Pentacon mal anders...

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Astro-Fritz

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Hallo Leute
Ich habe seit längerem ein paar nette Pentacons zerrissen, um sie in neuem Glanz... seidenmattem... erstrahlen zu lassen.
Gute Optiken sind wieder-verwendet, die besten Vergütungen der alten Objektive sind grad mal einschichtig, ein paar Multis sind aber auch dabei.

300/4 und 500/5,6 sind da meine Favouriten, teils in ehemals schlechtem Zustand hab ich sie völlig zerlegt, alle Blendenlamellen gesäubert, jedes Fett raus und durch neues ersetzt, Teile ausgetauscht wo ging, damit ein paar richtig gute und schicke Scherben herauskommen.

Hier das erste, astrofähige 300/4 !

An den Ring zur Einstellung der Orientation des Bildausschnittes hab ich eine massive Schiene gebaut, alles, was weiß ist, ist pulverbeschichtet mit RAL 9010 Feinstruktur. Schwarze Schiene mit 9005 matt. Das Rohr sitzt auf meiner iOptron GEM45 und wartet auf klaren Himmel...

Pentacon 300 4.jpg

Test am Stern folgt bei diversen Blenden...

Ein Bißchen was zu tun hab ich noch :)
Diverse Pentacons.jpg
 
o_O Hammer - so habe ich die Teile noch nie gesehen! Da bin ich auf Deine Ergebnisse gespannt! Normalerweise mag ich es nicht, wenn man an den Klassikern rumdesignt, aber das sieht richtig edel aus. Hast Du schon Erfahrungen ob die neue Beschichtung hält? Ich habe für mein 500er einen Adapter machen lassen auf E122 für Heliopan-Blenden, damit man mal ne richtige Streulichtblende hat, aber an die Farbe habe ich mich noch nie getraut. Mechanik und Optik lasse ich sonst immer in Görlitz machen.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg

Görlitz, ja, da hab ich auch noch zwei Stück 400er mit F/5.5. Keine gute Vergütung, die vernachlässige ich etwas...

Das war eben genau meine Absicht, die Teile mal edel aussehen zu lassen, wenn das Material noch okay ist und keine groben Schrammen oder Dings und Dongs drauf sind. Die Optik selbst ist wichtiger, aber gegen die Blasen und Dötsche in den Gläsern kommt man nicht an... hat jedes zweite Objektiv !

Ich zerreiß ja nun wirklich alles an Optik und bastel dran rum, und neuerdings eben auch die Pulverbeschichtung ! Dann lohnt sich der Aufwand. Kein Lack hält so wie Pulverlack, kein Lack ist mechanisch so widerstandsfähig. Kein Lack ist so schnell durch, das Werkstück weiter bearbeitbar oder gar fertig. Man soll die Sachen ja auch anfassen können... und die Haptik ist... edel :-)

Nach Glanz und seidenmatt hab ich endlich auch Feinstruktur gefunden in RAL 9010. Nicht kalkig weiß, wie man sieht, sondern angenehm weiß, ohne Blaustich. Warmweiß :cool:

Streulichtblenden sind auch mein Problem ! Ich würde aber nichts unter Metall nehmen, das kann man Schrauben und richtig fixieren an dem, was am Pentacon eh dran ist. Zur Not alles zusammen Pulverbeschichten und dann innen schwärzen und nochmal ne Zeit einbrennen. Ich suche noch nach geeignetem Material, Durchmeser, Wandstärke... Dann ! :)
6x6 oder gar 6x7 will ich ja nicht vollkriegen, so einen Chip kann sich wohl niemand leisten. Aber Vollformat darf es gerne werden bei 24 MPix. Mindestens aber APS-C krieg ich immer voll. A6000 oder QX1, beides Sony. Durch M24x1 altes M42-Gewinde passen die Astro-Kams nicht gleich, man kann aber etwas die Kam einschrauben. Zur Not bau ich mir einen T2 mit entsprechender Länge nach Auflagemaß zurecht mit M42x 0,75, wie es heute üblich ist.

Bin selbst auf das Firstlight gespannt. Die Meinungen teilen sich da deutlich, wie ich gesehen hab. Wenn ichs aber nicht selbstmach, kann ichs nicht beurteilen !

