Photographie mit Newton f/4, f/5 oder ED Apo f/6

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smile

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Hallo allerseits!

Da dies mein erster Beitrag auf A.de ist, stelle ich mich kurz vor. Mein Name ist
Konstantin, ich bin Student (Physik & Mathe im 9. Semester), interessiere mich etwa
seit der 11. Klasse für Astronomie und möchte mir nun endlich ein eigenes Teleskop
zulegen.

Primär möchte ich mit dem Instrument "schöne" Photos von Deep-Sky Objekten für die
eigene Bildergalerie/Photoalbum/Wohnzimmerwand machen. (Wenn Zeit und Muße da ist,
würde ich mich auch an die Photometrie der Aufnahmeserien wagen.) Sekundär würde ich
mich auch gern an unserem Sonnensystem versuchen.

Für die Visuelle Beobachtung muss die Optik nicht das Maß der Dinge sein. Man sollte
zumindest vor dem Einstellen der Kamera das gewünschte Objekt aufsuchen und hin und
wieder mal die "einfachen" Vorzeigeobjekte (M13/M42/M31?/Jupiter/Saturn) im Okular
vorführen können.

Ich habe eine eigene (unmodifizierte) Canon EOS 450D (mit dem IS-Kit Objektiv
- EF Adapter auf T2, T2 auf 1.25" und T2 auf 2" sind ebenfalls vorhanden), und eine
SP-DX ("Dauerleihgabe" eines guten Bekannten) mit 2-Achsen motorisierung (nicht
Guiding fähig) auf (kleinem) Holzstativ. Außerdem habe ich bereits ein wenig
Erfahrung mit einem 60cm Cassegrain und einem C8 auf einer größeren Montierung und einem
8" Maede auf einer LX200 (habe bisher aber nur einmal visuell durch diese Instrumente
geguckt).

(Ich habe außerdem - eine andere Leihgabe - eines dieser orangenen cat. 114/1000
Newton und ein 6mm Okular. Leider komme ich mit der Kamera bei diesem Gerät nicht in
den Fokus und visuell enttäuscht dieses Gerät - mich! - leider auf der ganzen Linie.)

Da ich Student bin, sind meine finanziellen Möglichkeiten leider sehr begrenzt und
500-600 € wäre schon die oberste Schmerzgrenze. Ich denke daher, dass eigentlich nur
ein kleiner ED APO oder ein Newton in Frage kommen würden. Und hier ist das Angebot
groß und die Wahl fällt (insbesondere für einen unerfahreren Anfänger) nicht gerade
leicht. Ich wende mich also an Euch, um mir mit Eurem Rat und Eurer Erfahrung zur
Seite zu stehen und zwischen den folgenden Optionen zu entscheiden.

  1. f/6 Triplet um 450mm
  2. f/6 Doublet um 450mm und vlt. noch Geld für einen Bildfeldebner
  3. 200/1000 Newton
  4. 200/800 Newton mit einer schnellen aber fehleranfälligeren Optik(?)
  5. 150/750 Newton und vlt. noch Geld für einen Komakorrektor

Wie stark machen sich die Bildfehler bei diesen Optiken ohne Korrektoren bemerkbar?
Könnte man auch eine Zeit lang ohne diese Korrektoren "überleben" und sich diese im
Laufe der Zeit anzueignen, oder würde das den gesamt Eindruck drastisch
verschlechtern?

Ich denke auch, dass sich ein 450er Apo und ein 800-1000er Newton gut ergänzen
würden, wenn ich in Zukunft mal wieder etwas investieren kann. In diesem Hinblick
scheint mir Option 5) nicht so sehr zuzusagen, da die 750mm irgendwie zu kurz
klingen.

Auf dieser Seite gibt es auch einen relativ guten Überblick über das in Frage
kommende Spektrum an Instrumenten:


Was fällt Euch zu meinen Überlegungen ein und habe ich irgendeine interessante Option übersehen? Und welche Okulare und Filter sollte ich mir unbedingt holen?

Herzliche Grüße
Konstantin
 
Hallo Konstantin,

herzlich willkommen und viel Spaß in diesem Forum von meiner Seite.

So ganz unbedarft scheinst Du ja nicht zu sein und wirst hier bestimmt auch ganz viel Hilfestellung bekommen.
Ich möchte jetzt keine umfassende Beratung abgeben, aber der Gedanke der mir beim Lesen sofort gekommen ist. Steuerung/nicht guidingfähig, oh oh!
Wobei ich nciht guidingfähig mal mit nicht autoguidingfähig gleichsetze. Manuell könntest Du natürlich schon guiden, aber ganz ehrlich, das würde ich mir nicht antun wollen. Auch wenn es durchaus noch hartgesottene gibt, aber ich bin da in der heutigen Zeit nicht so masochistisch veranlagt. ;).

Ich weiß zwar nicht genau welche Qualitätsansprüche Du an Deine zukünftigen Fotos stellst, aber bei mir ist es recht schnell auf lange Belichtungszeiten herausgelaufen, d.h. mehrere Minuten.
Also hängt sehr viel von der Qualität deiner Nachführung ab.
Gehe ich davon aus, das Du magels autoguiding die Montierung freilaufen läßt, darf die Brennweite nicht sehr hoch sein, damit die Sterne nicht krumm und schief werden.

