Polausrichtung über Sharpcap mit DSLR

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Martroese

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Hallo zusammen,

bei meiner kleinen EQ-1 Montierung habe ich immernoch das Problem der genauen Polausrichtung. Weil ich die Montierung ja als "Dachsternwarte" aus dem Dachfenster verwende und das Fenster Richtung Süden zeigt, bringt es mir leider auch nichts, einen Polsucher irgendwie anzubringen, weil ich mit dem Auge dann nicht hinkomme (gut, ein Polsucher mit angebastelter Webcam wäre vllt auch eine Möglichkeit, wenn das hier nicht geht).

Jetzt bin ich auf das Programm Sharpcap aufmerksam geworden und finde diese Lösung genial.
Nachdem ich prinzipiell mit Canon DSLR und Fotoobjektiven arbeite die Frage, ob es möglich ist, die Canon mit Sharpcap zu verbinden und so die super einfache Polausrichtung per Software zu machen? Das wäre fantastisch :) Was ich bisher gefunden habe, geht das allerdings nicht, oder nur sehr kompliziert. Kennt sich jemand zufällig aus oder hat ein ähnliches Problem samt Lösung :)

Danke
Gruß
Martin
 
Hallo Martin,

es gibt einen ASCOM-Treiber für Canon-Kameras mit dem man das Live-View der Canons mit Sharpcap nutzen kann. Das funktioniert bei einigen - bei mir nicht. Du kannst ja mal danach googeln. Vielleicht bist Du einer der Glücklichen, bei dem es funktioniert.

Gruß

*entfernt*
 
Vielen Dank schonmal.
Also gut, von diesem mysteriösen ASCOM-Treiber hab ich auch schon gelesen. Ich muss gestehen, dass mir das überhaupt garnichts sagt, ich kenne mich in diesen Softwaredingen überhaupt nicht aus.
Mal sehen, ob ich herausfinde, wie und ob das funktioniert :)

Gruß
Martin
 
Moin Martin,

Es ist gerade ein paar Stunden her, da habe ich in einem anderen Thread auf meine Einnordungs-Routine hingewiesen. Die braucht zwar kein Sharpcap, ich habe sie aber gerade für Astrofotografie mit Kamera ohne Nordsicht entwickelt. Da ich nicht alles nochmal schreiben will, hier der Link auf meinen Post in dem anderen Thread:


Es grüßt
Helmut
 
Hallo Helmut,
vielen Dank für den Hinweis. Das klingt natürlich auch nach einer machbaren Lösung, auch wenn sie mir etwas komplizierter erscheint, als die Softwarevariante.
Ich versuche mich zunächst mal an die Sache mit Sharpcap zu wagen.

Gruß Martin
 
Hi Martin;

wenn Du nicht Softwareaffin bist, dann kommt ein Probelauf mit Linux vermutlich nicht in Frage? EKOS hat eine Routine zur Poljustage wie SharpCap, nur optisch nicht ganz so poliert (die schicken Abstandsindikatoren fehlen und der Zielstern wird nicht markiert, sondern muss selbst gemerkt werden).

Hier kann dafür aber vernünftig mit einer DSLR/M gearbeitet werden.

Viele Grüße
Sven
 
Hi Sven,

Verstehe ich das richtig, dass EKOS aber auf Windows läuft? Das wäre tatsächlich auch mal auszuprobieren. Danke für den Tip :)

Ich habe mir jetzt einfach mal (weil 12€ im Jahr noch zu verschmerzen sind) eine Sharpcap-Pro Lizenz gekauft. Es gibt dort offenbar die Möglichkeit, eine fremde Kamera quasi "virtuell" einzubinden, in dem man einen Ordner zuweist, in dem die Bilder zur Polausrichtung sind. Wie ich das verstanden habe, müsste man dann ganz leicht über EOS Utility die Bilder aufnehmen können, in den richtigen Sharpcap-Ordner speichern lassen und Sharpcap müsste die Fotos dann anzeigen. Das hört sich für mich ziemlich praktikabel an.

Sobald es der Himmel zulässt und ich Zeit habe, werde ich das mal so ausprobieren und schauen, ob sich das bewährt. #
Wenn das doch nicht so einfach geht, muss ich mich wohl mit ASCOM oder EKOS beschäftigen.

