Plate Solving in NINA hängt bei "Solve..."

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Dr.Guitar

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Hallo, ich hab heute versucht in NINA das Plate Solving zum laufen zu bringen. In Sharp Cap funktioniert das perfekt, aber in NINA wird das Foto erstellt, dann beginnt er mit dem Solving (unten links steht "Solve...." aber dann passiert nix mehr. (ich benutze den All Sky Plate Solver). ich glaube wirklich alle einstellungen richtig vorgenommen zu haben. Wie gesagt in SC hauts hin. Vielleicht weiß jemand einen Rat.
Besten Dank
CS
Philipp
 
Na Philipp,

Ich habe mit dem All Sky Plate Solver nicht viel Erfahrung, u.a. deshalb, weil ASTAP tatsaechlich geht wie geschnitten Brot und kein Bedarf an weiteren Experimenten bestand. Mein Rat waere erst mal ASTAP zu probieren, der Solver ist sehr schnell und sehr zuverlaeesig auch wenn die Bilder nicht 100% im Fokus sind oder Teilbewoelkung herrscht.
Installiere dir vielleicht mal die neuste Version (inklusive der H18 star database ) von hier:


Danach konfiguriere den Solver in NINA z.B. so:

posting9.JPG


Und dann sollte das eigentlich klappen. Bleibt trotzdem was stecken, dann schau doch mal in's NINA Logfile ( %LOCALAPPDATA%\NINA\Logs\ ), da duerften sich bessere Hinweise zum spezifischen Fehler finden, als in deiner doch etwas wagen Beschreibung.

Viel Glueck und CS
 
Danke für deine Antwort. Ich probiers gleich heute abend aus.
 
puhhh, anstrengend: also ich hab hier ein C8 mit nem Reducer 0,63 und eine Asi 533MCpro. Das Teleskop hat 1260mm Brennweite mit dem Reducer die Camera hat eine Pixelgröße von 3,76µm. Das hab ich in NINA alles so eingegeben. Ich hab ASTAP installiert die H18 Datenbank geladen. wenn ich jetzt ein Platesolving durchführe kommt eine Fehlermeldung dass das Solving nicht funktioniert hat weil die Settings "inaccurate" sind und ich soll beim FOV 0,45° einstellen und bei der Focal Lengh 1445mm. Ich habe nun in ASTAP unter dem reiter Aligment diese FOV 0,45° eingestellt. aber eine EInstellung für die Brennweite gibt es da ja nicht. und nun?
 
puhhh, anstrengend: also ich hab hier ein C8 mit nem Reducer 0,63 und eine Asi 533MCpro. Das Teleskop hat 1260mm Brennweite mit dem Reducer die Camera hat eine Pixelgröße von 3,76µm. Das hab ich in NINA alles so eingegeben. Ich hab ASTAP installiert die H18 Datenbank geladen. wenn ich jetzt ein Platesolving durchführe kommt eine Fehlermeldung dass das Solving nicht funktioniert hat weil die Settings "inaccurate" sind und ich soll beim FOV 0,45° einstellen und bei der Focal Lengh 1445mm. Ich habe nun in ASTAP unter dem reiter Aligment diese FOV 0,45° eingestellt. aber eine EInstellung für die Brennweite gibt es da ja nicht. und nun?

Ja die ganze Fummelei in der Konfig ist teilweise schon erschlagend/frustrierend, bis dann alles laeuft.
Mal nicht aufgeben ...

(1) Zunaechst einmal, wo kommt der Fehler (vermutlich) ueberhaupt her?
Ich vermute es ist ein "normales" C8 und nicht die EdgeHD Variante?
Die SC Reducer/Flattener am "normalen" C8 sind ziemlich tolerant, wenn der "richtige" Abstand zwischen Reducer/Sensor nicht eingehalten wird (wegen der langen Brennweite). Bei dir sitzt die Kamera (vermutlich) nicht im korrekten Abstand zum Reducer und daher hast Du optisch auch keine Reduktion um 0.63, sondern um etwas weniger (in deinem Fall offenbar 0.71). Das ist kein Drama und macht normalerweise nix (es sei denn, Du haengst da einen grossen Sensor dahinter, dann sieht man die etwas schlechtere Feldkorrektur in den Ecken dann eventuell schon).

(2) In der Tat hat dir ASTAP daher die "tatsaechliche" errechnete Brennweite vorgeschlagen, da diese von deiner eingestellten Konfiguration jenseits der Toleranz abweicht.
Da hast Du dann auch die Erklaerung, warum hoechstwahrscheinlich bei deinem ersten Versuch der "All Sky Plate solver" komplett ausgestiegen ist (einfach falsche Brennweite), ASTAP liefert dann wenigstens den Hinweis woran es haengt.

