Pentax XCF Porro Ferngläser

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avak

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Hallo zusammen,

gestern war ich im Geiz-Markt und hatte dort Gelegenheit, mal durch eins der neuen Billigpreisgläser von Pentax zu schauen: ein 8x40 XCF Porro. Es sollte 129 Euro kosten: das ist der UVP, Unverschämtheit, ich habe im Web Angebote schon ab 89 Euro gesehen. So viel zum Thema: Geiz ist geil! Bei dem Preis bin ich qualitätsmäßig erst mal skeptisch, aber ich habe es mir genauer angeschaut, da ich ein alter Pentax-Fan bin.

Zuerst fällt auf, dass es mit der griffigen Gummiarmierung gut in der Hand liegt und einen soliden Eindruck macht. Die Linsen sind grünlich MC-vergütet, wie man es von Okularen chinesischer Fertigung kennt. Der Einblick ist etwas knapp, die billig gemachten harten Gummiaugenmuscheln eine Zumutung. Selbst ich als Nicht-Brillenträger muss sie umklappen, um das gesamte Sehfeld überblicken zu können. Mit Brille geht da bestimmt gar nichts mehr. Die Fokussierung geht geschmeidig, aber die Okularbrücke erscheint mir etwas zu weich. Die Austrittspupillen sind nahezu kreisförmig mit je einer einseitigen Abschattung, da ragt etwas ein wenig in den Strahlengang hinein.

Beim Durchsehen bin ich gleich begeistert von dem für Pentax-Gläser ungewöhnlich großen Gesichtsfeld (8,2° / 143m auf 1000m, Werksangabe). Die Schärfe ist sehr gut, zum Rand nimmt sie etwas ab und dort macht sich auch ein leichter Farbfehler bemerkbar. Das Bild ist sehr hell und farbneutral, ein vielfach teureres Steiner Wildlife Pro Dachkantglas hat das dunklere Bild und keine bessere Schärfe im direkten Vergleich. So weit ich es im Laden beurteilen konnte, ist die Streulichtempfindlichkeit sehr gering, von der hellen Deckenbeleuchtung waren jedenfalls keine Reflexe oder Aufhellungen auszumachen.

Mein Fazit: Wer ein scharfes Markenglas der 100 Euro-Preisklasse mit großem Gesichtsfeld sucht und auf Wasserdichtigkeit und Brillenträgertauglichkeit verzichten kann, findet hier womöglich ein Schnäppchen.

XCF-Gläser gibt es in folgenden Ausführungen:
8x40 XCF 8.2° 143m/1000m UVP 129,-
10x50 XCF 6,5° 114m/1000m UVP 149,-
12x50 XCF 5,6° 98m/1000m UVP 169,-
16x50 XCF 3,5° 61m/1000m UVP 189,-

CS,

Christof
 
Hi Christof,

interessant finde ich, dass man sich bei Pentax im unteren Preisbereich wieder auf weitere Winkel besinnt. Vor ein paar Jahren gab's von Pentax hier nur Tunneliges zu kaufen.
 
Danke für diesen kleinen Test!

=> "die billig gemachten harten Gummiaugenmuscheln eine Zumutung"

=> "da ragt etwas ein wenig in den Strahlengang hinein."

=> "und auf Wasserdichtigkeit und Brillenträgertauglichkeit verzichten kann"

Das können aber IMHO die Nikon Action EX und Minolta Activa deutlich besser. So sehr der Versuch von Pentax, in die Gilde der preiswerten 8x40 Porros mit 140 m Sehfeld einzudringen, gelobt werden muß, so deutlich sind doch auch die Defizite (13 mm Augenabstand sind auch keine Meisterleistung). 129,-EUR liegt zwar etwas unter den Preisen der eben genannten Gläser, aber ein Riesensprung ist es nun auch wieder nicht.

carpe noctem
Matthias
 
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Hallo Matthias,

trotz meiner strengen Kritik empfehle ich das Glas wegen seiner überraschend guten Optik. Ein direkter Vergleich zu den Nikon- und Minolta- Gläsern dieser Preisklasse wäre bestimmt interessant. Falls ich die mal nebeneinander sehe, werde ich bestimmt mal durchschauen.

