Per Starhopping zu Uranus

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Heljerer

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

normal bin ich ja nicht der große Verfasser von Beobachtungsberichten. Ich denk mir immer: Das meiste wurde ja von anderen schon beschrieben. Warum soll ich das wiederholen?

Aber heute will ich auch mal meinen Senf dazu geben.

Für heute Abend waren ein paar Deep-Sky-Beobachtungen geplant. Nach langer Zeit hat der Wetterbericht endlich mal wieder klaren Himmel vorhergesagt.

Ich habe meinen 18-Zöller schon nachmittags um 14:30 Uhr an einem sehr schönen, für unsere Verhältnisse auch recht dunklen Standort aufgebaut.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit habe ich die Zeit dazu genutzt, um endlich Uranus am Taghimmel aufzusuchen. Mit „Taghimmel“ meine ich "vor Sonnenuntergang". Ich hatte zuvor schon einige Berechnungen zum Kontrast durchgeführt, die zeigen, dass das nur bei niedrigem Sonnenstand funktioniert – zumindest mit meinem Equipment und meiner Aufsuchmethode. Ich habe mir eine Plane mit Azimutskala drucken lassen. Darauf stelle ich den Dobson. Die Ablesegenauigkeit der Skala liegt bei etwa 0,2°. Die eigentliche Herausforderung ist aber, im Gelände alles genau genug auszurichten. Der Dobson muss möglichst mittig und in der Waage stehen, die Plane verformt sich im unebenen Gelände u.s.w. Unterm Strich dürfte der maximale Fehler daher eher bei 1 bis 2° liegen.

Den Höhenwinkel messe ich mit einer digitalen Wasserwaage. Ablesegenauigkeit: 0,1°. Das Teil ist tatsächlich ziemlich genau.

Vor der Beobachtung habe ich beide Skalen kalibriert. Die Azimutskala richtete ich zunächst grob mit einem Kompass aus (Fehler 1 bis 2°). Die Kalibrierung habe ich heute mit dem Stern Capella gemacht. Es gibt natürlich alle möglichen anderen Methoden. Capella ist aber schön hell und daher leicht zu finden. Also Dobson mit Azimut und Höhe in Richtung Capella ausgerichtet, ein bisschen herumgerührt, schon war Capella im Gesichtsfeld. Ich habe ein 17mm-Ethos verwendet. Bei meiner Spiegelbrennweite von 2000 mm ergibt das eine Vergrößerung von 118fach. Das Gesichtsfeld liegt bei ca. 0,8°. Die Auswahl des Okulars ist immer ein Kompromiss zwischen hoch vergrößern (verbessert die Auffindchancen) und kleinem Gesichtsfeld (verschlechtert die Auffindchancen). Anders als in der Nacht versuche ich möglichst ohne Okularwechsel auszukommen, denn schon allzu oft habe ich das Objekt dabei verloren. Ich habe Capella genau in die Mitte genommen und den Zeiger für den Azimutwinkel präzise eingestellt. Auch im Höhenwinkel gibt es bei meinem Dobson leichte Abweichungen, da die Fläche, an die ich die digitale Wasserwaage anlege, nicht exakt parallel zum optischen Achse ist.

Um 15:30 Uhr war alles eingestellt und kalibriert. Jetzt konnte es per Starhopping weiter in Richtung Uranus gehen. Das Starhopping hat gegenüber dem direkten Anfahren zwei Gründe: 1.) Es macht Spaß sich am Tag von Stern zu Stern zu hangeln. 2.) Der Fehler der Azimutskala lässt sich dadurch erheblich minimieren. Ich kann an jedem Stern neu kalibrieren.

