Pechhaut - oder anders gesagt: Pech gehabt

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dave

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Hallo Spiegelschleifer + Co
Ich bin an meiner ersten Scherbe (8"). Alles ging soweit recht gut. Jetzt geht's an die Politur resp. ans Pech. Habe ca. den sechtes Abguss gemacht - irgend etwas ging immer schief - und eine verdammte Schweinerei gibts noch kostenlos dazu. Erst jetzt bekommt der Ausdruck "Pech gehabt" seine volle Bedeutung...
Da ich aber weniger meinen Frust ablassen will als konkrete Fragen habe:
Trennschicht Pechhaut zu Spiegel. Ich verwende keine Silikonmatte sonder trage eine Schicht wasserverdünnte Polierpaste auf. Wie dick muss diese Schicht sein (meistens klebte das Pech am Spiegel)? Wie gleichmässig muss die Schicht sein? Wenn ich soviel draufschmiere, damit ein Festkleben verhindert wird, gibt es von den Pinselstrichen unterschiedliche Schichtdicken. Dies würde sich auf die Formhaltigkeit der Pechhaut auswirken und die sollte ja identisch zur Spiegelfläche sein.... Also, was liegt da drin? Gibt es ander Mittel für die Trennschicht?

Gruss Dave <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
 
Hi Dave,

der geringe Unterschied durch etwas mehr Polierpaste ist irrelevant. Wenn die Pechhaut gegossen ist, mußt Du eh noch Kanäle reinmachen (einpressen, einsägen, mit Lötkolben ausschmelzen .... da gibt es 1000 Methoden), und die Pechhaut dann pressen. Die Kanäle sind primär dazu da, daß das Pech etwas Raum zum ausweichen hat, um sich komplett an das Glas anzuschmiegen.

Pech ist schon ein komischer Werkstoff, kalt wahnsinnig spröde, ab 30, 40 Grad pappt das Zeug ...
Auch bei Zimmertemperatur "fließt" Pech, wenn auch exterm langsam. Also Pechhaut gießen, Kanäle rein, Spiegel drauf, beschweren und über Nacht stehen lassen.

Als Trennmittel verwende ich übrigens Backpapier. Ich schneide einen Kreis in Spiegelgröße, dann 3 Tropfen Öl auf den Spiegel, Backpapier drauf, dieses feststreifen (keine Luftblasen zwischen Spiegel und Papier), dann gießen.

Gutes Gelingen wünscht

Achim
 
Hallo Dave,
schade, daß Du mit Deinem Pech noch nicht zu Rande gekommen bist. Du kannst mal volgendes versuchen - ich verspreche aber nicht daß das klappt!

rund um die Schale (auf die Du das Pech aufbringst) ein Isolierband kleben, so daß das ein etwa 10-15mm breiter Rand stehen bleibt. Dann das pech in einem alten, sauberen Topf etwärmen - nicht zu schnlell! Und hien und wieder mit einem Metallstöckchen umrühren. Mach das am besten irgendwo wo es stinken kann - also im Freien (oder wenn die Holde nicht zu Hause ist *g*). Nun gießt Du das etwa honigflüssige Pech mittig auf die angewärmte Schale (kannst Du im Backofen machen - soll etwa die Temperatur des Peches haben)und wartest bis das Pech schön nach außen geflössen ist. Es kann ja nicht über die Schale hinausfließen da da das Klebeband hochsteht. Die Pechschicht sollte etwa 10-15mm dich sein - aber nichts nachgießen oder wieder auslöffeln! Wenn die Pechdicke um ein oder zwei mm variiert ist das nicht weiter tragisch. Nun wartest Du bis das Pech so kalt ist, daß es sich noch leicht eindrücken läßt wenn Du leicht gegen das Klebeband drückst. dann noch etwa 2 Min. warten und das Klebeband dann abziehen. Es wird Dir dabei der Rand der werdenden Pechschale etwas wegsacken und ausfransen weil das Pech ein bißchen am Klebeband kleben bleibt. Das Abnehman muß rel. flott gehen (ich geb' Dir jetzt mal nicht ganz eine Minute) nun schmiertst Du das Pech gut mit Poliermittel ein (nicht zu wäßrig! etwa wie Lack). Und dann legst Du vorsichtig den ebanfalls angewärmten Spiegel drauf. Der sollte jetzt ein bißchen wärmer als das Pech sein - aber nicht viel. Jetzt preßt Du mit aller Kraft erstmal den Spiegel auf das Pech um die gröbsten Unregelmäßigkeiten auszugleichen. Da hast Du aber wiederrum nicht viel Zeit dazu sonst wird das Pech zu hart werden - das merkst Du aber dann schon. Wenn du es schaffst daß nur noch wenige kleinere Luftblasen bleiben kannst Du sofort zu polieren beginnen! An sonsten kannst Du es auf zwei weiteren Wegen versuchen. 1. Den Spiegel nochmal warm machen und nochmals versuchen auszudrücken und 2. den Spiegel zusammen mit der pechschale in warmes Wasser geben um die Schale auszudrücken.
Du kannst es auch versuchen in dem Du einen Teelöffel (oder etwas weniger) Silikonöl zu dem Pech gibst (natürlich in flüssigem Zustand und gut verrühren) Damit klebt es auch nicht mehr so sehr.

