Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouCam

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lacrimosa

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Hallo,

ich habe eine Frage zur Okularprojektion für die Planetenfotografie mit der TouCam.

Auf dieser Seite ist ja ganz gut zu sehen, was man dafür braucht:

Heiko schaut ins All

Angenommen, ich wollte an einem C8, 203/2032 (also f/10) mit einer TouCam einen Planeten per Okularprojektion fotografieren wollen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, brauche ich für Planeten f/20 bis f/30. Oder sogar noch mehr? Habe auch schon mal von f/40 gelesen. Um auf ein Öffnungsverhältnis von f/20 bis f/30 zu kommen, bräuchte ich mindestens etwa 4 Meter. In der Barlow-Variante wäre es dann eine 2x-Barlow.

Würde ich per Okularprojektion fotografieren wollen, frage ich mich, wie ich bei einem solchen Aufbau die Brennweite verlängern könnte. Also z.B. von 4 auf 6 Meter.

Nimmt man dafür Verlängerungshülsen, um den Abstand vom Chip zum Okular zu vergrößern oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Wie finde ich heraus, mit welcher Verlängerungshülse ich welche Brennweite erreichen kann?

Sollte man das Okular verwenden, mit dem man visuell den Planeten scharf sieht oder kann man das Okular mit der höchsten Vergrößerung wählen, egal, wie es visuell aussieht?

Gibt es grobe Erfahrungswerte für die Öffnungsverhältnisse bei der Fotografie von Venus, Mars, Jupiter und Saturn, an denen man sich so einigermaßen orientieren kann?

Gruß

Ronald
 
Hallo Ronald,

Deine Fragen sind so "auf die Rasche" gar nicht so einfach zu beantworten.

Grundsätzlich würde ich für die Okularprojektion einen Projektionsadapter empfehlen. Dann ist man weniger an das Okular gebunden und das Ganze ist mit weniger Fummelei behaftet.

Bevor man sich aber einen solchen Projektionsadapter kauft, ist man ganz schnell mit einer Barlow besser beraten. Am C8 am besten eine 2,5 - 3-fach. Dann bist Du bei F/25 oder 30.

Für beide Setups gilt: je größer der Abstand Okular/Barlow -> Kamera-Sensor, desto größer die resultierende Brennweite.
Es gibt dazu auch Berechnungsformeln, aber da muss ich erst mal wühlen, um die wieder rauszukramen :)

Fazit für mich: Ich denke eine Barlow ist letztendlich die preiswertere Alternative. Ich selbst benutze eine 2,5-fach und eine 3-fach-Barlow am C8 mit ToUCam, ALCCD5, und seit neuestem mit DFK21. Die besten Ergebnisse am Jupiter hatte ich mit 3-fach-Barlow und ALCCD5.

Bitte auch mal diese Seite studieren:
http://lexikon.astronomie.info/foto/ccd-technik/

Ich hoffe es hilft Dir etwas weiter.

Viele Grüße
Matthias
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Matthias,

danke für die ausführliche Antwort. Ich dachte, eine gute Barlow wäre teurer.

Ein Projektionsadapter wäre dann so etwas?:
Projektionsadapter

Gruß

Ronald
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Ronald,

ja, so was meine ich.

Ich kann zu Barlows nur folgendes sagen: Sie verlängern die Brennweite. Ich persönlich habe noch keine "schlechte" gehabt. Deswegen kann ich auch keine Aussage über "gute" Barlows machen, weil ich bis dato nicht wirklich einen Unterschied gefunden habe.

Ich nutze hier zZ eine TS 2,5x ED und eine 3x TeleVue. Wobei man mit einer Verlängerung und der TS 2,5x ED auch auf 3-fach kommt (wenn notwendig).
Davor war eine ältere Meade 2x im Einsatz. Die wurde nur wegen der Klemmung ausgetauscht, nicht wegen der Abbildung.

Natürlich kann man Barlows für 200€ kaufen - allein den Sinn sehe ich persönlich darin (nach meinen Erfahrungen) nicht. Ich kann mich aber auch irren. Ich schildere hier nur meine Erfahrungen am C8. Vielleicht hat jemand anderes andere Erfahrungen. Das ist gut möglich.


