Polarlicht, Mars und Jupiter

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Moin zusammen!

Letzte Nacht war hier etwas heftig: Zunächst gab es den ersten öffentlichen Beobachtungsabend der Saisin an den Kronshagener Sternwarten, der ab 20 Uhr losging. Die Beteiligung war trotz bester Wetterlage nur mäßig - na ja, wer nicht will, der hat schon... Wir haben hier mit dem Vereinsteleskop einige der markanten Sommer-Messiers für die Besucher abgefahren.
Kurz nach 22 Uhr kam dann über die Mobilfunke eines Kollegen die Alarmmitteilung der Meteoros-Polarlicht-Warnliste rein, daß ein fotografische PL gesichtete wurde. Jetzt bauten sich zwischen den Sternwarten die Fotografen auf - Zeit also für uns Visuelle, die Meile zu machen, um den hellen Displays der Kameras auszuweichen. Zudem wollten ein Kollege und ich ja ab 3 Uhr auf Kometejagd gehen: Encke, Lovejoy und ISON.
Als ich dann ein paar Meter entfernt meinen Motorroller fertigmachte, komnnte ich schon im Norden unter dem Großen Wagen die vom Horizont aufsteigenen Beamer des schwachen PL mit bloßem Auge sehen. Unsere Foto-Fraktion wahrscheinlich so nicht, denn die waren ja durch die Displays geblendet... :cool:

Es half ja nichts, ich düste also um 22:30 Uhr ab nach Hause, noch zweieinhalb Stunden pennen, bis die Kometenjagd begann - Berichte hatte ich in den entsprechenden Rubriken bereits veröffentlicht. Nachem die Kometen "durch" waren, der erste Blick auf Mars in dieser Saison: Er stand noch tief und waberte. Zu erkennen war nur die ockerfarbig-orangene Oberfläche und als einzigstes Detail die nördliche Polkappe (NPC). Donnerwetter - und das bei nur 4,4" Durchmesser der Marsscheibe, die gegen 05:30 MESZ nur 24 Grad über dem Horizont stand. V= 231x (13er LVW).

Noch besser kam danach Jupiter - hier ebenfalls meine erste Sichtung in der neuen Saison. Mein Kollege und ich hatten Glück: Bei 231fach waren zum Einen sämtliche vier galileischen Mond als deutlich unterscheidbare scheibchen zu sehen, auf der Jupiterscheibe stand gerade der Ganymed-Schatten wie ausgestanzt und direkt über diesem der GRF! So was hat man echt selten, zudem war das Seeing äußerst minimal und die Farben auf Jupiter kräftig. Wir setzten dann höhere Vergrößerung ein: 300fach, 10er Delos... - Der GRF selbst war fein strukturiert, das Innnere merklich kräftig rot, darum ein feiner, hellerer Bereich, der sich gegen das dunklere südliche Wolkenband abhob. In dem Wolkenband und vor dem GRF laufend ein weiterer Wirbel. Die nördlichen und südlichen Polbereiche des Jupiters in einen Pastell-Erdfarben, das nördliche Band fein und wieder recht dunkel. Insgesamt ein Blick wie im Planetarium. Das war dann der krönende Abschluß einer langen Beobachtungsnacht, die mit Unterbrechung 11,5 Stunden dauerte. Aber solche Gelegenheiten wie bei diesem Wetter kurz vor Neumond muß man gnadenlos ausnutzen. Als mein Kollege und ich in der nun hellen Morgendämmerung nach Hause fuhren, stand noch die schmale Mondsichel am knallblauen Morgenhimmel. Was will man mehr?! ;)
 
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