Papier nachts auf dem Feld

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Stefan1960

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Moin Gemeinde.

Merkwürdiger Titel, ich weiß. Aber mir fiel nichts aussagekräftigeres ein :-).

Worum es geht versuche ich mal so zu umreißen: Nachts ist es nicht nur dunkel, sondern meistens auch feucht :-). Astro-Literatur ist mit einer Rotlichtlampe nicht nur schwer (kaum) zu lesen. Alles wird eben auch feucht. Buchseiten fangen an sich zu wellen. Nach einer Beobachtungssitzung muß ich alles auf dem Wohnzimmertisch zum trocknen ausbreiten.

Zuhause am Wohnzimmertisch mache ich mir Gedanken, was ich in der nächsten Sternennacht beobachten will. Außerdem mache ich mir Gedanken, welche Reihenfolge gewählt werden soll, um z.B zu vermeiden, daß das Objekt der Wahl zu nahe an den Horizont kommt, oder daß irgendwann der aufgehende Mond stört.

Das Ergebnis solcher Überlegungen kann ich mir natürlich nicht auswendig merken. Also wird neben der Hardware auch Papier mit aufs Feld geschleppt. Die drehbare (feuchtigkeitsresistente) Sternscheibe ist zwar nützlich für die Groborientierung, reicht aber zum Auffinden der Objekte nicht aus. Mein Spickzettel reicht auch nicht aus, weil mir darauf immer irgend eine Detailinformation fehlt.

Letztens habe ich meinen Karkoschka mit nach draussen genommen. Der war aber am Ende der Sitzung vom Tau so durchweicht, daß eine spätere vorsichtige Trocknung erforderlich wurde. Ich möchte mir nicht nach jeder zweiten Beobachtungsnacht ein neues Buch kaufen müssen...:-).

Anfängerfrage also: Wie haltet Ihr es mit Papier auf dem Feld? Nehmt Ihr Literatur mit nach draussen? Kopiert Ihr die relevanten Seiten für die Mitnahme nach draussen? Allgemein: Wie bereitet Ihr Euch dokumententechnisch vor, damit die Beobachtungssitzung nicht am Informationsdefizit scheitert oder leidet?
 
Moin Moin,

gegen Feuchtigkeit hilft wohl nur laminieren. Also Einzelkarten kopieren und diese dann ins Laminiergerät stecken. Das ist zwar umständlich hält aber eine Weile.

Der bessere Weg ist die Karten mit einem Planetariumsprogramm wie Cartes du Ciel auszudrucken (vorher am besten invertieren) und dann wiederum zu laminieren.

Gruß Alex (VSU)
 
Hallo,

ich habe den Karkoschka einfach fotokopiert und in Klarsichthüllen verpackt. So ein Ordner ist natürlich deutlich weniger handliche als das Original, aber wenigstens recht taubeständig.


MfG

Rainmaker
 
Hi,

ich nutze meist nur den DeepSky Reiseatlas, der schon laminierte Seiten hat.
Meine Vorbereitungsnotizen schreibe ich entweder mit Overheadfolienstift (abreibbar) direkt in den Reiseatlas oder in meinen "Spezialblock" (Ringbinder A5 + ein paar laminierte Seiten).

Viele Grüße
Chris
 
Hallo Rainmaker,

wie Stefan auch habe ich früher gerne ein DIN A4-Ringbuch mit Klarsichthüllen benutzt, in das die vorbereiteten Listen oder per Software erstellten Aufsuchkarten reinkommen. Den Karkoschka habe ich mir der besseren Lesbarkeit wegen von A5 auf A4 vergrößert.

Damit Bücher (oder auch ein Notebook!) nicht feucht werden, lege ich einfach ein Handtuch drüber. Das verhindert auch das Umblättern von Seiten durch den Wind.