Nette Grüße
 
Die sehen wirklich toll aus und die Befestigungsschiene ist gut durchdacht. War immer ein Problem bei den alten Objektiven und der winzigen Auflagefläche: mit der großen Schraube ging es gerade so, Adapter und kleines Gewinde war furchtbar.

Ich habe auch noch einige Schätze zu liegen, war aber von den bisherigen Tests nicht begeistert. Keine Ahnung ob es am schwergänigen Fokus lag, ob die Linsen beschlagen waren oder die Leistung der Optik nicht für die kleinen Pixel ausreicht.
Bin dan mal auf deinen Test gespannt.
Was muss man für so eine Aktion eigendlich einplanen: Reinigen + neu Fetten? Hätte ich mind. zwei Kandidaten für.
Grüße Andreas
 
Hallo Andreas... auch ne Nachteule :-)

Ja, hab mir echt Mühe gegeben, nachdem ich es mit Lack versucht hatte... sinnlos.
Jetzt mit der Pulverbeschichtung natürlich der Oberknüller, wirklich edel.
Das Problem eben mit dem winzigen Punkt, der dann mehr ein Drehpunkt als ein Haltepunkt ist... da mußte was anderes her. Bei mir muß immer alles bombenfest sein...
Die Schiene ist massiv, war etwas länger, hab sie durch die Fräse geschoben und die Enden einmal plangemacht, Kanten angefast und gut ! Dann eben die Löcher eingemessen, daß die auch in die kleine Fläche am Objektiv-Ring passen und packen, also mindestens M4. Gesagt getan, gebohrt, Gewinde rein, lotrecht ausgerichtet und stark festgezogen... sitzt ! Nochmal ab, schwarz matt Pulverbeschichtet, wieder zusammengebaut und das Objektiv reingehängt... Perfekt ! Die M4s sind natürlich Niro, weich zwarm aber eben rostfrei, Zylinderkopf. Entsprechende Senkung, fertig. Sieht super aus und funzt einwandfrei. Es wackelt nichts, nicht mal bei mittelschwerer Gewaltanwendung :cool:

Was liegt denn bei Dir noch rum ? Interessantes ?

Alles, was mechanisch ist, kann man ändern, an der Optik selbst natürlich nix. Leider.

Klar, die Optik löst natürlich nicht so auf wie ein Sony E-Mount G-Master, aber den Anspruch hab ich nicht, aus einbem alten Pentacon ein neues Sony zu bauen. Blödfug völliger. Ich mcöhte nur eben Klassiker retten und benutzbar machen, und natürlich edel aussehen lassen, denn an der DSLR machen die sich immernoch sehr gut ! Bis Vollformat selbstverständlich !

Einplanen... Aktion... Also man muß schon richtig Lust auf sowas haben, entsprechendes Werkzeug, Benzin, Spiritus, Aceton, gutes Wälzlagerfett (Auto-Industrie), daß weder bei Kälte harzig wird noch bei Wärme anfängt zu fließen.

Nur Reinigung und neu fetten, das ist easy. Dabei ist man eh schon nah an der Blende und kann die Lamellen gleich mit-säubern, falls Öl drauf.

Es geht aber doch ein halber Tag dabei drauf, wenns nicht grad in Akkord ausarten soll. Langsam ist schnell ! Grad bei solchen Sachen sehr richtig !

Letztens hatte ich an einem einzigen Tag ein komplettes 300/4 zerlegt in wirklich alle Einzelteile, alles gesäubert, alles nach Bedarf pulverbeschichtet, neu gefettet wo muß... und abends (nachts) hatte ich es wieder zuzsammen. Genau das, was jetzt auf der Schiene hängt und auf der iOptron sitzt.

Da brauchz aber auch Ruhe und "Gelassenheit", Platz, Sauberkeit, gute Tücher, gute Mittelchen, und trockene Finger !

Was für Kandidaten hast Du denn ?

Gruß

Helge
 
Die sehen wirklich toll aus und die Befestigungsschiene ist gut durchdacht. War immer ein Problem bei den alten Objektiven und der winzigen Auflagefläche: mit der großen Schraube ging es gerade so, Adapter und kleines Gewinde war furchtbar.

