Achim
Aktives Mitglied
Hi Leute,
ein irrsinniges Spektakel!! Um 19.00h hatte es hier noch geregnet. Müde von
den letzten längeren Abenden will ich gegen 22.00h ins Bett, kurz davor
schmeiße ich den PC an und lese von zarten Polarlichtern über Erlangen, ca.
30km von mir weg. Also schnell rausfahren auf den Standardspechtelplatz.
Bei der Fahrt kommt mir der Himmel aufgehellt vor (Fahre Richtung Süden),
angekommen erster Blick gen Norden: Mich haut es um!!! Von West nach Ost,
etwa über volle 160Grad horizontnah intensiv hell, leicht grünlich-weislich,
dann schnell ins Rote, weinrote übergehend. Streifenstrukturen in der
Helligkeit, diese alle grob gen Zenith gerichtet, d.h. die westlichen mehr
nach rechts, die östlichen nach links orientiert. die Lichtvorhänge reichen
gut 80Grad hoch, fast bis in den Zenith, zart auslaufend. Unmittelbar
anschließend das Band der Milchstraße, unglaublich!!!! UMa is im Licht
abgesoffen.
Ich stehe da, sicherlich mit offenem Munde und rufe: Oh Gott!, unglaublich!,
das kann nicht sein!, ich fasse es nicht! Nach den ersten überwätigenden 3
Minuten denke ich: das muß Siliva, meine ansonsten astronomisch leider
uninteressierte Frau sehen. Kurz zögere ich, Polarlichtausbrüche können sehr
kurzlebig sein. Es überwiegt der Wunsch, das Erlebnis zu teilen.
Ab ins Auto und im Rekordtempo zurück, ich riskiere Kopf und Kragen, muß
mich schließlich einbremsen bevor wirklich etwas passiert. Spinge ins Haus
und rufe: Du MUSST dich anziehen und herauskommen, draußen ist das
Polarlicht des Lebens, besser wird es bei uns NIE sein! Bei Nachbars brennt
Licht, die klingele ich ebenfalls raus. Aus der Siedlung heraus, mit
Laternen und beleuchteten Fenstern fällt einem das Polarlicht immer noch
deutlich auf, in den Häuserlücken sieht man rote Lichtvorhänge mit
weislichen Streifenstrukturen, die kommen und gehen, teilweise sich wie im
Wind bewegen. Kurzzeitig stehen etwa 8 Personen auf der Straße, ich fahre
mit Silvia und Charly, dem Nachbarn wieder raus.
Ohh! Immer noch ein phantastischen Polarlicht, doch hat die Intensität im
Hohen Norden nachgelassen, die roten Vorhänge nunmehr nur noch intensiv im
Westen (Lyra-Region), blasser im Osten (Ecke Auriga), dort ohne Strukturen.
Tief im Norden ein Glühen die die Lichtglocke einer riesigen Stadt, doch
dort ist nichts. Wir sehen, wie in wenigen Minuten die Intensität mehr und
mehr abnimmt, nach 10min kein Rot mehr, "nur" grün-weißlich im NordWesten.
Alleine hätte ich sicherlich noch verharrt, mit Besuchern fahre ich gegen
22.40 zurück. Steige aus, ins Bett? Nein, ich bin zu aufgewühlt. "Ich laufe
noch etwas herum" sage ich und gehe die 400m bis zum Ortsrand, dann hoch zu
einer kleine Baumgruppe, die die Lichter der Ortschaft abschirmt. Das
Polarlicht ist nicht vorbei, beschränkt sich die nächste Stunde auf ein
weislich-zart grünlichen glimmen, ab und an etwas stärker. Deutlich nahe zum
Horizont, dann eine waagrechte Region mit geringer Helligkeit, mehr zum
Zenith dann wieder heller, fast wie ein angestrahlter, strukurloser
Nebelschleier. Zeitweise sehe ich in den horizontnäheren Regionen
Strukturen, senkrechte, dunklere Streifen, fast wie ein Zaun mit
ausgefransten Übergängen, jedoch nicht sehr deutlich. Zweimal bildet sich
eine Lichtsäule, die sich nach kurzer Zeit wieder auflösen. Mal heller, mal
dunkler - für einen großen Ausbruch reicht es nicht. Der Himmel ist
wunderbar klar, ich betrachte und genieße die Sternbilder, Orion schon
deutlich über dem Horizont. Immer wieder huschen Sternschnuppen übers
Firmament, einfach zum staunen.