CS,

Christof
 
Hallo zusammen,

ich habe das 8x40 gekauft, nachdem ich es mit viel Zeit im Laden ausprobiert und den Preis auf 109 Euro heruntergehandelt habe. Bei einem ausgiebigen Spaziergang mit dem Glas durch die Kölner Innenstadt bei Tageslicht und bei Dunkelheit ist mir anschließend folgendes aufgefallen:

Ich bin regelrecht begeistert über die super knackige Schärfe auf der Achse. Schilder und Leuchtreklamen kommen rasiermesserscharf und wie ausgestanzt rüber. Zum Rand lässt die Schärfe stark nach und ein Farbfehler wird sichtbar. Bei dem großen Gesichtsfeld ist das jedoch nicht weiter schlimm. Objekte im Vordergrund erscheinen am Bildrand mitunter scharf, weil aufgrund der Bildfeldkrümmung im Randbereich der Fokus mehr im Nahfeld liegt. Das kann in manchen Situationen sogar vorteilhaft sein.

Den Einblick empfinde ich als äußerst angenehm, auch wenn die Augenmuscheln schon ohne Brille umgeklappt werden sollten, um das gesamte Gesichtsfeld zu überblicken. Für Brillenträger ist das Glas wohl nichts. Sehr schön ist, dass ich nicht oft nachfokussieren muss und mich entspannt aufs Beobachten konzentrieren kann, zumal der Durchblick eine wahre Freude ist. Mein CZJ Deltrintem fokussiere ich viel öfter nach, und die Schärfe auf der Achse scheint mir beim Pentax etwas besser zu sein, obwohl mein Deltrintem bereits sehr gut ist. Ich bin wirklich gespannt, wie sich das Pentax XCF am Sternenhimmel verhält.

Als nächstes muss ich positiv vermerken, dass die Streulichtunterdrückung sehr gut gelungen ist. Zwar ist das Glas nicht reflexfrei, aber es lässt sich auch durch Straßenlaternen und höchsten Kontrast von Lichtquellen nicht sonderlich beeindrucken.

Die Mechanik macht einen äußerst soliden Eindruck. Die dicke Fukussierwalze läuft spielfrei und geschmeidig, ebenso die Dioptrienausgleich und die Knickbrücke. Die sehr modern und schlicht gestaltete, formschöne und griffige Gummiarmierung fühlt sich angenehm an und das Glas liegt gut in der Hand.

Im Lieferumfang findet sich neben der deutschen Garantiekarte - Pentax gibt 25 Jahre! - ein Satz billiger Schutzdeckel, ein einfacher Trageriemen, der seinen Zweck gut erfüllt, sowie eine leichte Weichtasche, die das Glas leider nicht vernünftig vor Staub oder Regen schützt. Übrigens kommt das Glas nicht aus China, sondern von den Phillipinen.

Wenn das Glas am Nachthimmel auch so gut ist, kann ich es unbedingt empfehlen. Ich hatte auch kurz das 10x50 aus derselben Serie in der Hand, hier möchte ich zur Vorsicht anraten, weil die Objektivtuben nicht ordentlich geschwärzt sind. Ich hatte beim 10x50 auch nicht den so hohen Schärfeeindruck, und bilde mir ein, dass der Kontrast geringer war.

Später habe ich im Mediamarkt noch Gläser von Konica Minolta in der Hand gehabt. Die Classic 3 Serie ist sehr, sehr bauähnlich zur Pentax XCF Serie. Beide kommen von den Phillipinen, beide 8x40 haben 8,2° Bildwinkel, und wenn man in die Objektive schaut, sieht man einen identischen Aufbau sowie den Schriftzug "PKC N1". Auch die mangelhafte Innenschwärzung der Objektivtuben beim 10x50 und das Sehfeld von 6,5° haben diese Gläser gemeinsam. Die Gummiarmierung der Konica-Minolta Classic 3-Serie hat jedoch nicht die moderne Form der Pentax XCF, dafür sind die KoMi-Gläser wesentlich billiger: 89 Euro für das 8x40 und 99 Euro für das 10x50 (im Mediamarkt).