Ich habe auch noch einige Schätze zu liegen, war aber von den bisherigen Tests nicht begeistert. Keine Ahnung ob es am schwergänigen Fokus lag, ob die Linsen beschlagen waren oder die Leistung der Optik nicht für die kleinen Pixel ausreicht.
Bin dan mal auf deinen Test gespannt.
Was muss man für so eine Aktion eigendlich einplanen: Reinigen + neu Fetten? Hätte ich mind. zwei Kandidaten für.
Grüße Andreas

Hallo Andreas,

ich sammele DDR-Optik seit langen Jahren, man darf generell drei Dinge nicht außer Acht lassen:

1. die meisten heute gehandelten Objektive sind alt und wurden intensiv genutzt. Das hinterläßt Spuren, die nicht immer reparierbar sind. Wenn Linsen oder die Fassung beschädigt wurden muss ein Fachmann - oder in meinem Fall eine Fachfrau - ran. Olbricht in Görlitz kann vieles instand setzen, aber alles geht auch nicht mehr.

2. es gab leider erhebliche Qualitätsschwankungen in der Fertigung der DDR-Optik, vermutlich der Mangelwirtschaft bei den Vormaterialien geschuldet, die Bauqualität an sich war aber sehr gut. Das rettet aber längst nicht alle Objektive, es gibt Fälle, bei denen hilft nur abgeben und weitersuchen. Generell halte ich die Qualität der Objektive aber für ordentlich bis gut.

3. die Optiken entsprechen dem Entwicklungsstand der 70er bis 80er Jahren, vieles was wir heute kennen, Innenfokussierung z.B., gab es damals noch nicht, auch war die Auswahl an opt. Gläsern geringer und die Vergütungstechnik gerade bei älteren Konstruktionen nicht dem heutigen Stand entsprechend, so wurde die Mehrschichtvergütung erst rel. spät und längst nicht bei allen Typen eingeführt, das bekannte Pentacon 4.0/300 gab es nicht damit und das große 5.6/500 erhielt sie erst rel. spät, so dass man auf die Bezeichnungen achten muss.

CS
Jörg
 
Hallo Helge,
Optik ist ja nun mal bekanntlich dafür da durchzuschauen und da ich momentan nicht zu komme zu entwickeln sollten die Objektive an der digitalen Canon was zeigen.
Da habe ich jetzt aber auch viele aktuelle Objektive und der Druck die alten zu verwenden ist nicht so groß.
Größere Objektive habe ich ein 2,8/200 das mal ausgeschüttelt werden sollte, zwei 300er (MF und B) da ist die Stativhalterung das Problem, ein 500er und dann noch einige Projektive.
Der größte Teil ist meine Praktika Ausrüstung da werde ich keine Hand anlegen. Die neu zugelaufenen Sorgenkinder muss ich erst mal testen für was die gehen. Jetzt im Winter ist auch noch das Mikroskop dran das hat auch altes Fett und da kenne ich keinen Service. Eine ordentliche Werkstatt müsste ich auch noch einrichten.....

Grüße Andreas



Hallo Jörg,

ich habe mit den alten Objektiven auch schöne Bilder in Erinnerung, meine sind optisch und mechanisch ok, aber die digitale Technik hat auch andere Anforderungen bezüglich Strahlengang, Reflexen etc. bei den kürzeren Brennweiten bin ich davon abgekommen.
Mit Mechanik und Optik der Teleobjektive bin ich erstmal zufrieden aber das alte Fett macht das Fokusieren schwierig.

Eine zweite „lange Tüte“ zum Fotografieren (auch bei Tageslicht) wäre schön, wenn ich dann aber das schwere 500er an der winzigen Stativschraube hängen habe bekomme ich Angst.

Grüße Andreas
 
Hallo Andreas, das ist ein Problem bei vielen großen Linsen.

ich arbeite mit Arca-Schienen, das sieht dann in etwa so aus:

20201011_075407.jpg

Pentacon 5.6/500mm

IMG_3789.jpg

Pentax 67 5.6/500mm

Das bunte Teil vorne ist eine kleine Kugellaufschiene. Da kommt eine Schelle drauf, damit vorne eine ordentliche Führung läuft. Da die Objektive mit einem Motorfokus laufen sollen braucht es einen ordentlichen Widerhalt. Die einzelne Schraube im Stativfuß des Objektivs reicht mir auch nicht.

