Pointing Accuracy Enhancement bei der EQ6 R-Pro | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Pointing Accuracy Enhancement bei der EQ6 R-Pro

Gerrit Erdt

Mitglied
Hallo zusammen,

gestern konnte ich bei Vollmond mal wieder einiges testen. Unter anderem stand für die Nacht das Pointint Accuracy Enhancement (PAE) meiner EQ6 R-Pro auf der Liste.

Ich habe mal ein ungenaues GoTo provoziert, indem ich nur ein 1-Star Alignment mit Atair gemacht habe. Anschließend habe ich den Ringnebel angefahren, und er war deutlich vom Zentrum entfernt. Nachdem ich PAE bei Wega angewendet habe, war er fast perfekt im Zentrum. Klappt also so, wie ich mir das vorgestellt habe.

Allerdings habe ich ein Problem damit, mir vorzustellen, wie das Ganze in der Praxis hilfreich sein soll, wenn man in anderen Gegenden am Himmel unterwegs ist. PAE kann man ja nur dann einrichten, wenn man ein Objekt angefahren hat, was SynScan auch kennt. Aber gerade in der nördlichen Himmelsgegend oder im Frühjahr bei den vielen Galaxien, gibt es ja oft keine hellen, benannten Sterne neben den Zielobjekten, oder zumindest keine, die SynScan kennt. Für ein sinnvolles PAE müssen die Sterne ja ausreichend nahe am Zielobjekt stehen. Ich kann mir also nicht wirklich vorstellen, wie man PAE ohne hellen Stern in der Nähe einrichten kann. Wie macht ihr das da? Gibt es vielleicht einen Trick, den ich noch nicht kenne? Es würde mich freuen, wenn sich hier vielleicht mal einer der EQ6-Experten melden kann, und mir etwas auf die Sprünge hilft.

Freundliche Grüße und CS
Gerrit
 

casati

Mitglied
Hallo Gerrit,

das noch kritischere Problem von Mond und/oder Seeing (Cirren etc.) bei lichtschwachen Zielobjekten, die erst nach dem Stacking überhaupt sichtbar werden, kriegst Du mit PAE nicht in den Griff.

Beschäftige Dich deshalb einmal mit "Plate Solving" .

Eine Frage noch: Arbeitest Du im EQ- oder im Alt/Az-Modus?

Gruß,
Peter
 

Gerrit Erdt

Mitglied
Hi Peter,

das ging aber mal flott mit der Antwort!

Plate Solving wäre schön, kenne ich (zumindest theoretisch, noch nicht praktisch) auch schon, passt aber nicht in meinen Anwendungsfall. Ich halte meine Ausrüstung so, dass ich verhältnismäßig leicht Mobil unterwegs sein kann, also ohne Laptop etc. Daher kann ich das leider nicht umsetzen, auch wenn das sicherlich die höchste Genauigkeit erzielen würde.

Meistens reicht mir ein 2 oder 3 Star Alignment. Aber manchmal wäre eine noch höhere Genauigkeit eben doch schön, und daher wollte ich mal gucken, wie das mit PAE klappt.

Mit der EQ6 R-Pro arbeite ich immer im EQ-Modus (den AZ hat noch nur die AZ EQ6 oder??).

CS Gerrit
 

casati

Mitglied
ooops ....

Da fehlte noch der 1. Kaffee. Bin heute früh erst um 5:30 Uhr ins Bett - nach einer dann doch noch ergiebigen Ausbeute an EAA Objekten mit dem ORION ST120/600 und der SV503(IMX290) sowie der veLOX178C im Wechsel zwischen AstroDMx und (einem endlich sicher beherrschten) SharpCap. Alles auf StarDiscovery Alt/Az.

Habe zwei AZ-EQ6 - wohl deshalb. ;)

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:

riff-raff

Mitglied
Ein Gedankenexperiment:

Ist die Einnordung perfekt, die Montierung hat kein Spiel, die Optik keine Offsets oder Flex sollte GoTo ebenso perfekt anfahren.