CS,

Christof

Ergänzung: Eben habe ich das Glas durch ein Wolkenloch mal auf die Plejaden gerichtet: Nadelfeine Sterne über ca. 70% des Sehfeldes. Das stimmt schon mal positiv. Ich freue mich schon darauf, das Glas mal unter dunklem Landhimmel zu verwenden.
 
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Hallo Avak,

wegen vieler sehr kritischer Beiträge hast Du vermutlich angenommen, daß die unter japanischer Regie in China hergestellte "Billig-Markenfernglasklasse" um 100€ nicht sinnvoll einsetzbar ist: das ist überhaupt nicht der Fall. Ich habe ein Olympus DPSR 7x35 sowie ein 10x50, beide sind sehr schön scharf (haben aber mit Reflexen ihre Probleme und das 7x35 ist nicht randscharf).
Die Pentax XCF sind so in etwa baugleich mit den Minolta Classic III, den Nikon Action VII und den Olympus DPS 1:
asphärische 3linsige Kellner Okus und achromatische 2linsige Objektive - Vergütung und Prismenmaterial unterscheiden sich eventuell (BaK4 zumindest bei Minolta).
Der Preis der Pentax ist bei diesen Eigenschaften aus meiner Sicht zwar einfach zu hoch. Aber sonst finde ich es schon ziemlich "versnobt" was hier als Minimum oft definiert wird! Ich habe lieber ein Pentax Papilio 6,5x21 + ein Canon 10x30 IS + ein Tento 20x60 (zusammen nicht mal der halbe Preis) als ein Zeiss Victory FL - weil ich damit im Einzelfall (Wandern, Kleintiere und Blumen; Vögel und allgemein rund ums Haus; Astro) viel mehr sehe!!!

Gruß

PS: nachträglich gesehen habe ich mir das, was es mit etwas mehr Geld für Astro gegen das Tento 20x60 gibt, noch zu wenig angesehen:
hier könnten nach den Berichten, die ich gelesen habe, das Canon 15x50 IS oder das Pentax 20x60 oder das Triplett TS 20x80 das Tento deutlich übertreffen. Gegen diese "Hämmer" haben normale Ferngläser keine Chance - und Zeiss will ja mit dem sicher besten Glas in dieser Klasse , dem 20x60 Stabi nicht mitspielen (Preis!!!!!!!!!!)
 
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Hallo Hanz,

Deine Meinung in allen Ehren, ich hatte mal ein Tento 20X60, o.k., fürs Geld war es nicht schlecht, aber ich habe es schließlich verschenkt: dunkles Bild, Augenabstand unangenehm klein, Mechanik mäßig. Anschließend habe ich mir ein Pentax 20X60 gekauft: Mechanik o. k., Sehfeld tunnelig, Bild hell aber Farbfehler deutlich störend. Ein Vixen Foresta 8x42: Helles Bild, gute Mittenschärfe, aber ca. 40% der Gesamtsehfläche unscharf.

Mein Fazit: Lieber etwas länger sparen, und dann was ordentliches kaufen. Jetzt habe ich ein Zeiss Victory FL 7X42: Kontrast, Sehschärfe, Gewicht, Bildhelligkeit, dies alles ist nahezu perfekt, nur die Randschärfe könnte - für den Astrobereich - noch besser sein.

Es mag etwas snobistisch klingen, aber ein richtig gutes Fernglas ist nun mal kein Billigprodukt. Wenn Du Dich mal in der Vogelkundlerszene umschaust, selbst die ärmsten Ornis laufen mit Leica, Zeiss und Co. durchs Gelände und die wissen, warum sie nicht auf Tento, Pentax und Minolta zurückgreifen.