CS
Jörg
 
Hi Helge,

die überarbeiteten Fotoobjektive sehen suuuper aus. :y: :cool:

Ich hab da bei mir auch so alte Schätzeken rumliegen. 3,5/180 Primotar und ein 2,8/135 Pentacon, beide mit M42 Anschluß. Deren Abbildung ist durchaus DSLR-tauglich. Ich muß nur sehr sorgfältig fokussieren, sonst schlägt der CA in Form von roten oder grünen Ringen um die hellen Sterne unangenehm zu... Und bei Schmalbandaufnahmen ist der CA egal. Für großflächige Nebel sind das genau die richtigen Brennweiten an meiner EOS 450D(a). :)
 
Moin,

kann ich bestätigen - die alten Gläser können durchaus was. Viel Spaß damit!

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,
die Idee mit den beweglichen Schienen ist gut damit hat man dann einen zweiten Punkt der das ganze stabilisiert.
Das 500er hat ja noch eine annähernd zylindrische Form da könnte man ein „Korsett“ drumrum bauen – mach ich aber bei meinen guten Stück derzeit nicht. Da habe ich noch eine Wundertüte im Einsatz.
Mein Umbaukandidat wäre das Pentagon 4/300 da ist der Ring nicht zylindrisch. Anbohren geht auch nicht da das Objektiv im Ring gedreht wird. Zwischendurch ist mir noch ein Practicar 4/300 zugelaufen, nicht so schwer, Stativschraube in 1/8Zoll und langer leichtgängiger Fokus, das hat nun wieder das falsche Bajonett.

Von der Verwendung mit Schmalbandfilter erhoffe ich mir auch noch was eben mit den 300er Teles gibt es schöne H-alpha Abbildungen.


Grüße Andreas
 
Moin,

das B-Bajonett kann man gegen M42 tauschen mit ein bisschen mech. Geschick, es gab von vielen B-Objektiven auch kleine Serien mit M42. Nur zum im Kopf behalten. Das B-Bajonett auf EF geht leider nur mit Fokus-Umbau.

Dual Narrowband wäre auch interessant!

CS
Jörg
 
...
Mein Umbaukandidat wäre das Pentagon 4/300 da ist der Ring nicht zylindrisch. Anbohren geht auch nicht da das Objektiv im Ring gedreht wird. Zwischendurch ist mir noch ein Practicar 4/300 zugelaufen, nicht so schwer, Stativschraube in 1/8Zoll und langer leichtgängiger Fokus, das hat nun wieder das falsche Bajonett.
...

Moin,

auch das 4.0/300 kann man vorn fassen, der vorderste Teil auch des Tubus mit Filtergewinde E95 ist zylindrisch. (Es gibt auch eine Variante des 4.0/300 mit Einschraubgewinde E86 das einen zylindrischen Fronttubus aufweist!).

Die "Fassung" soll aus einer Alu-Schelle und einer Fußplatte bestehen, wobei die Fußplatte auch den Achsausgleich herstellen muss, da die "hintere" Befestigung ja je nach Objektiv unterschiedliche Niveaus zur opt. Achse aufweist. Leider klappt es nicht, dabei im ARCA-System zu bleiben, die vordere Schelle wird einen normalen Schraubverschluß bekommen und 4 x M3 zum Schlitten...

CS
Jörg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das sind ja faszinierende Fotos! Auch wenn es immer (nicht unrichtig) heißt, daß Optik zum Durchschauen ist - angucken darf auch erlaubt sein!

Frage - habe schon viel im I-Net gesucht und wurde noch nicht fündig...
Pentacon 4/300 mm, wohl mehr die neuere Bauart:
Der Überwurfring / die Überwurfmutter, welche den trichterförmigen Sockel mit M42-Anschluß am Hauptkörper befestigt, was hat die für ein Innengewinde bzw. welches Außengewinde befindet sich am Hauptkörper?

Es sind so ca. 74 - 75 mm...

Und welche Steigung?

Kennt jemand ein Dokument, wo diese Daten auch zusätzlich zu finden sind?

Gruß und Dank,
Olaf
 
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