Viele Grüße
Matthias
 
Hallo Matthias und Ronald,

bezüglich
Zitat von emmuttersbach:
Für beide Setups gilt: je größer der Abstand Okular/Barlow -> Kamera-Sensor, desto größer die resultierende Brennweite.
Es gibt dazu auch Berechnungsformeln, aber da muss ich erst mal wühlen, um die wieder rauszukramen
kann Euch geholfen werden, zumindest bei der Okularprojektion ohne Kameraobjektiv:

f(effektiv) = f(Teleskop) * [d(Projektion)/f(Okular) - 1]

Grüße

fquadrat
 
Hallo Ronald,

die Frage ist, warum man sich das heutzutage antun will. Einziger Grund sollte sein, dass man ein vorhandenes Objektiv nicht herunterbekommt. Oder wenn man den benötigten Barlowfaktor nicht bekommt, d.h. wenn die Barlow nicht genug verlängert. Beim SC ist das aber kein Problem, denn f/20 bis f/40 wird angestrebt, also 2x bis 4x würde gebraucht. Entweder man "streckt" eine 2x oder man setzt sich mit einer 3x satt in die Mitte.

Ansonsten ist es eher ein Nachteil mit dem Okular ein eher komplexes System anzuwenden. Das gilt mechanisch und auch optisch. Selbst bei Protektionsokularen (wie es sie von Pentax gibt/gab) müsste man die Frage stellen, was "verträglicher" ist. Besonders bei den kleinen Faktoren wie man sie heute benötigt. Chemisch kam ja durchaus f/100 vor. Da musste man einfach projizieren.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

dann scheint die Okularprojektion gegenüber der Methode mit der Barlow keinen besonderen Vorteil zu bieten. Das ist gut zu wissen, denn dann muss ich mich nicht weiter mit dem Thema beschäftigen.

Danke für die Infos.

Gruß

Ronald
 
Hallo Ronald,
Zitat von lacrimosa:
dann scheint die Okularprojektion gegenüber der Methode mit der Barlow keinen besonderen Vorteil zu bieten.
analog hatte die Okularprojektion durchaus einen Vorteil! Da wurde aber mit KB-Format fotografiert und um ein Planetenscheibchen von ca 5 mm auf den Film zu bannen brauchte man mehr als F/100. Das konnte man mit einem variablen Projektionsadapter durchaus umsetzen und war auch notwendig.

Im digitalen Zeitalter sieht das anders aus. Du hast mit Deiner Webcam eine Sensor-Größe von 4,6 x 3,97 mm bei einer Pixelgröße von 0,0056 mm = 5,6 µm.
Mit 6 Meter Brennweite (also F/30) und dieser Sensorgröße am C8 hast Du genug Futter. Könnte sein, dass F/25 für die ToUCam besser ist.

Viele Grüße
Matthias
 
Hi,

- von der Bildhelligkeit: f/30 ist gut eine halbe Blende dunkler als f/25.
- von der Größe des abgebildeten Planeten auf dem Sensor: bei f/30 wird er 20% größer abgebildelt als bei f/25.

Gruß,
Markus
 
Hi Markus,

richtiger wäre die Info, dass man sich der Pixelgröße des Chips anpasst. Ein helleres Bild ist immer gut, solange man die Belichtungszeit passend verkürzen kann - ist aber in diesem Bereich für unsere Planeten gar kein Thema.
Ideal ist es eigentlich, wenn die Pixeldiagonale in der Gegend 2x Beugungsscheibchendurchmesser des gewählten Öffnungsverhältnisses landet. Bei schlechtem Seeing wäre das dann anzupassen, d.h. man vergrößert weniger, bekommt ein helleres Bild und reduziert durch kürzere Belichtungszeit den Seeingeinfluss.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ronald,
Zitat von lacrimosa:
Wovon hängt es ab, ob F/25 oder F/30 besser ist?
Sven und Markus haben dazu ja schon was geschrieben.
Zu diesem Thema empfehle ich aber auch nochmal diese Seite und guck mal unter "1.5 Hinweise zur Auswahl der Kamera". Da geht es zwar mehr um Langzeitbelichtung, ist aber gut, diese Grundlagen mal gelesen zu haben.

