Pentaprismen – sind sie notwendig?

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Eternal84

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Hallo,

Ich habe kürzlich zwei Periskope von einem Aufklärungsflugzeug gekauft (wahrscheinlich einer sowjetischen Suchoi oder MiG aus den 1960er-70er Jahren). Ich dachte, ich könnte von ihnen Prismen bekommen, um ein Binoskop zu bauen. Leider stellte sich nach dem Abschrauben der Seitenabdeckung heraus, dass es sich um fünfeckige Prismen mit zwei Spiegelebenen handelte. Es gibt zwei 45°-Reflexionen anstelle einer vollständigen 90°-Reflexion. Das kleinere Prisma ist mm breit und das größere ist 45 mm breit. Keine Antireflexbeschichtungen.
Können solche Prismen für irgendetwas nützlich sein?

Grüße, Zbigniew
 

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Richtungen der Lichtreflexion
 

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Bei einem Normalen Zenithprisma wird das Bild zwar in der vertikalen Richtung aufgerichtet, aber die horizontale Richtung bleibt seitenverkehrt.

Ein Pentaprisma sorgt dafür, dass die Bildorientierung die in es hinein geht, erhalten bleibt.
Von Vorteil ist das, wenn vor dem Umlenken durch das Pentaprisma bereits eine Umkehrlinse enthalten ist, oder es sich um ein Gelileifernrohr handelt, oder aber gar keine Optik, wenn man einfach so um eine Ecke schauen muss.

Wenn man ein heute übliches astronomisches Teleskop ohne Umkehrlinse verwendet, ist die Bildorientierung wie folgt:

Teleskop allein
Unten
RechtsLinks
Oben

Zenithprisma
Oben
RechtsLinks
Unten

Pentaprisma
Unten
RechtsLinks
Oben

Amiciprisma
Oben
LinksRechts
Unten


LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

eine solche Periskop - Einheit, könnte man nutzen um einem hohen Dobson Einblick von 25" - 30“ > F5 Dobson auf die Mitte der Höhenräder zu bringen,
mit passenden Relaislinsen = Einblick ohne Leiter!
Hab ich mal geholfen, für einen Verunglückten Astrokollegen in Belgien, zu bauen.

Gruß Günter
 
Pentaprismen - Können solche Prismen für irgendetwas nützlich sein?
Naja, damit könntest du mit geeigneten Teilen (Objektiv und Okular) von einem geradsichtigen Fernglas ein astrotaugliches Binokular mit 90° Einblick bei seitenrichtiger Bildorientierung bauen.

Entweder mit dem Pentaprima direkt zwischen Objektiv und Okular. Den lateralen Augenabstand zwischen den beiden Tuben müsstest du dann wie bei einem üblichen Fernglas mit einer Knickbrücke einstellen.

Alternativ kannst du auch mit fixiertem Tubusabstand arbeiten, indem du den lateralen Augenabstand mit schwenkbaren Porros vor den Okularen einstellst.

Gruß, Peter
 
Hallo,

mit einem Pentaprisma ohne verspiegelte Flächen kann man auch ein Sonne - Prima nach „Herschel“ herstellen.
Seite 74 und im Zubehör Katalog

Unknown.jpeg


der alle Zubehörteile, für jedes Lichtenknecker Teleskop, in ihrer Einbauposition und die Bildfeld - Orientierung dafür darstellt.

Beide Verzeichnisse sind auch heute noch unerreicht, wie nutzbares Zubehör aussehen kann, ohne ein Sammelsurium von unterschiedlichen Gewinden in Dm + Steigungen und was eine detaillierte und sinnvolle Information für Anwender darstellt!
Mit festen Werten für nutzbare Brennpunktlagen von FL 220mm FL 256mm und FL 352mm Um das ganze System 64 nutzen zu können

Da ist es schon ein Armutszeugnis, was Heute so an Zubehör - Durcheinander angeboten wird!

Noch nicht einmal die gängigsten APO - Dimensionen, können sich nicht auf eine Brennpunktlage einigen um den Gewindefummel loszuwerden!
Die Nachfragen: von welche Verlängerung / Abstandshalter oder verdrehsicheren Gewindeadapter brauche ich hier, füllen daher einen Großteil aller Beiträge in den Foren


Gruß Günter
 
Sammelsurium von unterschiedlichen Gewinden in Dm + Steigungen
können sich nicht auf eine Brennpunktlage einigen
Die Nachfragen: von welche Verlängerung / Abstandshalter oder verdrehsicheren Gewindeadapter brauche ich hier, füllen daher einen Großteil aller Beiträge in den Foren
Deswegen bleibe ich visuell, ist ein reines Fotografenproblem.
Und da ich fast nur Baader habe, passt auch alles prima in beliebiger Kombination.