Nächste Station war alpha Per (Mirfak, 1,75 mag). Auch dieser Stern war klar und deutlich im Okular zu erkennen. Die Sichtbarkeit habe ich mit Hilfe eines Polarisationsfilters noch gesteigert. Der Himmel wird dadurch wesentlich dunkler, während der Stern so gut wie nicht an Helligkeit verliert. Dann ging es weiter zu beta Per (Algol, 2,05 mag), alpha Ari (Hamal, 2,00 mag), beta Ari (Sheratan, 2,60 mag). Bis dahin alles easy going. Jetzt kam die Sternkette in den Fischen dran. Leider nur relativ dunkle Sterne. Aber die Sonne neigte sich auch schon deutlich Richtung Horizont. Der Himmel wurde dunkler. Ich wagte mich an den ersten Stern in den Fischen, eta Psc (Kullat Nunu, 3,80 mag). Mittlerweile war es genau 16:00 Uhr. Die Sonne stand nur noch 5,6° über dem Horizont. Auch dunklere Sterne waren jetzt kein Problem mehr. Vorletzte Station: 16:27 Uhr, o Psc (4,25 mag). Ein wenig erstaunt über die Leichtigkeit der ganzen Unternehmung, war ich bereit für die letzte harte Nuss: Uranus war nur noch einen kleinen Schwenk von ungefähr 5° von o Psc entfernt.

Um 16:35 Uhr war es dann so weit: Uranus war deutlich als kleines Scheibchen im Okular zu erkennen. „Deutlich“ heißt: Sobald ich ihn einmal gesehen hatte, war er sehr leicht zu halten. Das erste Sehen innerhalb der gleichmäßig blauen Suppe war allerdings schon eine Herausforderung. Die Sonne war zu diesem Zeitpunkt noch 1,3° über dem Horizont.

Kurze Zeit danach zogen dann Wolken auf. War mal wieder nix mit Deep-Sky. So konnte ich wenigstens schön im Hellen zusammenpacken. Das hat ja auch was Positives. :super:

Link zur Grafik: http://fs1.directupload.net/images/180114/3bplg3kz.jpg


Clear Skies und viel Spaß beim Nachmachen
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

eine gute Entscheidung, den Bericht zu schreiben! :super: Ich probiere auch gern immer wieder aus, was am Tage so geht, komme nur leider aus Zeitmangel nicht oft dazu. Die Idee mit der Plane als Kalibrierungshilfe ist klasse. Solche Berichte spornen an, es mal wieder selbst zu versuchen. :applaus: Danke dafür!
 
Hallo Wolfgang,

Dein Bericht ist in der Tat sehr aussergewöhnlich! Sterne bei Tage anfahren? Ich kann mir das nicht vorstellen. ... Du klingst sehr überzeugend und machst mich nun sehr neugierig, denn ich habe einen 16ner Dobson, zwar kein 17ner Oku, meinst Du, ein 26 Pano ginge zur Not oder alternativ dann lieber das 13ner Bader? Dazwischen habe ich leider nichts. ... die Beschreibung der Wahl Deiner Okulare kann ich gut nachvollziehen, so ein 17ner macht bestimmt Sinn am Tage mit diesem Gesichtsfeld.

Am liebsten wär ich gleich heute schon raus, doch die Warmfront und die anschliessende Kaltfront suppt alles wieder zu.

Ganz respektvolle Grüsse von Anette
 
Hallo wolfgang,

Da hast du ja wirklich ganz außergewöhnliche Aktivitäten gezeigt, finde ich aber super. Ich hatte in der Vergangenheit höchstens mal Wega oder Arktur am Taghimmel mit meinem 8"-Newton beobachtet, habe mich dann aber letztlich doch eher dafür entschieden, lediglich die Sonne und die Venus am Taghimmel zu beobachten. Bei gutem Seeing tagsüber (was selten ist) kommt v. a. Venus kontrastmäßig optimal rüber wie ich finde und dann lohnt sich die Beobachtung allemal.

VG Stefan
 
Hallo Anette,

zunächst ist bei der Taghimmelastronomie mit dem Dobson eine möglichst genaue Bestimmung von Azimut und Höhenwinkel das allerwichtigste. Der Dobson muss horizontal stehen, sonst gibt es einen Fehler in Azimut. Fürs Erste solltest du eine kleine Vergrößerung wählen und mit Venus anfangen. Die sieht man schon im Sucherfernrohr. Daher reicht hier schon eine ziemlich grobe Einstellung. Unbedingt die Streulichtsocke überziehen, damit die Sonne nicht seitlich auf den Spiegel scheinen kann! Sonst kann's eventuell irgendwo kokeln. Bei Beobachtungen in der Nähe der Sonne das Teleskop am besten in den Schatten stellen. Im Moment steht auch Jupiter vormittags ganz gut. Hier reicht schon eine geringe Vergrößerung zum Auffinden.