Gruß Martin
 
Übrigens als ich ihn wieder Deinstaliert habe ware Frame Network weg und einige DLL Dateien!
Folgen Firefox konnte keine Seite mehr öffnen und Photoshop ging nicht mehr...Neuinstallation war nötig
 
Oh, das klingt ja beides schon recht kompliziert und wenn der ASCOM mir PS und Firefox zerschießt, lass ich doch lieber die Finger von.
Ich hoffe, die Lösung mit der virtuellen Ordner-Kamera funktioniert. Ich glaub, das wäre das Beste :)
 
UPDATE

Gestern konnte ich kurz die klare Nacht nutzen und zum ersten Mal Sharpcap verwenden. Ich muss sagen, der erste Eindruck ist absolut positiv, ich bin begeistert :)

Tatsächlich habe ich meine Canon Kamera über die virtuelle "Folder-Camera" in das Programm eingebunden. Sprich, man richtet sich einen Ordner ein, in dem EOS Utility die aufgenommenen Bilder speichert und lässt Sharpcap auf diesen Ordner zugreifen.
Nachdem man einmal ein Bild geöffnet hat, aktualiert Sharpcap automatisch jedes neue in EOS Utility aufgenommene Bild, sodass man das Programm ganz normal verwenden kann.

Ich bin echt von den Socken, wie sehr Sharpcap das - in meinem Fall sonst mühselige - Ausrichten erleichtert.

Mangels entsprechender Feintriebe an der EQ-1 konnte ich die Monti gestern nur einigermaßen grob ausrichten, allerdings ist das schon um Welten genauer, als ich es vorher durch Peilen erreichen konnte :)

Also mit ASCOM etc. brauche ich mich zum Glück erstmal nicht beschäften :)

Das nächste Bastelprojekt sind dann Feinverstellungen an der EQ-1.

Gruß
Martin
 
Hallo Martin,

heißt das, Du benutzt die Polausrichtungsroutine von Sharpcap mit der Folder-Camera? Das hatte ich noch nicht ausprobiert.

Gruß

*entfernt*
 
Da hat ein Software-Entwickler eine richtig geile Idee gehabt um alle Kompatibilitätsprobleme zu umgehen.:y::y:
 
Hat jemand die Polausrichtungs-Routine von Sharpcap mit der Polardrift-Routine von PHD2 verglichen? Was klar ist: Sharpcap geht schneller. Wie sieht es mit der Genauigkeit aus?

Gruss David
 
Hallo David,

Du kannst mit der Sharpcap-Routine prinzipiell auf unter 30" ausrichten. Aber diese Präzision ist sowieso wieder futsch, wenn Du die Montierung verfährst, manuell in Ausgangsstellung bringst, eine Taukappe draufsetzt oder sonst irgendwie manipulierst - außer Du hast eine supersteife entsprechend teure Montierung. Rechne mal aus: z.B. 30" auf einen Schneckenraddurchmesser von 13cm macht ungefähr 10 Mikrometer am Umfang. Diese Position hält Deine Polachse nicht.
Deswegen verstehe ich nicht warum sich Leute stressen, das so supergenau hinzubekommen. Wie bei vielen anderen Parametern, wird da oft einer Scheinpräzission hinterher gejagt. Beim Guiden wird sowieso empfohlen ein paar Bogenminuten daneben zu stellen, damit die DEC-Achse einen definierten Eingriff in einer Richtung hat.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Heiko
Danke für dein Feedback. Hast du Vergleiche mit der Drift-Justage von PHD2? Hintergrund der Frage: ich habe keine SharpCap-Lizenz und kann es daher nicht vergleichen. Ich gehe wie folgt vor:
  1. Stativplate mit der Wasserwaage ausrichten. Montierung aufsetzten
  2. (Grob)Ausrichtung mit Polsucher machen. Bis hirhin geht alles ganz flott...
  3. Drift-Justage mit PHD2 ..... und dabei vergeht die Zeit.....
  4. Kontrolle der Polabweichung entweder im Nachführassistent von PHD2 oder SharpCap. Dabei gibt es dann jeweils die kleine Ernüchterung: obwohl gut ausgerichtet mit der Drift-Justage (der pinke Kreis ist praktisch nicht mehr zu sehen) erreiche ich im besten Fall 5-6 Bogenminuten Abweichung. Das ist etwas frustrierend, wenn ich die aufgewendetet Zeit in Relation setzte.
Das ist der Ausgangspunkt meiner Fragestellung. Wenn ich mit SharpCap in 5 Minuten ein deutlich besseres Resultat erreiche, dann kauf ich mir die Lizenz von SharpCap. Ist jedoch die Genauigkeit wirklich besser?