PAE sehe ich etwas wie das Notpflaster. Ich würde versuchen meine Routinen sauber abzuarbeiten, die Mechanik und Optik hinreichend gut kennenzulernen und somit mein GoTo verbessern und obendrein meine Nachführung allgemein natürlich auch!

Wenn ich mir die Funktionsweise von PAE anschaue wird ja der Nachthimmel in 85 Segmente unterteilt, für welche jeweils ein eigener Offset-Fehler definiert werden kann; bestimmt an bekannten Objekten innerhalb dieser Segmente. Klingt erstmal recht aufwendig. Die Frage ist doch wofür? Bei der verwendung von GoTo zur visuellen Beobachtung oder der reinen DSLR-Fotographie ergibt es vielleicht Sinn, sobald ein PC oder vergleichbar in der Nähe ist, ist PlateSolving das deutlich mächtigere Werkzeug.

Ich versuche das Spiel meiner Montierung peinlich genau einzustellen, achte auf saubere Aufstellung in Waage und führe Einnordroutinen iterativ durch. GoTo sitzt eigentlich immer so gut, dass selbst bei 350x visuell mein Objekt sofort im Okular ist. Fotografisch mit Vollformat ist eh ein großes Feld abgedeckt, einzig beim Goto zur Planetenfotografie bei gutem Seeing und exzessivem "Gebarlowe" ist es mal knapp daneben. Hier kann aber natürlich auch der Image-Train sein Zünglein an der Waage sein: 1200 mm + 5x Barlow + ADC + Kamera .... der ADC sorgt gern mal mit seinen Prismen für einen Bildlagenversatz, welchen man als fehlerhaftes GoTo deuten könnte. Was hier an Flex am OAZ ontop kommt will ich lieber nicht wissen.
 

JürgenN

Mitglied
Soweit ich mich an die Betrriebanleitung der EQ6-R erinnere, wird das PAE an verschiedenen Stellen am Himmel gemacht. Die EQ6 erkennt dann, ob in dem entsprechenden Areal schon ein Punkt über PAE definiert ist und fährt dann die Objekte innerhalb diesen Areals vom Referenzpunkt aus an. Das machts dann genauer...

Jetzt hab ich gelesen riff-raff hats ja auch schon geschrieben...
 

Gerrit Erdt

Mitglied
Hallo,

danke für die weiteren Antworten.

Ja, klar, das optische System und die Nachführung verbessern führt zu sehr guten Ergebnissen.

Ich gehe mal ein bisschen weiter auf meine Situation ein. Meistens kann ich ein 2 Star Alignment machen, wenn ich, wie gestern Nacht, sehr viel Pech habe, dann sind die Häuser um mich herum aber so platziert, dass ich noch nicht einmal 2 sichtbare Sterne auf einer Seite vom Meridian bekommen kann (ist selten, kann aber passieren). Wenn ich ein 3 Star Alignment mache (geht aber nicht oft), dann ist GoTo wirklich präzise.

Das Problem ist auch nicht, dass das Objekt nicht im Gesichtsfeld auftaucht - das tut es immer, sogar sehr nah an der Mitte. Manchmal will ich aber nicht genau das Zentrum von einem Objekt in der nähe der Mitte haben, sondern einen beliebigen anderen Ort in der Nähe, den ich dann als User Object hinzufüge. Den will ich dann aber auch entsprechend genau haben. Wenn es da nichts Helles in der Nähe gibt, dann muss ich mich dabei auf GoTo verlassen, da alles andere einen PC erfordern würde, den ich aber nicht dabei habe. Daher wollte ich mal PAE testen, um eben diese Lücke zu füllen.

Jetzt wäre es natürlich schön, wenn man da auch eine Möglichkeit hat, in Sternenarmen Regionen eine Einrichtung davon durchzuführen.