Die Größe des Teleskops ist gar nicht so entscheidend. Z.B. habe ich mit meinem 17er Okular eine Austrittspupille von knapp 4 mm. Die Augenpupille hat tagsüber aber nur 2 mm. Letztendlich hätte ich das, was ich beschrieben habe, auch mit einem 8-Zöller machen können. Ich habe einen 4-Zöller, mit dem ich außer Uranus und Neptun schon alle Planeten bei Tag beobachtet habe. Meine theoretischen Rechnungen zeigen sogar, dass der 4-Zöller im Übervergrößerungsbereich (AP = 0,5 mm) auch Uranus knacken müsste. Ich kann mit dem Teil aber den Azimutwinkel nicht genau genug einstellen. Dazu müsste ich mir noch irgendwas basteln. Ob das dann in der Praxis auch wirklich funktioniert? Wetten möchte ich dahingehend nicht.

Hallo Stefan,

Venus und Merkur sind natürlich die dankbarsten Objekte, da sie bei Tag deutlich besser zu sehen sind als nach Einbruch der Dunkelheit. Es geht bei den anderen Objekten natürlich nicht darum, mehr als in der Nacht zu sehen. Es ist aber tagsüber ein ganz netter Zeitvertreib. Und manche Ereignisse finden einfach bei Tag statt, z.B. Konjunktionen.

Gruß
Wolfgang
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Wolfgang,

Das ist ein Bericht, der einem einen Lächeln ins Gesicht zaubert. Planeten am Taghimmel anschauen ist für mich ein besonderer ästhetischer Genuss.

Immer, wenn der Mond in der Nähe ist und als Wegweiser dienen kann, versuche ich, mit einem 80mm-Fernglas Jupiter und Saturn anzuschauen. Bis zu einem Mondabstand von etwa 10 Grad geht es gut, von dort zum Planeten zu hoppen, nach vorheriger genauer Betrachtung der Lage in einem Planetariumsprogramm. Bei 25x, besser noch bei 30x, offenbart Saturn seine Ringe, Jupiter seine Hauptbänder. Mars zeigt seine ganz charakteristische lachsrote Farbe. Der Anblick gegen den noch blauen Himmel ist ungemein ästhetisch.

Dein Hinweis mit der möglichen Sichtbarkeit von Uranus mit 4 Zoll spornt mich an. Da heisst es nun für mich, auf die nächste Mondpassage zu warten! Das Instrument wird ein 140mm Maksutov bei 70x auf einer azimutalen Montierung sein. Das liefert eine sinnvolle Austrittspupille von 2mm und gerade genug Vergrößerung um Uranus als Scheibe wahrzunehmen.

Auf der anderen Seite der Montierung kommt ein 36mm Mini-Refraktor als Sucher mit 13 Grad Feld. So kann ich noch bei 13 Grad Abstand Mond und Planet im Feld haben. Das Verfahren stelle ich mir so vor: Ich präge mir den vermuteten horizontalen Abstand zu Uranus im Sucherfeld ein. Dann stelle ich den Mond in die Mitte und gehe senkrecht runter zum Horizont. Nun suche ich den Punkt am Horizont mit dem zuvor gemerkten horizontalen Abstand zum Mond, und stelle diesen Horizontpunkt in die Mitte. Jetzt wechsle ich zum Hauptgerät mit seinem Feld von 1 Grad. Langsam hochfahren ohne seitlichen Ausschlag - Bingo! Wenn kein Bingo, wieder zum Horizontpunkt, um einen halben Grad nach rechts oder links verschieben, wieder hochfahren. Dieses Verfahren hat sich bei Mars, Jupiter und Saturn gut bewährt. Uranus wird sportlich :)

Beste Grüße, Christopher
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Christopher,

Zitat von Schiefspiegler:
Planeten am Taghimmel anschauen ist für mich ein besonderer ästhetischer Genuss.