Bei kleineren Öffnungen ist die Auflösung pro Pixel fast immer höher, als die des Objektives. Interessanter wird das ab ca 10" Öffnung, abhängig von der verwendeten Kamera.
Will man konsequent dem folgen und mit einem C8 in Zusammenhang mit einer ToUCam im "Critical Sampling" aufnehmen, müsste man mit F/10 arbeiten. Erfahrungsgemäß sind dann aber die abzubildenden Objekte sehr klein. Da Kandidaten wie Venus, Mars, Jupiter, Saturn und auch der Mond hell genug sind, kann man auch in die Verlängerung gehen und mit bis zu F/30 arbeiten (wenig Seeing vorausgesetzt).

Ich persönlich würde Dir empfehlen mit einer geringeren Brennweite anzufangen, um Erfahrungen zu sammeln. F/20 - 25 ist an einem C8 ein guter Wert, allerdings wird zB Mars da der Zeit doch schon ziemlich klein sein.

Steht denn bei Dir überhaupt ein C8 oder ähnliches an?

Viele Grüße
Matthias

[Edit]
PS.:
Hallo Ronald,
ich hänge jetzt doch mal ein Bild vom 03.02.2012 rein:
Link zur Grafik: http://www.montidatenbank.de/Astrobilder/Jupiter_2012-03-0220-11-37_2-cut.jpg
Daten: C8 @ F/25 mit DFK21 (gleicher Sensor wie ToUCam). Belichtungszeit 1/27, Verstärkung stand bei etwa "730" in IC Capture 2.2. 400/2000 Frames @ 15 FPS verarbeitet.
Die ToUCam sollte aber max bei 5 FPS laufen, damit die Einzelbilder nicht zu stark komprimiert werden.
[/Edit]
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Matthias,

während ich bei der Langzeitbelichtung die Empfehlung zu anfangs weniger Brennweite unterstütze, kann ich das bei der Planetenfotografie nicht. Die Fehlerquellen werden hier durch mehr Brennweite kaum kompensiert. Es muss natürlich genauer fokussiert werden und man darf es nicht übertreiben.

Die Sache mit den 5 Bildern pro Sekunde... Ist so ein Ding. Habe ich auch gesagt. Die Rohbilder sind bei 5 fps besser aber es haben inzwischen einige Sternfreunde gezeigt, dass es zumindest bei guten Bedingungen mehr bringt, ein 3 Minuten Zeitfenster mit maximaler Bildrate auszunutzen. Also kann man die 5 fps nicht mehr so stehen lassen. Besser wäre natürlich die Nutzung von Toucam Raw, aber das trauen sich die wenigsten.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,

naja, beim Fokussieren gehts ja schon los. Ich habe mit F/20 angefangen. Das erschien mir einfacher. Allerdings gebe ich Dir Recht: die besseren Ergebnisse am C8 mit der WebCam gab es bei F/25.

Zu den 5 FPS: Aha, dann habe ich damals doch nicht gesponnen. Ich hatte unterschiedliche Ergebnisse. Mal gabs gute Qualität auch bei 15 und mal nicht (Zwiebellook, obwohl die Helligkeit passte). Ich konnte das nicht wiederholbar nachvollziehen und bin deshalb schlussendlich bei 5 FPS geblieben.
Was muss man dabei beachten?

Viele Grüße
Matthias
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Matthias,

Zitat von emmuttersbach:
Zu diesem Thema empfehle ich aber auch nochmal diese Seite und guck mal unter "1.5 Hinweise zur Auswahl der Kamera". Da geht es zwar mehr um Langzeitbelichtung, ist aber gut, diese Grundlagen mal gelesen zu haben.

Danke, das muss ich mir mal in aller Ruhe durchlesen.
Bei kleineren Öffnungen ist die Auflösung pro Pixel fast immer höher, als die des Objektives. Interessanter wird das ab ca 10" Öffnung, abhängig von der verwendeten Kamera.
Will man konsequent dem folgen und mit einem C8 in Zusammenhang mit einer ToUCam im "Critical Sampling" aufnehmen, müsste man mit F/10 arbeiten. Erfahrungsgemäß sind dann aber die abzubildenden Objekte sehr klein. Da Kandidaten wie Venus, Mars, Jupiter, Saturn und auch der Mond hell genug sind, kann man auch in die Verlängerung gehen und mit bis zu F/30 arbeiten (wenig Seeing vorausgesetzt).