Bitte, jedem Tierchen sein Pläsierchen, aber ich habe bei Ferngläsern die Nase voll von Billigkram.

Übrigens, ein Jenoptem 7X50, bei Ebay für 150€ ersteigert, kann ein vom Preis/Leistungsverhältnis erstklassiges Angebot sein.

Beste Grüße

Manfred
 
Hallo Hanz,

PS: nachträglich gesehen habe ich mir das, was es mit etwas mehr Geld für Astro gegen das Tento 20x60 gibt, noch zu wenig angesehen:
hier könnten nach den Berichten, die ich gelesen habe, das Canon 15x50 IS oder das Pentax 20x60 oder das Triplett TS 20x80 das Tento deutlich übertreffen.
Ich mag den knappen Einblick beim Tento auch nicht, aber vom Preis/Leistungsverhältnis her ist es unschlagbar. Das Pentax 20x60 habe ich mir mal am Tage angeschaut und war total enttäuscht wegen dem Tunnelblick und einer unbefriedigenden Gesamtqualität. Das Canon 15x50IS ist bestimmt hochinteressant, wenn man freihand spechteln möchte. Ansonsten liebäugle ich immer noch mit dem Docter Nobilem 15x60, allerdings habe ich dafür zur Zeit nicht das nötige Budget.

Der Preis der Pentax ist bei diesen Eigenschaften aus meiner Sicht zwar einfach zu hoch.
Nun, ich konnte leider nicht im direkten Vergleich gegen Nikon, Olympus und Minolta in der gleichen Preislage testen, aber ich hätte das Glas nicht gekauft, wenn es nicht so eine hervorragende Schärfe hätte.

Die Pentax XCF sind so in etwa baugleich mit den Minolta Classic III, den Nikon Action VII und den Olympus DPS 1
Was das Minolta Classic III angeht, stimme ich voll zu. Das optische Innenleben scheint sogar absolut baugleich zu den Pentax XCF zu sein. Die anderen genannten Gläser werde ich mir bei Gelegenheit mal genauer anschauen.

Ich denke, im Prinzip steckt in so einem XCF eine Menge ungenutztes Potenzial. So eine Schärfe mit so einfachen Mitteln... wenn der Hersteller eine noch bessere Vergütung und vor allem randscharfe Weitwinkelokulare einsetzen würde, wären diese Gläser perfekt und mir einigen Aufpreis wert.

CS,

Christof
 
Hallo Avak,

das Problem der "modernen Marken-Billiggläser" ist leider, daß man nichts mehr aufmachen und verbessern kann - die CZJ 8x30 hatten z.B. so viele Reflexprobleme,aber man kann sie aufschrauben und verbessern (obwohl noch keiner hier eine nachvollziehbar verbessernde Änderung veröffentlicht hat - es bleibt alles meistens beim Versuch). Wenn ich meine beiden Olympus DPSR öffnen könnte, würde ich sicher einige Verbesserungen anbringen (aber da ist alles fest verklebt).
Das ist wohl der Grund, warum selbst "grottenschlechte" Russenbinos oft positiv bewertet werden: man kann sie aufmachen und daran Versuche anstellen!
Konträrer Standpunkt: bei fest verklebten Binos kann sich nix verstellen!

Anschauen der Alternativen: laß es bleiben, die sind so ähnlich..
Schau Dir was echt besseres an, sowas wie gebrauchte CZJ oder Leitz wenn Du mehr willst - oder halt Canon IS 15x50 (zur Zeit mit "payback" bei www.foto-koch.de netto für 700€
Ich kaufs trotzdem nicht- nicht so leicht/handlich wie das 10x30 und auf Stativ nicht so toll wie ein 20x80. Wenn dagegen jemand eine Alternative zum Zeiss 20x60 Stabi hätte-aber die Stückzahlen für solche Gläser sind einfach so gering, daß man selbst bei dem verrückten Preis keine freundliche Behandlung erwarten kann.
Wahrscheinlich ist da Canon mit dem 15x50 noch am ehesten zu empfehlen (wenn Du das etwa 8-10fache Geld verglichen zum Tento zu zahlen bereit bist).

