Pentax 75 SDHF / XW 23 visuell mit Okular-Projektion

ReinerHH

Mitglied
Ich muss vorausschicken, dass ich natĂŒrlich keinen Teile selber hergestellt, sondern vorhandene Komponenten, sagen wir einmal zweckentfremdet habe 🙄
Ich bin aber der Meinung, ein anderes Unterforum wĂ€re eher unpassend fĂŒr so ein Experiment.

Anlass dazu war fĂŒr mich, dass mir DHL gestern mein Pentax XW 23mm Okular gebracht hat.
An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank an Forenmitglied @georg298 fĂŒr den Verkauf und die erstklassige Abwicklung 👍

Ich möchte hier ein Feedback geben, vielleicht hilft es ja auch anderen.

Gestern Abend war der Himmel klar aber leider gegen 19 Uhr auch noch sehr hell und die Kombination aus dem Pentax 75 SDHF, Baader T2 Prisma und XW 23mm lieferte ein tolles weites und randscharfes Bild, nur eben auch sehr hell.

Das war so nicht wirklich befriedigend fĂŒr so jemand ungeduldigen wie mich und so gingen mir dann wohl die Experimentier-GĂ€ule durch đŸ€Ł

Ich hatte hier noch von meinen letzten Mondfotos den Pentax MP-2 Adapter fĂŒr die Okular-Projektion mit dem XP 24mm Okular montiert liegen, Jupiter stand schon in meinem Terrasse-Sichtfeld und so kam ich auf die Idee das T2 Prisma mit dem Neuzugang XW 23 statt der Kamera in den Adapter zu stecken.
Backfokus war ausreichend, das ganze System konnte spielend auf der AZ100 ausbalanciert werden, saß super stabil fest und so zielte ich auf den hellen Punkt am Himmel.

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Ich hatte den Auszug ganz draußen und komme so auf 159mm, was dann in rund 2800mm Brennweite bei f/37,5 resultiert, VergrĂ¶ĂŸerung etwa 122x.
Ausschwingzeit max 1s, das Fokussieren geht mega gut, SchÀrfe rastet förmlich ein, selbst mit dem alten Standard OAZ von Pentax 75 SDHF.
SchĂ€tze hier macht sich das ÖffnungsverhĂ€ltnis positiv bemerkbar.
SchÀrfe bis zum Bildrand, als es dunkler wurde ebenso punktförmige Sterne bis an den Rand.
Farbverschiebungen im Ă€ußeren 1/4 zum Rand hin, ging leicht ins gelbliche. Möglicherweise kommt das vom alten XP 24 Projektionsokular.
Der Einblick ist sehr angenehm. Bei voll rausgeschraubter Augenmuschel kann ich die Augenbraue drauf ablegen, das System ist dabei megastabil und ich hatte noch ein ruhiges Bild.
Blackouts gab es nur bei verkippen meines Kopfes.
Bei nicht ganz zentrischem Einblick gibt es zum Bildrand hin blaue RĂ€nder am Jupiter.
Das erzeugte Bild in der Mitte vom Okular war unglaublich, ich konnte Details am Jupiter erkennen die mir bis dato verborgen blieben. in den dunklen WolkenbÀndern konnte ich Wirbel ausmachen, in den hellen Bereichen waren unterschiedliche Graustufen auszumachen und auch schmalere BÀnder.
Ich habe dann das XW 23 gegen das XW 20 1.25" getauscht. Viel kleinerer Ausschnitt weniger Details aber auch vergleichbar guter Kontrast.
Der Einblick war sehr viel einfacher, aber im Vergleich zu den 2" Okularen wirkte es fast wie ein Tunnelblick, selbst bei weiter reingeschraubt er Augenmuschel.

Ich dachte mir der Erfolg des XW 23mm lÀge vielleicht an einem besonders guten Seeing.
Also MP-2 raus und das XW 5mm mit dem T2 Prisma angesetzt.
VergrĂ¶ĂŸerung mit 100x nun etwas geringer, Einblick bequemer, Bild natĂŒrlich mit jetzt wieder f/6.7 deutlich heller, bis zum Rand farbneutral und scharf wie gewohnt, aber gefĂŒhlt konnte ich dadurch weniger Feinheiten am Jupiter ausmachen, selbst als ich die Teleskopöffnung auf 50mm Durchmesser abgedeckt habe. Möglicherweise hat der Unterschied der VergrĂ¶ĂŸerung den Ausschlag gegeben. Der Planet ist hier aber auch schneller durchs Bildfeld gewandert, ich musste öfters nachschubsen.

So bin ich dann zurĂŒck auf die experimentelle XW 23mm Kombination bis Jupiter dann aus meinem Sichtfeld raus war und ich konnte dann den Vollmond betrachten.
Puh war das hell!
Bei max Auszug ging der Vollmond noch genau ins Bild, bei geradem Einblick leicht dunkler zum Mondrand hin werdend.
Ich habe dann mein Blick auf den Krater Plato konzentriert, hier waren fĂŒr mich tatsĂ€chlich auf der deutlich dunkleren KrateroberflĂ€che unterschiedliche Graustufen reproduzierbar erkennbar.
Ich meine auch zwischen den Luftunruhen kurzzeitig Krater im Krater erkannt zu haben. Ein faszinierendes Ergebnis.

Fazit:
dieses Experiment hat mir ohne zu ĂŒbertreiben einen ganz tollen Abend bereitet. Es kommt bei mir wirklich sehr selten vor, dass ich mir als Terrassen-Gucker einen Stuhl in die KĂ€lte stelle.

Ob so ein Misbrauch von Astro-Equipment zur Nachahmung empfohlen ist, nun, muss wohl jeder fĂŒr sich entscheiden. Ich werde bestimmt mal WiederholungstĂ€ter 😀

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Sorry fĂŒr viel Text, danke fĂŒrs Lesen und ein gutes Seeing allerseits.
 
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