LG
Olli
 
ich hab einen B+W Kometenjäger, das ist ein Triplett Objektiv, das eigentlich mit einem Pentaprisma benutzt werden sollte:


CS.Oli
 
Deswegen bleibe ich visuell, ist ein reines Fotografenproblem.
Hi!

Da muss ich Günter beispringen... Ich war auch rein visuell sehr positiv angetan, als ich den schweren Lichtenknecker-Okularrevolver an meinen alten Schiefspiegler angeschlossen hatte und alle Okulare vom 70mm System-64-Übersichtsokular bis zum kurzbrennweitigen Planeten-Okular die selbe Fokuslage haben.

Bei den Morpheus-Okularen von Baader kamen bei mir noch Pushfix-Reduzierstücke dazu, damit sie als 2"-Okulare eine ähnliche Fokuslage haben wie das 2" Hyperion (ich hatte irgendwann keine Lust mehr, ständig ein 1,25"-Reduzierstück zu benötigen, so viele 1,25"-Okulare habe ich monokular nicht im Einsatz). Und für den Bino-Ansatz müssen die Pushfixe natürlich wieder weg. Immerhin ist die Fokuslage ziemlich gleich, wenn man bei einer Okularserie bleibt.

Im Verein, wo am C14 1,25" und 2"-Okulare von verschiedenen Herstellern im Einsatz sind, muss bei jedem Okularwechsel nachfokussiert werden. Da war Lichtenknecker echt komfortabel und durchdacht. Der Okularauszug lässt sich kürzen, um mit Okularrevolver statt geradsichtig in den Fokus zu kommen. Auch wenn der Okularrevolver mehr wiegt als manches Teleskop, das war halt noch echter deutscher Schwermaschinenbau...

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

hatte mir aus einem hochwertigem Pentaprisma ein Sonnenprimsa gebaut. Astreine Abbildung an der Sonne, damals am 90mm /f11 FH, später dann 80iger ED.
Zur Bildorientierung im Pentaprisma wurde ja bereits wichtiges geschrieben.
Der Restlicht Richtung Okular muss natürlich, wie bei anderen Sonnenprismen auch, mit passendem ND Filter abgedunkelt und dem Sehempfinden angepasst werden..
Hier ein Bild ohne seitlichen Deckel.

DSC00972.JPG


Gruß Thomas
 
Vielen Dank für Ihre Antwort zum Thema.
Ich habe Markus Ludes vorhin geschrieben und die gleiche Frage gestellt. Er antwortete, dass solche Prismen zu sphärischen und chromatischen Fehlern in Refraktoren führen, die nicht für solche Prismen ausgelegt sind. Das hat mich etwas beunruhigt. Verliert das Bild in einem Pentaprisma tatsächlich viel im Vergleich zu den bekannten prismatischen, spiegelverkehrten Vorsätzen?

Grüße, Zbigniew
 
Verliert das Bild in einem Pentaprisma tatsächlich viel im Vergleich zu den bekannten prismatischen, spiegelverkehrten Vorsätzen?
Wie jedes andere Prisma erzeugt auch ein Pentaprisma eine chromatische Dispersion, wobei das aber erst für ein Öffnungsverhältnis schneller als f/8 merklich wird. Als Kur dagegen gibt es dann ja die sog. Glaswegkorrektoren.

Peter
 
Können Optiken für militärische Ausrüstung Ihrer Meinung nach höhere Standards erfüllen als Optiken für zivile Ausrüstung?
Ich muss zugeben, dass ich diesen Gedanken im Hinterkopf hatte, als ich mich für den Kauf von Periskopen entschied.
Dabei habe ich mich auch davon leiten lassen, dass in der Vergangenheit alles aus sehr guten Materialien gefertigt wurde und alles daran gesetzt wurde, die Endqualität in jeder Hinsicht sicherzustellen. Könnte das der falsche Ansatz sein?
Viel hängt von der Präzision ab, mit der diese Prismen hergestellt wurden. Das sichtbare Bild im Periskop hat einen Maßstab von 1:1, daher kann die Genauigkeit fraglich sein.

Grüße, Zbigniew
 
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