Die neuen rauscharmen Kameras (Read Noise, Dark Noise, QE) in Zusammenhang mit KI Denoise haben die Anforderungen an Gradiententools erheblich angehoben um auch das letzte Photon/Elektron um Stack rauszukitzeln.
Ich schätze mal, das gegenüber vor 10-15 Jahren die erforderliche Belichtungszeit um den Faktor 4 gesunken ist, um schwache Strukturen gleich stark abzubilden.
Ich sehe das Ende der Fahnenstange an Gradiententools noch lange nicht erreicht.
Wer in Bortle 6 knapp über Horizont Lights in kurzer Brennweite über mehrere Nächte fotografiert hat wesentlich komplexere Gradienten als jemand, der zwei Stunden im Zenith aufnimmt. Das macht auch den Erfahrungsaustausch untereinander schwierig.
Eine Gradiente im Summenstack ist unnötig komplex und radiert auch gerne schwache Nebelstrukturen mit aus.
Zur Zeit wird das Übel meist nicht an der Wurzel bekämpft.
Je früher ein Gradient im Light entfernt wird, um so einfacher die Struktur der Gradiente.
Derzeit sind die Ansätze diesen einfache Gradiente im Light zu entfernen nicht perfekt:
- Siril Background Extraction der ganzen Image Sequence (zB Polynom 1./2. Grades)
- PI Local Normalization
- zu jeder Session ein zweites Teleskop mehr Bildwinkel mitlaufen lassen und den Gradienten aus dem Weitwinkelstack zu extrahieren
- in Entwicklung PI Multiscale All-Sky Reference Survey (MARS)
Ansatz 1 bis 3 errät immer noch die Gradiente eines Einzelbildes (Frame oder Stack).
Ich denke, dass der nächste Schritt sein wird, dass eine KI
_zusätzlich_ die Veränderungen der Gradiente zwischen den Lights analysiert, da Bortle-Fremdlicht sich in einer Session (meist) stetig verändert und damit auch die Gradiente enttarnt.
(bzw Aufgang und Untergang von Mond/Sonne)
Wenn wir Lights mit Swamp Noise Faktor 10xRN^2 belichten, ist die Gradiente im Einzelbild das dominierende Signal und kann bereits dort sauber detektiert werden.
Solange GraXpert integriert bleibt, darf in PI gern ein neues Tool mit aufgenommen werden. Allerdings werd ich weiterhin GraXpert nutzen, solange bis es rausgeworfen wird…
Ich kann Dir nur empfehlen auch in PI das GraXpert GUI Tool zu verwenden.
Du verpasst die unglaublichen Möglichkeiten der Feinjustage (RBF sample points vs AI)
PS: GradientCorrection fühlt sich einfach wie ein PI Tool von früher an. Viele Regler, viele Geheimnisse...