Gruß
 
Hallo Manfred,
die Ornis brauchen auch nur ein Fernglas - Sternfreunde brauchen zusätzlich zum Fernglas noch Apos, Dobs, Monties, Maks, Okus und lauter solches Zeugs <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> - ich gebe Dir aber recht - die Gläser der Nobelmarken sind schon besser - mal sehen was die Lottozahlen heute sagen.

@hanz: zur Verbesserung des Reflexproblems beim CZJ 8x30 wurde erst vor kurzem hier diskutiert:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php/Cat/0/Number/353017/an/0/page/0#353017

Frank

www.stern-freund.de
 
Hallo Manfred,
die Ornis brauchen auch nur ein Fernglas - Sternfreunde brauchen zusätzlich zum Fernglas noch Apos, Dobs, Monties, Maks, Okus und lauter solches Zeugs <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> - ich gebe Dir aber recht - die Gläser der Nobelmarken sind schon besser - mal sehen was die Lottozahlen heute sagen.



Frank

Hallo Frank,

das stimmt nicht so ganz, Ornis haben meist neben dem Fernglas noch ein Spektiv ( natürlich auch ein Spitzenfabrikat ) mit Stativ. Auf Helgoland habe ich viele Vogelkundler getroffen, die waren mit der teuersten Optik ausgerüstet, aber übernachtet haben sie in der Jugendherberge, weil sie sich ein Hotel oder Gasthaus nicht leisten konnten.

Beste Grüße

Manfred
 
Hi Christof,

vielen Dank fuer Deine Berichte. Es scheint so, dass Pentax hier mal einen guten Wurf gelandet hat. In letzter Zeit hatten sie sich ja eher mit Tunnelblick-Glaesern hervorgehoben. Zum 8x40 XCF mit 143m/1000m haben sie ja gleichzeitig noch das 8x40 PCF WP mit nur 108m/1000m im Angebot, und das war fuer mich absolut indiskutabel. Ein ordentliches 8x40 fuer etwa 100 Euro, das nicht zu schwer ist und nicht so schnell Reflexe erzeugt wie die Chinesen dieser Preisklasse, stellt eine Bereicherung des Marktes dar. Das waere ein gutes Allroundglas, das man einem Anfaenger empfehlen kann, der noch nicht so genau weiss, worauf er hinaus will ..

Wir sollten dem Frank Schaefer empfehlen, es sich mal anzusehen und in seine Liste der 8x40 aufzunehmen :-)

Gruss,
Holger
 
Hallo Manfred,
ja, ich habe mich da sicher zu einem etwas unsachlichen Beitrag verleiten lassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/confused.gif" alt="" /> - o.k. ich entschuldige mich und mache zur Strafe 10 Liegestütze.
Mir hat ein Hobbyvogelkundler mal erzählt, dass er Gläser mit geringem sekundären Spektrum benötigt, da er feine Farbnuancen unterscheiden muß. Wenn das stimmt, dann wäre damit auch sachlich erklärt, warum die Ornis sich die teuren Gläser leisten. Wenn sie mit anderen Ferngläsern nicht die erforderlichen Informationen bekommen, dann müssen es halt die Gläser sein.
Ich empfehle auch häufig preiswerte Gläser, wobei ich natürlich auf entsprechende Probleme hinweise (u.a. Notwendigkeit des Bastelns). Zusätzlich werde ich jetzt zukünftig darauf hinweisen, dass es Anwendungsbereiche gibt, in denen die Gläser versagen, selbst wenn man diese sorgfältig verbessert.