Ich hatte mal mit meinem Dobson aus Neugier Jupiter ohne Barlow gefilmt, da ich damals noch nichts von der Brennweitenverlängerung wusste. Er sah kleiner aus, aber damals habe ich mir gar nichts dabei gedacht.
Normalerweise würde ich die Brennweite langsam steigern, damit ich sehe, was sich verändert.

Ich persönlich würde Dir empfehlen mit einer geringeren Brennweite anzufangen, um Erfahrungen zu sammeln. F/20 - 25 ist an einem C8 ein guter Wert, allerdings wird zB Mars da der Zeit doch schon ziemlich klein sein.
Mein erstes Testobjekt wird vermutlich im Herbst Jupiter sein. Falls das zu schwierig ist, schalte ich einen Gang zurück und übe am Mond.
Steht denn bei Dir überhaupt ein C8 oder ähnliches an?
Ja, vermutlich im zweiten Halbjahr. Ich hatte mir folgendes gedacht:
Zunächst wollte ich wissen, welche Montierung ich brauche. Ich kam zu dem Ergebnis, dass es eine HEQ5-Syntrek werden soll, weil mir eine EQ6 zu schwer ist.
Darauf soll dann ein Teleskop für die Planetenfotografie kommen. Planetenfotografie deshalb, weil ich dafür keinen dunklen Himmel brauche und häufiger auf der Wiese vor meiner Wohnung üben kann. Auch dürfte die Frustwahrscheinlichkeit etwas niedriger sein, als bei der DeepSky-Fotografie.

Dann habe ich mir überlegt, welches Teleskop für die Planetenfotografie am besten zu mir passen könnte. Hier habe ich mir verschiedene Fotos angeschaut und dachte dann an SCT, Mak und auch an einen Newton 200/1000.
Dann habe ich mir überlegt, welche Prioritäten ich setze. Dabei stellte ich fest, dass mir die Kompaktheit eines SCT oder Mak doch irgendwie lieber wäre, als ein langer Newton. Der Tubus meines Dobsons ist ja ähnlich groß.
Das SCT wirkt auf mich etwas flexibler, als der Mak. So kam ich bisher zu dem Ergebnis, dass ein C8 wohl die beste Lösung für mich wäre.

In der Zwischenzeit nutze ich meinen Dobson fürs Visuelle und kann in einigen Monaten vielleicht sogar praktische Erfahrungen mit einem C11 sammeln.

So sieht zumindest derzeit meine Planung aus.
Wenn ich in einigen Jahren ein Bild wie Deines erzeugen kann, wäre ich sehr zufrieden!

Gruß

Ronald
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Ronald,

Falls das zu schwierig ist, schalte ich einen Gang zurück und übe am Mond.
Naja, so viel einfacher ist der leider auch nicht.

Aber so, wie Du vorgehst, sollte es gut vorangehen, wenn Du mal Deine Gerätschaft beisammen hast.
Hast ja noch etwas Zeit um Dir die notwendige Theorie zu erarbeiten und wünsche Dir viel Erfolg bei allem.

Wenn ich in einigen Jahren ein Bild wie Deines erzeugen kann, wäre ich sehr zufrieden!
Danke! Aber nee, der Jupiter ist wirklich nicht so dolle - schönen Gruß vom Seeing. Im C8 steckt mehr.
Und - wie ich gerade feststelle - ist der auch nicht vom 03.02.2012 sondern vom 01.03.2012.

Viele Grüße
Matthias
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Matthias,


Zitat von emmuttersbach:
Aber so, wie Du vorgehst, sollte es gut vorangehen, wenn Du mal Deine Gerätschaft beisammen hast.
Hast ja noch etwas Zeit um Dir die notwendige Theorie zu erarbeiten und wünsche Dir viel Erfolg bei allem.

danke. Bis ich die Theorie verstehe und anwenden kann, wird sicherlich dauern. Aber das macht nichts, ich habe Zeit.

Gruß
Ronald
 
Hallo Matthias,

tja, generell ist halt die Kompression ein Problem der Toucam. Bei den Nachfolgern auch das "Bilder hinzuerfinden" (Interpolation). Toucam raw hilft dagegen. Je besser die Bedingungen, desto eher die Chance mit 5 fps eine ausreichende Anzahl guter Bilder zu gewinnen. Andererseits - bewegt sich der Planet gar nicht, kommen Kompressionsartefakte immer an ähnliche Stellen und doppeln sich. Dann gewinnt wohl 5 fps. Bewegt sich der Planet (Pendelfehler, etc) dann verwischen die Artefakte. Es wird ja eine verlustbehaftete Hardwarekompression fester Pixelgruppen vorgenommen (aus der Erinnerung 8x6 Pixel).