Ja! Mein Liebling ist Saturn. Sieht wie ein Fake aus, wenn man durchs Okular schaut.


Zitat von Schiefspiegler:
Ich präge mir den vermuteten horizontalen Abstand zu Uranus im Sucherfeld ein. Dann stelle ich den Mond in die Mitte und gehe senkrecht runter zum Horizont. ...

Ich glaube nicht, dass du damit gute Chancen hast. Ich habe mit 118fach beobachtet. Ich habe eine ganze Zeit gebraucht, um Uranus im Okular zu sehen, obwohl er längst mittig drin war. Der Kontrast ist schwach. Je schwächer du vergrößerst, umso schwerer tut sich das Auge, den Kontrast wahrzunehmen. Nach meiner Erfahrung schwenkt man allzu schnell über das Objekt der Begierde weg, ohne es wahrzunehmen.

Mein nächster Plan ist folgender: Ich nehme mein 114/900er auf parallaktischer Montierung. Ich norde die Montierung am Polarstern ein. Das geht bei ungefähr 70fach ganz gut. (Erklärung mal bei anderer Gelegenheit.) Dann gehe ich direkt auf ca. 200fache Vergrößerung und mache ein ähnliches Starhopping, wie beschrieben. Von Position zu Position gehe ich indem ich die Anzahl der Umdrehungen in Rekaszenssion und Deklination zähle. Damit bin ich wesentlich treffsicherer als mit dem Dobson. Von daher dürfte auch eine Vergrößerung von 200fach in Ordnung sein.

Was die Austrittspupille betrifft, muss man bedenken, dass tagsüber andere Gesetze gelten als bei der gewohnten nächtlichen Beobachtung. Ich bin zwar nur noch bei 0,57 mm Austrittspupille gegenüber 2 mm Augenpupille. D.h. das Bild wird merklich dunkler. Das stört aber tagsüber die Kontrastwahrnehmung nicht. (Die Schärfe lassen wir mal beiseite.) Wenn sich Uranus z.B. als 10% heller gegenüber dem Hintergrund absetzt, dann kann ich diesen Kontrast auch bei abgedunkeltem Gesichtsfeld noch (fast) genauso gut wahrnehmen. Das ist nachts eben nicht der Fall.

Ich habe übrigens auch die Himmelshelligkeit zum Zeitpunkt meiner Uranusauffindung gemessen. Diese lag bei 300 cd/m² (an der Uranus-Position). Im vollen Sonnenschein liegt der normale blaue Himmel ungefähr bei 3000 cd/m². In Sonnenähe bei 8000 cd/m² oder noch mehr. Daran sieht man: Taghimmel ist beileibe nicht gleich Taghimmel! Das muss man sich vergegenwärtigen, um zu beurteilen, ob eine Suche überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Jupiter habe ich auch schon bei 5500 cd/m² und tiefem Stand über dem Horizont beobachtet. Der war blasser als Uranus bei 300 cd/m².

Gruß
Wolfgang

Wichtig: Polfilter nicht vergessen!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Wolfgang und alle Mitleser,

Uranus am Taghimmel ist wirklich ein absolut außergewöhnliches Unterfangen, von dem ich noch nie gehört habe und ich hätte es auch nicht für möglich gehaltenm dass dies überhaupt möglich ist. Also Respekt, Respekt!
 
Hallo Michael,

ich habe deinen Beitrag mal zum Anlass genommen, um mal auszurechnen, ob es bei der Uranus-Venus-Konjunktion am 28.03.2018 eine Chance zur Taghimmelsichtung gibt. Um 19:30 Uhr stehen beide Planeten 0,37° auseinander. Der Abstand zur Sonne beträgt knapp 20°. Die Sonne ist ca. 3° über dem Horizont (für meinen Standort; an anderen Orten verschiebt sich das natürlich entsprechend geographischer Lage). Das hört sich zunächst gut an, um Venus als Aufsuchhilfe für Uranus zu gebrauchen. Allerdings liegt die Himmelshelligkeit an der betreffenden Stelle bei berechneten 3000 cd/m². Wegen der Nähe zur Sonne ist der Himmel dort kaum polarisiert, d.h. ein Polfilter hilft so gut wie nicht.

