Padme geht auf Reisen...

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DieterBrümmer

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Beobachtungsbericht

Beobachtungsdaten:

Datum: 15.12.2003
Uhrzeit: 18:45 - 19:15 Uhr MEZ
Standort: 3 km von Meppen, Feldweg in der "Wenkerei"
Instrument: 9x24 Fernglas "Padme"
Sonstiges Zubehör: Notizbuch, Kugelschreiber, Rotlichtlampe
Wetter: etwas aufgeklart, aber hohe Luftfeuchtigkeit, gegen Ende der Beobachtung aufkommende Wolken
Temperatur: Anfang: +0,6°C Ende: +0,5°C
Objekte:
M31, M33, M34, M35, M36, M37, M38, h&chi, Plejaden, Hyaden, einige Sternenformationen
Themengebiet: First Light mit Padme

Bericht:

Ich war grade gegen 18:30 Uhr nach Hause gekommen, als ich sah, dasz es etwas aufgeklart war. also dachte ich mir, heut könnste mal mit Padme rausfahren und dein First Light mit ihr wagen. Also mein Notizbuch, Kugelschreiber und Rotlichtlampe gepackt (liegt immer griffbereit auf dem Schreibtisch) und rausgefahren. Gegen 18:40 Uhr kam ich an meinem Beobachtungsstandort an. Die erste negative Erfahrung muszte ich machen, dasz gen Westen ein extreme rötliche Aufhellung die Beobachtung zumindest in dieser Region unmöglich machte. Die Ölraffinerie war am Abfackeln, es wird immer schlimmer mit der Aufhellung. Jetzt extremisiert sich das auch schon auf dem Lande so und ein weiteres Rausfahren würde sich eh nich lohnen. Also die Beobachtung gen Osten verlagert. Der Himmel zeigte sich aber auch nich sehr klar, sehr aufgehellt durch die Luftfeuchtigkeit. Nun ja, ich wollte nich lamentieren, sondern anfangen. Da ich lange nich beobachtet habe, wollte ich mir heute nur ein paar Objekte und einfache vornehmen. Das erste, was ich versuchen wollte, war M35 in den Zwillingen. Naja, ich also die bekannte Sternenkette vom äuszeren oberen Stern der Zwillinge ein wenig nach rechts geschwenkt und was soll ich sagen, gleich gefunden. Juchu, dachte ich mir, ein Erfolgserlebnis, wenn man so lange nix gesehen hat. Er zeigte sich mir auf den ersten Blick als schwaches Wölkchen, aber ich wollte später nochmal draufschauen. Das nächste Objekt war dann M34 im Perseus, wobei ich auch dort wieder den hellen Stern am Ende als Maszstab nehmen muszte, einen kleinen Schwenk nach rechts die kleine Sternenkette entlang und dann nach links oben geschwenkt. Auch den bekam ich sofort zu sehen und er machte auf mich einen etwas helleren Eindruck als M35 , dazu sah ich ein paar Sternchen in ihm blitzen, eingerahmt in einem Nebelwölkchen. Viele versuchen solche Sternhaufen mit groszen Instrumenten zu Leibe zu rücken, aber auf mich machen diese eher einen viel schöneren Eindruck mit einem kleinen Instrument, da sich hier noch ein nebuloser Charakter bemerkbar macht, hervorgerufen durch etwas dichter gedrängte und schwächere Sterne. Einfach schön, für sowas braucht man keine groszes Teleskop, wie man hier liest, kann man solche Haufen auch gut mit so einem ganz kleinen Gerät beobachten und als Verfechter der eh kleinen Röhren is sowas für mich ein Genusz. So, wollen wir mal was einfaches aufsuchen, die Plejaden . Dazu nehm ich ersmal den Weg durch die Hyaden , die eine lockere Sternengruppe darstellen und bei so einem sehr gesprengten Haufen, da kommt der Vorteil eines so kleinen Instrumentes, wie es Padme nun mal is, heraus, weil man mit ihr die Hyaden noch sehr gut im Gesichtsfeld hat, in einem gröszeren Gerät is das gar nich möglich. Ok, weiter hoch zu den Plejaden und jawoll, schön die markante Sternenformation des sogenannten Siebengestirns, die hellsten Sterne treten deutlich hervor und bilden diesen Wagen, dahinter etliche schwächere. Nun gut, jetz wechseln wir etwas westlich rüber in den Zenit zu M31 (Andromedanebel) . Dieser zeigt sich als schwaches nebliges Gebilde, selbst hier im Zenit macht sie die Aufhellung bemerkbar, schade. Das Beobachten im Zenit is auch nich sehr angenehm trotz des sehr leichten Gerätes. Versuch wagen zum Dreieck, die äuszerste Spitze nehmen und nach rechts oben schwenken, um evtl. den Dreiecksnebel zu erhaschen. M33 zeigt sich ganz schwach durch indirektes Sehen. Es is erstaunlich, dasz ich Padme diese äuszerst schwierige Galaxie doch erkennen konnte, wenn auch indirekt. Nun ja, wechseln wir rüber zum Fuhrmann, hier kann ich als schwache neblige Gebilde die drei Sternhaufen M36, M37 und M38 sehen, aber viel is nich möglich heute. Also weiter zum Perseus, dort versuche ich es dann mit einem einfachen Objekt, h&chi, die sich schön als helle neblige Gebilde, wo bei sich einzelne Sternchen in ihnen zeigen. Auch schön. Noch mal rüber zu M34 , der jetz etwas heller noch als vorhin wirkt. Dann geh ich noch zur Cassiopeia und ich seh bei ihr wohl was nebliges, kann es aber nich richtig deuten, da die Beobachtung in Zenitnähe nich angenehm is. Gehen wir also noch mal rüber zu den Zwillingen, wo ich auch dort jetz M35 wesentlich heller erkennen kann, sogar so eben einzelne Sternchen. Zum Schlusz meiner Exkursion versuch ich noch zu schauen, wie weit zum Horizont sich mit Padme noch Sterne erhaschen laszen. Nun ja, unterhalb xi Gemini (muszte ersmal im Karkoscha zuhause nachschlagen) konnte ich noch eine kleine Sternenkette sehen, die mit dem bloszen Auge gar nich sichtbar war. Der Gürtel des Orion, mit dem bloszen Auge nur der rechte Gürtelstern sichtbar, zeigte er sich mit Padme in seiner ganzen Pracht. Dann sah ich gen Norden aufkommende Wolken und ich packte zusammen und fuhr heim. Zum Glück, zuhause angekommen, fing es an zu stürmen und ein Regen-Schneeschauer ergosz sich hier herüber. Mittlerweile is es schon wieder vorbei. Intereszant auch die Temperaturentwicklung, während ich hier schrieb, sie stieg von 0,5°C auf 1,8°C an während des Schauers. Jetz is die Temperatur wieder auf 0,5°C gesunken.