Wie gesagt, ich kann Dir nicht garantieren daßdas funktioniert - aber Du kannst's ja mal versuchen. Vielleicht brauchst Du auch ein oder zwei Versuche um das mit den Temeraturen in's gefühl zu bekommen. Es dürfte eigentlich kaum eine Sauerei geben und wenn alles gut lauft hast Du die Schale in 15 bis 20 Minuten polierfertig.

Kannst ja berichten ob Du's versucht hast und was rausgekommen ist dabei.

Viel Glück wünscht
Raphael
 
Der Spiegel klebt wieder einmal ...

Ok, das nächste Problem: nach einem vermeindlich erfolgreichen Abguss bring ich den Spiegel nicht mehr von der Pechhaut. Wenn ich von der Spiegelseit her schaue, dann ist die Trennschicht ok, d.h. es scheint nirgends Pech auf die Spiegeloberfläche durchgedrungen zu sein... Gibt es irgend ein guter Trick, um die Sache zu retten??

Gruss dave
 
Re: Der Spiegel klebt wieder einmal ...

Hallo dave !
Wenn du Silikonöl verwendet hast dann ist das ganz schlecht. Öl egal welches macht das Pech sehr weich und besonders klebrig. Villeicht ist noch kein klebriges Material durchs Papier gesickert dann kannst du noch Glück haben. Versuche die zwei Scheiben gegeneinander zu drehen. Villeicht hast du jemanden der dier hilft, weil aleine hat man nicht genug Kraft. Wenn sie sich verdrehen lassen dann hast du Glück gehabt. Wenn sie sich so nicht trennen dann mußt du die Schiben so auf eine Holzunterlage stellen das die zweite Scheibe frei ist und nach unten wegwandern kann. Danach wärmst du sie mit einen 2 Kw Warmlüfter bis auf etwa 60°C an und wenn das Pech warm wird beginnt der freie Teil zu wandern. In etwa 2 bis 3 Stunden kann es sein das du sie dann schon auseinander bringst. Nachher kannst du das versaute Pech mit Aceton oder Reinigungsbenzin wegwaschen und eine neue Polierschale machen.
Damit der Spigel nicht klebt soll er nicht wärmer als der Raum sein und nicht zu früh und zu lange auf das Pech gelegt werden. zum Nachdrücken soll nur die Pechschale im sehr warmen Wasser nachgewärmt werden und als Gleitmittel kannst du Seife mit Poliemittel verwenden. Silikonöl ist ganz schlecht, wei das hat eine nachhaltige Wirkung und es kann passieren dass dann deshalb die Spigelschicht nicht gut hält.
Hoffe du hast jetzt mehr Glück.
Gruß
Alois
 
Hi!

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Pech gehabt!
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Ja, auch für mich hat dieses Sprichwort eine ganz neue Bedeutung gewonnen.

Meine erste Pechhaut liegt nur ein paar Wochen zurück, also ich verstehe ganz gut was du meinst Dave!!

Ich habe auch keine Silikonmatte verwendet, sondern das mit Wasser verdünnte Poliermittel auf dem Spiegel. Ich habe ca. einen halben Teelöffel verwendet und ich mit soviel Wasser auf dem Spiegel gleichmäßig verteilt, dass es nicht gar zu flüssig war.
Das Pech auf der Schleifschale sollte vor dem Zusammendrücken nicht mehr flüssig sein, viel mehr nur noch schwer zähflüssig. Nach eineigen Versuchen kam dann endlich so der Erfolg:
Beide Glasscheiben leicht zusammendrücken, und dabei immer wieder etwas drechen. Nach ca. 20sec., dachdem sich alles etwas angepasst hat, habe ich dann mit einen 5kg Gewicht das ganze gepresst, aber immer wieder leichte Drehbewegungen gemacht. Nach ca. 3 Minten war alles soweit perfekt, dass ich beide Scheiben getrennt habe. Falls das Pach schon zu hart war, kann man es leicht wieder mit einen Fön weich machen und die Prozedur wiederholen!