Bezüglich der Unterteilung in 85 Segmente: Ich vemrute mal, dass selbst bei perfekter Mechanik an einer EQ6 die Refraktion der Atmosphäre noch Probleme macht, oder dass die Sterne beim Alignment leicht um die Mitte rum streuen. Daher wird man kein Alignment perfekt hinbekommen, und das GoTo auch nicht perfekt laufen können. Dafür dürfte der Offset für die 85 Segmente wirklich praktisch sein. Oder eben, wenn man nur begrenzte Bereiche vom Himmel sehen kann, und dann noch genaues GoTo in einem kleinen Bereich braucht :)

CS Gerrit
 

Terrorernie

Mitglied
Also, wenn genau eingenordet ist, dann reicht für ein präzises Goto ein 1-Stern Alignment. Im mobilen Einsatz pimpt man mit 3 Stern Alignement und Kalibriersternen (Celestrom AvX, CGEM etc) das Goto um ungenaue Einnordung beim Anfahren der Objekte zu verbessern.
Wenn das Zielobjekt in der Datenbank des Controllers ist, ist mit sauberer Einnordung und einem passemden Alignment dieses Zielobjekt immer im Bildfeld… so klein kann der Sensor gar nicht sein, dass es nicht passt. Ist das Objekt nicht da, hat man vorher zB aus Versehen auf einen falschen Stern kalibriert, passiert mir auch ab und an.
Ist das Zielobjekt nicht in der Datenbank, dann einfach die RA/DEC Koordinaten eingeben (vorher aus Stellarium heraussuchen) und speichern, da braucht es nicht mal Platesolving (was es komfortabler macht, aber nicht notwendig ist). So machst Du das ja, oder? Genauer wird’s dabei nicht… Bzw die Genauigkeit ist dann auf die der Abspeicherungsmöglichkeit reduziert… Bei meiner Skywatcher EQ8 zB keine nachkommasekunden…

Wenn es dann nicht im Bild zu sehen ist (bei Fotografie), dann war vorher was falsch - einfach überprüfbar indem ein bekannter heller Stern aus der Datenbank angefahren wird.
Und selbst der muss ja nicht extrem genau mittig liegen, denn kein Zielobjekt hat eine kleinere Winkelausdehnung als ein Stern… passt also immer in den Sensorbereich.

Der Vorschlag von oben, präzise einzunorden und dann ein normales ein oder zwei Sterne Alignment zu machen ist sicher der richtige Weg ;)

Viel Erfolg
Ernie
 

Gerrit Erdt

Mitglied
Hallo,

Wie gesagt, es geht mir NICHT darum, dass das Objekt nicht im Bild ist. Meine sind immer sehr nah an der Mitte. Das ist also nicht das problem.

Mir geht es eher darum, eine bestimmte Stelle von einem Objekt (per User Object und Koordinaten eingegeben) in die Mitte zu bekommen. Wenn ich zum Beispiel nicht genau das Zentrum vom Nord Amerika Nebel in der Mitte haben will, sondern einen anderen Bereich etwas weiter unten, der zu dunkel ist, als dass man ihn auf Test Aufnahmen einfach so finden kann. Darum geht es mir. Und SO genau ist mein GoTo dann auch nicht mehr.

Platesolving würde das gleiche bringen, erfordert aber einen Laptop den ich nicht mitnehmen kann.

CS Gerrit
 

Terrorernie

Mitglied
Dann verstehe ich das Problem nicht:

1) Zielkoordinaten aus Stellarium heraussuchen
2) einspeichern als User Objekt
3) User objekt anfahren

Genauer kann es nicht werden wenn Deine Monti richtig polar-aligned ist.
 

Gerrit Erdt

Mitglied
Hm, OK, grad fang ich an an mir zu zweifeln.

Ich mache meine Polausrichtung immer erst grob, und dann nach einem 2 oder 3 Star alignment über das entsprechende Feature vom synscan HC. Das wiederhole ich so lange sorgfältig, bis der Fehler <5 bigenmiuten in beiden Achsen ist. Dann noch mal 2 oder 3 Star alignment und los geht's.