Insofern würde ich mich von allem jenseits 400 - 500mm schon mal verabschieden, da dort die Anforderung sehr hoch sind.
Wenn Dir einige Sekunden Belichtungszeit ausreichen, geht da evtl, auch was.
Und das ist schon optimistisch betrachtet.

Rein fotografisch gesehen, würde daher eher ein Teleobjektiv Sinn machen, aber damit kannst Du naürlich nicht beobachten. Auch doof, aber Du hast ja noch den 114er Newton zum gucken.

Hoffe ich konnte ein paar Denkanstöße geben.
 
Hallo Tom,

herzlichen Dank für Deine Antwort. Die Präzision der Nachführung spielt bei Langzeitbelichtungen natürlich eine sehr große Rolle, zumal die Montierung nicht auf einer fest installierten Säule steht, sondern auf einem Stativ, das ich jeden Beobachtungsabend neu einnorden muss. Ich dachte diesem Problem entgegen wirken zu können, in dem ich nur Bilder von ca. 30-120s Dauer aufnehme. Dann von jedem Bild eine Astrometrie mache um dann mit dieser Information die Bilder hoffentlich ohne Strichspuren überlagern zu können.

Aber Du hast Recht, ein 200er bis 300er Tele wäre natürlich auch eine gute Ergänzung nach unten. Vlt. auch das bessere Instrument zum Einstieg.

Bin gespannt auf weitere Gedanken und Meinungen.

Grüße und clear skies
Konstantin
 
Hallo Konstantin,

in aller Kürze kann ich nur dazu raten, zunächst einmal visuell Erfahrungen zu sammeln. Üblicherweise ist der reine Foto-Einstieg nicht einfach die harte Tour, sondern schlicht die Variante, die am wenigsten funktioniert. Davor schützt auch keine teure Investition in Computerkram und noch so tolles "auto-auto-auto".

Das "in Frage kommende Spektrum an Instrumenten" betrachte ich mit ziemlicher Verwunderung als Sammelsurium. Ich finde es auch nicht zielführend, zu jedem von Dir vorgeschlagenen Instrument eine Seite "warum und warum nicht" zu schreiben.

Ganz klar: Reine Fotoambitionen sind selbst bei vorhandener DSLR mit 500 bis 600 Euro kaum umzusetzen. Das führt eher zu einer Lösung, bei der eine Kamera mit vorhandenem Objektiv auf einer fotografisch brauchbaren Montierung läuft und dazu von einem Teleskop als Leitrohr unterstützt wird, das sich dann auch nett zur visuellen Beobachtung eignet. Von Fotografie durch das Teleskop ist man dann noch einige Investitionen weit entfernt, man muss eigentlich nochmal dasselbe drauflegen.
Trotzdem bekommt man damit schonmal schöne Fotos hin - abhängig von dem, was die Optiken zur DSLR hergeben. Heutige Kit-Objektive sind nicht nur optisch durchwachsen, sondern sie bieten auch Stolperfallen wie sich verstellende Zoom-Ringe und manuell viel zu grob und leichtgängig gehaltene Fokus-Einstellungen.

Nun ist eine SP-DX als Dauerleihgabe vorhanden - fragt sich, ob man an deren üblicher DD-1 die Autoguider-Kontakte selbst anlöten darf. Machen einige, aber nicht bei Leihgaben. Sind da überhaupt Motoren dran?

Jedenfalls, auf diese Montierung ein 150/750 aufgesetzt, dazu passende Okulare und die Doppelplattform als zukunftsträchtige Variante zur Kameramontage (später Teleskop + Leitrohr) werden das Budget erfolgversprechend auffuttern. Man muss nur nachdenken, wie genau...

Clear Skies
Sven
 
Guten Abend, Sven,

das klingt vernünftig was Du schreibst und ist im wesentlichen das gleiche, das mir bereits Tom empfohlen hat. Jedoch gehen mir bei dieser Option zwei Gedanken durch den Kopf.

  1. Ich möchte mir nach der "Eingewöhnungszeit" nicht ein weiteres (für die Photographie geeigneteres?) Teleskop kaufen.
  2. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich beim visuellen Beobachten nicht allzu lang Spaß haben würde.

Ich könnte mir sehr gut vorstellen zu Beginn die Kamera parallel zu montieren um Übersichtsaufnahmen zu machen, während ich durchs Telskop beobachte. (Dazu könnte ich versuchen eine günstige Festbrennweite an die Kamera zu adaptieren.) Aber welches Instrument würdest Du dann empfehlen. Ließe es sich später auch zum Photographieren verwenden? Außerdem möchte ich nicht viel Geld für Okulare ausgeben.

Zur Montierung: Wie ich bereits geschrieben habe ist jede Achse motorisiert und mit einem Encoder versehen. Allerdings habe ich kein Gerät, mit dem ich den Encoder auslesen kann. (Ich kann aber programmieren, und wenn ich wüsste, wie man die Encoder ausliest, könnte ich diese vlt. mit dem Computer verwenden?).