Clear Skies
Sven
 
Hallo Mathias,
aus Deinem Beitrag mit dem Jupiter-Foto habe ich entnommen, das Du mit einer DFK arbeitest.
Ich selbst habe eine DFK31 und bekomme das Thema Farbaufnahen einfach nicht auf die Reihe. Für das alte Registax gab es ja vor Jahren die Anleitung für die Aufnahme mit Y800 als s/w-Raw und dann das Färben mittels Registax.
Nun gibt es ja Registax 6 bzw empfehlen viele jetzt Avistack2 bzw Avistakker.

Ich habe da am Wochenende an Jupiter getestet, sowohl mit Y800 als auch mit Y2UV bzw RGB24 und bekomme trotzdem nur s/w-Ergebnisse.

Kannst Du mir da weiterhelfen???

Vielen Dank
...jub
 
Hallo,

ich kann zur Einführung bzgl. Chipgrößen etc. folgendes Tutorial empfehlen:
http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/Fotografie/MondfotografieTutorial.htm

Generell dürfte als (vereinfachte) Faustformel wohl gelten: Je weniger optische Elemente im Strahlengang um so besser wird vermutlich das Ergebnis. Erste Wahl sollte demnach die Kombination "Teleskop"->"Barlow"->"Kamerachip" sein, also ohne irgendwelche Okulare dazwischen.

Wichtig für die Wahl der richtigen Barlow: Im Fall von Televue ist es z.B. so, dass eine 5x Powermate-Barlow nicht unbedingt 5x macht sondern je nach Abstand des Barlowelements zum Kamerachip sogar bis auf 8x gehen kann. Televue hat auf der Webseite dafür ein Diagramm:
http://www.televue.com/images/TV3_images/Images_in_articles/PowermatePowerIncrease_sm.jpg
Eine Antares 5x Barlow war bei mir z.B. auch nicht zu benutzen, da sie deutlich mehr als 5x vergrößerte.

Ob Du die optimale Vergrößerung erreicht hast, kannst Du mittels dieser Formeln und einem Testbild selber nachrechnen. http://www.frankbrandl.com/htm/webcam.htm
Ich kann das wirklich nur sehr empfehlen. Nicht abschrecken lassen, ich bin eine Matheniete und ich habs auch hinbekommen. :)

Ansonsten kann ich Dir für die TouCam noch unbedingt empfehlen die geänderte Firmware einzuspielen mit der Du deutlich mehr Möglichkeiten zur Steuerung der Kamera hast.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Sebastian,

vielen Dank für die Tipps.
Mein Plan war bisher, dass ich zunächst mit einer 2x Barlow anfange.

Ich bin auch kein Mathegenie, aber mit der englischen Sprache habe ich es auch nicht unbedingt. ;)
Anhand einiger Begriffe kann ich aber einigermaßen erahnen, um was es jeweils geht.

Mit Firmware-Einspielungen bin ich generell eher zurückhaltend. Ich werde mich erst einmal mit dem zufriedengeben, was ich habe und hoffe, dass das für den Anfang erstmal reicht.

Gruß

Ronald
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Ronald,

bei dem Firmware-Update kannst Du nix falsch machen und auch wieder zurückwechseln. Gleichzeitig gewinnst Du aber wertvolle Einstellmöglichkeiten ohne die Du an den Planeten mit der ToUCam deutlich schlechtere Bilder machen kannst. Aber das kann ja auch dann erst mal der nächste Schritt sein. :)

Als Programm kann ich übrigens das kostenlose Programm "Firecapture" von Thorsten Edelmann empfehlen. Das hat alles was man für die ToUCam braucht. Nur wenn Du z.B. mit einem Filterrad arbeiten willst oder eine Kamera mit höherer Framrate (DMK o.ä.) besitzt, würde ich LucamRecorder nehmen.