Bei der Drift-Justage in PHD2 fällt mir auf, dass die Messwerte ziemlich schwanken. Ich setzte die Messdauer in den Bereich von 2-3 Sekunden. Ich schaue ebenfalls darauf, dass der gewählte Stern nicht gesättigt ist. Es dauert somit durchaus eine Minute, bis der Trend definitiv klar ist. Ich hatte auch schon die Situation, dass nach einer Minute sich das Resultat noch einmal deutlich änderte... Ist die Driftmessung (Schwerpunktsbestimmung des Sterns) fehlerbehafteter als die Vorgehensweise in SharpCap?

Gruss David
 
Das PlateSolving in Ekos auf meinem Astroberry-Raspy sollte jetzt funktionieren - ich werde diese Routine testen. Sie ist ja sehr ähnlich derjenigen von SharpCap. Wettermässig wird das in den kommenden Tagen eher schwierig werden.

Gruss David
 
...und es ergab sich schneller eine Möglichkeit, die Sache zu testen. Ich hatte heute Abend zum ersten Versuch angesetzt. Das PlateSolving funktionierte. Ok, es dauerte etwas lange - der RasPi 3 hatte ordentlich zu tun - aber er schaffte es. Nach der dritten Aufnahme kam das Übersichtsbild. Das war die erste Herausforderung - das Fenster war etwas klein und beim Vergrössern und Verschieben schmierte KStars ab. Zweiter Versuch: daselbe Verhalten. Da Wolken aufzogen, räumte ich die Sache ab. Die Sache überzeugt so definitiv nicht... Astroberry wäre eine wirklich smarte Lösung - wenn das jedoch nicht stabiler funktioniert, dann ist es für mich Geschichte und ich werde mich wieder in Richtung SharpCap orientieren.

Gruss David
 
Hallo Martin
Für SharpCap habe ich keine Lizenz - habe es dort also nur bis zur Korrektur machen können. Mit Elkos habe ich gestern erstmals die Prozedur erfolgreich durchgeführt. Meinen ersten Versuch mit der DSLR war nicht so erfolgreich. Mit der Guiding-Cam hatte es problemlos funktioniert. Das Vorgehen ist bei beiden Tools sehr ähnlich.
Elkos macht drei Aufnahmen - bei SharpCap sind es zwei. Gestartet wird in der Home-Position (Teleskop schaut in Richtung Polaris). Dort wird das erste Bild gemacht und ausgewertet (PlateSolving - offline). Die Montierung schwenkt dann in Dec (Betrag und Richtung kann vorher definiert werden), macht das zweite Bild, wertet es aus, schwenkt weiter, macht das dritte Foto, wertet es aus und berechnet den Fehler. All das läuft autonom ab. Manuelles Verstellen ist ebenfalls möglich. Auf dem Bild wird der Verschiebevektor angezeigt. Es wird ein geeigneter Stern gewählt. Jetzt kannst du online die Korrektur vornehmen. Bei SharpCap scheint es so zu sein, dass der gewählte Stern markiert wird - das macht es etwas einfacher. Bei Elkos ist das nicht der Fall.

Gruss David
 
UPDATE

Gestern konnte ich kurz die klare Nacht nutzen und zum ersten Mal Sharpcap verwenden. Ich muss sagen, der erste Eindruck ist absolut positiv, ich bin begeistert :)

Tatsächlich habe ich meine Canon Kamera über die virtuelle "Folder-Camera" in das Programm eingebunden. Sprich, man richtet sich einen Ordner ein, in dem EOS Utility die aufgenommenen Bilder speichert und lässt Sharpcap auf diesen Ordner zugreifen.
Nachdem man einmal ein Bild geöffnet hat, aktualiert Sharpcap automatisch jedes neue in EOS Utility aufgenommene Bild, sodass man das Programm ganz normal verwenden kann.

Ich bin echt von den Socken, wie sehr Sharpcap das - in meinem Fall sonst mühselige - Ausrichten erleichtert.

Mangels entsprechender Feintriebe an der EQ-1 konnte ich die Monti gestern nur einigermaßen grob ausrichten, allerdings ist das schon um Welten genauer, als ich es vorher durch Peilen erreichen konnte :)

Also mit ASCOM etc. brauche ich mich zum Glück erstmal nicht beschäften :)

Das nächste Bastelprojekt sind dann Feinverstellungen an der EQ-1.

Gruß
Martin

Mit wie viel mm Brennweite kann man denn die Polaris Region denn ablichten dass Sharpcap das noch versteht? Mit 200-300mm ist das wohl zu viel? Dann müsste ich mein 50mm Objektiv erst dranschrauben bevor ich mit dem 200er dann die echten Belichtungen mache?
 
Bei Sharpcap steht: " A field of view in the camera of between 1 degree and about 2.5 degrees". Das hängt dann auch vom Sensor ab.

*entfernt*
 
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