stefan_r
Aktives Mitglied
Hallo zusammen.
An alle die es interessiert.
Hier ein (mein) subjektiver Eindruck zum:
Pentax 8x40 PCF WP II
Ich habe das Fernglas einige Tage ausprobiert und kann folgendes dazu sagen:
Als großer Fan von Porroferngläsern freut es mich zunächst einmal, dass es auch Hersteller gibt die diese Bauform nicht völlig ignorieren. Porrogläser bilden deutlich plastischer (räumlicher) ab als Dachkantgläser und haben damit einen deutlich erhöhten Informationsgehalt in der Abbildung gegenüber dem Dachkantsystem. Dass jedoch die deutliche Mehrzahl an Ferngläsern in Dachkantform produziert wird, geht meines Erachtens rein auf das ästhetische Empfinden der Kundschaft zurück.
Hier nun jedenfalls ein Vertreter in Porro-Bauweise von Pentax.
Nicht alles scheint hier gut gelungen, beginnend mit der Bauform. Man hat wohl versucht das Glas trotz Porro-Bauweise so „modern“ wie möglich aussehen zu lassen und somit den schmaleren Dachkantgläsern ein Stück näher zu kommen. Dazu wurden die Strahlengänge, entgegen der klassischen Variante welche die Strahlengänge horizontal nach außen verlagert, in einem stumpfen Winkel nach unten abgeknickt. Die Objektive kommen sich nun geringfügig näher, insgesamt jedoch hinterlässt die neu entstandene Bauform mehr Probleme als Vorteile. Das Fernglas ist ein permanent dreieckiger Sperrklotz und füllt jeden Rucksack zur hälfte aus. Es lässt sich nicht mehr so schön porroüblich greifen. Das Zusammenführen des Objektivabstands hat die Plastizität nicht positiv unterstützt.
Die Okularmuscheln sind gut einstellbar, verschiedene Abstände können eingerastet werden. Der Okularmuschelrand ist schön breit, rund und angenehm beim ansetzen.
Der Dioptrieausgleich lässt leichte Stufenklicks verspüren die aber nicht konsequent einrasten. Er läuft jedoch straff genug um nicht ungewollt verstellt zu werden.
Der Zentralfokus ist dem Anspruch der Wasserdichtigkeit zum Opfer gefallen und ich frage mich wozu überhaupt? Er ist schwergängig und träge und erlaubt kein präzises Anfokussieren. Dazu arbeitet er nicht gleichmäßig in beiden Strahlengängen und erzeugt Sauggeräusche im Innern des Glases. Die Sperrfunktion des Fokussierrads ist haklelig und nicht in jeder Position einfach einschiebbar. Macht diese Funktion bei einem derart schwergängigen Fokus überhaupt Sinn frage ich mich?
Die Optik hat in vielerlei Hinsicht überrascht.
Das Sehfeld ist ausreichend weit und ein Tunnelblick kein Thema. Es fällt mir der überaus starke Globuseffekt auf, der mir fast das Gleichgewicht raubte als ich das Glas zum ersten mal ansetzte. Nach einer längeren Eingewöhnungsphase wurde es besser bzw. hatte sich mein Gehirn besser damit arrangiert, jedoch würde mich eine derart starke Bildwölbung in den Randbereichen fortwährend immer stören. Wehe dem der versucht durch das Glas zu schauen um einen Streifzug durch die Landschaft zu starten, er sollte zumindest sitzen dabei ;-)
Die Vergütung der Optik ist ausgezeichnet. Kristallklar, kontraststark und absolut Farbneutral. Farbsäume sind kein Thema. Sie sind im Zentralen Bildbereich sehr gut unterdrückt und werden erst in den stärker verzerrten Randbereichen deutlich. Die Bildschärfe ist insgesamt ebenfalls sehr gut. Überrascht hat mich die enorm kontraststarke Abbildung im Gegenlicht. Hier zeigt das Glas eine starke Seite. Problematischer sind da schon eher die Verspiegelungen die es rund um den Sehfeldkreis im Gehäusetubus zeigt. Es gibt kreisförmig Verspiegelungen, die zwar außerhalb des Sehfeldes liegen und die Beobachtung nicht direkt stören, jedoch deutlich wahrnehmbar sind und dann irgendwie doch ständig stören. Für die hohe Qualität der Linsen und Prismen spricht dann wiederum eine sehr feine, punktförmige Sternenabbildung die erst in den Randbereichen zu kleinen Häkchen verzerrt.
Fazit:
Wer hat diese hochwertigen und exelent vergüteten optischen Bauteile in dieses katastrophal klobige und schlecht entspiegelte Fernglasgehäuse gestopft!!??