Viele Grüße
Frank
 
Hallo Christof,

falls Du mal meinen Bericht über das Olympus DPSR 10x50 und andere Berichte in der "Billiggruppe" um 100€ (was ist an 100€ eigentlich billig?) gelesen hast (so ca. vor 2 Jahren) war ja das eigentliche Problem die Reflexe an Lichtquellen wie Mond und Strassenlaternen - wie sieht's denn damit aus? Du sagst, es "lasse sich nicht davon beeindrucken, sei aber nicht reflexfrei" - also hat es doch wohl deutliche Reflexe, die Dich aber nicht stören? Ich gestehe natürlich gerne, daß ich deep sky sowieso auch lieber in dunklen mond- und strassenbeleuchtungslosen Nächten gucke und da stören ja dann keine Reflexe und die Schärfe von meinem Olympus ist astrein).
Leider bin ich bezüglich Reflexen gerade vom Pentax Papilio 6,5x21 sehr heftig enttäuscht worden - das bisher schlechteste Glas in dieser Hinsicht (aber auch nicht für Astro konzipiert)!

Gruß
 
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Hallo Manfred,

also wenn Dir das Zeiss Victory 7x42 FL genug zeigt, dann brauchst Du definitiv kein 20x60 oder gar ein 15x50 Stabi. Aber zu behaupten, daß man damit astronomisch eher sogar mehr sieht, finde ich schon ein starkes Stück und sehr unobjektiv.
OK, hast Du wahrscheinlich nicht so gemeint, kommt aber bei Deiner Darstellung für mich so raus.

Gruß
 
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Hallo Manfred,

also wenn Dir das Zeiss Victory 7x42 FL genug zeigt, dann brauchst Du definitiv kein 20x60 oder gar ein 15x50 Stabi. Aber zu behaupten, daß man damit astronomisch eher sogar mehr sieht, finde ich schon ein starkes Stück und sehr unobjektiv.
OK, hast Du wahrscheinlich nicht so gemeint, kommt aber bei Deiner Darstellung für mich so raus.

Gruß

Hallo Hanz,

da hast Du mich aber gründlich mißverstanden. Natürlich zeigt ein 20X60 - allerdings mit Stativ - mehr Details als ein 7X42, auch wenn dieses von einem Edelhersteller ist. Auf der anderen Seite ist m. E. das Victory FL ( oder ein anderes vergleichbares Topglas )ein tolles Allroundgerät: tagsüber als relativ leichtes Wanderglas, in der Dämmerung mit Lichtreserven und in der Nacht zum freihändigen Durchmustern der Milchstraße. Wenn ich dann noch mehr am Himmel - mit Stativ - sehen will, nehme ich gleich ein Großfernglas mit Schrägeinblick oder einen Richfieldrefraktor.

Die bildstabilisierenden Canons hatte ich schon öfter in der Hand, erst wackelts, dann drückt man den Stabiknopf und das Bild steht und ist schön scharf, aber dann wirds bei gedrücktem Knopf wieder unscharf, es sieht dann so aus, als wenn die Lichtstrahlen eine Art Gelee passieren würden. Vielleicht habe ich immer Gurken erwischt, aber das kann ich bei ca. 5 Versuchen ( Händler, Photokina ) kaum glauben. Außerdem sind die größeren Modelle recht unhandlich. Ich denke, es gibt schon Gründe dafür, daß man bildstabilisierende Gläser kaum in der Orniszene sieht, Vogelkundler müssen nämlich ein möglichst perfektes Bild eines kleinen Objekts schnellstmöglich bekommen, sonst ist der Vogel weg! Wenn die dann auf größere Entfernung z.B. Wasservögel studieren wollen, nehmen sie ein Spektiv mit Stativ.

Beste Grüße

Manfred
 
Hallo Hanz,

sicher, auch 100€ sind viel Geld, gerade in der heutigen Zeit, wo mancher jeden Euro mehrmals umdrehen muß, bevor er ihn ausgibt.
Dennoch, ein Fernglas ist doch viel komplexer im Aufbau als z.B. ein Okular, dennoch gibt es viele - mich eingeschlossen - , die locker mal das Doppelte und Dreifache für ein erstklassiges Okular ausgeben, sei es für ein Vixen LVW, Pentax XW, Panoptic oder Nagler.
Beim Fernglas - das weißt Du als Fachmann ja selbst viel besser als ich - hast Du zwei Okulare, zwei Objektive, ein Prismenumkehrsystem, alles möglichst perfekt gematcht (exakt gleiche Brennweiten ), vergütet und justiert, dazu eine präzise Fokussiermechanik, Entschuldigung, aber ich denke, daß dies bei guter Ausführung nicht billig sein kann, zumindest nicht, wenn es in einem Land produziert wird, das menschenwürdige Löhne zahlt.

