Pixinsight - WBPP, Probleme mit vielen "Warm Pixels" (IMX 571)

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Hallo,

ich habe mich mit meiner Ausrüstung und einer IMX 571 basierten Kamera an ein herausforderndes Projekt gewagt:
Einen relativ dunklen Nebel (IC 1396) mit einem Teleskop geringerer Lichtstärke (6" SCT auf F/7.5 reduziert) und zwei Dual-Schmalbandfiltern (Askar ColorMagic D2 und Idas NBZ) abzulichten, mit dem Ziel ein finales SHO Farbbild zu erzeugen.
Durch die relativ Signal-armen Einzelbeichtungen bei knapp 5h (SII/OIII) bzw. 4h (Ha/OIII) effektiver Integrationszeit erhält man mit mässigem Dithering noch halbwegs rauschfreie Stacks mit geringem Banding.
Allerdings versagt der RANSAC in Pixinsight an den vielen "Warm Pixels", die der Sensor zahlreich und mit relativ hoher Intensität, relativ zum "Nutzsignal" erzeugt, schon beim Registrieren der Bilder. Das lässt sich, wie im Lehrbuch beschrieben, mit einer Cosmetic Correction Vorlage (CFA Option an, Auto High-Sigma 3.0) zwar unter Ausschluss weniger Einzelbilder zwar beheben, aber die Kalibrierung hinterlässt (oder erzeugt?) Farbfehler, die aus den Stacks nicht mehr zu entfernen sind. Es handelt sich um grosse, violette, rote und türkise Flecken über das ganze Bild, die nach der Hintergrund oder Gradienten-Entfernung erst so richtig zu Tage treten.
Einmal Probeweise mit Siril gestacked, hier sind die Resultate ansehnlich, weil ohne diese Farbfehler. Wenn ich die FIT Dateien in Pixinsight öffne und als Erstes in XIFS zur weiteren Bearbeiutung unmwandle, gelingt alles mit dem üblichen Workflow ganz gut. Belasse ich die Daten jedoch im FIT-Format, treten die genannten Farbfehler jedoch auch schon nach der Gradientenentfernung, die obendrein zu viel Signal entfernt, genau wie auch NoiseXterminator, wo das Ergebnis dann sogar an 256-farbige GIF's aus den Anfangszeit des www erinnert :poop:

Kennt das so noch jemand?

Wie bringt man PI dazu, bei signalarmen, verrauschten Bildern mit vielen Störpixeln sauber zu stacken? Bei den Integrationsoptionen habe ich auch die Anzahl der Sterne auf 500 limitiert, die Hotpixel-Erkennung auf "2" und die minimale Strukturgröße, die als "Stern" erkannt wird, schon auf "3" Pixel gesetzt, trotzdem läuft ohne die kosmetische Korrektur der Lights gar nichts mehr, sobald WBPP die Normalisierungs- und Integrationsphase erreicht.

Ansonsten war das Projekt unter den gegebenen Umständen erfolgreich, ich werde das bei schönerem Wetter nochmal mit einem Newton-Teleskop wiederholen, da ich damit ein mehr als doppelt so hohes Signal/Stör- Verhältnis erreichen würde.

Bitte um Erfahrungsaustausch oder Tips.

CS,
makro
 
Es wurde gedithered, aber nur jede zweite Aufnahme (Bei knapp 60 HaOII bzw. 75 SIIOIII Lightframes).
Das typische Gitterartige Störmuster ist nur schwach ausgeprägt, da bekam WBPP schon weniger gut geditherte Aufnahmen problemlos und ohne grossflächige Verfärbungen in den Griff, ich musste allerdings nie diese Kosmetische Korrektur aktivieren.
Ich meine mit der verwendeten Kamera, die ich erst seit ein paar Wochen nutze, weisen die Darks (240s) auch richtig viele warme Pixel auf, verglichen mit der 294MC, die ich früher benutzt habe. Das soll aber bei dem Sensor normal sein.
Ich hätte die Möglichkeit, die ganze Serie nochmal mit 2x2 Binning zu wiederholen, dann verringert sich die Intensität der warmen Pixel (relativ) gegenüber den "echten" Sternen wohl auch.
Ich werd auch mal ein normales "Star Alignment" mit zwei und mehr Lightframes ausprobieren, mal sehen ob das auch an den warmen Pixeln scheitert.
Das Dithering selbst erschließt sich mir nicht als das eigentliche Problem, denn bei der Registrierung/Ausrichtung klappt es bei fast allen Lights mit WBPP.
Nur der RANSAC wirft im Normalisierungs-/Stackingprozess bei über 16k potentiell erkannten Sternen dann das Handtuch, wenn keine Kosmetikkorrektur eingebunden wurde.
Also müsste die Kosmetikkorrektur maßgeblich an der Fehlerursache beteiligt sein. Ein manuell korrigierter Frame zeigt nur mehr "schwaches Glühen" an den Stellen, wo zuvor warme Pixel waren. Ginge hier über die Anpassung der Parameter vielleich noch was?
 
Also ich hab zwei Kameras mit IMX 571 und dithere alle 4 Aufnahmen, nehme aber meisten auch einige hundert Bilder auf.
Auch wenn ich zur Kalibrierung nur ein Masterbias verwende, bleiben da keine Hotpixel übrig auch wenn in den Einzelbildern ordentlich welche vorhanden sind.
Eventuell ist zu wenig gedithert worden. Hier kann man das berechnen, eventuell hilft das: https://www.astrohowto.com/interactive-dithering-calculator/

Bei der Image Integration wird Winsorized Sigma Clipping benutzt oder?

Grüße
Carsten
 
Den Calculator kenne und verwende ich ebenfalls, vor allem weil ich verschiedene Guiding Systeme benutze (120mm GS, 240mm GS und einen OAG).
Hotpixel meine ich auch gar nicht, sondern "Warm Pixel", das sind die, die bei längeren Belichtungen entstehen und nicht clippen (100% Aussteuerung), aber bei geringer Signalstärke des Astro-Objekts (auch wegen geringer Lichtstärke der Optik z.b.) sehr hell werden, wenn man die Frames gestretched betrachtet. Ich spreche von 50-75% Aussteuerung der hellsten dieser Pixel. Hotpixel hab ich auch keine.
Laut Log wurde von WBPP diese Methode bei der Integration automatisch gewählt: "Generalized extreme Studentized deviate"
Ich habe gerade einen Durchlauf ohne Kosmetikkorrektur gestartet und manuell Winsorized Sigma Clipping mit den Standardwerten ausgewählt.
Mal sehen, was dabei heraus kommt. Die Werte kann ich danach auch nochmal für einen weiteren Lauf optimieren, dazu lese ich mich in der Zwischenzeit ein.
 
So, ich hab rausgefunden woran es liegt:

Cosmetic Correction muss, um Warm/Hotpixel erfolgreich zu entfernen (anstatt sie in Stern-ähnliche Strukturen zu verwandeln), VOR dem debayern angewendet werden. Dann klappts sowohl mit Registrierung, Star Matching und es gibt keine Farbfehler im fertig gestackten Bild.
 
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