Beste Grüße
Stefan
An alle die es interessiert.
Hier ein (mein) subjektiver Eindruck zum:
Pentax 8x40 PCF WP II
Ich habe das Fernglas einige Tage ausprobiert und kann folgendes dazu sagen:
Als großer Fan von Porroferngläsern freut es mich zunächst einmal, dass es auch Hersteller gibt die diese Bauform nicht völlig ignorieren. Porrogläser bilden deutlich plastischer (räumlicher) ab als Dachkantgläser und haben damit einen deutlich erhöhten Informationsgehalt in der Abbildung gegenüber dem Dachkantsystem. Dass jedoch die deutliche Mehrzahl an Ferngläsern in Dachkantform produziert wird, geht meines Erachtens rein auf das ästhetische Empfinden der Kundschaft zurück.
Hier nun jedenfalls ein Vertreter in Porro-Bauweise von Pentax.
Nicht alles scheint hier gut gelungen, beginnend mit der Bauform. Man hat wohl versucht das Glas trotz Porro-Bauweise so „modern“ wie möglich aussehen zu lassen und somit den schmaleren Dachkantgläsern ein Stück näher zu kommen. Dazu wurden die Strahlengänge, entgegen der klassischen Variante welche die Strahlengänge horizontal nach außen verlagert, in einem stumpfen Winkel nach unten abgeknickt. Die Objektive kommen sich nun geringfügig näher, insgesamt jedoch hinterlässt die neu entstandene Bauform mehr Probleme als Vorteile. Das Fernglas ist ein permanent dreieckiger Sperrklotz und füllt jeden Rucksack zur hälfte aus. Es lässt sich nicht mehr so schön porroüblich greifen. Das Zusammenführen des Objektivabstands hat die Plastizität nicht positiv unterstützt.
Die Okularmuscheln sind gut einstellbar, verschiedene Abstände können eingerastet werden. Der Okularmuschelrand ist schön breit, rund und angenehm beim ansetzen.
Der Dioptrieausgleich lässt leichte Stufenklicks verspüren die aber nicht konsequent einrasten. Er läuft jedoch straff genug um nicht ungewollt verstellt zu werden.
Der Zentralfokus ist dem Anspruch der Wasserdichtigkeit zum Opfer gefallen und ich frage mich wozu überhaupt? Er ist schwergängig und träge und erlaubt kein präzises Anfokussieren. Dazu arbeitet er nicht gleichmäßig in beiden Strahlengängen und erzeugt Sauggeräusche im Innern des Glases. Die Sperrfunktion des Fokussierrads ist haklelig und nicht in jeder Position einfach einschiebbar. Macht diese Funktion bei einem derart schwergängigen Fokus überhaupt Sinn frage ich mich?
Die Optik hat in vielerlei Hinsicht überrascht.
Das Sehfeld ist ausreichend weit und ein Tunnelblick kein Thema. Es fällt mir der überaus starke Globuseffekt auf, der mir fast das Gleichgewicht raubte als ich das Glas zum ersten mal ansetzte. Nach einer längeren Eingewöhnungsphase wurde es besser bzw. hatte sich mein Gehirn besser damit arrangiert, jedoch würde mich eine derart starke Bildwölbung in den Randbereichen fortwährend immer stören. Wehe dem der versucht durch das Glas zu schauen um einen Streifzug durch die Landschaft zu starten, er sollte zumindest sitzen dabei ;-)
Die Vergütung der Optik ist ausgezeichnet. Kristallklar, kontraststark und absolut Farbneutral. Farbsäume sind kein Thema. Sie sind im Zentralen Bildbereich sehr gut unterdrückt und werden erst in den stärker verzerrten Randbereichen deutlich. Die Bildschärfe ist insgesamt ebenfalls sehr gut. Überrascht hat mich die enorm kontraststarke Abbildung im Gegenlicht. Hier zeigt das Glas eine starke Seite. Problematischer sind da schon eher die Verspiegelungen die es rund um den Sehfeldkreis im Gehäusetubus zeigt. Es gibt kreisförmig Verspiegelungen, die zwar außerhalb des Sehfeldes liegen und die Beobachtung nicht direkt stören, jedoch deutlich wahrnehmbar sind und dann irgendwie doch ständig stören. Für die hohe Qualität der Linsen und Prismen spricht dann wiederum eine sehr feine, punktförmige Sternenabbildung die erst in den Randbereichen zu kleinen Häkchen verzerrt.
Fazit:
Wer hat diese hochwertigen und exelent vergüteten optischen Bauteile in dieses katastrophal klobige und schlecht entspiegelte Fernglasgehäuse gestopft!!??
Beste Grüße
Stefan