Danach sind die Objekte nah am Zentrum. Gestern bei meinem test mit M57 war das auch so, allerdings mit einem 1 Star alignment, weil mehr nicht ging. Bei 2 oder 3 Sternen wirds aber nicht arg viel genauer.

Nach PAE war das Objekt bei maximalem zoom auf der DSLR trotzdem noch GENAU in der Mitte. Also nicht knapp dran, sondern exakt. So genau habe ich es auch mit einem 3 Stern alignment bisher nicht hinbekimnen.

Versteht mich nicht falsch, das GoTo klappt immer ziemlich genau, genau genug um das Objekt zu finden alle mal. Aber nicht so genau, als dass man bestimmte Koordinaten eingibt, und diese dann auch wirklich GENAU im Zentrum stehen. Das hatte ich nur mit PAE.

Und darum geht es mir. Wenn ich Lichtschwache Objekte an einem bestimmten Ort auf dem Bild brauche, und Testaufnahmen nichts bringen, dann will ich sie mittels PAE und GoTo genau an diesen Fleck auf dem Bild bekommen. Sozusagen als Computer freie Alternative zu Plate solving.

Das ganze klappte in der Leier ja auch top, genauer als ich es mir vorgestellt hatte. Aber es klappt (bisher bzw soweit ich weiß) eben nur da, wo helle Sterne ausreichend nah sind. Und das ist ja nicht gerade häufig der Fall.

CS Gerrit
 

JürgenN

Mitglied
Soweit ich das in der Anleitung gelesen (und verstanden ;-) ) habe, brauchst Du doch nur einen hellen Stern innerhalb der 85 Segmente zum kalibrieren (für jedes Segment einen, soweit halt notwendig). Und da sollte es in der Liste im Handcontroller zumindest einen für jedes Segment geben.

Dein Problem kenne ich, es wäre schön, wenn das Objekt wirklich im Zentrum des Gesichtsfeldes steht. Meine visuelle Zeit ist allerdings schon etwas her, da gab es noch kein Goto ;-) Ich hab damals Star Hopping gemacht, und mir das Zielgebiet in Sternkarten genau angesehen bzw ausgedruckt (das war dann "visuelles plate solving") und dann die Objekte auch (meistens) gefunden... Mit Goto sollte es aber einfacher gehen, dafür hat man es ja eigentlich, und du willst ja fotografieren ;-) ...

Wie führst Du nach? Oder machst Du Kurzzeitbelichtung?
 

Gerrit Erdt

Mitglied
Hi Jürgen,

Die Liste klingt gut, die sollte ich mir mal angucken (kann sie aber am Handy gerade nicht richtig öffnen).

Ich denke bei Sternenarmen Regionen zum Beispiel an den innere Bereich von dem Viereck in Pegasus, oder den Bereich unter der Deichsel im Wagen. Da ist ja fast nichts an hellen Sternen, die man im live view erkennen kann. Für PAE ist der nächste Stern da wahrscheinlich schon eher weit vom Ziel entfernt.

CS Gerrit
 

VMC_Andre

Mitglied
Hallo Gerrit,
du solltest schon ein Polaraligment machen. Ich mache es fast so wie du : nach Polsucher ausrichten, Teleskop auf Polaris ausrichten/Homposition,2 Sternaligment ja nachdem wie das Objekt steht was ich haben will , dann gleich das Polaligment hinterher mit ein von den beiden Aligmentsternen, Ausschalten , wieder ein schalten, noch mal das 2 Sternaligment, fertig, überprüfen an einen hellen Objektstern .