Bei der Barlow würde ich Dir empfehlen Dir gleich die wirklich passende zu kaufen, es sei denn Du hast schon eine 2x Barlow rumliegen die Du nehmen kannst. Gerade an den kleineren Planeten wie Saturn und Mars zählt wirklich jeder Pixel den Du mehr auf den Chip kriegst. :)

Viele Grüße,
Sebastian
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Sebastian,

rufe ich dieses Firmware-Update direkt z.B. unter Windows 2000 auf und es greift das direkt über USB auf die Toucam zu?

Für die Aufnahme und Bildbearbeitung wollte ich zunächst Giotto verwenden, weil ich dazu einige Anleitungen habe.
Mit der Toucam möchte ich zunächst Erfahrungen sammeln und schauen, wie ich zurecht komme. Wenn alles gut läuft, würde ich mir irgendwann eine DMK + Filterrad holen.

Ich habe eine 2fach Billigbarlow, mit der ich etwas experimentieren wollte, bevor ich mir eine APO-Barlow kaufe.

Anfangen wollte ich im Herbst mit Jupiter.

Gruß

Ronald
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Ronald,

hier gibt es eine giute Anleitung dazu und weitere Tipps zur ToUCam (links im Menü):
http://astrofotografie.hohmann-edv.de/aufnahmetechniken/toucam.optimieren.php

Für die Bearbeitung hat sich die Kette: zentrieren mit "Castrator" (http://www.astrokraai.nl/autostakkert.php) stacken in Avistack, Nachbearbeitung des Bildes mit Giotto bewährt. Das ist für den Anfang allerdings sicher zu viel - klar.
Zum schnellen Stacken um Abschätzen was im Film so drin sein könnte, kannst Du "Autostakkert" nehmen: http://www.astrokraai.nl
Das stackt am schnellsten und automatisch - bei den anderen Programmen kann man bei einem guten Film durch falsche Einstellungen sonst viel kaputt machen.

Als erstes Testobjekt würde ich Dir eher den Mond empfehlen, denn Jupiter bei dieser hohen Vergrößerung zu zentrieren und zentral zu halten fand ich am Anfang nicht ganz so einfach. Der Mond läuft Dir da nicht so schnell weg und Du kannst erst mal ein bisschen probieren. Zudem kannst Du am Mond auch mit kürzeren Belichtungszeiten arbeiten als z.B. bei Jupiter.

Noch ein paar Anregungen für später:
Am Mond kannst Du mit einem Rotfilter auch schön Ergebnisse erzielen und das Seeing ein klein wenig eindämpfen. Noch besser geht das dann allerdings mit einem Infrarotfilter.
Beim Filterkauf würde ich auch schon vorüberlegen, denn ich hatte z.B. das Problem, dass ich einen Baader Infrarotfilter hatte und dann günstig an das Astronomik LRGB-Filterset kam. Beides kann ich nun leider nicht zusammen benutzen, da ich zwischen dem Baader und den Astronomik nachfokussieren müsste, was bei den kurzen Filmzeiten von vielleicht 60 Sekunden bei Jupiter (wegen der Planetendrehung) natürlich nicht möglich ist.
Die Astronomik kommen übrigens immer mal wieder im Forum zu einem annehmbaren Preis rein.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Sebastian,

Zitat von SiriusOne:
Danke, darauf hätte ich eigentlich selbst kommen müssen.

Zitat von SiriusOne:
Für die Bearbeitung hat sich die Kette: zentrieren mit "Castrator" (http://www.astrokraai.nl/autostakkert.php) stacken in Avistack, Nachbearbeitung des Bildes mit Giotto bewährt. Das ist für den Anfang allerdings sicher zu viel - klar.
Zum schnellen Stacken um Abschätzen was im Film so drin sein könnte, kannst Du "Autostakkert" nehmen: http://www.astrokraai.nl
Danke, das sind wertvolle Hinweise für mich.
Auf der Seite von Autostakkert steht, dass das Programm und Castrator unter WinXP und Windows Vista getestet wurden.

Weisst Du, ob die beiden Programme auch unter Windows 2000 funktionieren?

Für die Aufnahme kann ich ja bestimmt Giotto verwenden, oder?

Als erstes Testobjekt würde ich Dir eher den Mond empfehlen, denn Jupiter bei dieser hohen Vergrößerung zu zentrieren und zentral zu halten fand ich am Anfang nicht ganz so einfach.

Hm, davon habe ich auch schon gehört. Ich denke, dann fange ich erst einmal mit dem Mond an.

