dazu folgender Hinweis: Meines Wissens möchte University die Klee Barlow aus "eher persönlichen Gründen" nicht neu auflegen. Es wäre zu prüfen, ob das Design ggf. günstig zu haben wäre und natürlich ob es mit den Okularen harmoniert.

http://forum.astronomie.de/phpapps/...180/Re_Wird_Newton_Koma_durch_Barl#Post326180

Das Durchrechenen einer Barlow mit einer Parabel ist überhaupt kein Problem. Ich habe heute Abend so nebenbei eine Barlow entworfen die die Koma eines 300 mm F/5 völlig behebt und ein grosses beugungsbegrenstes Feld hat.
Grüße Gerd
 
Re: Ortho's made in Germany

Hallo Markus,

das wäre eine sehr begrüßenswerte Sache.
Ich glaube ja dass ein Faktor von 3x wünschenswert wäre, weil man dadurch mit den schnellen Optiken auch an einen guten Augenabstand kommt.
Es gibt da ja zwei Mechanismen: Einerseits wird ja mit einer Barlow die Einblickposition des Okulars dahinter nach außen gelegt, je kürzer die Barlow gebaut ist und/oder je stärker der Faktor ist. Andererseits wird man mit f/4 ja in den Brennweitenbereich 4mm bis 2,8mm kommen wollen, also dann mit 3x Barlow auf ein Okular zwischen 12mm und 8,4mm setzen. Das hat dann auch von sich aus einen akzeptablen Augenabstand. Bei f/5 entspannt sich das noch weiter.

Beide Mechanismen sind wichtig. Wird die Austrittspupille spürbar herausgelegt, stimmt im Okular die Blendenrechnung nicht mehr und man bekommt Vignettierungseffekte, einen unruhigen Einblick.
Stellt sich die Frage: Wird für die Komakorrektur eine relativ kurzbauende Barlow benötigt? Die Klee 2,8 ist gegenüber der Televue 3x sehr kurz.

Sprich: Es wäre gut, wenn sich eine allzu kurze Bauweise verhindern ließe, weil man dann die Hoffnung haben kann, dass die Barlow mit vielen Okularen, auch den neu geplanten, ohne Vignettierungseffekte funktioniert. Geht das aber nicht, dann müsste man für optimale Ergebnisse die Frage stellen, wie man die geplanten Okulare bezüglich der Linsengrößen und Blendengrößen eventuell anpassen sollte.

Noch ein Punkt: Ich will nicht zu viel verlangen, meine aber dass man dem Optikdesigner schon nahelegen sollte, mit etwas Dejustage des Newtons und den Fehlern eines schlechten Okularauszugs nebst handelsüblicher Klemmung zu rechnen (buchstäblich). Das wird sich nicht alles einfach so ausbügeln lassen, aber wenn das Ergebnis eine Barlow ist, die auf 1/10mm und 0,5° Verkippung genau auf der Achse sitzen muss, dann muss man möglichst früh die Sinnfrage stellen, oder? Bzw. die Frage lautet dann, ob immer noch eine (zufriedenstellende) Verbesserung des Bildes eintritt.

Clear Skies
Sven
 
Re: Ortho's made in Germany

Hallo Markus,

die Sache ist mir wichtig, daher ein paar Punkte, die man mit dem Optikdesigner bereden könnte, wenn es in Richtung Zoombarlow gehen soll. Damit beschäftige ich mich ja schon ein Weilchen.

Sven hat schon angesprochen, dass bei der Blendenauslegung des Okulars die Barlowverwendung in die Überlegungen einbezogen werden muss.

Das wird mit Zoombarlow, zumindest nach dem Prinzip der Abstandsverlängerung oder -verkürzung zwischen Barlowelement und Okular nicht leichter.
Bei Abstandsänderungen können(!) Vignettierungen, Feldaufweitungen, unscharfe Feldblendenmaske pp auftreten.

Barlows haben keinen festen Faktor, die Rechnungen führen zu einem optimalen Bereich, das kann man nutzen.
Mit Komakorrektur wird dieser Bereich enger, dürfte aber z.B. für Faktor 2-3 durchaus problemlos herauszuholen sien.
Nach dem was ich gesehen habe, hat man da nach unten weniger Luft als nach oben. Soll so einen Barlow also Fakor 2-3fach haben, liegt der Rechenansatz eher bei Faktor 2,3 als bei 2,5.

Langbauende Barlows reagieren auf Abstandänderungen nicht so stark wie kurzbauende, die wiederum sehr schnell abbildungstechnische Einbußen zeigen können. Da muss man einen Mittelweg finden, der zu handhaben ist, um den gewünschten Zoombereich herzustellen ohne allzugroße mechanische Wege einbauen zu müssen.

Weiterhin haben langbauende Barlows auch weniger Einfluss auf den Augenabstand, kurzbauende Barlows verlängern ihn recht stark, gerade dann, wenn das Okulardesign an sich bei kurzen Brennweiten einen geringen und bei langen Brennweiten einen größeren Augenabstand bieten, also entsprechende Korrekturelemente fehlen.
So wird z.B. der Einblick eines langbrennweitigen Plössls mit kurzer 2fach Barlow schwebend und extrem unruhig.
Wieder wäre ein guter Mittelweg gefragt, wobei für "schnelle" Newtons und die Verwendung der Barlow m.E. die angedachte längste Okularbrennweite ruhig aus der Verlosung fallen kann.

Ich kann mich täuschen, aber (Barlow)Faktor 1,8 bis 2,5 z.B. wäre unter Berücksichtigung aller Umstände wahrscheinlich besser (sauberer) machbar als Faktor 2 bis 3 und je nach Staffelung der Okularbrennweiten völlig ausreichend.
Man muss halt mal sehen, in welche Preisklasse das kommt und da denke ich, dass Perfektion die Grundvorraussetzung für Erfolg ist und eine Zoombarlow nur perfekt abgestimmt eine Chance hat.

Gruß
*entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben