Pferdekopfnebel im 8-Zöller!

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UwePilz

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Liebe Beobachter,

nach langer wetterbedingert Astro-Abstinenz war am Freitag klarer Himmel. Ich meine, wirklich klar, alles blau bis zum Horizont. So fuhr ich mit Angelika zu unserem Beobachtungsplatz in der Dübener Heide. Im Auto lagen mein 12-Zoll-Dob und Angelikas 8-Zoll-Dob.

Nach Ende der Dämmerung sahen wir uns zuerst einmal den Kometen T7 an. Er war schon im 30mm-Fernglas gut zu erkennen und zeigte an meinem 12-Zoll-Newton sehr viel Detail. Er ist auf in jedem Instrument lohnend, braucht aber einen klaren und lichtarmen Westhimmel.

Anschließend beobachteten wir, was jeder so vorbereitet hatt. Das nahm wohl eine Stunde in Anspruch. Weil so schön klarer Himmel war, gingen wir zum Schluß noch mal richtig auf Nebeltour: Den Meropenebel, den 'flaming tree' Nebel NGC 2024 und zum Schluß den Pferdekopfnebel:
An meinem 12-Zöller benutzte ich 55-fache Vergrößerung und ein Hß-Filter. Der Pferdekopf war sofort beim ersten Hinsehen erkennbar. Angelika hatte etwas mehr Schwierigkeiten, weil sie den Kopf nicht so groß erwartete. Nach längerem Hinsehen und mit immer wieder ausgeruhten Augen gelang es, eine kleine Unsymmetrie im westlichen Teil zu erkennen, also eine kleine Andeutung der Schnauze.

Übermütig geworden versuchten wir jetzt unser Glück mit Angelikas 8-Zoll-Newton. Wir benutzten dasselbe Okular, das ergibt bei Angelika etwa 45x. Der Filter war natürlich auch drin.

Es war alles viel schwieriger im 8-Zöller. Der helle Nebel IC 434 war viel undeutlicher, richtig körnig. Dennoch war B33 zu erkennen. Angelika sah zwar nur die besser definierte Südkante, aber ich erkannte die komplette Einbuchtung schon. Wenn wir nicht eine Minute vorher praktisch denselben Himmelsausschnitt im größeren Instrument gehabt hätten, dann wären wir aber kaum erfolgreich gewesen. Jetzt wußten wir, wo wir hinsehen mußten.

Das war ein schöner Abachluß des Beobachtungsabends.

Bleibt dran am Okular.

--Uwe
 
Hallo Uwe,

schönen Dank für deinen Beitrag, Der Pferdekopf mit 8" spricht für sehr gute Bedingungen und gute Augen. Ich kann auch bestätigen, wenn man etwas im größeren Gerät schon gesehen hat, genau weiß wo es ist, wie groß es ist und was einen überhaupt erwartet, dann fällt es viel leichter es im kleineren Gerät widerzufinden.

Das errinnert mich an eine denkwürdig klare Nacht letztes Jahr auf'm Berg mit ein paar Kumpels. Einer der Kumpels wurde lange Zeit still hinter seinem 4-Zoll high End- Refraktor - er schien sehr angestrengt mit was Schwerem beschäftigt zu sein.

Ich: "Was guckste denn da so vertieft"
Der Kumpel: "Das Pferd"
Ich: "Hö, hö! Mit 4 Zoll Apo. Witz komm raus du bist umzingelt"
Der Kumpel: "jetzt oder nie"
Die anderen Kumpels: lautes Murmeln

Ich stelte das Objekt im 24" ein und rief den Kumpel rüber, damit er das Teil zu sehen kriegt, und machte mich derweil an seinem Refraktor zu schaffen: Da war die richtige Vergrößerung drin, der H-Beta Filter, und auch der richtige Ausschnitt war eingestellt. Ich war eigendlich fest davon überzeugt, dass das Pferd mit 4" nicht machbar ist, und war daher um so erstaunter, dass nach einiger Zeit die IC 434 Wand erkennenbar wurde. Mich packte der Ehrgeiz. Nach tief Luftholen "Fieldsweeping" und Augen verbiegen blitzte dann ab und zu mit Ach und Krach (es war eher Ach als Krach) der B33- Knubbel auf.

Die Kumpels hatten alle auch große Schwierigkeiten damit, aber nachdem sie ihn im 24" verifiziert hatten, konnten sie ihn zum Teil im 4" wiedererahnen.
 
Re: Pferdekopfnebel im 6-Zöller!

auch ich hatte den Pferdekopf am 16.2. im Blick - mit einem 6-Zöller-Refraktor (150/1200), allerdings auf 1400 m Höhe in den Tiroler Alpen nachts um 23.00 h bei besten Sichtbedingungen (saukalt) und nur mit indirektem Sehen im Nagler-22-mm mit UHC-Filter. Und ich wusste aus vorhergehenden Beobachtungen im 10-Zöller zu Hause auch genau wo ich zu Suchen habe.

schöne Grüße

 
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Hallo Uwe,
Lars und ich (olaf) waren am selben Tag in Albersdorf Spechteln leider hatten wir nicht so viel Glück wie du den von Leipzig/Grünau war eine absollute Lichtglocke von W/N und von S/W seite Lippendorf (Kraftwerk)und dann war auch noch der starke Wind von S/O so war echt alles schon Bescheiten aber nach 5 Wochen mußte man das alles auf sich nehmen.

Grüße aus Leipzig Olaf. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Uwe,

am Freitag habe ich bei sehr gutem Himmel zusammen mit Matthias Juchert ebenfalls den Pferdekopf beobachtet.

Im 12-Zöller bei 55x (ca. 7 mm AP) war er nur mit UHC-Filter zu sehen, dann aber ohne große Anstrengung. Ohne Filter habe ich nichts gesehen. Der Filter wurde dabei nur vor das Okular gehalten, weil es ein 1,25"-Filter und ein 2"-Oku war.
Dann der Hammer: Bei 85x (ca. 4 mm AP) war er ganz ohne Filter sichtbar und zwar auch nicht sonderlich schwierig. Mit Filter natürlich einfacher.
Ich war ebenfalls überrascht, wie groß das Ding ist, weil ich ihn da zum ersten Mal sah. Der Pferdekopf war zwar nicht so schön geformt wie auf Fotos, sondern eher haken- oder J-förmig. Aber die Schnauze an sich war eindeutig sichtbar.
Im Achtzöller hingegen war ich mir nicht sicher, ob er sichtbar war, aber da habe ich auch nur kurz durchgeblickt.
Diese Beobachtung war für mich jedenfalls der tollste Moment der Nacht...

Nun hätte ich fast was vergessen, deshalb ein Nachtrag: McNeils Nebel war im 12"er auch schwach sichtbar, aber imho schwieriger als der Pferdekopfnebel. Von den beiden Sternen neben dem Nebel war nur einer blickweise sichtbar, der war schwieriger als der Nebel selbst.
Das war natürlich auch ein mindestens gleichwertiges Highlight...

Viele Grüße
Christian
 
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Hallo Uwe,

mein ´Minimal´-Erlebnis beim Pferdekopf
ist bisher ein auf 180mm abgeblendeter 8-Zöller mit UHC(!).
Es war eine phantastische Nacht mit
bombastischer Transparenz. Mitten bei der
Beobachtung klingelt das Telefon und
der daheim gebliebene Frank Richardsen berichtete,
dass er grade den Pferdekopf
mit 8 Zoll und H-Beta in seinem Garten(!) beobachtete.
H-Beta hatte ich nicht, daher der Versuch mit UHC.
Die Kante war relativ gut sichtbar,
das Pferd war als dunkle ´Beule´ ohne
weitere Struktur zu erahnen und konnte auch
von einem zufällig am Platz stehenden
Mitbeobachter bestätigt werden.
- Bislang habe ich die Beobachtung nicht
reproduzieren können.

Viele Grüße

Bernd
Gährken
 
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