Schon nach Mitternacht laufe ich die 15min zurück zum Haus, die letzten
5min und Lichtverschmutzung. Ich stehe schon vor dem Haus, da! links eine
Lichtsäule, die intensiver wird. Im Laufschritt sprinte ich durch die
Siedlung in eine Ecke mit weniger Licht gen Norden. Ja, die Säule wird
deutlicher, zunächst weislich beginnt sich diese zu verbreitern und wechselt
ins Rote. links und rechts mit zartem weilichen Streifen begrenzt,
verbreitert sich das Licht bis auf ein ca. 30 Grad breites Segment, nach
oben faserig rot auslaufend. 5min später kehrt sich der Effekt um, die
Lichterscheinung wird schmaler, wieder von weislichen Streifen begrenzt, als
würde jemand die Vorhänge zuziehen. Ahhh!!! Ich bin mit mir wieder im Reinen
nach der Abschlußvorstellung. Zwischenzeitlich hatte ich heftig mit mir
gehadert, das Beste habe ich zum Großteil hergeschenkt, als ich mit dem Auto
gerast bin, um andere an den Spektakel teilhaben zu lassen.
Trotzdem: Es was überwältigend, Polarlicht keinen deut schlechter als auf
den Farbaufnahmen, auf Fotos sieht man normal viel mehr als visuell, diesmal
konnte man mit bloßen Augen die Farben- und Strukturpracht beobachten.
Habe unruhig geschlafen, bin schon um 05.30h wieder aufgestanden, blick vor
die Tür: er regnet wieder! Unfaßbar, genau zum Polarlicht gab es nicht nur
eine Regen- , sondern sogar eine Wolkenpause.
So, vor der Arbeit MUSSTE ich mich mitteilen, vielleicht hat jemand sogar
den Roman gelesen.
Beste Grüße
Achim
ein irrsinniges Spektakel!! Um 19.00h hatte es hier noch geregnet. Müde von
den letzten längeren Abenden will ich gegen 22.00h ins Bett, kurz davor
schmeiße ich den PC an und lese von zarten Polarlichtern über Erlangen, ca.
30km von mir weg. Also schnell rausfahren auf den Standardspechtelplatz.
Bei der Fahrt kommt mir der Himmel aufgehellt vor (Fahre Richtung Süden),
angekommen erster Blick gen Norden: Mich haut es um!!! Von West nach Ost,
etwa über volle 160Grad horizontnah intensiv hell, leicht grünlich-weislich,
dann schnell ins Rote, weinrote übergehend. Streifenstrukturen in der
Helligkeit, diese alle grob gen Zenith gerichtet, d.h. die westlichen mehr
nach rechts, die östlichen nach links orientiert. die Lichtvorhänge reichen
gut 80Grad hoch, fast bis in den Zenith, zart auslaufend. Unmittelbar
anschließend das Band der Milchstraße, unglaublich!!!! UMa is im Licht
abgesoffen.
Ich stehe da, sicherlich mit offenem Munde und rufe: Oh Gott!, unglaublich!,
das kann nicht sein!, ich fasse es nicht! Nach den ersten überwätigenden 3
Minuten denke ich: das muß Siliva, meine ansonsten astronomisch leider
uninteressierte Frau sehen. Kurz zögere ich, Polarlichtausbrüche können sehr
kurzlebig sein. Es überwiegt der Wunsch, das Erlebnis zu teilen.
Ab ins Auto und im Rekordtempo zurück, ich riskiere Kopf und Kragen, muß
mich schließlich einbremsen bevor wirklich etwas passiert. Spinge ins Haus
und rufe: Du MUSST dich anziehen und herauskommen, draußen ist das
Polarlicht des Lebens, besser wird es bei uns NIE sein! Bei Nachbars brennt
Licht, die klingele ich ebenfalls raus. Aus der Siedlung heraus, mit
Laternen und beleuchteten Fenstern fällt einem das Polarlicht immer noch
deutlich auf, in den Häuserlücken sieht man rote Lichtvorhänge mit
weislichen Streifenstrukturen, die kommen und gehen, teilweise sich wie im
Wind bewegen. Kurzzeitig stehen etwa 8 Personen auf der Straße, ich fahre
mit Silvia und Charly, dem Nachbarn wieder raus.