(3) Wo ist da nun was zu konfigurieren?
Hier mal als Beispiel die NINA Konfiguration fuer ASTAP Platesolving von einem C9.25 + 0.63 Reducer, die gut funktioniert:

Posting10.JPG


Hier (rot markierte Tabs) waere deine "tatsaechliche" Brennweite, das "tatsaechliche" Oeffnungsverhaeltnis deiner Optik (also der ASTAP Vorschlag) und und deine Pixelgroesse einzustellen. ( Anmerkung: Alternativ kannst Du darueber nachdenken, vielleicht einen Zwischenring hinter den Reducer zu setzen, um auf den korrekten Backfocus von 105mm zu kommen und ein Oeffnungsverhaeltnis von 6.3 zu erzielen. Wenn man Fotografieren will, muss man ja nicht unbedingt mehr Feldkruemmung in Kauf nehmen, um mit niedrigerem Oeffnungsverhaeltnis laenger zu belichten ... ;) Ausserdem macht sowas mitunter nervige Probleme, falls Du mal eines schoenen Tages mal Autofokus betreiben willst, weil "richtig scharf" ist es dann immer nur auf einem Kreisring in der Bildebene und viele Autofokusroutinen werden bei sowas mitunter zickig, weil es dann mehrere Minima gibt. Nicht dass du da bereits das naechste "geht nicht" Drama vorbereitest ).

Posting11.JPG


Hier dann die dazugehoerigen ASTAP Einstellungen fuer den Solver. Wie schon gesagt, "Pixel Size", "Focal length", Focal Ratio" sind die drei Werte, die passen muessen.
Falls Du sonst noch in der ASTAP Konfig direkt herumgehackt hast, mal sicherheitshalber rueckabwickeln, ist nicht erforderlich.

Toi, Toi Toi
 
Ja super, vielen Dank fur die ausführliche Erklärung. Ich hab da gestern noch etwas Ziellos rumprobiert, dann hab ich genervt ne Sequenz gestartet und bin in Küche zum nächtlichen Kartoffelsalat Speisen. Als ich wiederkam lief die ganze Kiste.... . Warum auch immer. Meine Skepsis war aber nicht umsonst. Ich hab gestern mal 15 Lights mit 300sek auf m109 gehalten. Heute morgen gestackt, lauter streifen im Bild. Irgendwas suckt da noch. Das stacking der erstem 5 aufnahmen hat aber zumindest ein scharfem Bild ergebem... Immerhin.

Nochmal zu ASTAP: Also der wichtigste Hinweis war jetzt für mich, dass ASTAP seine Werte (FL, FOV...) aus NINA bezieht. Das war mir nicht klar. Ich dachte das musste pich wie beim All Star Plate Solver direkt in der Software einstellen.

Was die Sache mit dem Backfokus angeht, ich meinte ich hätte das alles genau ausgemessem. Da kann es sich eigentlich nur um 10tel Millimeter handeln, aber mit "Distanzring" meintest du warscheinlich sowieso so eine Scheibe, oder?
Also nicht einen ganzen zusätzlichen 5mm Ring, sondern sur so eine dünne Metallscheibe?!

Besten Dank nochmal, heute Abend gibts den nächsten Versuch!
CS...
Philipp
 
Ja super, vielen Dank fur die ausführliche Erklärung. Ich hab da gestern noch etwas Ziellos rumprobiert, dann hab ich genervt ne Sequenz gestartet und bin in Küche zum nächtlichen Kartoffelsalat Speisen. Als ich wiederkam lief die ganze Kiste.... . Warum auch immer. Meine Skepsis war aber nicht umsonst. Ich hab gestern mal 15 Lights mit 300sek auf m109 gehalten. Heute morgen gestackt, lauter streifen im Bild. Irgendwas suckt da noch. Das stacking der erstem 5 aufnahmen hat aber zumindest ein scharfem Bild ergebem... Immerhin.

Naja, mal vorsichtig taktvoll gefragt: Du hast aber schon mal vorher immerhin stolze 1,4m Brennweite nachgefuehrt?
Das ist naemlich nicht mehr so ganz im trivialen Bereich und da muss dann tendenziell schon alles pikobello stimmen: Einnorden der Montierung, tracking Geschwindigkeit, Ausbalancieren, ... Kartoffelsalat vorher gegessen sein...