Beste Grüße

Manfred
 
Hallo Manfred,

OK, so sieht's doch echter aus. Das Zeiss FL 7x42 wäre wohl auch für mich gerade das "Traumglas" für "sonst keines".
Aber, wie ich schon dargestellt habe, leben wir nicht so: Du kannst neben dem "Universalglas" (für mich das Canon 10x30IS - wieso die Vogelkundler das - noch- nicht entdeckt haben, wird mir ewig schleierhaft bleiben - wohl wegen der Garantie) noch jede Menge Spezialgläser haben.
Und wo Du dann die Grenze zum Teleskop ansetzst, ist sicher sehr diskutabel. Ich so spät wie möglich: Mondfinsternis letztes Jahr mit Tento 20x60 (auf Stativ) war Klassen besser als im Super-WW-Okular 24mm 90° bei 40fach am Skywatcher 8" Teleskop.
Auf der anderen Seite ist natürlich, wenn ich festgestellt habe, daß der Omega-Nebel "heute" zu sehen ist, das Teleskop das Instrument, das ihn dann auch rüberbringt.
Ich muß aber zugeben, daß ich meinen tollen Skywatcher 8" dieses Jahr noch gar nicht aufgebaut habe (Seeing war nie gut genug, hat man im kleinen 114/900 schon deutlich gesehen) - Asche auf mein Haupt. Aber die Begründung war, daß man mit dem Tento 20x60 schon vorhersagen konnte, daß es nichts bringt, den 8" aufzubauen.

Will niemand das Zeiss 7x42 schlecht machen, aber man bekommt für den Preis aus meiner Sicht schon ein brauchbares Fernglas und einen 8" Newton mit Okularen und Monti (das habe ich mit dem Geld gemacht).

Daß Du das Canon 15x50 so schlecht beurteilst, interessiert mich: ich kenne zwar nur das 18x50, das mir aber gegenüber meinem Lieblingsglas Canon 10x30IS überhaupt nicht gefallen hat. Trotzdem ist die "Presse" des Canon 15x50IS hier sehr gut: und ich vertraue diesen Leuten - obwohl eigentlich mal Vergleichdaten bei mittlerem und gutem Himmel zu anderen 15-20fach IS und Stativ- Ferngläsern anstünden (die Meinungsbildner favorisieren derzeit Schrägeinblickgläser auf Stativen - OK rund ums Haus ist das ja wirklich die bessere Alternative vor allem in Zenit).

Gruß
 
Hallo Walter,
Ok, aber ich sehe das doch eher so:

20€ Klasse (Lidl und Co): ab und zu eines, das man sich mit entsprechender Anleitung zu was brauchbarem herrichten kann (übrigens wiklich bisher praktisch nur beim Lidl-Meade 10x50 letztes Jahr). Der Rest ist Schrott (brauchbare Bauteile für Projekte).

100€ "Japan" Klasse: eigentlich gute Gläser mit Schwächen, leider ist für Astro die Hauptschwäche, Reflexe und Geisterbilder, auch das Hauptproblem. Und leider kann man die meisten nicht Öffnen und verbessern wie das Lidl letztes Jahr.

500€ Klasse: da gibts schon gute Gläser wie Docter, aber auch grottenschlechten Mist wie Minox, ganz wenige der preiswerteren Gläser wurden hier überhaupt beschrieben und wenn, wars meistens "Dachkant-bashing" - aber als Grund sehe ich da die eben bei den meisten Gläsern nicht im Pflichtenheft stehende Reflexfreiheit (brauchen halt wirklich fast bloß die Astrofans).
Nach den Darstellungen im Forum hier ist das Docter 42er derzeit ein Favorit. Zeiss und Leica kosten mehr als das Doppelte . Und Zeiss macht wohl sogar bereits mit der Garantie "Sperenzchen" (was hast Du denn im Garantieschein stehen?).

