Pease 1 (PN in M15) und C39 (Gb in M33)

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Engl_Thomas

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Daten zu den Beobachtungen:

Datum: 26.09.2003
Beobachtungsplatz: Trins i. Tirol auf 1280m
Verwendetes Gerät: C11-GPS
Visuelle Grenzgröße: rd. 6,7mag (M33 war mit freien Auge sichtbar)
Seeing: im Bereich von 2 Bogensekunden
Verwendetes Okular: 7,5mm Takahashi LE (373x)
Beobachter: Span Nori, Engl Tom

Die Beobachtung von Pease 1 (PN, 15,1mag, 1")

Als M15 eingestellt war, wollten wir mit dem 9er Nagler das Ziel erreichen, aber ein erster visueller Eindruck sagte uns, dass in diesem Fall weniger Gesichtsfeld eindeutig von Vorteil ist (15,8 zu 8,4 Bogenminuten). Ausgangspunkt für diese Suche sollte eine nordöstlich vom Kern liegende Sternenkonstellation sein, die aus 4 etwa gleichhellen Sternen besteht. Zu unserer Überraschung war diese sofort und vor allem auch direkt zu erkennen. Von hier aus weisen 2 weitere Sterne direkt zu Pease 1, wobei der letzte Stern aber schon beinahe am äußeren Rand des Zentrums von M15 liegt und damit auch sehr schwer zu identifizieren ist. Verlängert man die beiden letzten Sterne um den gleichen Abstand und dieselbe Richtung weiter, sieht man einen winzigen Sternklumpen, der die Heimat des PN´s sein soll. Nun sollte der O-III Blink die Richtigkeit bestätigen. Dazu halten wir den Filter zwischen Okular und Auge, da ein Filterschieber leider noch nicht vorhanden ist. Nach den ersten 15-20 Blinks konnten wir folgendes sehen: Der beinahe voll aufgelöste M15 verschwindet bis auf den Kernbereich fast vollständig. Nach längerem schauen fällt auf, dass der Kern nordöstlich eine Auswucherung zu haben scheint. Ohne O-III verschwindet dieser Klumpen wieder im Glanz des Kerns von M15. Mit Filter erscheint die "Auswucherung" in Momenten besten Seeings wenige Bogensekunden abgesetzt vom eigentlichen Kerngebiet. Somit war der PN indirekt sicher nachgewiesen. Da wir nun die genaue Position kannten, schraubten wir den O-III ins Gewinde, und betrachteten M15 nochmals in aller Ruhe.
Fazit: Kennt man den genauen Ort von Pease 1, ist die Beobachtung nicht schwierig. Wenige Bogensekunden nordöstlich des Kernes (mit O-III) sieht man einen winzigen, leicht abgesetzten 2. Kern, dessen Größe ich auf rd. 10 Bogensekunden schätze. Allerdings sei noch gesagt, dass wir den PN nach dem O-III Blink deutlich heller schätzen, als die angegebenen 15,1 mag.

Die Beobachtung von C39 (Gb, 15,9mag, stellar)

Das nächste Objekt unserer Begierde war C39, ein Kugelsternhaufen, der zu M33 gehört. Ein etwas exotisches Objekt, aber nach unseren Erfahrungen mit Kugelsternhaufen in M31 stehen solche Objekte öfters auf unseren Beobachtungsplänen. Die Nacht davor wollten wir mehrere solcher Objekte im 16zöller beobachten, aber ein katastrophales Seeing verhinderte jegliche Aussicht auf Erfolg. Da wir in dieser Nacht nur mit dem C11 beobachteten, kam nur der hellste Vertreter seiner Art in M33 in Frage. Ausgehend von NGC604 (hellste H-II Region in M33) liegt das Zielgebiet etwa 26 Bogenminuten südlich. In diesem Zusammenhang ist vielleicht noch interessant, dass dieser Kugelsternhaufen im GUIDE 8 verzeichnet ist. Allerdings wird er dort als Stern "Nicht-Stern" mit der Bezeichnung GSC 2293 1339 und einer Helligkeit von 15,4mag geführt. Da auf diversen DSS-Aufnahmen keine weiteren Sterne zu sehen sind, ist eine Verwechslung eigentlich nicht möglich. Doch nun zur eigentlichen Beobachtung: Mit dem 9mm Nagler sahen wir nie auch nur einen Schimmer dieses Objektes. Anders dagegen im 7,5mm Okular. Nori gebührt die Erstbeobachtung. Ein mehrmaliger Aufschrei "I hunnen, i hunnen....." lies gutes erwarten. Nachdem er sich wieder beruhigte, durfte auch ich ans Okular. Es dauerte tatsächlich mehrere Minuten, einen sicheren Schimmer dieses Objektes zu sehen. Die beste Methode war aber, den Tubus in Schwingung zu versetzen. Beim ausschwingen konnte der Kugelsternhaufen tatsächlich für 2-3 Sekunden indirekt gesehen werden. Ohne Teleskopberührung war das Objekt nur in Momenten besten Seeings eindeutig zu erkennen, aber nur für sehr kurze Zeit. Was muss das wohl für ein Wahnsinnsobjekt sein, stünde es am Platz von M13.......

Abgerundet wurde diese erfolgreiche Beobachtungsnacht noch mit einer fotografischen Beobachtung des Mars, welche auf "Objekt des Jahres 2003" zu sehen ist.

Dunkle und wolkenlose Grüße aus Tirol
Nori und Tom
 
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