Aus einem anderen Posting von dir sehe Ich, Du verwendest einen Off-Axis Guider + Asi120mm dafuer (?). Grundsaetzlich ist das in deinem Fall eine gute Idee, allerdings ist da bei dem kleinsten Problem der Leitstern unwiederbringlich aus dem i.d.R. doch recht engem FOV verschwunden und dann passiert genau das was dir da wohl passiert ist. So ein delikates Setup mit temporaerem Aufbau lasse Ich auch nur dann mal alleine, wenn's 30-45min bereits laeuft wie geschmiert. Einen 400mm Refraktor mit Widefield-Leitrohr kannst Du noch nonchalent hinknallen und nach kurzem Gefummel sofort loslegen, bei 1.4m Brennweite wird das so tendenziell nix mehr. Da musst Du dir etwas Zeit nehmen.

Was die Sache mit dem Backfokus angeht, ich meinte ich hätte das alles genau ausgemessem. Da kann es sich eigentlich nur um 10tel Millimeter handeln, aber mit "Distanzring" meintest du warscheinlich sowieso so eine Scheibe, oder?
Also nicht einen ganzen zusätzlichen 5mm Ring, sondern sur so eine dünne Metallscheibe?!

Also bevor jetzt an der Hardware gebastelt wird, stelle bitte sicher, dass deine Pixelgroesse wirklich stimmt und/oder messe eine deine Brennweite mal unabhaengig nach.
Denn falls es tatsaechlich 1,4m sein sollte, naja, zwischen 0.63 und 0.71 duerfte es sich da schon um etwas mehr als nur ein paar Millimeter Backfocus handeln. Fuer mein C9.25 habe Ich mich hieran orientiert:


und die Werte passten bei mir (-1mm durch Glasweg der Filter) eigentlich recht gut.
Aber wie gesagt, der gute Mann hat den Reducer fuer ein C9.25 ausgemessen und nicht fuer ein C8. Der Backfokus fuer's C8 mit dem Reducer wird von vielen Leuten mit 105.9mm angegeben (ab Gewindeende), aber da kannst du ja mal einen extra Thread aufmachen und berufene Leute direkt fragen.
Die haeufigste Fehlerquelle ist dabei, dass bei "Google Schnellsuche" einige Ergebnisse den Backfocus fuer den Reducer dann jeweise "ab Ende des Gewindes", "ab Anfang des Gewindes" oder ab "Glasabstand" angeben (oder gar nichts spezifizieren). Da kommen dann schon mal schnell bis zu 7mm Ungenauigkeit in's Spiel. Schau doch mal nach, ob bei dir da nicht sowas schiefgegangen ist.
Und relativ elegant kann man das Thema mit einem variablen Backfokus erledigen, also z.B. sowas:


oder sowas

Teleskop-Express: TS-Optics massive variable M48 Verlängerung mit M63 Zwischengewinde

dann kann man das ohne Adapterschlacht sauber stufenlos kalibrieren und dabei bleibt es dann. Aber wie gesagt, erst mal Brennweite ueberpruefen, bevor da eventuell unnoetiger Krimskram gekauft wird.
Anyway, CS und viel Erfolg noch ...
 
Naja, mal vorsichtig taktvoll gefragt: Du hast aber schon mal vorher immerhin stolze 1,4m Brennweite nachgefuehrt?
Hmmm, öhmmm.... naja. :confused: Joaaa, schon, nur nicht sooo erfolgreich. :unsure:
Long story short. Ich hab mir dieses C8 seit Kindheit eingebildet und bin günstig rangekommen. Da konnte ich nicht nein sagen. Mir war von Anfang an klar, dass das nicht das perfekt anfängergerät ist, aber ich war und bin bereit mich dieser Aufgabe zu stellen. Eine ganz gute Frustrationstoleranz hab ich jedenfalls. Mein Guiding funktioniert ganz gut und ich hab von der Aufnahme gestern jetzt mal die ersten 5 Bilder gestackt und etwas bearbeitet und naja:
20210615-Autosave.jpg


sooo schlecht ist es garnicht. Keine Ahnung warum das SW geworden ist aber immerhin! Ich bin dafür, dass das meine erstes Bild mit Guiding und langen Belichtungen und gekühlter Kamera ist ganz zufrieden. (Keine Darks, Bias, Flats, kein automatisches Nachfokusieren, Polaraligment in SharpCap "Excellent", Standort Balkon in der Innenstadt)

Ein Problem ist tatsächlich dass ich in der Guiding-Cam meistens nur ein oder zwei Sterne zum Guiding hab und das tatsächlich vielleicht eine kleine Wolke reicht um die ganze Sache zu Fall zu bringen.
Ich hatte deswegen auch schon überlegt das C8 mal ne Zeit lang im Keller verschwinden zu lassen und nen kleinen APO anzuschaffen. Aber das Geld spare ich mir momentan mal. Dazu bin ich noch nicht genug verzweifelt.
Die Sache mit dem VariLock klingt gut, allerdings ist mir nicht ganz klar warum ich das bei einer geringen Ungenauigkeit im Backfokus brauche, da ich den Fokuspunkt ja mittels des Teleskops noch etwas korrigieren kann. Das Thema Backfocus finde ich überhaupt schwierig. Da wird ja tatsächlich viel unterschiedliches Behauptet. Wundert mich, eigentlich sollte das doch bei einem optischen Instrument physikalisch genau zu berechnen sein.