Alles in allem: Keine Chance! Schade.

Also abwarten bis Uranus wieder am Morgenhimmel auftaucht.

Gruß
Wolfgang

 
Hallo Wolfgang ,
das finde ich ja mal spannend !
Werd ich mal ausprobieren!
Vielleicht wär ein Rotfilter sinnvoll als Abdunkelung...
Grüße Alex
 
Hallo Wolfgang und alle,

mit dem Dobson hab ich das noch nie versucht - Hut ab, das ist schon sportlich.

Als Schüler hatte ich mit meinem ersten 60 mm Refraktor in der Morgendämmerung öfter die Planeten Mars, Jupiter und Saturn eingestellt und manchmal bis zur Mittagszeit beobachtet. Natürlich nicht kontinuierlich, sondern immer Pausen dazwischen gemacht, dann in RA weitergedreht bis ich den Planeten wieder hatte ( bei guter Polausrichtung).

Jahre später wurden dann mit 6" und Teilkreisen tagsüber Sterne und Planeten eingestellt. Mit etwas Übung und bei genügend Sonnenabstand, evtl. auch mal mit dem Polfilter gelangen mir ab und zu Sichtungen von Albireo mit Begleiter (3m + 5m), Ras Algethi mit Begleiter (3m + 5,6m), sowie 10 der Plejaden Sterne von 3m bis 5,6m. Es macht viel Freude, vor allem unterschiedlich farbige Doppelsterne vor blauen Himmel zu beobachten. Das hab ich allerdings immer nur mit Teilkreisen geschafft ( später dann mit GoTo). Mit Sucher alleine fand ich immer nur Sterne bis ca. 2m und Planeten von Merkur bis Saturn.
Deswegen: Großer Respekt vor deiner Arbeit!

Viele Grüße
Rudi
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Alex,

Zitat von Nachtschwalbe:
Vielleicht wär ein Rotfilter sinnvoll als Abdunkelung...

Das habe ich noch nicht ausprobiert. Das letzte Mal, dass ich Farbfilter auf ein Okular geschraubt habe, ist ungefähr 20 Jahre her. Das war an Planeten am Nachthimmel mit meinem 114/900er Vixen und hat mich nie wirklich überzeugt. Seitdem sind die Filter eingemottet. Ich werde die Filter nochmal raussuchen und am Samstag Morgen am Mars im Vergleich zum Polfilter testen. Das geht auch mit meinem kleinen 114/450er Skywatcher. Der Polfilter bringt bei einem Sonnen-Abstand von 90° rechnerisch ungefähr eine Verdunkelung von Faktor 4. Quantitativ gemessen habe ich den Effekt noch nicht, subjektiv könnte Faktor 4 aber hinkommen.

Hallo Rudi,

so wie du das beschrieben hast, hatte ich das auch mit meiner parallaktischen Montierung gemacht. Mit dem 18-Zöller habe ich (außer digitale Teilkreise) schon diverse Methoden ausprobiert. Die einfachste Methode ist ein spezieller Peilkompass für Azimut und eine digitale Wasserwaage für Höhenwinkel. Das geht sehr schnell, braucht keinen Mehraufwand beim Aufbau und ist für helle Planeten völlig ausreichend. Uranus ist allerdings eine ganz andere Herausforderung, die wesentlich höhere Präzision erfordert. Außerdem ist das passende Zeitfenster zur Beobachtung sehr klein. Am besten geeignet ist ein Abstand von 90° von der Sonne. Dann kulminiert Uranus gerade bei Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang. Auch der Polfilter wirkt dann am besten. 2017 hatte ich meinen ersten Versuch bei der Abendsichtbarkeit - leider vergeigt. Die Morgensichtbarkeitsphase 2017 hat wettermäßig nicht gepasst. Jetzt im Januar hat's dann endlich geklappt. Und das nur mit Glück, denn ein paar Kilometer vom Beobachtungsplatz entfernt war bedeckter Himmel.

Clear Skies für nächstes Wochenende.

Gruß
Wolfgang
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben