Planeten-Parade vom 15./16.09.17 - genauere Infos

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komposer

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Hallo,

ich möchte Euch hier einmal genauer beschreiben wie meine Planetenaufnahmen vom 15./16.09.17 entstanden sind.

Kamera: Asi120mm & Asi120mc für die Farbe bei Neptun und Uranus
Barlow: Baader Q-Turret
Teleskop: GSO 12" F5 Dobson auf manueller Selbstbauplattform
Filter: Baader RG610, TS-Violett 47, Astronomik IR-Sperrfilter

Den Anfang machte Neptun kurz vor und nach Mitternacht mit RG610 Rotfilter:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/neptun-15u16.9.17ecjv1.png
Schwer zu sagen ob das echte Details sind aber sie tauchen nunmal bei der Bearbeitung auf.
Bei schlechtem Seeing kann ich da schärfen wie ich will, es bleibt dann struktulos.

danach folgte kurz nach 2 Uhr der Uranus auch mit RG610 Filter:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/uranus-16-9-17fkjn3.png
Hier bin ich mir sicher, dass es echte Details sind. Sie tauchen auf allen Einzelaufnahmen auf und die Helligkeitsunterschiede sind schon im Summenbild zu erahnen.

Bei Neptun und Uranus habe ich mehrere Avis in einem Zeitraum von ca. 10 Min. erst mit castrator beschnitten und anschließend mit virtualdub angehängt und als eine Datei abgespeichert.
Hier im Bild eine Übersicht der verschiedenen Bearbeitungsstufen unter fitswork & gimp:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/planeten-uranus-neptuhfjwo.png

Nach kurzer Nacht folgte dann am Morgen gegen 9 Uhr zuerst die Venus am Taghimmel:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/venus-16-9-17rpklk.png
Ich habe diesmal beim Rotfilter den IR-Sperrfilter weggelassen und siehe da, es tauchen bei der Bearbeitung klare Strukturen auf. Es reicht also die Wellenlänge größer 610nm & IR aus um zarte Details zu erkennen.
Danach schnell auf violett & IR Sperrfilter gewechselt um einige Aufnahmen im nahen UV-Bereich zu machen. Hier sind die Wolkenstrukturen / dunklen Bereiche schon im Livebild zu sehen.
Bei der Bearbeitung muss ich aber schon ziemlich stark schärfen um die schwachen Details intensiver zur Geltung kommen zu lassen. Leider hellt sich der Planetenrand dabei stark auf.
Um das etwas zu kompensieren habe ich später in gimp den Rand einer früheren Bearbeitungsstufe über die harte Version gelegt.

Zum Schluss dann ein seltener Kandidat, der Merkur mit RG610 Rotfilter:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/merkur-16-9-170lj8t.png
Die Taghimmelbeobachtung ist im Jahr nur für kurze Zeit möglich. Zur Zeit ist der Abstand vor der Sonne recht groß, aber das ändert sich schnell.
Dank meiner Skala auf der Plattform und dem Höhenrad ging das Aufsuchen mit 20mm Fadenkreuzokular recht schnell.
Es ist aber wirklich nur eine kleine schwache Sichel zu erkennen und im Sucher leider gar nicht.
Deswegen das Fadenkreuz um den Planeten passend kurz vor der Mitte einstellen zu können. Dann kommt der schnelle Wechsel auf die Kamera mit Barlow inkl. Fokusanpassung.
Diesmal funktionierte das problemlos und der Merkur tauchte auf dem Bildschirm auf. Nun habe ich schnell eine ROI um den Planeten gezogen um dann mit hoher Framerate von ca. 200fps aufnehmen zu können.
Bei dem Endergebnis habe ich wieder mehrere Avis mit virtualdub zu einem kombiniert.
Hier sind deutliche Strukturen der Oberfläche zu erkennen und ich denke nicht, dass dies alles Artefakte sind. Die dunklere kreisförmige Stelle links kurz vor dem Planetenrand vielleicht schon aber ich kann die kaum verhindern.
Die taucht ja schon, anders als bei der Venus, nach den ersten leichten Schärfungen auf.

So das sollte jetzt erst einmal reichen. Ich hoffe die Infos haben Euch interessiert und ich würde mich über Rückmeldungen freuen.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

sehr schöne Sammlung!

Bei Uranus denke ich auch, dass man rechts die hellere Zone um den Pol herum erkennen kann. Super!

Bei Neptun bin ich skeptisch, das ist aber schwer zu entscheiden.
Man bräuchte Vergleichsaufnahmen...

Venus und 610nm: ja, das geht in der Tat, aber im Gegensatz zum UV ist nicht immer etwas zu erkennen.
Noch deutlicher werden die Strukturen jedenfalls mit Langpassfiltern mit Kanten Richtung 800 nm bis 1000 nm.

Gegen die Schärfungsartefakte an den Rändern hilft leider nur eine Maskierung :(

Viele Grüße,

Mario
 
Hallo Holger,

Super toll gemachte Planetenparade.
Vor allem ist das ja noch relativ low budget von der Ausrüstung her.


Gruß Eric
 
Hallo Mario,

das Stichwort Maskierung hat mich zum Nachdenken gebracht.
Bisher hatte ich bei der Venus mit der manuellen Auswahl den Planetenrand kopiert und angepasst. Alles schon recht umständlich. Nach Deiner Anregung habe ich es mit Ebenen und Radierer versucht. Das geht ja viel besser und auch das Ergebnis spricht für sich, siehe Anhang.

Gruß,
Holger
 

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Hallo,

noch ein Nachtrag. Oben habe ich ja ein L-RGB erstellt. L=B sorgt aber dafür, dass die Details aus dem Rotkanal untergehen.

Hier nochmal ein RGB, in dem beide Detailbilder zur Geltung kommen. Sieht für mich harmonischer aus oder ?

Gruß,
Holger
 

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