Fazit:

Ich werde wohl mit Padme noch desöfteren rausfahren, vor allen dingen, wenn es klirrt in der Nacht. Dann laszen sich die Objekte besser sichten als heute, wo die Luftfeuchtigkeit doch extrem war. Trotzdem bin ich ganz zufrieden mit dem, was ich in dem kurzen Zeitraum beobachten. In dem kleinem Gerät steckt ne Menge, was für mich als Verfechter der kleinen Röhren erfreulich is. Man braucht keine Riesenkisten, sogar ganz kleine wie Padme öffnen einem die Sternenwelt.

orange - blaue grüsze

dieter und die besatzung der gmv
 
hallo dieter,

ein sehr schöner bericht, sozusagen aus dem makrouniversum
eines kleinen gerätes.
das gefällt mir besonders, daß auch du diese kleinen röhren
so gerne hast. irre ich mich oder bist du nicht auch im besitz
eines 60/910ers? zur zeit besitze ich auch einen solchen,
nebst einem tschibo-torpedo und einem 102mm Mak.
selbst jedes dieser kleinen geräte hat seine eigenen objekte.

im 60/910er gefallen mir die dichteren der bekannten offenen
sternhaufen am besten, da hier so wie du es auch beschreibts,
ein nebeliger hintergrund bleibt, der einen großen reiz für
das auge ausmacht.
der 102er löst einige kugelsternhaufen am rande schon auf,
für diese ist er daher das beste kleingerät und schließlich
gefällt mir der tschibo an den ganz großen objekten wie
h+X oder M45 am besten, wegen dem großen gesichtsfeld.

so möchte ich trotz ähnlicher leistung der drei kleingeräte keines
davon missen und werde alle drei auch noch lange behalten.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
hallo dieter,

ein sehr schöner bericht, sozusagen aus dem makrouniversum
eines kleinen gerätes.
das gefällt mir besonders, daß auch du diese kleinen röhren
so gerne hast. irre ich mich oder bist du nicht auch im besitz
eines 60/910ers? zur zeit besitze ich auch einen solchen,
nebst einem tschibo-torpedo und einem 102mm Mak.
selbst jedes dieser kleinen geräte hat seine eigenen objekte.

im 60/910er gefallen mir die dichteren der bekannten offenen
sternhaufen am besten, da hier so wie du es auch beschreibts,
ein nebeliger hintergrund bleibt, der einen großen reiz für
das auge ausmacht.
der 102er löst einige kugelsternhaufen am rande schon auf,
für diese ist er daher das beste kleingerät und schließlich
gefällt mir der tschibo an den ganz großen objekten wie
h+X oder M45 am besten, wegen dem großen gesichtsfeld.

so möchte ich trotz ähnlicher leistung der drei kleingeräte keines
davon missen und werde alle drei auch noch lange behalten.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)

hallo tom,

nee nee, einen 60/700er und seit 14 tagen auch das lidlscope, die kam aber noch nich zum einsatz, da musz das wetter beständiger werdden, denn wie du ja gelesen hast, war das heut ein zickzack-kurs mit dem wetter, so lange konnt ich gar nich machen.
aber man sieht ja, mit so einem kleinen teil, denn das 9x24 is wirklich ein minifernglas, kann man schon einiges sehen und wenn das seeing besser is, dann wird das teil noch einiges mehr offenbaren, wenn man bedenkt, bei der aufgehellten sicht heut und dann noch sterne am horizontrand, da is noch einiges mehr drin mit der kleinen padme.

orange - blaue grüsze

dieter und die besatzung der gmv
 
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