Was ich normalerweise mache bevor ich ein Dunkelnebel oder sehr schwache Objekte aufnehmen will , ist mich damit zu beschäftigen , vorher und nicht auf den Feld . Am PC.
Ich schau im Internet nach diesem /meinen ausgewählten Motiv .
kl003.jpg
öffne die App Stellarum z.B. , wenn es ein Bezeichnung hat ist es leichter zu finden , dann eingeben,
kl001.jpg
aber in deinem Fall sagen wir mal es hat keine Bezeichnung oder liegt neben der Bezeichnung , so gibt es nur die Sternenkonsterlation, da do wie oben im ersten Bild siehst welcher Stern davon mittig sitzt , kannst die die Position bestimmen was deine Bildmitte ergibt. Diese gibst du dann in deinen Handkontroller ein und fährst sie an .
kl007.jpg


ein Bild machen hohe Iso und 1min etwa Belichten
kl006.jpg

Sternenkonsterlation raus suchen , vergleichen ob es mittig sitzt, Kamera ausrichten,also eventuell drehen so wie das Nebel liegt eben
kl005.jpg

kl002.jpg


Aufnehmen , stacken, bearbeiten , zeigen.....:cool:
LBN-134_Astro420mm_APP.jpg
 

Gerrit Erdt

Mitglied
So wie du mache ich es bisher auch meistens. Ich weiß nicht ob ich mich da manchmal etwas dämlich anstelle, aber gerade auf der Sommermilchstraße finde ich oft einfach nicht die Konstellation, die ich suche. Das macht es dann natürlich schwer, sich da zu orientieren.

Außerdem, wenn ich 1 Minute belichte, dann saugt schon ziemlich viel im Himmel ab. Mit Details geht da nicht mehr viel :rolleyes:

CS Gerrit
 

JürgenN

Mitglied
Hi Jürgen,

Die Liste klingt gut, die sollte ich mir mal angucken (kann sie aber am Handy gerade nicht richtig öffnen).

Ich denke bei Sternenarmen Regionen zum Beispiel an den innere Bereich von dem Viereck in Pegasus, oder den Bereich unter der Deichsel im Wagen. Da ist ja fast nichts an hellen Sternen, die man im live view erkennen kann. Für PAE ist der nächste Stern da wahrscheinlich schon eher weit vom Ziel entfernt.

CS Gerrit
Ich hab mal grad die Sterne der Liste durchgezählt, das sind knapp 90. Es ist also für jedes Segment einer dabei, so wie es aussieht. Da sind z.B. alle vier Sterne des Pegasus-Vierecks dabei. Ich würde mal hoffen, dass, wenn Du diese vier nimmst und als PAE-Sterne hernimmst, auch das "Innere" des Vierecks genau genug angefahren wird. Mal versuchen... Das Innere (z.B. IC5336) ist dann noch etwa 10° von den PAE-Sternen weg...

Du kannst ja nur Sterne fürs PAE nehmen, die im HC gespeichert sind (also die von der Liste im Link), oder? Oder bin ich da grad auf dem falschen Dampfer ;-)
 

VMC_Andre

Mitglied
und so sieht das aus wenn ich es mit aufs Feld nehme, vom PC abfotografiert , das schwierige ist nicht die Position zu finden ,sondern die Kamera am Motiv auszurichten beim 3x2 Format damit man alles und viel drauf bekommt.
IMAG3055_web.jpg
 

Gerrit Erdt

Mitglied
@JürgenN ja,ich kann nur die Sterne nehmen, die mit Namen im HC abgespeichert sind.

Mit einem Stern pro Feld ist dann wenigstens immer einer da, den man nehmen kann. Aber irgendwie fallen mir gerade sehr viele Stellen am Himmel ein, die sehr groß und leer sind. Kann es sein, dass die Felder unterschiedlich groß sind? Oder liegt meine Einschätzung der dichte gerade falsch?

@VMC_Andre ich will für die Kamera eine 12h Drehskala machen. Die 15° Drehung in Stellarium entsprechen dann genau 1h, ich kann also am PC planen wie die Kamera gedreht werden soll, und muss dann nur noch auf dem Feld drehen. Die Mitte vom Feld ist für mich eher die Herausforderung, wenn man sie nicht sehen kann.

CS Gerrit
 

Gerrit Erdt

Mitglied
Ich habe mich jetzt noch einmal umgeschaut nach den Alignment-Sternen, die SynScan so kennt. Hier gibt es eine fertige Karte als PDF, auf der alle Sterne eingetragen sind: synscan-finder-stars.pdf

Wie bereits vermutet sind da, gerade im Bereich Großer Wagen und Jungfrau, viele ziemlich große Lücken. In diesen Bereichen kommt dann also genau das Problem, was ich Anfangs auch hatte. Wie soll man da PAE einrichten, wenn kein Stern da ist?