Übrigens: mit dem Beobachtungsplaner "Eye&Telescope" kannst Du eine zeitoptimierte Beobachtungsliste erstellen. Das ist immer dann hilfreich, wenn man eine Anzahl von Objekten am besten gleich bei Einbruch der Dunkelheit beobachten müsste, was aber praktisch nicht geht. In dieser Situation sucht man nach einer Reihenfolge, bei der jedes Objekt z.B. 5 Minuten Zeit bekommt, aber der "Höhenverlust" umso schädlicher ist je tiefer das Objekt am Himmel steht. Denn von 20° auf 10° runter ist viel schlimmer als von 50° auf 40°. Die Zeitoptimierung von Eye&Telescope arbeitet dann so, dass der "Gesamtschaden" gegenüber dem jeweils besten Zeitpunkt für die einzelnen Objekte minimal wird. Klingt umständlich, kostet aber nur ein paar Mausklicks und vor allem: so ein Plan hilft wirklich. Wenn Du kein Notebook ins Feld nimmst: optimierten Plan mit allen Daten ausdrucken, rein in die Klarsichthüllen und Du hast alles übersichtlich im Griff. Wenn Du Aufsuchkarten brauchst: die macht Dir Eye&Telescope auch gleich, in einem Rutsch für viele Objekte und sogar mit optimiertem Layout. Dabei wird versucht, benachbarte Objekte auf Druckseiten zusammenzufassen. Der Drucker kann dann rödeln, während Du Deine Ausrüstung einpackst.

Clear skies,
Tom
 
Hallo Tom. Dein Hinweis hat mich neugierig gemacht. Soeben habe ich nach "Eye&Telescope" gegoogelt, bin auf Deiner HP gelandet und habe mit einem Schmunzeln festgestellt, daß Du offenbar der Autor dieses Programms bist :-).

Allerdings ist dort zu lesen:

"79,00 Euro zzgl. Versand
(vergriffen, keine Neuauflage geplant)"

Wie? Was? Du legst mir dieses Programm ans Herz, was gar nicht mehr verfügbar ist? Oder habe ich beim oberflächlichen Stöbern nur nicht herausgefunden, wie man an diese Software kommt? Kannst Du mir da weiterhelfen?

P.S. Hab mit Interesse gelesen, daß Du ebenso wie ich Luft- und Raumfahrttechniker bist. :-) Gruß von Kollege zu Kollege.

 
Hallo Stefan,
ich finde Klarsichthüllen doof, sie blenden auch im matten Rotlicht.
Meine Sternatlanten habe ich mir zum Beobachten gekauft, nicht für die Schrankwand. Deshalb darf de Karkoschka nach Jahren auch etwas wellig sein, oder die Uranometria.

Der Tipp mit dem Handtuch ist gut, außerdem wird es nicht in jeder Nacht so feucht.

Von E&T sollte eigentlich noch eine 3. Version kommen, oder?
 
Hi Stefan,

Anfängerfrage also: Wie haltet Ihr es mit Papier auf dem Feld? Nehmt Ihr Literatur mit nach draussen? Kopiert Ihr die relevanten Seiten für die Mitnahme nach draussen? Allgemein: Wie bereitet Ihr Euch dokumententechnisch vor, damit die Beobachtungssitzung nicht am Informationsdefizit scheitert oder leidet?

Klarsichtfolie fürs Papier, das hilft gegen Feuchtigkeit!
Ja, natürlich nemme ich auch Literatur, allerdings nur den Karkoschka mit aufs Feld!
Oft suche ich mir in Guide 8 oder Ciel die enstprechenden Objekte für die Nacht aus, drucke auch mal die eine oder andere Aufsuchkarte aus oder schreibe mir die Objekete einfach auf Papier.

Gruß

Lots
 
Danke erstmal für Eure Beteiligung, Vorschläge und Anregungen.

Von allen diesen ist mir auf Anhieb die Version von Watkin am sympathischsten: Der bereits im Original laminierte Deep Sky Reiseatlas wird mit abreibbarem Folienstift mit Notizen versehen.

Aber nocheinmal, weils weiter oben vielleicht untergegangen ist: Woher kann ich "Eye&Telescope" bekommen, nachdem auf der dortigen HP "vergriffen, keine Neuauflage geplant" zu lesen ist?
 
Hallo Stefan,

es war meine Absicht, etwas Werbung zu machen - ich bitte dafür um Verständnis.

Ich arbeite gerade an einer neuen Version. Bis die hoffentlich noch vor Jahresende auf den Markt kommt, kannst Du Dir eine Demo bei Oculum.de runterladen und herausfinden, ob das Programm was für Dich wäre. Die Demo arbeitet nur mit Messierobjekten, bietet aber sonst fast alle Features der Vollversion.

Viele Grüße,
Tom
 
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