Viel Erfolg!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Seifiges Trennmittel

Hi Dave,


Deine Begeisterung zum Pechhautmachen teile ich (siehe auch meinen Thread PROJEKT STREHL) --- es geht immer etwas schief.

Als Trennmittel nehme ich immer etwas Seifiges, entweder Glycerin aus der Apotheke oder einfach Spueli. So pappt der Spiegel nicht mehr.


 
N'abend Dave,

bin mittlerweile an meinem 2. Spiegel und hab bislang noch keine Probs mit dem Giessen der Pechhaut gehabt, ist quasi eine der leichteren Übungen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Ich gehe dabei folgendermassen vor: Pech in Topf sachte auf Küchenherd erwärmen bis es etwa Honigkonsistenz hat, kurz bevor das Pech fertig ist gereinigten Spiegel oder Giessmatte mit Spülmittel benetzen, dann auf Tool Pech von innen nach aussen spiralförmig ca 4-5mm dick bis ca 10mm vor Rand des Tools aufgiessen, Tool direkt auf den Spiegel bzw Spiegel mit aufgelegter Giessmatte sacht aufdrücken bis Pech an den Rändern zum Vorschein kommt. Dann kurz warten bis das Pech erstarrt ist und Tool von Spiegel/Giessmatte abnehmen. Pechrückstände die über den Toolrand hinausragen breche ich dann ab. Zum Schluss werden Spiegel und Pechhaut noch einmal im gut lauwarmen Wasserbad erwärmt und mittels Gewicht in dem Bad aufeinander abgeformt, zwecks Mikrostrucktur lege ich noch ein Stück spülmittelgetränktes Stück Fliegengitter aus Gaze dazwischen.
Das Ganze ist bislang gottseidank ohne Sauereien abgegangen

Pechfreie Grüße
Roland
 
Hallo Roland !
Das hast du sehr gut erklärt.
Ich hoffe dem Dave gelingt es jetzt auch und wier hören bald von ihm.
Gruß
Alois
 
hallo Roland und alle andern

Es sieht ganz danach aus, dass es doch noch geklappt hat!!
Ich hab's mal nach Roland's Vorgehensweise durchgeführt und ich denke, dass der Abguss ok ist!!! An einer Stelle erreichte das Pech jedoch nicht ganz den Rand der Schleifschale - so ergibt sich an dieser Stelle eine Einbuchtung der Pechhaut von ca 1cm. Die Frage: Hat das Einfluss auf den Poliervorgang?? So sein lassen oder nochmals einschmelzen (darin habe ich mittlerweile ganz schön Übung...)

Gruss dave <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Hallo Dave !
Freut mich das es dier jetzt gelungen ist, sogar ich bin erleichtert. Wenn die Pechhaut angepasst ist dann brauchst du nur noch ein Gitter hinein machen. Roland und Stathis haben schöne Beispielbilder auf ihrer Homepage. Wegen der 1 cm großen Ausfallstelle am Rand kannst du ohneweiteres polieren anfangen, weil der Spiegel wird ja gedreht und kommt daher nie auf die gleiche Stelle . Das Pech wandert beim Polieren dann eh etwas hinaus und die Stelle wird dann kleiner.
Wie ist es dier beim ablösen des Spiegels gegangen , konntest du ihn noch mit drehen lösen oder wars schlimmer.
Gut Glück beim Polieren.
Alois
 
Hi Alois
ich konnte den Spiegel problemlos abnehmen. Die Variante des Spühlmittels als Trennschicht scheint mir eine gute Sache zu sein. Ich habe dann gleich die Gitterstruktur aufgebracht und über Nacht den Spiegel nochmals aufgesetzt (mit einigen Kg's Belastung). Heute Morgen wollte ich dann noch kurz schuen, ob sich der Spiegel entfernen lässt. Der sass fest.... Ich legte ihn dann ins warme Wasserbad und versuchte es danach mit sachten (Gummi)Hammerschlägen. Zwei drei Schläge und ich konnte den Spiegel problemlos abziehen. Die Rillen sind zT wieder zugedrückt - die muss ich nochmals nachziehen und dann gehts ans Polieren.
Ganz herzlichen Dank an alle, die sich hier beteiligt hatten!!

Gruss dave
 
Die Rillen sind nachgezogen, der Spiegel unter geringer Last nochmals für einiger Stunden aufgelegt: jetzt kanns ans Pollieren gehen!!
Nochmals besten Dank an alle!!

Gruss dave
 
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