CS Gerrit
 

VMC_Andre

Mitglied
ich glaube du machst es dir selbst zu schwer , unnötig . Pole über die Handbox richtig ein . Mache ein zweisternaligment .

Man muß doch nicht direkt daneben ein Aligmentstern haben . Wenn ich den Tulpennebel z.B. ablichten möchte reicht Deneb vollkommen aus , von der Entfernung her . Normalerweise sagt man je weiter die Aligmentstern von einander entfernt sind desto genauer können die Abstände/Aufstellungsfehler/MontierungBackflash-Fehler rausgerechnet werden- also es wird genauer , beim 2-3 Stern Aligment .
Um den Großen Bären ebend Kochab und Mizar . Jungfrau - Spica und Deneborola . Die SomberoGalaxie geht so immer .

Falls du dich nur auf das 1stern-Aligment bechrängst machst du dir eben deine Probleme von allein .
 

MeisterDee

Mitglied
Hallo Gerrit,
als ich mit unserer AZ-EQ6 (mit C 9,25) angefangen habe, war ich mit der Treffgenauigkeit der Montierung nicht zufrieden.
Grundsätzlich brauchten wir zum Anfahren immer ein Übersichtsokular (40mm) , und mussten immer ordentlich korrigieren.
Ich habe mir dabei eine Funktion gewünscht, die die Montierung bei jedem Anfahren von Objekten, nach manueller Korrektur, kontinuierlich weiterlernen lässt. So müsste die Genauigkeit immer besser , und irgendwann perfekt werden. …dachte ich…..

Sehr spät habe ich mitbekommen, dass es diese Funktion mit PAE bereits gibt.
Spät genug, um sie gar nicht mehr zu benötigen.

Nur kurze Zeit habe ich denjenigen geglaubt, die sagten, dass saubere Aufstellung und gutes Einnorden ausschließlich für Fotografie benötigt wird. Fürs Beobachten sollte angeblich grobe Aufstellung und grobe Ausrichtung ungefähr nach Norden reichen. Bei dem Alignment würden schließlich alle Aufstellfehler erkannt und kompensiert.

Weit gefehlt!

Folgendes hat sich bei uns 100% bewährt:
1. Aufstellen des Stativs mit großer Dosenlibelle. Montierungsauflage bestmöglich waagrecht.
2. Einstellen Datum / Uhrzeit sekundengenau (OK, sekundengenau ist übertrieben, schadet aber nicht….)
3. Einnorden so gut es irgend geht. Mit penibel justiertem Polsucher und der App „Polar Scope Align Pro
oder mit iPolar, oder -nach 3-Stern-Alignment- mit der Polaralignment-Funktion der Montierung
4. Penibles 3-Stern-Alignment mit einem beleuchteten Fadenkreuzokular

Ganz wichtig erscheint mir dabei das wirklich exakte Zentrieren des jeweiligen Referenzsterns im Sichtfeld mit Fadenkreuz.
Ist kein Fadenkreuzokular zur Hand kann man auch stark defokussieren, was den Stern so aufbläht, dass er beinahe das gesamte Sichtfeld einnimmt, und so auch ganz gut zentriert werden kann.

Seit ich das genau so mache, treffen unsere Montierungen von HEQ-5, über EQ6 und AZ-EQ6 bis zur EQ8-R tadellos, und führen ebenso tadellos nach. PAE nicht nötig.
PAE korrigiert sowieso stets nur in dem der 85 Sektoren, in dem die PAE-Routine durchgeführt wurde.

Ich halte es so, und kann es wärmstens weiterempfehlen:

Mach alles so gut und so genau, wie Du es kannst. Fehler passieren noch genug….