Ohh! Immer noch ein phantastischen Polarlicht, doch hat die Intensität im
Hohen Norden nachgelassen, die roten Vorhänge nunmehr nur noch intensiv im
Westen (Lyra-Region), blasser im Osten (Ecke Auriga), dort ohne Strukturen.
Tief im Norden ein Glühen die die Lichtglocke einer riesigen Stadt, doch
dort ist nichts. Wir sehen, wie in wenigen Minuten die Intensität mehr und
mehr abnimmt, nach 10min kein Rot mehr, "nur" grün-weißlich im NordWesten.
Alleine hätte ich sicherlich noch verharrt, mit Besuchern fahre ich gegen
22.40 zurück. Steige aus, ins Bett? Nein, ich bin zu aufgewühlt. "Ich laufe
noch etwas herum" sage ich und gehe die 400m bis zum Ortsrand, dann hoch zu
einer kleine Baumgruppe, die die Lichter der Ortschaft abschirmt. Das
Polarlicht ist nicht vorbei, beschränkt sich die nächste Stunde auf ein
weislich-zart grünlichen glimmen, ab und an etwas stärker. Deutlich nahe zum
Horizont, dann eine waagrechte Region mit geringer Helligkeit, mehr zum
Zenith dann wieder heller, fast wie ein angestrahlter, strukurloser
Nebelschleier. Zeitweise sehe ich in den horizontnäheren Regionen
Strukturen, senkrechte, dunklere Streifen, fast wie ein Zaun mit
ausgefransten Übergängen, jedoch nicht sehr deutlich. Zweimal bildet sich
eine Lichtsäule, die sich nach kurzer Zeit wieder auflösen. Mal heller, mal
dunkler - für einen großen Ausbruch reicht es nicht. Der Himmel ist
wunderbar klar, ich betrachte und genieße die Sternbilder, Orion schon
deutlich über dem Horizont. Immer wieder huschen Sternschnuppen übers
Firmament, einfach zum staunen.
Schon nach Mitternacht laufe ich die 15min zurück zum Haus, die letzten
5min und Lichtverschmutzung. Ich stehe schon vor dem Haus, da! links eine
Lichtsäule, die intensiver wird. Im Laufschritt sprinte ich durch die
Siedlung in eine Ecke mit weniger Licht gen Norden. Ja, die Säule wird
deutlicher, zunächst weislich beginnt sich diese zu verbreitern und wechselt
ins Rote. links und rechts mit zartem weilichen Streifen begrenzt,
verbreitert sich das Licht bis auf ein ca. 30 Grad breites Segment, nach
oben faserig rot auslaufend. 5min später kehrt sich der Effekt um, die
Lichterscheinung wird schmaler, wieder von weislichen Streifen begrenzt, als
würde jemand die Vorhänge zuziehen. Ahhh!!! Ich bin mit mir wieder im Reinen
nach der Abschlußvorstellung. Zwischenzeitlich hatte ich heftig mit mir
gehadert, das Beste habe ich zum Großteil hergeschenkt, als ich mit dem Auto
gerast bin, um andere an den Spektakel teilhaben zu lassen.
Trotzdem: Es was überwältigend, Polarlicht keinen deut schlechter als auf
den Farbaufnahmen, auf Fotos sieht man normal viel mehr als visuell, diesmal
konnte man mit bloßen Augen die Farben- und Strukturpracht beobachten.
Habe unruhig geschlafen, bin schon um 05.30h wieder aufgestanden, blick vor
die Tür: er regnet wieder! Unfaßbar, genau zum Polarlicht gab es nicht nur
eine Regen- , sondern sogar eine Wolkenpause.
So, vor der Arbeit MUSSTE ich mich mitteilen, vielleicht hat jemand sogar
den Roman gelesen.
Beste Grüße
Achim