Herzliche Grüße
und clear skies!
Konstantin
 
Hallo Konstantin,

Die Montierung ist halt eine der wichtigsten Investitionen für die Astrofotographie und zugleich auch wahrscheinlich die teuerste. Wichtig wäre daß die Monti auch Autoguidingfähig ist. Welche Optik du dann da drauf schnallst ist eher sekundär weil man sowohl mit Newtons als auch mit Apos schöne Fotos machen kann wenn der Rest beherrscht wird.

Lass dich aber trotzdem nicht entmutigen, ich hab selber die Vixen SP Monti und wenn du die gut einnordest (bzw besser einscheinerst) kannst du mit deiner Spiegelreflex und einem Tele oder einem ED mit kurzer Brennweite auch ungeguidet schon recht lange belichten (~1min). Soweit ich weiss gibts bei der Vixen SP aber auch noch das Problem mit dem Getriebespiel der Zahnräder falls du einen Umbau erwägen solltest.

Je länger die Brennweite der Optik aber wird umso schwieriger wird es ohne Guiding brauchbare Ergebnisse (ohne Eiersterne) zu erhalten.
Wie Tom schon gesagt hat, über 500-600mm Brennweite ist kaum zu empfehlen. Das mit den Übersichtsaufnahmen paralell zum Teleskop ist also eine gut Idee die ich weiter verfolgen würde.

Schau mal im Gebrauchtmarkt hier im Forum, vielleicht kannst du ja etwas günstig erwerben womit man erstmal arbeiten kann.

 
Moin konstantin

Ich versuche jetzt mal als Einsteiger zu helfen - ist evt nicht so tiefgängig wie hie rbei den Profis, aber irgendwie fühle ich mich angesprochen....

Ich hab so in etwa auch den Einstieg gemacht - und bin trotz er Irrsinigkeit gleich voll auf Foto gegangen. Naja NOCH bin ich dabei und bin jetzt an der Grenze wo es dann richtig teuer wird.

Meine empfehlung für dich wäre: Besorg dir nen schönes TElebbjektiv mit 300 oder 400mm, und eine der günstigeren Montierungen. Ich hab selber mit der MEade LXD 75 angefangen, und naja sagen wir so für nen "Hunni" mehr bekommst du eine 6" Optik noch mit dazu - und das neu. Evt ne gebruachte LXD 75 die ordentlich eingenordet und dann die Kamera mit Objektiv drauf - da sollten Belichtungen um eine Minute drinne sein. Und die Steuerung ist über einen PC Steuerbar - also Autoguiderfähig.

Auch wennich jetzt nach einem knappem Jahr an der Grenze der Montierung bin und nach mehr strebe - kannich für einen Anfänger die Montierung empfehlen, den 6" Newton auch. Für den Anfang kann man damit tolle Fotos machen und man bekommt die ersten Eindrücke was einen in der Fotografie erwartet - nämlich unzählige Stolpersteine. In ALLEN Gebieten: Die EDV ist ein eigenes Gebiet..... Die Nachführung, die Schärfe, ect.... (ich freu mich jetzt schon auf meinen nnächsten Ausflug.... *schmacht*)

Naja

ALso in kurz mein Tip: versuche Hier oder in Onlineauktionshäusern eine "kleine" Computergesteuerte Montierung zu besorgen, evt die "Optik" weglassen und nur nen Tele dranhängen..... und dann erstmal erfahrungen machen. - Ein 6" Newton bekommt man schon günstig hinterhergeworfen..... wenn es dann weitergehen sollte....

Und sonst: Viel Lesen, Viel Üben und noch mehr Gedult haben bis das erste schöne Bild den Monitor verschönert :)

Liebe Grüße und Viel Erfolg

Kai
 
Hallo und herzlichen Dank für Eure Antworten.

Kai, ich verstehe nicht, warum Du meinst, ich sollte das komplette Budget für die Montierung ausgeben, obwohl doch bereits etwas nicht unbrauchbares vorhanden ist.

Wird die Idee mit der Zentrierung der Einzelbilder nicht funktionieren? Und was müsste man an der SP-DX verändern, um sie autoguider fähig zu machen und wie hoch wäre diese Investition? (Auf der Handsteuerbox der Montierung steht DDM-3.)

Mit dem vorhandenen Newton kann ich eher schlecht als recht beobachten, denn ich habe nur ein 6mm Okular. Und da der Okularauszug sehr ungewöhnliche Maße hat (etwas weniger als 1") scheint es mir nicht angebracht dafür noch neue Okulare anzuschaffen.

Ihr empfehlt mir ein Teleskop bis 500mm Brennweite. Ich denke hier wäre ein ED APO angebracht. Was würdet Ihr mir denn empfehlen, wonach ich mich da umgucken soll. Und was sollte ich mir wirklich als Minimum an Okularen zulegen? (Ich möchte dafür wirklich nicht viel Geld ausgeben.)

Herzliche Grüße
Konstantin
 
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