Jedenfalls hast du recht, nächstes Mal fange ich mit der Sequenz früher an und bleib daneben Sitzen. Das war mir gestern nacht nur zu spät. Ich habs einfach mal laufen lassen.

Vielen Dank für deine ausführlichen Antworten.
Gruß
Philipp
 
Long story short. Ich hab mir dieses C8 seit Kindheit eingebildet und bin günstig rangekommen. Da konnte ich nicht nein sagen. Mir war von Anfang an klar, dass das nicht das perfekt anfängergerät ist, aber ich war und bin bereit mich dieser Aufgabe zu stellen.
Keine Panik, alles gut. Ich wollte nur wissen, ob Ich hier hier Eulen nach Athen trage…
Fuer den Anfang ist das Bild schon prima, die Lernkurve ist mit der Brennweite schon steil, aber wenn Du weisst auf was Du dich einlaesst ist das vollkommen ok.

Die Sache mit dem VariLock klingt gut, allerdings ist mir nicht ganz klar warum ich das bei einer geringen Ungenauigkeit im Backfokus brauche, da ich den Fokuspunkt ja mittels des Teleskops noch etwas korrigieren kann. Das Thema Backfocus finde ich überhaupt schwierig. Da wird ja tatsächlich viel unterschiedliches Behauptet. Wundert mich, eigentlich sollte das doch bei einem optischen Instrument physikalisch genau zu berechnen sein.
Der Reducer macht bei dir zwei Dinge:
(1) Der verkuerzt die Brennweite
(2) Die Ebene wo das Bild scharf ist (die Fokalebene) ist ohne den Reducer bei deinem Teleskop keine ebene Flaeche, sondern eigentlich eine leiche Sphaere. Aber dein CCD chip ist flach. Wuerde man ohne den Reducer in der Mitte des Bildes scharf stellen, dann waeren die Ecken nicht fokussiert (und umgekehrt). Der Reducer ist auch ein “Bildfeldebener” und ebenet die Fokalebene, so dass dein Kamera-Chip ueberall fokussiert werden kann.
Um diese beiden Funktionen so wie vorgesehen wahrnehemen zu koennen, muss der Abstand zwischen Reducer und Kamerachip einigermassen genau eingehalten werden. Fokussiert wird nach wie vor mit dem Hauptspiegel, dass hat damit nichts zu tun.
Man sieht in den oberen beiden Ecken deines Bildes die Sterne leicht eierfoermig. Das tritt (primaer) auf, weil dein Bildfeld nicht exakt korregiert ist (Ist nicht so einfach zu sehen, denn eine Kollimation vom Fangspiegel waere wohl auch mal faellig, denn auch die Sterne in der Mitte sind nicht richtig symmetrisch. Das waere als erstes auch zu erledigen).
Mit dem Varilock&Cie kann man den Abstand Reducer-Kamera stufenlos so variieren, dass man dass Bildfeld so gut wie moeglich geebnet bekommt. Das Kalibriert man einmal sauber heraus. Danach wird das fest arretiert und bewegt sich danach nicht mehr. Man kann das auch ueber feste eingeschraubte Abstandshuelsen loesen, aber dann braucht man mehrere (und kombiniert bis es passt) und fummelt sich mitunter einen Wolf…
Bei dir spielt das jetzt nich diiiieee Rolle, den bei einem kleineren Chip wie deiner ASI533 und einer langen Brennweite haut dass jetzt nicht soo dramatisch rein, wie z.B. bei einem schnellen Refraktor, denn da sind +-2mm dagegen dann schon deutlich sichtbar.
Mein Rat mal deinen Reduser Backfocus nachzumessen, kam weil Du offenbar eine Brennweitenverkuerzung um 0.71 statt 0.63 hast. Da wuerde der Backfocus dann aber schon ein schoenes Stueck daneben liegen. Mess' das doch mal (wie in dem verlinkten Artikel beschrieben) noch mal nach...
 
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