Das Forum hier zeigt gerade mehrheitlich auf Docter als (bei Porro-Gläsern sogar bessere) Alternative mit der schönen Langzeit-Garantie (was aus der ganz schnell werden kann, zeigen aber gerade die Auto-Kaskoversicherer, indem sie ganz einfach nicht mehr zahlen, sondern grobe Fahrlässigkeit ansetzen - OK, Ende der Kasko-Zeit, wer da noch weiter mitmacht, kann auch gleich sein Geld verschenken), aber der Vergleich Docter - Zeiss FL wäre schon mal interessant und ist soviel ich weiß hier noch nicht veröffentlicht!

Gruß
 
als Grund sehe ich da die eben bei den meisten Gläsern nicht im Pflichtenheft stehende Reflexfreiheit (brauchen halt wirklich fast bloß die Astrofans).

Hallo Hanz,

in dem Punkt bin ich etwas anderer Meinung. Ich benutze meine Ferngläser nicht nur zum Sternegucken, sondern vor allem tagsüber zur Natur- und Vogelbeobachtung. Hier ist m. E. eine optimale Streulichtunterdrückung und Reflexfreiheit enorm wichtig. Wenn ich eine seltene Vogelart durch mein Glas anvisiere, kann ich mich ja nicht darauf verlassen, daß der Vogel so sitzt, daß die Sonne schön von hinten kommt, gerade in solchen Situationen sind die Lichtverhältnisse oft alles andere als optimal ( Gegenlicht, tiefstehende Sonne von schräg vorn, Objekt im Schatten eines Baumes usw.).
Daher halte ich gerade bei ernsthaften Naturbeobachtungen die Reflex- und Streulichtarmut eines Feldstechers für entscheidend, wichtiger als z.B. Sehfeld oder Transmission.

Bei der astronomischen Nutzung hingegen stören die Reflexe doch nur, wenn helle Objekte - Straßenlaternen, Mond - sich in Sehfeldnähe befinden. Wenn man ohne Mondlicht weitab von allen Lampen beobachtet, ist ein Streulichtwerfer zum Milchstraßegucken durchaus brauchbar.

Beste Grüße

Manfred
 
Hallo Hanz,

ich habe das 8x40 XCF mittlerweile genauer getestet und insbesondere mit meinem Dekarem verglichen (ein unfairer Vergleich, ich weiß). Reflexe zeigt es am Mond IM Gesichtsfeld, außerhalb treten erstaunlicherweise kaum welche auf. Hier ist das Dekarem allerdings noch einiges besser. In der Schärfe auf der Achse kann das Pentax mithalten, beide Gläser sind hier ein Anlass zur Freude mit nadelpunktfeinen Sternen.

Das scheinbare Gesichtsfeld erscheint ähnlich groß, wobei der schärfemäßig brauchbare prozentuale Anteil wiederum beim Dekarem besser ist. Natürlich zeigt das 8x40 mehr reales Feld, was oft vorteilhaft ist. Und die Zitterei ist natürlich auch weniger. Die Helligkeit und der Kontrast sind ähnlich gut, bei genauerem Hinsehen bilde ich mir einen Vorsprung für das Dekarem ein; es kann aber auch an der höheren Vergrößerung liegen, die mich täuscht.

Leider kenne ich nicht den Vergleich zu dem viel gelobten Nikon Action EX. Aber ich bin mit dem Pentax mehr als zufrieden, obwohl ich von meinen Zeiss Jena und Docter Gläsern ziemlich verwöhnt bin. Punkten tut das Pentax vor allem im Handling (Größe, Gewicht, Anfassgefühl) und wegen der ausgezeichneten Schärfe ohne allzu häufiges Nachfokussieren.

CS,

Christof
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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