CS

Dietmar
 

Gerrit Erdt

Mitglied
@VMC_Andre das mit dem 1 Stern alignment letztens war nur für den test. Normal mache ich schon mindestens ein 2 Star alignment. Aber bei einem 1 Star alignment konnte ich einfach besser beurteilen, wie PAE mit Fehlern umgeht, weil der Fehler da größer ist.

Sterne, die weit weg sind, sind bei mir im Garten aber leider schwer. Naja, zum finden vom Objekt reicht die Genauigkeit, wie gesagt, ja aus. Nur für ganz exakte Positionen eben nicht.

@MeisterDee da ich ja eh fotografiere, gebe ich mir beim Aufbau ohnehin immer viel Mühe. Polfehler < 5 Minuten, Stativ waagerecht, alignment Sterne in der Mitte (so gut das auf der dslr geht, arbeite noch an einer perfekten Lösung. Ist aber denke ich trotzdem ziemlich genau).

Wie genau wird das goto bei dir denn? Bei mir ist die Abweichung ohne PAE oft schon wirklich gering. Mit PAE habe ich es aber so genau geschafft, trotz schlechtem 1 Star alignment, das Objekt so genau zu zentrieren, dass ich bei maximalem zoom auf der DSLR das Objekt trotzdem genau mittig hatte. Und genau darum geht es mir. Schaffst du das mit GoTo ohne PAE?

Das ändert natürlich nichts daran, dass ich ohnehin genau aufbauen muss, und das auch tue. Das ist glaube ich immer die Hauptsache.

CS Gerrit
 

Gerrit Erdt

Mitglied
So, ich habe wegen ein paar weiterer Unklarheiten einfach mal bei Optical Vision angefragt.

Also, die Funktionsweise ist grundlegend anders, als ich mir das aufgrund der Anleitung vorgestellt hatte.

Laut Optical Vision wird der Himmel von der Software nicht in 85 unterschiedliche Segmente aufgeteilt, für die dann ein Offset definiert werden kann, sondern man kann 85 verschiedene Offsets anhand verschiedener Sterne definieren, die jeweils in einem kleinen Bereich um diesen Stern herum angewendet werden. Wenn man zwei Offsets bei nahe bei einander liegenden Sternen erstellt, dann wird dazwischen kein Übergang modelliert, sondern an einem bestimmten Punkt zwischen beiden Sternen springt der Offset von dem einen auf den anderen Wert. Der Bereich, in dem der Offset um einen Kalibrierungs-Stern herum angewendet wird, ist wohl nicht genau bekannt (wie kann das denn sein?!), laut Support aber vermutlich nur 1-2° groß, da die Refraktion sonst einen zu großen Einfluss bekommen würde.

Hm, also irgendwie weiß ich nicht, ob es das jetzt besser gemacht hat. In meinem Test bei M57 konnte ich zwar eine Verbesserung nach der Kalibrierung an Wega sehen, aber wenn der Bereich so klein ist, wie der Support vermutet, dann kann das ja eigentlich nur Zufall sein. Eine der beiden Infos ist also falsch.

In jedem Fall dürfte es dann schwer werden, eine sinnvolle Korrektur für ein Objekt zu bekommen, was nicht direkt neben einem der bekannten Sterne steht, da man ja nicht alle 2° einen hellen Stern am Himmel hat, den der HC kennt oder dank fehlender Modellierung der Übergänge die Offsets zu stark schwanken. Also dürfte das Feature in der Praxis eigentlich nur wenig hilfreich sein....

Vielleicht sind diese Infos ja noch für jemand anderen hilfreich.

CS Gerrit
 

casati

Mitglied
Hallo Gerrit,

probier mal meine Methode:

1. GOTO zu einem Stern in der Nähe des Zielobjekts
2. Stern ins Zentrum des Okulars
3. Position bestätigen
4. Einen Moment zuwarten bis sich die Montierung "gefangen" hat
5. ggf. erneutes GOTO und noch mal bestätigen
6. dann erst Zielobjekt mit GOTO anfahren und belichten

Gruß,
Peter
 
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