Noch ein paar Anregungen für später:
Am Mond kannst Du mit einem Rotfilter auch schön Ergebnisse erzielen und das Seeing ein klein wenig eindämpfen. Noch besser geht das dann allerdings mit einem Infrarotfilter.
Einen IR-Filter habe ich bereits, da dieser Filter oft empfohlen wird. Er war allerdings nicht teuer. Eine Nichtverwendung wäre für mich zu verschmerzen.

Beim Filterkauf würde ich auch schon vorüberlegen, denn ich hatte z.B. das Problem, dass ich einen Baader Infrarotfilter hatte und dann günstig an das Astronomik LRGB-Filterset kam. Beides kann ich nun leider nicht zusammen benutzen, da ich zwischen dem Baader und den Astronomik nachfokussieren müsste, was bei den kurzen Filmzeiten von vielleicht 60 Sekunden bei Jupiter (wegen der Planetendrehung) natürlich nicht möglich ist.
Die Astronomik kommen übrigens immer mal wieder im Forum zu einem annehmbaren Preis rein.
Ich dachte, das Filterset würde man erst mit einer DMK und einem Filterrad verwenden, weil man mit der Toucam farbig filmt. Allerdings ist auf der Optimierungseite von Raw die Rede.

Gruß

Ronald


 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Ronald,

ja, aufnehmen sollte mit Giotto gehen, ich kenn mich damit aber nicht aus.
Ob die Software unter Windows 2000 läuft weiss ich nicht, das kann funktionieren, muss aber nicht.

Beim Filterset hast Du recht, das hätte ich besser beschreiben sollen. Filterset macht meiner Meinung nach nur mit einem Filterrad Sinn und mit einer SW-Kamera, denn Du musst ja an den Planeten entsprechend schnell wechseln und das wird Dir vermutlich nur mit einem Filterrad gelingen. Ein manuelles reicht aber, das benutze ich auch.

Zum IR-filter noch mal:
Grundsätzlich brauchst Du einen IR-Sperrfilter um infrarotes Licht auszufiltern. Das ist im Objektiv der ToUCam schon mit drin, da Du das ja aber abschrauben musst um sie zu benutzen, musst Du einen entsprechenden Sperrfilter davorschrauben.
Du hast aber auch die Möglichkeit stattdessen einen IR-Pass-Filter zu benutzen (z.B. am Mond), so dass Du nur im infraroten Bereich filmst. Der Vorteil: die infraroten Strahlen sind langwelliger und damit weniger anfällig fürs Seeing. Der Unterschied kann wirklich frappierend sein.

Wenn Du später Farbfilter benutzt, muss wieder ein Infrarotsperrfilter davor oder Du nimmst ein Filterset was in den Farbfiltern bereits die Sperre eingebaut hat.

Hier noch ein paar Links:
IR-Sperrfilter:
http://www.teleskop-express.de/shop...rrfilter---1-25----Astronomik---fuer-CCD.html
IR-Passfilter für Teleskope unter 20cm Durchmesser:
http://www.teleskop-express.de/shop...er---1-25----Astronomik---Geraete-bis-7-.html
IR-Passfilter für Teleskope ab 20cm Durchmesser:
http://www.teleskop-express.de/shop...ter---1-25----Astronomik---Geraete-ab-8-.html
Astronomik LRGB-Filterset:
http://www.teleskop-express.de/shop...tronomik-LRGB-Filterset-1-25----fuer-CCD.html

Bei den Filtern würde ich entweder Baader oder Astronomik nehmen, gerade wenn Du überlegst das später mal auszubauen und eine DMK o.ä. anzuschaffen.
Neu muss man die aber nicht kaufen, wie gesagt sowas geht immer mal im Forum her - ich hab für das Astronomikfilterset um die 140 Euro gezahlt und die sind wie neu.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Re: Planetenfotografie - Okularprojektion mit TouC

Hallo Sebastian,

auf meinem Filter steht "IR Blocking Filter" und "Revolution Astro" drauf. Das scheint also ein Sperrfilter zu sein. Ich wusste gar nicht, dass es noch einen anderen IR-Filter gibt.

Danke für die Tipps und Links.

Ich muss jetzt erstmal etwas warten, bis ich das alles auch mal in der Praxis ausprobieren kann.

Gruß

Ronald
 
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